Ein tunesischer Frisiersalon für Damen wird im Präsidentschaftswahlkampf zur Arena der politischen Auseinandersetzung. Spitzen schneiden und Spitzen austeilen zugleich. Wunderbar!
Der Frisiersalon „Saïda“ ist ein Raum, in dem offen gesprochen, gelacht und gestritten wird. Dabei geht es nur selten um Haare. Als die Präsidentschaftswahlen in Tunesien anstehen, entwickelt sich der Laden zur politischen Arena, in der sich die Frauen – egal ob jung oder alt, konservativ oder modern eingestellt – Diskussionen über das Für und Wider der Amtsanwärter hingeben. Ihre klugen und humorvollen Einlassungen spiegeln eine junge Demokratie mit all ihren Rissen und Verwerfungen.
Alices Erinnerungen sind Anlass für eine doppelbödige Auseinandersetzung mit der Darstellung traumatischer Ereignisse, mit kollektiver und individueller Wahrnehmungsrepräsentation.
Zeugenschaft versus „prosthetic memory“: Die Regisseurin synchronisiert vor einem Greenscreen die über zehn Jahre gesammelten Tonaufnahmen ihrer Großmutter, in denen die alte Dame rekapituliert, wie sie als Kind einem Wirbelsturm begegnete. Während sich die Details ihrer Erinnerung durch wiederholtes Erzählen im Lauf der Zeit verändern, suggeriert das Found-Footage aus Spiel- und Katastrophenfilmen, Wetterberichten und Landschaftsbildern das mediale Miterleben der Ereignisse.
Eine komplexe Verhandlung von Vergänglichkeit, Leben und Tod, geschaffen mit minimalistischen Mitteln und in animierter Form. Atmosphärisch, subtil und zugleich apokalyptisch.
Ein komplexes, atmosphärisches Universum hat Marta Pajek (digital) geschaffen – mit minimalistischen Mitteln und doch reich an Details. Referenzen auf die Zeitgeschichte treffen auf die Visionen einer erst geahnten, dystopischen Zukunft. Auf subtile, trotzdem fast brutale Weise wird uns die (eigene) Vergänglichkeit vor Augen geführt. Alternde Körper, alternde Ideen. Die Grande Dame des polnischen Films, Schauspielerin Anna Polony, singt zum Schluss: „… wann wird man je verstehen?“
Das Erdreich lebt! Eine Expedition unter Tage: Kanalisationen, Tunnelgänge, bizarre Wurzelwerke und unbekannte Formationen. Doch aus wessen Perspektive schauen wir hier?
Eine junge Frau bringt Schallsensoren an einem Baum an. Einen Nagel nach dem anderen hämmert sie in die Rinde. Etwas regt sich im Inneren der Erde, scheint angelockt von dem Geräusch. Dieses Wesen, was auch immer es ist, geht auf die Suche nach dem Ursprung, gleitet durch Tunnelsysteme, durch bizarre Formationen im Untergrund. Manchmal sieht man unsere Welt von unten, laufende Menschen auf ihren täglichen Wegen. Das Erdreich lebt! Es gibt noch einiges zu entdecken.