Filmarchiv

Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Filmstill Fa. Gutberlet & Co. [Ausschnitt]
Fa. Gutberlet & Co. [Ausschnitt] unknown
Die Firma und Details ihrer Maschinen werden vorgestellt. Ein Zusammenschnitt zweier Quellen zum Titel: einmal Fragmente mit Viragen, einmal ein gut erhaltenes, rein schwarz-weißes Material.
Filmstill Fa. Gutberlet & Co. [Ausschnitt]

Fa. Gutberlet & Co. [Ausschnitt]

Fa. Gutberlet & Co. [Ausschnitt]
unknown
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
1930
6 Minuten
deutsche Titel
Untertitel: 
Keine

Ein besonderer Fund war ein viragiertes Nitro-Fragment des Werkfilms „A. Gutberlet & Co., Leipzig-Mölkau, Spezialfabrik für Falzmaschinen und Faden-Buchheftmaschinen, gegründet 1901“. 2024 konnte er in seiner originalen Farbigkeit analog restauriert und schließlich digitalisiert werden. Kombiniert mit dem Dup-Negativ einer weiteren Fassung gewährt er Einblicke in die Firmenhallen und die Arbeit an den Maschinen.

Thekla Kluttig, Meike Weimann

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Regie
unknown
Produktionsfirma
Industrie-Film Berlin
Young Eyes 2025
Filmstill Fantastique
Fantastique Marjolijn Prins
Fanta aus Conakry in Guinea verbringt jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Neben all ihren Pflichten ist ihr größter Traum, mit der Amoukanama Company auf Tournee zu gehen.
Filmstill Fantastique

Fantastique

Fantastique
Marjolijn Prins
Young Eyes 2025
Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Niederlande
2025
71 Minuten
Susu,
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch

Fanta ist 14 Jahre alt und lebt in Conakry, der Hauptstadt von Guinea in Westafrika. Neben der Schule und ihren Pflichten im Haushalt verbringt sie jede freie Minute mit dem Training im Akrobatik-Zirkus. Eines Tages kündigt sich die Rückkehr des großen Stars des Landes an. Balla Moussa Bangoura, Begründer der Amoukanama Circus Company, war auf einer internationalen Tournee und plant nun, mit seiner Truppe eine neue Show einzustudieren. Das Training wird härter, denn nur die Besten dürfen am Ende dabei sein.
Fanta will natürlich alles dafür geben, als eines der wenigen Mädchen mit Balla Moussa Bangoura durchs Land reisen zu können. Tag für Tag ist sie nun zerrissen zwischen der Pflege ihrer kranken Mutter, Haushaltsarbeiten, Schulaufgaben und dem, was sie vermeintlich am meisten liebt. Einerseits unterstützt durch ihre Familie, andererseits bestrebt, alle Erwartungen zu erfüllen, beginnt Fanta jedoch zu zweifeln: Was will sie wirklich? Verbunden durch mitreißende Musikauftritte, spektakuläre Akrobatikeinlagen und traumartige Spielsequenzen gelingt Marjolijn Prins das atmosphärisch dichte Porträt eines außergewöhnlichen Mädchens.

Lina Dinkla

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Regie
Marjolijn Prins
Kamera
Johan Legraie
Schnitt
Ciska Slowack
Produktion
Ellen De Waele, Mirna Everhard
Co-Produktion
Florent Coulon, Felix Salgado, Ineke Kanters, Lisette Kelders, Anton Iffland Stettner, Eva Kuperman
Musik
Johanna Beaussart
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Ausgezeichnet mit: Young Eyes Film Award
Filmstill Far from the Light of Day

Far from the Light of Day

Rahok me’oro shel yom
Yotam Ben-David
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Frankreich
2025
27 Minuten
Hebräisch
Untertitel: 
Englisch

Wo die beiden Männer sind, ist zunächst nicht zu sehen. Wir hören nur einen von ihnen im Voiceover hebräisch sprechen. Der Israeli findet keinen Schlaf, während sein palästinensischer Freund neben ihm im Bett von quälenden Albträumen hin und her geworfen wird. Nachts kommt alles hoch. Dieses Zuhause, wo sich der Hund zwischen die beiden kuschelt, liegt in Paris, erklärt der Sprecher. Aber er streift das nur nebenbei. Sein Sprechen ist vielmehr der Versuch, die politische Lage in der Heimat verständlich zu machen, einen Krieg, eine so schreckliche, andauernde Katastrophe, dass sie sich im Grunde unmöglich beschreiben lässt. Jeder Versuch dieser Art muss wohl scheitern. Aber was sonst kann man tun?
Der Sprecher weiß sich eloquent ausdrücken, seine Worte wirbeln und drehen sich um sich selbst, erzählen von Gräueln, Protesten, Diskriminierung, aber auch von Familie, Intimität, freudvollen Erinnerungen. Wie die Worte falten sich auch die Bilder ineinander, schweifen durch die dunkle Wohnung, manchmal sogar nach draußen, zu Metrostationen, vagen Landschaften, eingeschneiten Straßen. Lichtkontraste schaffen Perspektiven, obwohl Dunkelheit herrscht. Trotz allem wird vom nächsten Morgen gesprochen, von Neuanfängen, seien sie auch noch so unfassbar weit weg. Zärtlich fällt der Blick auf das Bett im Tageslicht und den Mann, der darin aufwacht. Woran sonst kann man sich noch festhalten?

James Lattimer

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Regie
Yotam Ben-David
Buch
Yotam Ben-David
Kamera
Yotam Ben-David
Schnitt
Yotam Ben-David
Produktion
Yotam Ben-David
Doc Alliance Award 2025
Filmstill Fear Nothing
Fear Nothing Tuva Björk
Eine düstere und gleichzeitig unfreiwillig komische Reise in die Welt der Security Services in Südafrika. Hier gibt es weit mehr private Sicherheitsleute als Polizisten und Soldaten zusammen.
Filmstill Fear Nothing

Fear Nothing

Fear fokol
Tuva Björk
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Schweden
2025
15 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

„Fokol“ bedeutet auf Afrikaans so viel wie „nichts“, und es ist ein Versprechen der Sicherheitsfirmen in Südafrika, dass es mit ihrem Service nichts mehr zu befürchten gibt – fear fokol. In Südafrika gibt es weit mehr private Sicherheitsleute als Polizist*innen und Soldat*innen zusammen. Tuva Björk begibt sich hier auf eine düstere, gleichzeitig unfreiwillig unterhaltsame Reise in die Welt der nicht staatlichen Wachdienste, in der die Illusion von Schutz in diesem angespannten Klima von Ungleichheit, Angst und krisengeschüttelter Männlichkeit eine harte Währung ist. Björk beobachtet nicht frei von voyeuristischer Neugier und lässt die Security-Angestellten unbekümmert erzählen – die Absurdität ihrer Arbeit wird ganz von allein offengelegt. Die hohe Nachfrage nach privatem Schutz in Ländern mit großer sozialer Ungleichheit wie Südafrika treibt eine Industrie an, die immer neue unverzichtbare Produkte, Gadgets und Services erfindet. Aufgebaut auf dem Versagen der öffentlichen Behörden und angefeuert durch die erbarmungslose Vermarktung des Misstrauens gegenüber dem „Anderen“ löst sich die Illusion von Sicherheit langsam auf.

Lina Dinkla

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Regie
Tuva Björk
Kamera
Sally Jacobsson
Schnitt
Neil Wigardt, Tuva Björk
Produktion
Dennis Harvey
Ton
Rasmus Richter
Sound Design
David Gülich
Musik
Sanele Ngubane
Animation Night 2025
Filmstill Five-Minute Romp Through the IP
Five-Minute Romp Through the IP Dan Sandin
Sandin stellt seinen Image Processor (IP) vor, einen von ihm erfundenen modularen Videosynthesizer. Er spricht über das Design und demonstriert einige seiner halluzinogenen Farben und Effekte.
Filmstill Five-Minute Romp Through the IP

Five-Minute Romp Through the IP

Five-Minute Romp Through the IP
Dan Sandin
Animation Night 2025
Dokumentarfilm
USA
1973
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Der Videokünstler und studierte Physiker Dan Sandin nimmt die Zuschauer*innen auf eine kurze Tour durch den Sandin Image Processor (IP) mit, einen von ihm erfundenen modularen Synthesizer. Was als ernsthafte technische Geräteeinführung beginnt, driftet allmählich ab in ein visuelles Farb- und Effektexperiment, während Dan Sandin, eine Art katholischen Kardinalshut auf dem Kopf, sich weiter um Konzentration bemüht.

Ben Sassen

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Regie
Dan Sandin
Filmstill Floating

Floating

Floating
Jelena Milunović
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Serbien,
Kroatien,
Deutschland
2025
7 Minuten
Serbisch
Untertitel: 
Englisch

Als die Frau mit Lockenwicklern die Tür öffnet, ist es um den Papa geschehen: Wie ein Lufthauch, ein Sturm oder Tornado weht es ihn herein und wieder hinaus. Auch in seiner eigenen Wohnung lässt er sich nicht (be-)greifen: Er wächst und schrumpft, wird zerbrechlich, dann wieder bedrohlich, wirft dabei alles um. Und dann fliegt er regelrecht davon, schmeißt mit Eiern nach Passant*innen. Zwischendrin die Tochter, die erst nur hilflos dabeistehen kann und der es zunehmend schwerer fällt, ihn zu besuchen – die Stufen werden höher, der Boden zu Kaugummi. Schließlich schaut sie in den Himmel und sieht ihn dort schweben.
Was tun, wenn der Vater an einer psychischen Krankheit leidet? Wie geht man damit um, wenn so früh im Leben die (Sorge-)Verantwortung die Seiten wechselt? Das verhandelt Jelena Milunović mit mutigen, sehr zärtlichen und nicht immer auflösbaren Gleichnissen. Sie setzt starke Farbakzente: Die depressiven Episoden sind klaustrophobisch schwarz-weiß, die ekstatischen Hochs bunt und frei gezeichnet. Und der rote Luftballon, der als metaphorischer Hoffnungsträger schon anfangs kurz im Bild erscheint, könnte vielleicht einen Weg weisen, die beiden wieder zusammenzubringen.

Marie Ketzscher

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Regie
Jelena Milunović
Buch
Jelena Milunović
Produktion
Miloš Ivanović
Co-Produktion
Draško Ivezić, Jelena Milunović, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Sound Design
Luka Barajevic
Animation
Jelena Milunović, David Lovrić
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Flophouse America

Flophouse America

Flophouse America
Monica Strømdahl
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Norwegen,
Niederlande,
USA
2025
78 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Der zwölfjährige Mikal wohnt mit Vater Jason, Mutter Tonya und Katze Smokey auf engstem Raum in einem heruntergekommenen Hotelzimmer. In sogenannten „Flophouses“ finden all jene Platz, die sich der radikalen Ungleichheit des US-Wohnungsmarktes nicht entziehen können und ein Leben am Rande der Gesellschaft führen müssen. Die wenigen Quadratmeter sind gleichzeitig Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche, abgewaschen wird in der Badewanne. Nichts als ein dünner Vorhang trennt Mikals „Reich“ vom Bett der Eltern, und Ausflucht aus der häuslichen Enge bieten lediglich die einsamen Hotelgänge und der Getränkeautomat in der Lobby. Doch nicht nur die prekäre Wohnsituation, sondern auch der Alkoholmissbrauch seiner Mutter stellt das familiäre Zusammenleben auf die Probe.
Trotz all dieser schwierigen Umstände werden Momente der Liebe, der Zuneigung und des Träumens sichtbar. Schon fast harmonisch wirkt es, wenn Vater und Sohn nach einem heftigen Streit, gemeinsam an der Badewanne kniend, einen Berg an Geschirr spülen und dabei scherzhaft die Kommandosprache einer Großküche annehmen. Solche Ambivalenzen fängt Regisseurin Monica Strømdahl in ihrer über drei Jahre andauernden Observation in fragilen und intimen Bildern ein, deren Unmittelbarkeit zu jeder Zeit spürbar ist.

Philipp Hechtfisch

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Regie
Monica Strømdahl
Buch
Monica Strømdahl, Siv Lamark
Kamera
Monica Strømdahl
Schnitt
Siv Lamark
Produktion
Beathe Hofseth, Siri Natvik
Co-Produktion
Eline van Wees
Sound Design
Mark Glynne, Olmo van Straalen
Musik
Andreas Ihlebæk, Marius Troy
Filmvertrieb
Raluca Iacob
DOK Neuland 2025
Filmstill For Iron I Gave Gold
For Iron I Gave Gold Keke Opata
Angesichts der verheerenden Auswirkungen, die der europäische Elektro- und Textilmüll
auf Ghana hat, hinterfragt diese Arbeit, was dort geopfert wird, um hier digitale Erlebnisse zu ermöglichen.
Filmstill For Iron I Gave Gold

For Iron I Gave Gold

For Iron I Gave Gold
Keke Opata
DOK Neuland 2025
XR
Deutschland
2025
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Was wird im Namen des Fortschritts geopfert, und wer soll dieses Opfer bringen? Angesichts der Verwüstungen, die europäischer Elektroschrott in Ghana anrichtet, hinterfragt diese Arbeit, welches physische Material dort geopfert wird, um digitale Erlebnisse hier zu ermöglichen. Die Modedesignerin und 3D-Künstlerin Keke Opata verbindet hier Mode, Technologie und visuelles Storytelling.

Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Keke Opata
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill For Tashi
For Tashi Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Eine bewegende Reise durch die Gebirgslandschaft der Psyche einer Frau, die ihr ungeborenes Kind viel zu früh verloren hat. Durch die Täler der Verzweiflung hinauf zu den Höhen der Heilung. 
Filmstill For Tashi

For Tashi

For Tashi
Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2020
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Die fließende Bewegung einer Gebirgslandschaft, eingehüllt in orangefarbenen Nebel, wird gestört. Das regelmäßige Wabern stockt, die landschaftlichen Strukturen zerfallen. Aus dem atmosphärischen Ton wird schrilles Kreischen. „For Tashi“ beschreibt die physische und emotionale Bewegtheit einer Frau nach dem Verlust ihres ungeborenen Kindes, sucht nach Resonanz bei den Betrachtenden, hofft auf Trost.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Rebecca Ruige Xu, Jiayue Cecilia Wu
Filmstill Force Times Displacement

Force Times Displacement

Force Times Displacement
Angel Yun Wu
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Taiwan
2025
12 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Ist das ein Bauch oder eine Zelle, in der es sichtlich rumort? In Angel Wus Film ist das kapitalistische Hamsterrad jedenfalls ein lebender Organismus – nur dass nicht klar ist, ob wir in ihm leben oder er in uns. Als ein junger Fabrikarbeiter einen Holzfetisch anfertigt, ihn anbetet und ihn sich dann einverleibt, brennt in ihm auch ganz körperlich sichtbar der Ehrgeiz, die Arbeitswut. Aus den Menschen am Feuer ersteht mir nichts dir nichts eine Fabrikarbeiterkolonne mit zahlenbetrachtender Managementebene, das freilaufende Zebra kommt in einen Käfig, der schnell als Container verschifft wird. Wu inszeniert diese Entwicklung aber nicht als simple Abfolge erkennbarer Kapitalismusmarker, sondern behält die kryptische, haptische Qualität ihrer grandiosen Mixed-Media-Reflexion auch in der inhaltlichen Ausgestaltung bei.
Ist der Fetisch ein Amboss, der für die menschliche Formbarkeit steht? Sehnt sich der Arbeiter nach etwas anderem? Sind die fein gezeichneten Einblicke ins Innere des Apparats nun Höllenvisionen oder lapidares Anthropozän im Endstadium? Ausgehend von der physikalischen Formel „Arbeit ist gleich Kraft mal Weg“ kombiniert Wu nicht nur digitale 2D-Animation, Fotografie, Collage und Zeichnung – sowie taiwanesische Musik mit unappetitlichem Würgen. Sie verdichtet vielmehr das Nachdenken über das Arbeitsleben in (asiatischen) Gesellschaften und unser Gefangensein in ihm.

Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Angel Yun Wu
Buch
Angel Yun Wu
Kamera
Angel Yun Wu
Schnitt
Angel Yun Wu
Produktion
Angel Huang
Co-Produktion
Singing Chang
Ton
Fen Cheng
Sound Design
Jin-De Lin
Musik
Fen Cheng
Animation
Angel Yun Wu, Ji-Tian Li, Vanto Chien, Hao Ping Wang
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Filmstill Four Percent

Four Percent

Four Percent
Monika Masłoń
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Deutschland,
Polen,
Argentinien
2025
14 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch

Ist das nicht die unbegrenzte Freiheit, die radikalste Form der Selbstverwirklichung, als fliegendes Fabelwesen, als traurige Maus oder als Furry-Figur mit verlängerter, nackter Wirbelsäule als Schwanz in jeder erdenklichen Szenerie zu existieren? In ihrem Film bewegt sich Monika Masłoń als Avatar durch unterschiedlichste Räume und erforscht die Themen Berührung und Berührtwerden auf VR-Plattformen. Dort kann alles, wozu unsere Fantasie fähig ist, aus Pixeln erschaffen werden. Die Grenzen der eigenen Existenz lassen sich mit einem Klick ins Unendliche verschieben. Doch wie verhält es sich mit zwischenmenschlicher – oder avatarischer – Nähe? Lässt sich in dieser VR-Welt ein emotionales Signal wie das Händeschütteln trotz völliger Körperlosigkeit simulieren? Wenn ich sehe, wie mein Avatar berührt wird, kann mir dann mein Körpergedächtnis suggerieren, dass ich selbst dieses taktile Ereignis spüre, obwohl der andere physische Körper fehlt?
Mit feinem Humor erkundet Masłoń diese Fragen im Austausch mit anderen Avataren. Doch dann betreten wir einen VR-Raum, der sich intimer anfühlt: Sie nimmt uns mit auf ein persönliches Date. Wie unterscheidet sich die Unmöglichkeit der physischen Berührung in der eigenen Fernbeziehung von jener in der VR? Kann ein VR-Date mehr körperliche Präsenz schaffen und die Sehnsucht nach dem geliebten Menschen besser stillen als andere Kommunikationswege?

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Monika Masłoń
Kamera
Monika Masłoń, Pablo Quarta
Schnitt
Monika Masłoń
Produktion
Monika Masłoń
Co-Produktion
Pablo Quarta, Peter Zorn
Sound Design
Alejandro Weyler
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Kids DOK 2025
Filmstill From Play to Play
From Play to Play Mikoláš Arsenjev
An einem Ort ohne Erwachsene können Kinder alles machen, wie sie wollen. Krieg spielen, Roboter bauen, Musik erfinden … Eine verhalten anarchistische Filmstudie über kindliche Kreativität.
Filmstill From Play to Play

From Play to Play

Ode hry ke hře
Mikoláš Arsenjev
Kids DOK 2025
Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2025
8 Minuten
Tschechisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice), Englisch

An einem Ort ohne Erwachsene können Kinder alles machen, wie sie wollen. Sie spielen Krieg, bauen Roboter, erfinden neue Musik und neue Regeln. Sie organisieren sich selbst und lassen sich von niemandem reinreden. Vieles, was chaotisch wirkt, folgt doch einer ganz eigenen Logik und spiegelt damit die Welt der Erwachsenen. Eine verhalten anarchistische Filmstudie über kindliche Kreativität.

Tina Jany

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mikoláš Arsenjev
Buch
Mikoláš Arsenjev
Kamera
Kryštof Kučera
Schnitt
Klára Davydova
Produktion
Ondřej Šejnoha
Ton
Jáchym Vanc
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Function
Function Victoria Bylin
Eine rhythmische Untersuchung abstrahierter organischer und anorganischer Prozesse, verkörpert von schwingenden Formen in intensiven Farben. Welche Funktion mögen diese Objekte wohl haben?
Filmstill Function

Function

Function
Victoria Bylin
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2018
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

In der Mathematik beschreibt eine Funktion eine Beziehung zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge genau ein Element der anderen Menge zuordnet. Das Wort Funktion im Allgemeinen definiert den Zweck, für den etwas existiert. Dieser Film ist eine rhythmische Untersuchung abstrahierter organischer und anorganischer Prozesse, verkörpert von schwingenden Formen in intensiven Farben.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Victoria Bylin
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill The Faults
The Faults Gao Yang
Mit digitalen Pinselstrichen spürt dieser Film traditionellen chinesischen Tuschmalereien nach und erfindet eine ganz eigene Art der Landschaftsmalerei, fremd und doch vertraut.
Filmstill The Faults

The Faults

Duàn céng
Gao Yang
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
China
2021
2 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Die digitalen Formen, die in diesem Videokunstwerk gen Himmel wachsen, erinnern an chinesische Tuschelandschaften. Sie streben nach oben, wie der Sound, der sie an unsichtbaren Fäden in die Höhe zu ziehen scheint. All das ist in essigsaure Farben getaucht, die die Landschaft dem Menschenreich entheben. Eine Reise in eine fremde und doch vertraute Welt.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gao Yang
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill The Fire Heat Sonatas
The Fire Heat Sonatas Aurora Gasull Altisent
Aus einer Welt, in der farbige Blöcke die Bewegung dominieren, dringt die rhythmusgetriebene Animation in einen Raum vor, in dem die Schwerkraft zur bestimmenden Komponente wird.
Filmstill The Fire Heat Sonatas

The Fire Heat Sonatas

Sonades de la calor del foc
Aurora Gasull Altisent
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Spanien
2010
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Diese rhythmusgetriebene Animation ist inspiriert vom 4. Satz der 1984 entstandenen „Sonades de la calor del foc“, der „Feuershitze-Sonaten“ des katalanischen Komponisten Josep Maria Mestres Quadreny. Sie durchläuft vier poetisierte Räume: Der erste wird von farbigen Blöcken dominiert, der zweite von der Schwerkraft, der dritte von der Stille, und der vierte führt schließlich zurück ins pulsierende Leben.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Aurora Gasull Altisent