In Sankt Petersburg erinnern heute zahlreiche Mahnmale an die knapp 900-tägige Einkesselung Leningrads. Die „Straße des Lebens“ spielt dabei im kollektiven Gedächtnis eine besondere Rolle.
Alltägliches in beiläufigen Straßenszenen im Leningrader Frühling in den 1960er Jahren. Unvermittelt erinnert sich ein Taxifahrer an seine Transporteinsätze auf der sogenannten „Straße des Lebens“ während der 900-tägigen Einkesselung durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Ikonografische Bilder aus der Zeit der Leningrader Blockade geben Einblick in den Alltag der Menschen damals.
In der Litauischen SSR blickt ein Filmkünstler aus einer anderen Perspektive auf die jahrhundertelange Geschichte des Baltikums zurück: Der Raum öffnet sich für Schmerz und Trauer.
SOS – Hilfe! Eine klare und einfache Bildsprache, untermalt mit verstörenden Klängen. Der bedeutende litauische Film- und Theaterregisseur Vladislovas Algimantas Blinstrubas verdichtet die gewaltvolle jahrhundertelange Geschichte des Baltikums in zeitloser Metaphorik. Der nackte, verletzliche Mensch steht im Zentrum dieser filmischen Auseinandersetzung. Der Raum öffnet sich für Schmerz und Trauer.
„Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“, so Lenin. Das größte Land der Erde, vorgestellt in gewaltigen Bildern, die in Ehrfurcht erstaunen lassen sollen.
Sankt Petersburg als Wiege der Oktoberrevolution 1917, Moskau als Geburtsort der Sowjetunion 1922: Gemäß Lenins Diktum „Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes“ wird die Beherrschung der Naturkräfte und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen in eindrucksvollen Bildern belegt – unter Betonung der Eigenständigkeit und Brüderlichkeit aller Sowjetrepubliken.
Die ganz großen politischen Leitlinien – Zwei-Lager-Theorie, historische Verpflichtung, militärische Bündnistreue – werden abgeleitet aus der Schmalfilmsammlung eines Sowjetbürgers in Riga.
Ein Sowjetbürger und Filmenthusiast im lettischen Riga erinnert sich beim Betrachten seiner Schmalfilmsammlung an seine Zeit als Soldat in der DDR. Damals war die gegenseitige militärische Unterstützung innerhalb des Warschauer Paktes Garant für die Wehrhaftigkeit gegenüber Angriffsversuchen aus dem imperialistischen Westen – stets vor dem Hintergrund der Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg.