Filmarchiv

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Filmstill Welded Together

Welded Together

Welded Together
Anastasiya Miroshnichenko
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Niederlande,
Belgien
2025
96 Minuten
Russisch
Untertitel: 
Englisch

Die Kerzen auf dem Kuchen für ihren 22. Geburtstag zündet Katja allein an, noch ist niemand zum Feiern da. Seit Kurzem lebt sie bei ihrer Mutter. Mama trinkt und hat gerade ein neues Baby bekommen: Amina. Als Kind verlassen, wuchs Katja ohne ihre Mutter auf, da diese das Sorgerecht aufgrund ihrer Alkoholsucht verloren hatte. Immer wieder übernimmt Katja nun die Betreuung der kleinen Schwester, während die Mutter unauffindbar ist. Die Rückkehr erfolgt unter Schuldbekenntnissen und mit dem Gelöbnis auf Besserung. Halt gibt Katja ihre Freundin Tanja, mit der sie eine ähnliche Biografie verbindet. Anerkennung erfährt sie in ihrem Beruf als Schweißerin, für den sie eine besondere Begabung hat.
Anastasiya Miroshnichenko porträtiert in „Welded Together“ eine junge Frau, die lange an der Vorstellung einer zusammenfügbaren Familie festhält, obwohl vieles dagegenspricht. Dabei fängt Miroshnichenko ihre Protagonistin vor allem über ihre Mimik ein – Katjas Ausdruck changiert meist zwischen Leere und Trauer; er ist wie ein Spiegel, der die Komplexität und Tragik der Situation sichtbar macht. Indes übernimmt das Sozialamt die Verantwortung für Katjas und Aminas Schutz. Die Behörde wird zur ambivalenten Anlaufstelle inmitten dieses so dunklen wie schicksalsträchtigen Winters.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anastasiya Miroshnichenko
Kamera
Pavel Romanenya
Schnitt
Kasia Boniecka, Stanislav Kalilaska
Produktion
Valérie Montmartin, Raphael Pelissou
Co-Produktion
Iris Lammertsma, Babet Touw, Eva Kuperman
Sound Design
Lex Krutz
Musik
Rui Reis Maia
Filmvertrieb
Anna Berthollet
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: MDR-Filmpreis
Eröffnungsfilm 2025
Filmstill Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students
Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students Claire Simon
Was sehen Jugendliche in den Werken der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux? Wir verfolgen Diskussionen in Klassenzimmern – über Feminismus, soziale Herkunft und ihre eigenen Leben.
Filmstill Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students

Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students

Écrire la vie – Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens
Claire Simon
Eröffnungsfilm 2025
Dokumentarfilm
Frankreich
2025
90 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch

Wie schon ihr vorheriger Film „Elementary“ ist auch Claire Simons neuestes Werk eine Hommage an das Lernen und Lehren. Erneut öffnet sie die Türen von Klassenzimmern, in denen dieses Mal Texte der französischen Feministin, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Annie Ernaux behandelt werden. Ernaux beschreibt ihr Konzept der Autosoziobiografie als „das Leben schreiben, nicht meines, nicht ihres, noch nicht einmal ein ganz bestimmtes. Lebensmomente, die wir alle, aber auf individuell verschiedene Weise, durchmachen. Körperbild, Erziehung, Zugehörigkeit, sexuelle Prägung, sozialer Hintergrund, die bloße Existenz anderer, Krankheit, Kummer. […] Ich habe nicht versucht, über mich selbst, ein Buch über mein Leben zu schreiben. Ich habe es benutzt, seine allgemeinen, gewöhnlichen Ereignisse, die Situationen und Gefühle, in die ich geraten bin. Als sei es Material, das ich auf eine Art greifbare Wahrheit untersuchen musste, um sie freizulegen.“
Die Lehrer*innen schaffen kluge Rahmenbedingungen für Diskussionen voller Freiheit und Dynamik, in denen die jungen Leute sich in all ihrer Schönheit und Verletzlichkeit zeigen und die Erfahrungen der Autorin auf ihr eigenes Leben übertragen. Und genau hier dokumentiert Claire Simons „Leben schreibende“ Kamera hinreißende Beispiele, wie Ernauxs Texte diese Heranwachsenden stärken und inspirieren, wenn sie sich leidenschaftlich in ihre Worte versenken.

Vika Leshchenko

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Claire Simon
Buch
Claire Simon
Kamera
Claire Simon
Schnitt
Luc Forveille
Produktion
Emmanuel Perreau
Co-Produktion
Michel Klein
Ton
Jules Jasko, Nathalie Vidal, Clément Claude, Pierre Bompy
Filmvertrieb
Lisa Lejeune