Queens of Joy
„Wir sammeln heute Spenden für die 206. Brigade der Territorialverteidigung“, ruft Diva Monroe auf einer Dragshow in einem Kellerklub in Kyjiw. Ob an der Front oder durch ziviles Engagement: Zahlreiche Menschen aus der ukrainischen LGBTQ+-Community setzen sich den russischen Angriffen zur Wehr – viele davon schon vor der Invasion von 2022. Dabei wäre es verständlich, vor Krieg und Diskriminierung zu fliehen. Lange Zeit gab es für Queers in der Ukraine kaum gesellschaftliche Akzeptanz. Doch seit die Propaganda des Kreml nicht mehr nach Kyjiw durchdringt, ist es besser geworden. So erzählt es der Film von Olga Gibelinda am Beispiel dreier Dragqueens: Monroe, die sich ans Empowerment der Maidan-Proteste erinnert und seitdem fürs Fernsehen und als Influencerin arbeitet. Aura, damals noch auf Seiten der prorussischen Regierung, heute in Diensten der Armee unter Oberbefehlshaber Selenskyj. Und Marlen, die als Transfrau in der Vergangenheit Verletzungen erlitten hat und heute auf der Bühne Freude verbreitet.
Prägnant kontrastiert der Film die Show- und die private Alltagswelt der Dragqueens. Dabei gibt er auch ihren politischen Forderungen Raum. So verlangen sie etwa, dass queere Partnerschaften gerade jetzt anerkannt werden sollten, damit Angehörige von Gefallenen und Verletzten die gleichen rechtlichen Ansprüche haben.