Eine junge Schweizerin sucht nach ihren armenischen Wurzeln. Ihrer kritisch-weiblichen Familiengeschichtsschreibung dient ein durchs Nachtblaue reisender Holzschrank als Leitmotiv.
Eine junge Schweizerin sucht nach ihren armenischen Wurzeln. Liebevoll animiert, öffnen sich diverse Schubladen des gleichzeitig entstehenden Familienarchivs. Diese sehr persönliche Auseinandersetzung mit kollektiven Traumata post-migrantischer Communitys findet Bilder und Worte für Rassismus und die Schwierigkeit, mit männlichen Familienmitgliedern über Gefühle zu sprechen. Leitmotiv ist ein durch nachtblaue Landschaften wandernder Schrank, der – den Rissen zum Trotz – alle(s) zusammenhält.
Mit der Angst schwindet das Licht. Bei einem gemeinsamen Tauchgang steigen versunkene Erinnerungen auf. Die Beklemmung wächst und eine kraftvolle Sprache formt die Sandanimation.
Mit der Dunkelheit kommt die Angst, mit der Angst schwindet das Licht. Bei einem gemeinsamen Tauchgang steigen in „ihm“ versunkene Erinnerungen auf. Wie bei der Verlandung, beim „Faulen“ des Sees wird der Freiraum des Wassers zum Sumpf. Die wachsende Beklemmung beschleunigt den Atem im Rhythmus der intensiver werdenden lyrischen Sprache. Die Kraft der Strudel und der expressiven schweizerdeutschen Laute färben und formen die bestechend grafische Sandanimation.
An der irischen Westküste, begleitet vom kritischen Blick des Großvaters, erlernt Cian das herausfordernde Handwerk des Schäfers. Eine einfühlsame Coming-of-Age-Beobachtung.
Der sechzehnjährige Cian soll nach der Schule auf dem Schäferhof der Familie einsteigen. Das Leben dort ist so rau wie die westirische Küstenlandschaft. Fürs Ausschlafen oder Fußballspielen bleibt keine Zeit. Stattdessen müssen Hammel an den Hörnern genommen werden. Aus nächster Nähe beobachtet die Kamera in dieser einfühlsamen Coming-of-Age-Studie, wie der schmächtige Kerl die herausfordernden Handgriffe des Schäferberufs erlernt, begleitet vom geduldigen und kritischen Blick des Großvaters.
Daniel Abma
Credits
Regie
Matthias Joulaud, Lucien Roux
Kamera
Matthias Joulaud, Lucien Roux
Schnitt
Selin Dettwiler
Produktion
Jaber Debzi, Jean-Guillaume Sonnier
Ton
Yatoni Roy Cantu
Musik
Yatoni Roy Cantu
Ausgezeichnet mit:
Special Mention (Internationaler Wettbewerb Kurzfilm)