Filmarchiv

Filmstill A Scary Movie

A Scary Movie

Una película de miedo
Sergio Oksman
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Spanien,
Portugal
2025
72 Minuten
Spanisch,
Portugiesisch (Portugal)
Untertitel: 
Englisch

Nuno ist jetzt zwölf und fängt an, sich für Horrorgeschichten zu interessieren. Als sein Vater Sergio, der Regisseur, vorschlägt, Madrid über den Sommer zu verlassen und in einem vor kurzem geschlossenen Hotel in Lissabon zu wohnen, ist er Feuer und Flamme. Seiner Gäste beraubt und dem Verfall preisgegeben, scheint das Hotel die perfekte Geisterkulisse für seine aufkeimende Fantasie zu sein, eine neue Version des Overlook-Hotels aus „The Shining“.
Während Nuno durch die dunklen Flure streunt, sich hinter flatternden Vorhängen versteckt und auf seinem Smartphone gruselige Clips schaut, denkt Sergio im Voiceover über die Bedeutung von Angst und seine eigenen Erfahrungen damit nach: der begonnene, aber nie fertiggestellte Dokumentarfilm über einen portugiesischen Serienkiller, die in Filmarchiven spukenden Geister der Kinovergangenheit, die beängstigenden historischen Versuche, Kriminelle anhand der Form ihrer Schädel zu kategorisieren, diese eine erschreckende Begegnung mit seinem entfremdeten Vater in den Straßen von São Paulo, als er selbst noch ein Kind war. „A Scary Movie“ schwankt auf bestechend skurrile Weise zwischen Meta-Horrorfilm, ins Ausschweifen gebrachtem Essay und berührendem Vater-Sohn-Drama. Diese köstlich unklassifizierbare Mischung aus Fiktion und Dokumentation macht klar, dass das Grauen immer Teil des Alltags ist. Gibt es etwas Furchterregenderes als Familie?

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sergio Oksman
Buch
Sergio Oksman
Kamera
Jorge Rojas
Schnitt
Ana Pfaff
Produktion
Sergio Oksman
Co-Produktion
Fernando Franco
Ton
Nuno Carvalho
Filmvertrieb
Patra Spanou
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Filmstill Slow Light

Slow Light

Slow Light
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm 2022
Animationsfilm
Polen,
Portugal
2022
11 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Blind geboren, erscheinen dem Helden des Films erst im Alter von sieben Jahren Bilder der Vergangenheit, die ihn alsbald wie ein Fluch begleiten. Wie die Sterne am Nachthimmel, so ist das, was er sieht, oft längst verflossen und erloschen. Die beinahe greifbare, pastellfarbene Cutout-Technik der Gegenwartserzählung kontrastiert in diesem tragischen Meisterwerk des Duos Kijek/Adamski mit einer zarten, schwarz-weißen 2D-Animation, die für die Schatten des Versunkenen steht.

Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Buch
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Kamera
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Schnitt
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski
Produktion
Piotr Szczepanowicz, Grzegorz Wacławek
Co-Produktion
Przemysław Adamski, Katarzyna Kijek, Bruno Caetano
Ton
Philip Lenkowsky, Carlos Abreu, Miguel Gonçlaves
Musik
Piotr Kaliński
Animation
Katarzyna Kijek, Przemysław Adamski, Ala Nunu, João Gonzalez, Jakub Kaczmarek, Bartosz Stępnik, Hugo Sequeria
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Smoke of the Fire

Smoke of the Fire

O fumo do fogo
Daryna Mamaisur
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2023
Dokumentarfilm
Portugal,
Ukraine,
Belgien,
Ungarn
2023
22 Minuten
Portugiesisch (Portugal),
Ukrainisch
Untertitel: 
Englisch

Das Erlernen einer Fremdsprache ist wie das Erschaffen eines anderen Selbst. Wie kann man sie sprechen, ohne seinen eigenen Klang zu verlieren, ohne sich ganz darin aufzulösen – und trotzdem Gehör und Beachtung finden? Dieser Film ist ein charmanter und intellektuell akribischer Versuch, sich durch die Komplexitäten von Sprache, Identität und Trauma zu navigieren.

Dafür schöpft die Filmemacherin aus der eigenen Biografie. Denn als sich die aus Kyjiw stammende Daryna Mamaisur im Rahmen des Graduiertenstudiums Doc Nomads in Portugal aufhielt, überfiel Russland die Ukraine. Heimat und die Suche danach wurden bestimmend für diese Arbeit, ebenso die traumatische Erfahrung, der schwierigen Situation nur aus der Ferne „beiwohnen“ zu können. Sie, die Ukrainerin in Portugal, lernt Portugiesisch. Sie lässt sich die neuen Vokabeln für „Krieg“, „Explosion“ und „Angriff“ über die Zunge rollen. Sie vergleicht sie mit dem weichen, intimen Klang ihrer Muttersprache, mit dem Klang von Kyjiw. Freund*innen schicken Ton- und Bildaufzeichnungen aus der Ukraine, die sich mit Animationen zu einem vielschichtigen Essay verbinden und schließlich zum Zeugnis werden – für die Widerstandsfähigkeit von Sprache und Kultur, ganz gleich, wo sie gesprochen und gelebt werden, nicht zuletzt auch für die Kraft des künstlerischen Dokumentarfilms, der Sprechen und Klingen möglich zu machen vermag.

Victoria Leshchenko

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Daryna Mamaisur
Kamera
Shaheen Ahmed, Daryna Mamaisur, Svitlana Vostrikova
Schnitt
Daryna Mamaisur
Produktion
Frederik Nicolai, Daryna Mamaisur
Ton
Ghada Fikri, Juliette Menthonnex, Tetiana Usova
Sound Design
Anna Khvyl
Filmvertrieb
Valentina Zalevska