Filmarchiv

Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill ¡Huelga!
¡Huelga! Ralph McGrew
Eine entstehende Solidargemeinschaft im Streik: 1965 wehrten sich mexikanische Farmarbeiter*innen gegen den regellosen Kapitalismus im Agrarsektor und den Rassismus der weißen Landbesitzer*innen.
Filmstill ¡Huelga!

¡Huelga!

¡Huelga!
Ralph McGrew
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1967
54 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
1965 fand in Delano in Kalifornien der bis dato längste Farmarbeiter*innenstreik der US-amerikanischen Geschichte statt. Unter der Führung von Cesar Chavez erstritten sich bis dahin unorganisierte mexikanische Saisonkräfte bessere Arbeitsbedingungen und das Recht auf Gründung einer eigenen Gewerkschaft, der National Farm Workers Association (NFWA). „¡Huelga!“ ist das parteiische Porträt einer entstehenden Solidargemeinschaft, die sich nicht nur gegen den regellosen Kapitalismus im Agrarsektor stemmte, sondern auch dem Rassismus der weißen Landbesitzer*innen den Kampf ansagte. Neben der Schilderung von Mechanismen des Streiks legt die bewegliche Kamera auch Wert auf die Dokumentation unwürdiger Lebensverhältnisse von Menschen, die eine der mächtigsten Industrien des Landes am Laufen hielten.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Ralph McGrew
Buch
Mark Harris
Kamera
Richard Pearce, John Haney
Schnitt
Ralph McGrew, Dick Gilbert
Produktion
Mark Harris
Musik
Augustin Lira, El Teatro Campesino
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill .:-=+*#%@
.:-=+*#%@ Luke Shannon
Ein generativer Algorithmus treibt einen zarten Lichtstrahl voran, bis er an imaginären Bildgrenzen abprallt. Eine Studie über Reflexion, Brechung und Materialität.
Filmstill .:-=+*#%@

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Luke Shannon
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2023
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Ein zarter weißer Strahl nähert sich dem Rahmen des dunklen Bildes, prallt ab und ändert die Richtung. Der Strahl beginnt, eine geometrische Form aufzuspannen. Verschiedene Algorithmen werden zu Co-Autorinnen dieses generativen Werkes, das über die physikalischen Gesetze der Reflektion nachdenkt. Der Code-generierte Soundtrack reagiert in Echtzeit auf die sich schrittweise umformenden Zeichenreihen.
Franka Sachse

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Regie
Luke Shannon
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill &More
&More Tsz Wing Ho
Das Gebäude des M+ Museums in Hongkong wird, seinem Kontext enthoben, zum ästhetischen Objekt. Seine Formen und Texturen erzählen von den elementaren Strukturen unserer materiellen Welt.
Filmstill &More

&More

&More
Tsz Wing Ho
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Hongkong
2022
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Dieser Film ist inspiriert von der Architektur des Museums M+ in Hongkong. Er hinterfragt die konventionelle Definition des Museums als solches, indem er es aus seinem Kontext hebt und als pures Objekt betrachtet. Ein komplexes Zusammenspiel von geometrischen Formen, angelehnt an das Innenleben des Hongkonger Museumsgebäudes, verweist auf die elementaren Strukturen, die unsere materielle Welt bestimmen.
Franka Sachse

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Regie
Tsz Wing Ho
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill 20160815
20160815 Tina Frank
Der Frage nach den Grenzen zwischen analogem und digitalem Bild widmet sich dieser Film auf eindringliche, teils herausfordernde Weise. Es spiegeln sich ästhetische Elemente der Technokultur.
Filmstill 20160815

20160815

20160815
Tina Frank
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Österreich
2016
3 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Grob-pixelige Linien platzen ins Sichtfeld. Sie scheinen miteinander zu kommunizieren, allerdings in einer seltsamen Sprache. Wenig später explodieren sie in einem grellen Farbsturm. Im Hintergrund schleichen sich altmodische Testbildstreifen herein. Erinnerungen an eine nicht allzu vergangene Ära kommen auf, als es überall noch analog zuging und das Pixel von seiner großen Zukunft nur träumen konnte.
Franka Sachse

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Regie
Tina Frank
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill 25/25
25/25 Maciek Bączyk, Aga Jarząb
Abstrakt und doch eindeutig der Wirklichkeit entlehnt, fügen sich die Einzelelemente zu einem detailreichen Gesamtbild zusammen, mit feinem Vergnügen und zartem Humor.
Filmstill 25/25

25/25

25/25
Maciek Bączyk, Aga Jarząb
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Polen
2018
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Der Titel dieses Films verweist einerseits auf die Tradition, Einzelblätter grafischer Folgen fortlaufend zu nummerieren. Andererseits verweist er auf die Abspielgeschwindigkeit eines Filmes, die bei 25 Bildern pro Sekunde liegt. Jede Zeichnung ähnelt der vorherigen, fast wie eine Kopie. Tatsächlich unterscheiden sie sich nur in Details – die allerdings in der Bewegung an Bedeutung gewinnen.
Franka Sachse

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Regie
Maciek Bączyk, Aga Jarząb
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill 4:3
4:3 Ross Hogg
Zwölf lebendige Bildkacheln entwickeln zusammen einen rhythmischen Dialog, der mit Hilfe von 16mm-Film, Farbe und einem Projektor die intrinsische Beziehung zwischen Ton und Bild untersucht.
Filmstill 4:3

4:3

4:3
Ross Hogg
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
UK
2019
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Zwölf Bildkacheln verschmelzen in einem rhythmischen Tanz, der die intrinsische Beziehung zwischen Ton und Bild erforscht. Die Elemente in den Kacheln, erzeugt durch das direkte Bearbeiten eines 16mm-Filmstreifens mit Farben und Kratzwerkzeugen, reagieren auf den handgezeichneten Soundtrack und führen einen überraschenden, surrealen Dialog. Ihre Sprache kann man nicht verstehen, nur erfühlen.
Franka Sachse

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Regie
Ross Hogg
Filmstill A Jewish Problem

A Jewish Problem

A Jewish Problem
Ron Rothschild
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
80 Minuten
Englisch,
Deutsch,
Hebräisch
Untertitel: 
Englisch
Im ersten Bild steht ein Gitter zwischen der Kamera und der Welt. Es vermittelt das Sichtfeld eines israelischen Soldaten, der zwischen 2007 und 2010 in den von Israel besetzten Gebieten als Kameramann eingesetzt wurde. Der selbstkritische Kommentar des Filmemachers fragt heute, was er damals sehen konnte und was nicht. Mit dem Verlassen des Landes und der Ankunft in Deutschland setzte ein Lernprozess ein, den er hier in einer vielschichtigen und sehr persönlichen Recherche nachzeichnet: „Ich habe gelernt, dass ich mir selbst nicht trauen kann, das Richtige zu tun.“
In komplexen Kameraschwenks kommen aktuelle deutsche Straßenszenen ins Bild, die Zeichen des prekären Miteinanders bündeln, während sich Familien und Freundeskreise über den sogenannten Nahostkonflikt auseinanderbewegen. Ron Rothschild lebt nun in einem Land, das seine Großmutter mit sieben Jahren auf der Flucht vor den Nazis fluchtartig verlassen musste. Im hohen Alter konnte sie noch Schillers Gedicht „Das Lied von der Glocke“ auswendig rezitieren. In Haifa angekommen, war sie als Soldatin Teil des Aufbaus des Staates Israel und der Vertreibung von Palästinenser*innen. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit erzeugt in der Familiengeschichte Ambivalenzen und offene Fragen, denen sich der Enkelsohn stellt, ohne die immer wieder neuen Distanzen, die sich zwischen Kamerablick und Welt ergeben, aufzulösen.
Jan Künemund

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Regie
Ron Rothschild
Buch
Gil Rothschild
Kamera
Ron Rothschild, Julien Mayer, Masha Biller, Fion Mutert, Sina Aghazadeh
Schnitt
Astrid Hohle Hansen
Produktion
Yusuf Celik
Sound Design
Vadim Mühlberg
Musik
Georg Mausolf
Key Collaborator
Andreas Louis, Eyal Davidovitch
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill A Joy
A Joy Jodie Mack
Im Stil der Cameraless Animation von Len Lye und Stan Brakhage grooven die dynamische Bilder dieses energiegeladenen Musikvideos zum Sound von Four Tet - irgendwo zwischen Jazz, Punk und Techno. 
Filmstill A Joy

A Joy

A Joy
Jodie Mack
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
USA
2005
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Im Stil der kameralosen Animation eines Len Lye oder Stan Brakhage grooven die dynamischen Bilder dieses energiegeladenen Musikvideos zum Sound von Four Tet. Man meint, Elemente aus Jazz, Punk und Techno zu hören, und doch lassen sich die eigensinnigen Klänge genauso wenig greifen wie das visuelle Geschehen. Alles prescht mit einer irren Geschwindigkeit davon. Ein belebender Sprint für Auge und Ohr.
Franka Sachse

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Regie
Jodie Mack
Filmstill A Scary Movie

A Scary Movie

Una película de miedo
Sergio Oksman
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Spanien,
Portugal
2025
72 Minuten
Spanisch,
Portugiesisch (Portugal)
Untertitel: 
Englisch
Nuno ist jetzt zwölf und fängt an, sich für Horrorgeschichten zu interessieren. Als sein Vater Sergio, der Regisseur, vorschlägt, Madrid über den Sommer zu verlassen und in einem vor kurzem geschlossenen Hotel in Lissabon zu wohnen, ist er Feuer und Flamme. Seiner Gäste beraubt und dem Verfall preisgegeben, scheint das Hotel die perfekte Geisterkulisse für seine aufkeimende Fantasie zu sein, eine neue Version des Overlook-Hotels aus „The Shining“.
Während Nuno durch die dunklen Flure streunt, sich hinter flatternden Vorhängen versteckt und auf seinem Smartphone gruselige Clips schaut, denkt Sergio im Voiceover über die Bedeutung von Angst und seine eigenen Erfahrungen damit nach: der begonnene, aber nie fertiggestellte Dokumentarfilm über einen portugiesischen Serienkiller, die in Filmarchiven spukenden Geister der Kinovergangenheit, die beängstigenden historischen Versuche, Kriminelle anhand der Form ihrer Schädel zu kategorisieren, diese eine erschreckende Begegnung mit seinem entfremdeten Vater in den Straßen von São Paulo, als er selbst noch ein Kind war. „A Scary Movie“ schwankt auf bestechend skurrile Weise zwischen Meta-Horrorfilm, ins Ausschweifen gebrachtem Essay und berührendem Vater-Sohn-Drama. Diese köstlich unklassifizierbare Mischung aus Fiktion und Dokumentation macht klar, dass das Grauen immer Teil des Alltags ist. Gibt es etwas Furchterregenderes als Familie?
James Lattimer

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Regie
Sergio Oksman
Buch
Sergio Oksman
Kamera
Jorge Rojas
Schnitt
Ana Pfaff
Produktion
Sergio Oksman
Co-Produktion
Fernando Franco
Ton
Nuno Carvalho
Filmvertrieb
Patra Spanou
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill A Silent Sound
A Silent Sound Maï Calon
Vibrierende Papierpyramiden werden durch vertraute Bewegungen zu zarten Lebewesen, die schüchtern ihre Umgebung erkunden. Werden sie den Mut finden, den Bildschirm zu verlassen?
Filmstill A Silent Sound

A Silent Sound

A Silent Sound
Maï Calon
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Belgien
2021
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Dieser federleichte Film kreiert die Illusion von Bewegung durch Hunderte von minimal unterschiedlichen Papierpyramiden. Bild für Bild wird einer durch den anderen geometrischen Körper ersetzt, bis der Eindruck einer Verformung entsteht. Die zarte Vibration, die der Austausch der Pyramiden erzeugt, nicht zuletzt die Positionsveränderungen im Raum verleihen ihnen Lebendigkeit.
Franka Sachse

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Regie
Maï Calon
Filmstill A Simple Soldier

A Simple Soldier

A Simple Soldier
Artem Ryzhykov, Juan Camilo Cruz
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
UK,
Ukraine,
USA
2025
95 Minuten
Englisch,
Russisch,
Ukrainisch
Untertitel: 
Englisch
Als am 24. Februar 2022 die russische Invasion beginnt, tritt Artem Ryzhykov freiwillig der ukrainischen Armee bei. Ausgerüstet mit Maschinengewehr und Kamera, dokumentiert der Filmemacher seinen Alltag als Soldat. Doch schon bald zeigt sich, wie Vorstellung und Realität auseinanderdriften. Während ihn zu Beginn explodierende Bomben so sehr erschrecken, dass er in der verbarrikadierten Küche zu Boden stürzt, während verbrannte Leichen einer besiegten russischen Militäreinheit an der Front in Irpin für sensationsgierige Bilder sorgen, verlieren sich Euphorie und Sensibilität allmählich auf dem Schlachtfeld. Ryzhykov fällt langsam aus seiner beobachtenden Rolle, die Kamera verkommt zum „Spielzeug“ und wird von der Waffe abgelöst.
Das Kriegsgeschehen hinterlässt traumatische Spuren. Zunehmend entfremdet sich Ryzhykov von sich selbst und von seinem privaten Umfeld. Der überwältigende emotionale Ballast lässt sich nicht mehr so leicht katalysieren, Reflexionsräume werden immer kleiner und die Telefonate mit seiner Frau Irusya kälter und wortkarger. Co-Regisseur Juan Camilo Cruz formte aus über tausend Stunden Videomaterial einen Erzählstrang von unmittelbarer Eindrücklichkeit: ein intimer Einblick in das Leben eines Menschen, der versucht, in all dem Chaos klarzukommen.
Philipp Hechtfisch

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Artem Ryzhykov, Juan Camilo Cruz
Buch
Juan Camilo Cruz, Jesper Osmund
Kamera
Artem Ryzhykov, Ruslan Girin, Ruslan Girin
Schnitt
Jesper Osmund, Inés Boffi Sae-Ammac
Produktion
Howard Owens, Ben Silverman, James Packer, John Battsek, Marcel Mettelsiefen
Sound Design
Andrés Velásquez
Musik
Úlfur Hansson
Filmvertrieb
Daniel Thunell
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring, MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: Filmpreis Leipziger Ring
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill A Song for Dead Warriors
A Song for Dead Warriors Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Als militante Sioux die Gedenkstätte Wounded Knee besetzen, kommt es 1973 zum heftigen Zusammenstoß mit der US-Administration. Der Film folgt der öffentlichen Anhörung des Bureau of Indian Affairs. 
Filmstill A Song for Dead Warriors

A Song for Dead Warriors

A Song for Dead Warriors
Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1974
25 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
„Sollen wir uns unterwerfen oder sollen wir ihnen sagen: Tötet mich, bevor ihr mir mein Vaterland nehmt.“ Mit diesen Worten des Sioux-Häuptlings Sitting Bull von 1877 setzt „A Song for Dead Warriors“ ein – geradezu programmatisch, denn der Film kreist um ein aktuelles Ereignis, welches verdeutlicht, dass der Konflikt zwischen US-Administration und Native Americans auch nach hundert Jahren nicht beigelegt ist. Im Gegenteil: 1973 kam es zum Zusammenstoß zwischen der Polizei und einer militanten Gruppe Sioux, die gemeinsam mit dem American Indian Movement (AIM) die Gedenkstätte Wounded Knee besetzten. Eine Anhörung des Bureau of Indian Affairs soll den Fall erörtern, aber die Fronten sind verhärtet. Wortführer der Unbeugsamen und Protagonist des Films ist der AIM-Aktivist Russell Means.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Produktion
Tricontinental Film Center
Doc Alliance Award 2025
Filmstill A Want in Her
A Want in Her Myrid Carten
Die Auseinandersetzung mit der eigenen alkoholkranken Mutter als Exorzismus, Liebeserklärung und Ohnmachtsbekundung. Ein ebenso verstörendes wie komisches Familiendrama von enormer Sogkraft.
Filmstill A Want in Her

A Want in Her

A Want in Her
Myrid Carten
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Irland,
UK
2024
81 Minuten
Englisch,
Irisch
Untertitel: 
Englisch
Einmal verschwindet Myrid Cartens alkoholkranke Mutter Nuala für zwei Wochen. Die Tochter erkennt sie, zusammengekrümmt inmitten der Fußgängerzone von Belfast, an den Schuhen: die einzige Straßentrinkerin mit High Heels. Sie weiß nicht, was sie tun soll, lässt ein paar Minuten lang die Kamera laufen und geht wieder. Wie verhält man sich gegenüber einer Mutter, die selbst bemuttert werden muss? Carten nähert sich der Frage, indem sie einen Film darüber macht – als Intervention, Exorzismus, Liebeserklärung, Ohnmachtsbekundung.
Nuala bildet das Zentrum einer komplexen, fragilen Familiendynamik, die sich um das heruntergekommene Elternhaus rankt. Immer wieder kriecht die Kamera hier obsessiv kopfüber die Wände entlang. Auch sonst spukt es mannigfach durchs Material: versprengte Spuren vergangener Kunstprojekte, nervenaufreibende Telefonaufzeichnungen und verblichene Fernsehbilder stehen neben Kindheitserinnerungen auf MiniDV-Kassetten, die fast nahtlos in die Gegenwart hineindiffundieren. Einmal scheint sich gar die Stimme der Mutter ihrer Tochter ganz zu bemächtigen. Cartens gestalterischer Überschwang ist von enormer Sogkraft, zusammengehalten durch einen fluiden Schnitt, der den hochaufrichtigen emotionalen Kern des Films freilegt.
Felix Mende

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Regie
Myrid Carten
Kamera
Donna Wade, Sean Mullan
Schnitt
Karen Harley
Produktion
Roisín Geraghty, Tadhg O’Sullivan, Kat Mansoor
Ton
Morgan Muse
Musik
Clarice Jensen
Filmvertrieb
Jasmina Vignjevic
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Abstract Iterations III
Abstract Iterations III Sabrina Schmid, Paul Fletcher
Im Chaos der Momentaufnahmen findet man sich simultan in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wieder. Ein Film, der von Zeit und Raum erzählt und das Jetzt in Frage stellt.
Filmstill Abstract Iterations III

Abstract Iterations III

Abstract Iterations III
Sabrina Schmid, Paul Fletcher
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
UK
2015
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
In gestaffelter Wiederholung erscheinen Einzelbilder einer kameralosen Animation auf der Leinwand. Die auf 35mm-Material gemalten, gedruckten, gekratzten Formen entwickeln sich, zeitlich minimal versetzt, von einem Bildrand zum anderen. Eine Spur bleibt zurück. Sie erzählt von der Zeit selbst und fragt: Wann genau ist „jetzt“? Im Chaos der Momente überschlagen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Franka Sachse

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Regie
Sabrina Schmid, Paul Fletcher
Animation Night 2025
Filmstill Abstronic
Abstronic Mary Ellen Bute
Ein Universum aus farbenfrohen und lebendigen rhythmischen Formen – erschaffen durch die Kombination aus traditioneller Animation und elektronischer Bilder, erzeugt durch ein Oszilloskop.
Filmstill Abstronic

Abstronic

Abstronic
Mary Ellen Bute
Animation Night 2025
Animationsfilm
USA
1952
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Handkoloriert und dem Kopf einer der innovativsten abstrakten Filmemacherinnen des 20. Jahrhunderts entsprungen, kombiniert „Abstronic“ Abstraktion und Elektronik zu einem spielerischen Bilderstrom, der an ein bewegtes abstraktes Gemälde erinnert. Mary Ellen Bute, die auch Malerin war, arbeitet hier mit einem eigens entwickelten Oszilloskop und traditioneller Animation.
Ben Sassen

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Regie
Mary Ellen Bute
Produktion
Ted Nemeth
Musik
Aaron Copland, Don Gillis
Filmstill Active Vocabulary

Active Vocabulary

Active Vocabulary
Yulia Lokshina
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
82 Minuten
Deutsch,
Englisch,
Russisch,
Kirgisisch
Untertitel: 
Englisch
Yulia Lokshina widmet sich in ihrem dokumentarischen Experiment der Frage, wie die Institution Schule vom russischen Staat benutzt wird, um sein aggressives Expansionshandeln zu rechtfertigen, sei es durch militärische Gewalt nach außen oder durch ideologische Gewalt und Verfolgung Andersdenkender nach innen. Im Zentrum steht die Geschichte einer jungen russischen Lehrerin, die sich kurz nach der Invasion in die Ukraine im Unterricht gegen den Krieg ausspricht. Eine Schülerin zeichnet die Aussage heimlich auf und denunziert sie. Wenig später befindet sich die Frau im Fokus behördlicher Ermittlungen. Sie flieht nach Deutschland und beginnt erneut, als Lehrerin zu arbeiten. Gemeinsam mit ihrer Berliner Klasse stellt sie ihren eigenen Fall nach, um zu verstehen, warum es zu diesem Verrat kam und welche Konsequenzen Zensur und Verfolgung für die Einzelnen, aber auch für Gemeinschaften haben.
In welchem Zusammenhang stehen Schule und Politik, in welchem sollten sie stehen? Wie fühlt sich politische Überwältigung an und welche Formen des Widerstands kann es geben? Damit setzen sich die Kinder in Berlin-Moabit auseinander. Neben den Beobachtungen in der Schulklasse nutzt der Film Archivmaterial, Found Footage, dokumentarische Szenen und 3D-Animationen, um die durch Angst und Überwachung geprägte Situation in Russland auch hier spürbar und nachvollziehbar werden zu lassen.
Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Yulia Lokshina
Buch
Yulia Lokshina
Kamera
Nina Wesemann
Schnitt
Yulia Lokshina, Maya Klar
Produktion
Yulia Lokshina
Ton
Jakob Gross
Sound Design
Alejandro Weyler
Animation
Felix Klee
Key Collaborator
Isabelle Bertolone
Nominiert für: DEFA Förderpreis, MDR-Filmpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Langfilm (Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm)