Filmarchiv

Jahr

Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill In the King of Prussia
In the King of Prussia Emile de Antonio
1980 dringt eine Gruppe radikaler Pazifist*innen in eine Fabrik ein, die Atomwaffen produziert. In Form eines Reenactments wird der Gerichtsprozess gegen die Aktivist*innen zum Thema des Films.
1982
Filmstill In the King of Prussia

In the King of Prussia

In the King of Prussia
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Spielfilm
USA
1982
90 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch

Man könnte zugespitzt sagen, dass die meisten Filme de Antonios Gerichtsfilme sind. Insofern ist „In the King of Prussia“ typisch – und ungewöhnlich zugleich, angefangen beim Titel. King of Prussia ist ein Städtchen in Pennsylvania, das im September 1980 Schauplatz einer Aktion radikaler christlicher Pazifist*innen wurde. Sie drangen in eine Fabrik ein, in der ohne Wissen der Öffentlichkeit Teile der Atomrakete Mark 12A produziert wurden, und hielten ein von Bergpredigt und Fluxus inspiriertes Happening ab. Der Film ist ein Reenactment, nicht aber der Aktion, sondern des Prozesses gegen die sogenannten Plowshares Eight. In de Antonios erster Videoproduktion, gedreht in den Prozesspausen, spielten die Angeklagten sich selbst. Die Rolle des Richters übernahm der New-Hollywood-Star Martin Sheen.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Emile de Antonio
Buch
Emile de Antonio
Kamera
Julian Abbio, Judy Irola
Schnitt
Mark Pines
Produktion
Emile de Antonio, Vincent Hanlon
Ton
Jack Malkan
Musik
Sidney Carter, Jackson Browne
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill In the Year of the Pig
In the Year of the Pig Emile de Antonio
Aus Archivmaterial und Gesprächen mit Politikern, Philosophen, Journalisten und Deserteuren entsteht eine Analyse des vietnamesischen Befreiungskampfes und eine Anklage der US-amerikanischen Invasion Vietnams.
1968
Filmstill In the Year of the Pig

In the Year of the Pig

In the Year of the Pig
Emile de Antonio
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1968
102 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Das Bild der Statue des Franzosen Marquis de Lafayette, der im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775–1783) auf Seiten der Rebellen kämpfte, eröffnet den Film. Dazu setzt ein wabernder Geräuschteppich ein, aus dem man den stark verlangsamten Rotorenlärm eines Helikopters heraushören kann. „Die Musik des heutigen Amerika ist der Hubschrauber in Vietnam. Das ist ‚Musique concrète‘“, erklärte de Antonio 1969. Indem hier an die Zeit erinnert wird, als die sogenannte Neue Welt selbst noch britische Kolonie war, rückt die US-amerikanische Invasion Vietnams in den Kontext einer langen Befreiungsgeschichte, deren zeitgenössischer Held das vietnamesische Volk ist. „In the Year of the Pig“ gehört bis heute zu den ungewöhnlichsten und erhellendsten Filmen über diesen Krieg und andere, die auf ihn folgten.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Emile de Antonio
Kamera
John F. Newman, Jean Jacques Rochut
Schnitt
Lynzee Klingman, Hannah Moreinis, Helen Levitt
Produktion
Emile de Antonio
Co-Produktion
Vincent Hanlon
Ton
Harald Maury, Jeffrey Weinstock
Musik
Steve Addiss
Filmstill It Must Be Because I Decided to Leave

It Must Be Because I Decided to Leave

Yi ding shi yin wei wo yao li kai
Zhuoyun Chen
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
USA
2025
19 Minuten
Chinesisch
Untertitel: 
Englisch

Die Grenzen zwischen Traum, Erinnerung, Kino und verschiedenen Teilen des Selbst lösen sich in diesem neuen Kurzfilm der in Los Angeles lebenden chinesischen Künstlerin Zhuoyun Chen auf hinreißende Weise auf. Wie benommen pendelt „It Must Be Because I Decided to Leave“ zwischen Tagebuch, Autofiktion und freier Assoziation, steckt voller halb erinnerter Gespräche, ansteckend surrealer Bilder und dem Wunsch der Erzählerin, in all dem einen Sinn zu finden, was ihr freilich nie ganz gelingt. Es wimmelt von traumartigen Motiven aller Art: Steine werden von Händen umschlossen oder verschmelzen mit Gesichtern, Bildschirme erscheinen in Fensterscheiben oder Scheinwerfern, ein glänzender roter Sportwagen dreht sich in der kalifornischen Wüste, eine schemenhafte Gestalt betritt eine Höhle, ein Hund paddelt rückwärts aus einem Pool, seine krabbelnden Gliedmaßen dargestellt in eleganten Überblendungen. Die Erzählerin lässt ihre Gedanken über Begehren, Familie und Entwurzelung kreisen. Sie erwähnt jede Menge „Dus“ und „Ichs“, die aber ebenso gut ein und dieselbe Person sein könnten. Falls es stimmt, dass „wir Landschaften in uns tragen“, dann lernen wir sie auf dieser Reise kennen.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Zhuoyun Chen
Buch
Zhuoyun Chen
Kamera
Luca Cioci
Schnitt
Zhuoyun Chen
Produktion
Zhuoyun Chen
Ton
Zhuoyun Chen, Paul Mason
Sound Design
Zhuoyun Chen
Musik
Keju Luo
Sprecher*in
Siru Wen