Filmarchiv

Jahr

Filmstill Kathy and Teresa

Kathy and Teresa

Kathy and Teresa
Marie Zrenner
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Deutschland,
Kanada
2023
14 Minuten
Englisch,
Inuktitut
Untertitel: 
Deutsch, Englisch

Zwei junge Mädchen in einem Schwimmbad lassen sich im Wasser treiben. Der Film übernimmt dieses driftende Lebensgefühl, wenn er sich mit ihnen durch das nächtliche Montreal und ihren Alltag bewegt. Manchmal sprechen die beiden Englisch, manchmal Inuktitut. Kathy und Teresa kommen aus einer kleinen Inuit-Siedlung im Norden Kanadas. Sie zeigen sich Handyfotos von Robben und Bären, die sie selbst erlegt haben. In Büchern lesen sie vom besonderen Verhältnis zwischen den Inuit und ihren Schlittenhunden, das heute an Bedeutung verloren hat. In einem Park werden die Hausaufgaben erledigt – der Duft der Bäume erinnert die beiden ein wenig an zu Hause. Sie schließen die Augen. Mit großer Zartheit fängt die Kamera die tiefe Verbundenheit dieser besten Freundinnen ein, die eine gemeinsame Herkunft und Sprache teilen. Kathy hat einen bewegenden Song in Inuktitut geschrieben. Mit einfachen, klaren Worten singt sie von den Gefühlen und Sehnsüchten einer jungen indigenen Frau.

Anke Leweke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marie Zrenner
Buch
Marie Zrenner, Kathy Snowball
Kamera
Youssef Nassar
Schnitt
Ulrike Tortora
Produktion
Sabrina Kleder
Co-Produktion
Caroline Bergoin
Ton
Teresa Annanack, Sabrina Kleder, Youssef Nassar
Sound Design
Cornelia Böhm
Musik
Kathy Snowball
Deutscher Filmverleih
Hochschule für Fernsehen und Film München
Filmstill Vanished Past

Vanished Past

Passé disparu
Anna-Maria Dutoit
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland,
Kanada
2025
16 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Betrachtet man das Verhältnis zwischen realer Welt und ihrer Darstellung auf Karten, ist nicht zu übersehen, dass Menschen dazu tendieren, ihren gestaltenden Einfluss zu überschätzen. Nur weil Phänomene kartografisch stark vereinfacht dargestellt werden, nimmt ihre Komplexität in der realen Welt nicht ab. Und nur weil wir beispielsweise einen Fluss aus einer Karte tilgen, ihn in der realen Welt sogar eingrenzen und überbauen, ist er nicht etwa verschwunden, sondern nur unsichtbar.
Anna-Maria Dutoit durchstreift die Stadtlandschaft Montreals auf der Suche nach den Wasseradern, die diese Gegend einst prägten. Heute hat die jahrhundertelange Besiedlung und Urbanisierung sie verschmutzt, verschüttet und unter Tage verlegt. Nur noch kreisende Möwen und Kanaldeckel erinnern an das, was darunter liegt. Geleitet von einigen der ältesten Karten Montreals folgt „Vanished Past“ den Spuren der vergessenen Flüsse der Millionenmetropole und erkundet – begleitet von einem teils gurgelnden, teils plätschernden Sound – die ganz eigenen aquatischen Universen, die sich in ihren Verstecken entfalten. Für flüchtige Blicke scheint das Element Wasser in der zubetonierten Stadtlandschaft überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. Zumindest so lange, bis starker Regen fällt, die Straßen überflutet – und die Stadt an ihre vermeintlich verschwundene Vergangenheit erinnert.

Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anna-Maria Dutoit
Kamera
Louis Dickhaut
Schnitt
Anna-Maria Dutoit
Produktion
Anna-Maria Dutoit
Co-Produktion
Chantal Limoges
Ton
Stéphane Barsalou
Sound Design
Andrew Mottl, Anna-Maria Dutoit
Musik
Hans Könnecke