Filmarchiv

Doc Alliance Award 2025
Filmstill A Want in Her
A Want in Her Myrid Carten
Die Auseinandersetzung mit der eigenen alkoholkranken Mutter als Exorzismus, Liebeserklärung und Ohnmachtsbekundung. Ein ebenso verstörendes wie komisches Familiendrama von enormer Sogkraft.
Filmstill A Want in Her

A Want in Her

A Want in Her
Myrid Carten
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Irland,
UK
2024
81 Minuten
Englisch,
Irisch
Untertitel: 
Englisch

Einmal verschwindet Myrid Cartens alkoholkranke Mutter Nuala für zwei Wochen. Die Tochter erkennt sie, zusammengekrümmt inmitten der Fußgängerzone von Belfast, an den Schuhen: die einzige Straßentrinkerin mit High Heels. Sie weiß nicht, was sie tun soll, lässt ein paar Minuten lang die Kamera laufen und geht wieder. Wie verhält man sich gegenüber einer Mutter, die selbst bemuttert werden muss? Carten nähert sich der Frage, indem sie einen Film darüber macht – als Intervention, Exorzismus, Liebeserklärung, Ohnmachtsbekundung.
Nuala bildet das Zentrum einer komplexen, fragilen Familiendynamik, die sich um das heruntergekommene Elternhaus rankt. Immer wieder kriecht die Kamera hier obsessiv kopfüber die Wände entlang. Auch sonst spukt es mannigfach durchs Material: versprengte Spuren vergangener Kunstprojekte, nervenaufreibende Telefonaufzeichnungen und verblichene Fernsehbilder stehen neben Kindheitserinnerungen auf MiniDV-Kassetten, die fast nahtlos in die Gegenwart hineindiffundieren. Einmal scheint sich gar die Stimme der Mutter ihrer Tochter ganz zu bemächtigen. Cartens gestalterischer Überschwang ist von enormer Sogkraft, zusammengehalten durch einen fluiden Schnitt, der den hochaufrichtigen emotionalen Kern des Films freilegt.

Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Myrid Carten
Kamera
Donna Wade, Sean Mullan
Schnitt
Karen Harley
Produktion
Roisín Geraghty, Tadhg O’Sullivan, Kat Mansoor
Ton
Morgan Muse
Musik
Clarice Jensen
Filmvertrieb
Jasmina Vignjevic
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Filmstill The Wash
The Wash Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Dieser lockere, atmosphärische und auf ruhige Art tiefgründige Kurzfilm zeichnet ein vielschichtiges Porträt des sogenannten Wash, einem Streifen Brachland am kalifornischen Santa Clara-Fluss.
Filmstill The Wash

The Wash

The Wash
Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Dokumentarfilm
USA
2005
19 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

In diesem frühen Kurzfilm zeichnen Lee Anne Schmitt und Lee Lynch das beiläufige und doch tiefgründige Porträt eines im Wortsinn nahe gelegenen Ortes: der sogenannte Wash, ein Streifen Brachland am Santa Clara River, der an die kalifornische Gemeinde Newhall grenzt, wo die beiden damals lebten. Wie das Duo abwechselnd im Voiceover erklärt, ist dieser Zwischen-Raum von einer vermischten Gruppe Einheimischer bevölkert, die allerdings schnell aus dem Gleichgewicht geraten, als man das benachbarte Hügelland in eine teure Wohnanlage verwandelt. Je mehr Natur und Urbanität sich vermengen, desto nachdenklicher wird die Stimmung. Nostalgie kann man für die unscheinbarste Umgebung empfinden.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Kamera
Lee Anne Schmitt, Lee Lynch
Schnitt
Lee Anne Schmitt
Produktion
Lee Anne Schmitt
Musik
Aaron Hemphill
Filmstill The Woman Who Poked the Leopard

The Woman Who Poked the Leopard

The Woman Who Poked the Leopard
Patience Nitumwesiga
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Uganda,
Südafrika,
Deutschland,
USA
2025
107 Minuten
Englisch,
Luganda
Untertitel: 
Englisch

Wenn Stella Nyanzi einen Raum betritt, ist Action angesagt. Die ugandische Feministin, Genderforscherin, Anthropologin und Poetin nimmt bei ihrem Kampf gegen die staatliche Unterdrückung kein Blatt vor dem Mund. Mit einem vulgären Gedicht verhöhnt sie den seit fast 40 Jahren amtierenden Staatschef Yoweri Museveni und kommt dafür 2017 ins Gefängnis. Nach ihrer Freilassung kandidiert Nyanzi für das Parlament, ohne das nötige Geld für eine Wahlkampagne zu haben. Mit ihren Kindern druckt und verteilt sie Plakate und Flugblätter in den Slums von Kampala. Die Tochter schminkt und frisiert ihre Mutter für öffentliche Auftritte. Manchmal wünschen sich die fast erwachsenen Kinder mehr Zeit für sich selbst. Wiederholt sieht sich die Familie mit Polizeigewalt konfrontiert und emigriert schließlich nach Deutschland.
Mit einer beweglichen Handkamera übernimmt der Film die Power seiner Protagonistin, sein Rhythmus entspricht ihren wütenden Texten. Es entsteht das Porträt einer Frau, die Radikalität und Provokation zu ihrer Lebensform erklärt. Man kommt einer Aktivistin näher, die sich und ihre nächste Umgebung permanent überfordert. Dennoch kann man sich der Energie von Stella Nyanzi kaum entziehen.

Anke Leweke

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Regie
Patience Nitumwesiga
Kamera
Racheal Mambo, Phil Wilmot
Schnitt
Kristen van Schie
Produktion
Rosie Motene, Phil Wilmot, Patience Nitumwesiga
Co-Produktion
Natalia Imaz, Menzi Mhlongo
Ton
Penelope Najuna, Carla Walsh
Sound Design
Sean Peevers
Musik
Sylvia Babirye
Key Collaborator
Shua Wilmot
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Ausgezeichnet mit: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Filmstill Smoke over Schwarze Pumpe
Weißer Rauch über Schwarze Pumpe Martin Gressmann
1991 wird das Energiezentrum Schwarze Pumpe in der Lausitz abgewickelt. Zehntausende sind arbeitslos, hoffen auf bessere Zeiten. Heute kommen Dreck und Gefühle von damals immer wieder hoch.
Filmstill Smoke over Schwarze Pumpe

Weißer Rauch über Schwarze Pumpe

Weißer Rauch über Schwarze Pumpe
Martin Gressmann
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
89 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Die alten Aufnahmen riechen nach Phenol und Braunkohlestaub. Zwei Dokumentaristen waren im Frühjahr 1991 im ehemaligen Energiedreieck der DDR um die Orte Spremberg, Hoyerswerda und Schwarze Pumpe unterwegs. Sie forderten inmitten der Verzweiflung und Resignation Analysen. Die vor der Entlassung Stehenden antworteten: „Wenn keine Arbeit da ist, ist keine da.“ Oder einfacher: „Bums, raus, ab, Schluss.“ Dreißig Jahre später sind Martin Gressmann und die Dokumentaristen von 1991 noch nicht fertig mit den Brüchen und offenen Wunden der Industrie-Abwicklungen direkt nach der Wende.
Der Abgleich der Historie – voller trüber Luft und Menschen, die sich vor der Kamera verstecken – mit der scheinbar beruhigten Gegenwart ist nicht Make-over-tauglich; die Braunkohlefolgelandschaften sind noch nicht hübsch, die Spree ist nur halbwegs geklärt, das Kraftwerk gehört immer noch zu den europäischen Hauptverursachern von CO2-Emissionen. Oft muss man zweimal hinschauen, um zu verstehen, dass man in den Bildern einen wesentlichen Zeitsprung gemacht hat. Der Dreck und die Energie von damals kommen immer wieder hoch, die Lausitz „dient und arbeitet“ weiterhin im „Unterbewusstsein der entfernten Hauptstadt“. Eigenwillige Texte und gewagte dokumentarische Manöver ergeben ein ambivalentes Gemisch von Oberflächen und Tiefenschichten, Verschleiß und Reparatur einer Industrielandschaft.

Jan Künemund

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Regie
Martin Gressmann
Kamera
Peter Badel, Dieter Chill, Martin Gressmann, Anja Simon
Schnitt
Stefan Oliveira-Pita
Produktion
Peter Badel, Martin Gressmann
Ton
Christine Wiegand
Sound Design
Rainer Gerlach
Musik
Matthias Rauhe
Nominiert für: Gedanken-Aufschluss-Preis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Filmstill Welded Together

Welded Together

Welded Together
Anastasiya Miroshnichenko
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Frankreich,
Niederlande,
Belgien
2025
96 Minuten
Russisch
Untertitel: 
Englisch

Die Kerzen auf dem Kuchen für ihren 22. Geburtstag zündet Katja allein an, noch ist niemand zum Feiern da. Seit Kurzem lebt sie bei ihrer Mutter. Mama trinkt und hat gerade ein neues Baby bekommen: Amina. Als Kind verlassen, wuchs Katja ohne ihre Mutter auf, da diese das Sorgerecht aufgrund ihrer Alkoholsucht verloren hatte. Immer wieder übernimmt Katja nun die Betreuung der kleinen Schwester, während die Mutter unauffindbar ist. Die Rückkehr erfolgt unter Schuldbekenntnissen und mit dem Gelöbnis auf Besserung. Halt gibt Katja ihre Freundin Tanja, mit der sie eine ähnliche Biografie verbindet. Anerkennung erfährt sie in ihrem Beruf als Schweißerin, für den sie eine besondere Begabung hat.
Anastasiya Miroshnichenko porträtiert in „Welded Together“ eine junge Frau, die lange an der Vorstellung einer zusammenfügbaren Familie festhält, obwohl vieles dagegenspricht. Dabei fängt Miroshnichenko ihre Protagonistin vor allem über ihre Mimik ein – Katjas Ausdruck changiert meist zwischen Leere und Trauer; er ist wie ein Spiegel, der die Komplexität und Tragik der Situation sichtbar macht. Indes übernimmt das Sozialamt die Verantwortung für Katjas und Aminas Schutz. Die Behörde wird zur ambivalenten Anlaufstelle inmitten dieses so dunklen wie schicksalsträchtigen Winters.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anastasiya Miroshnichenko
Kamera
Pavel Romanenya
Schnitt
Kasia Boniecka, Stanislav Kalilaska
Produktion
Valérie Montmartin, Raphael Pelissou
Co-Produktion
Iris Lammertsma, Babet Touw, Eva Kuperman
Sound Design
Lex Krutz
Musik
Rui Reis Maia
Filmvertrieb
Anna Berthollet
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: MDR-Filmpreis
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Filmstill What Does the Mud Whisper?
What Does the Mud Whisper? Dea Tcholokava
Ein Badehaus im georgischen Akhtala hat sich auf Schlammkuren spezialisiert, deren Material der nahegelegene Schlammvulkan produziert. Ein geheimnisvoller Ort, auch für die 5-jährige Tako.
Filmstill What Does the Mud Whisper?

What Does the Mud Whisper?

Ras churchulebs talakhi
Dea Tcholokava
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
Georgien
2025
18 Minuten
Georgisch
Untertitel: 
Englisch

Im georgischen Akhtala produziert ein Schlammvulkan kontinuierlich Material für den lokalen Kurbetrieb: Erhitzt und in große Leinentücher gestrichen, soll das gräulich schimmernde Gemisch Kranke heilen. Durch das Badehaus streifen jedoch nicht nur Gäste, sondern auch die fünfjährige Tako in ihrem Sommerkleid, die sich vor dem sogenannten Schlammmann fürchtet. Legenden umranken den Ort samt seinem Vulkan – wie viel Wahrheit verbirgt sich in ihnen? Auch darüber unterhält sich Tako mit ihrer Großmutter, deren Aufgabe es ist, benutzte Leinentücher auszuwaschen und zum Trocknen in die Sonne zu hängen. Gemeinsam beleben sie das schmucklose postsowjetische Gebäude, in welchem es permanent sprudelt und kleckst, während man in der Schlammgrube ein Blubbern zu vernehmen meint. Flüstert der Matsch gar wirklich?

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Dea Tcholokava
Buch
Maka Aroshidze
Kamera
Bartek Błędowski
Schnitt
Eka Tsotsoria, Dea Tcholokava
Produktion
Irina Gelashvili
Ton
Paata Godziashvili, Nika Paniashvili
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill Where Did You Get That Woman?
Where Did You Get That Woman? Loretta Smith
Eine 70-jährige Putzkraft in einem mondänen Nachtlokal der Chicagoer Upperclass erzählt vor funkelnder Kulisse von prekärer Arbeit, Race Relations und unerschütterlicher Lebensfreude.
Filmstill Where Did You Get That Woman?

Where Did You Get That Woman?

Where Did You Get That Woman?
Loretta Smith
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1982
28 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Trotz vieler Entbehrungen und Schicksalsschläge versprüht Joan Williams eine ansteckende Lebensfreude. Die Siebzigjährige arbeitet als Putzkraft auf der Toilette eines mondänen Chicagoer Nachtlokals. Als dieses Ende der 1970er Jahre schließt, endet auch ihre Berufsbiografie – unfreiwillig, denn Joan mochte ihren Job, der sie schließlich mit dem Showbiz und Glamour der Stadt in Berührung brachte. Vor der funkelnden Kulisse der Chicagoer Downtown erzählt „Where Did You Get That Woman?“ anhand eines Einzelschicksals von Klassengegensätzen, Race Relations sowie den Schwierigkeiten von Paarbeziehungen und Älterwerden. Nicht zuletzt entdeckt der Film in Williams’ Story auch die lange Geschichte der afroamerikanischen Migration vom segregierten Süden in den vermeintlich liberaleren Norden der USA.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Loretta Smith
Kamera
Jeffrey Jur
Schnitt
Loretta Smith
Produktion
Loretta Smith, Linda Horwitz
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill Wildcat
Wildcat Deborah Shaffer, Bigan Saliani, Rhody Streeter, Bonnie Friedman
80.000 Kohlebergleute in den Appalachen legen 1975 mehrere Wochen ihre Arbeit nieder, um sich das Recht auf Streik zu erkämpfen. Das Filmteam ist mitten dabei im dynamischen Geschehen.
Filmstill Wildcat

Wildcat

Wildcat
Deborah Shaffer, Bigan Saliani, Rhody Streeter, Bonnie Friedman
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1977
14 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch

Im August 1975 legten in den Appalachen 80.000 Kohlebergleute für mehrere Wochen ihre Arbeit in einem sogenannten Wildcat-Streik nieder, also in einem ohne Gewerkschaften organisierten Arbeitskampf. Es ging ihnen darum, überhaupt erst einmal das Recht auf Streik zu erstreiken, das ihnen zuvor de facto durch undurchsichtige Verträge genommen worden war. Das Filmteam ist mitten im dynamischen Geschehen, filmt spontane wie auch vorbereitete Reden, interviewt Streikende, nimmt Streiklieder von linken Folkmusiker*innen auf, die in der Menge auftreten. Ein Film über Sprache und Sprachlosigkeit, Solidarität und soziale Ungerechtigkeit.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Deborah Shaffer, Bigan Saliani, Rhody Streeter, Bonnie Friedman
Produktion
Bigan Saliani
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill Witness to War: Dr. Charlie Clements
Witness to War: Dr. Charlie Clements Deborah Shaffer
Prämiert bei den Oscars wie auch in Leipzig: Die Lebensgeschichte eines Vietnam-Veteranen, der zunächst Einsätze flog und später als Arzt hinter der „Feindeslinie” in El Salvador arbeitete.
Filmstill Witness to War: Dr. Charlie Clements

Witness to War: Dr. Charlie Clements

Witness to War: Dr. Charlie Clements
Deborah Shaffer
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1985
29 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Basierend auf dem Buch „Witness to War: An American Doctor in El Salvador“ schildert der sowohl bei den Oscars als auch in Leipzig preisgekrönte Film die Lebensgeschichte des tiefreligiösen Vietnam-Veteranen Charlie Clements. Dieser schlug als Spross einer Militärfamilie zunächst eine Laufbahn als ranghoher Soldat ein, flog im Vietnamkrieg zahlreiche Versorgungseinsätze, um schließlich eine radikale Wende zu vollziehen: Er verweigerte ab 1970 den Dienst, wurde aus der Air Force entlassen und studierte Medizin. Anfang der 1980er Jahre landete er auf Seiten der Guerilla in El Salvador, in einem der „neuen Vietnams“ der interventionistischen US-Außenpolitik, wie es deren zeitgenössische Kritiker*innen formulierten. Wie beide Kriege in die USA zurückstrahlten, davon handelt dieser Film.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Deborah Shaffer
Kamera
Sandi Sissel
Schnitt
Deborah Shaffer
Produktion
David Goodman
Ton
Margaret Crimmins, Helene Kaplan, Larry Loewinger, Pamela Yates
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Filmstill Womannightfilm
Womannightfilm Lee Anne Schmitt
16-mm-Aufnahmen einer nächtlichen Stadt, Musikfetzen, das Zirpen von Grillen: Diese mysteriöse Miniatur zieht eine Verbindung zwischen zwei Frauen und einem Trauma, das sie offenbar teilen. 
Filmstill Womannightfilm

Womannightfilm

Womannightfilm
Lee Anne Schmitt
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Dokumentarfilm
USA
2014
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Eine Frau fährt nachts nach Hause und spürt, wie eine andere Frau sie beobachtet. Eine kurze, ebenso undurchsichtige wie ominöse Geschichte, die zuerst in Zwischentiteln erzählt und dann teilweise im Voiceover wiederholt wird. 16mm-Aufnahmen einer nächtlichen Stadt, Schaufensterfronten, Highways, vorbeirauschende Straßenlaternen, gedämpfter Verkehrslärm, Musikfetzen, das Zirpen von Grillen. Lee Anne Schmitts mysteriöse Miniatur zieht eine Verbindung zwischen zwei Frauen und einem Trauma, das sie anscheinend teilen. Unbestimmt, doch darum nicht weniger tief empfunden, bleibt sie so schwer zu entschlüsseln wie die Pferde, die in körnigem Schwarz-Weiß über eine Prärie reiten, oder die Gestalt im Kleid, die am Straßenrand liegt, hingestreckt im besonnten Laub.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lee Anne Schmitt
Kamera
Lee Anne Schmitt
Schnitt
Lee Anne Schmitt
Produktion
Lee Anne Schmitt
Kids DOK 2025
Filmstill Writing Home
Writing Home Eva Matejovičová
Nach einem Waldbrand findet ein Borkenkäfermädchen Zuflucht in einer Schule. Hier lernt sie allmählich, sich mit den Menschen zu verständigen, und findet so ihren Weg nach Hause.
Filmstill Writing Home

Writing Home

O lýkožroutce
Eva Matejovičová
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Tschechische Republik
2024
12 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Hinter der Rinde eines Baumes lebt ein gewitztes Borkenkäfermädchen mit seiner Kolonie. Doch die Menschen bringen das Waldidyll in Gefahr. Nach einem Großbrand findet sie Zuflucht in einer Schule. Anfangs noch ängstlich, lernt sie hier allmählich, sich mit den Menschen zu verständigen, und findet mithilfe neuer Freund*innen ihren Weg nach Hause. Eine kurze Ode an das Lernen.

Tina Jany

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Eva Matejovičová
Kamera
Eva Matejovičová
Produktion
Jiří Sádek, Jan Sádek
Eröffnungsfilm 2025
Filmstill Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students
Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students Claire Simon
Was sehen Jugendliche in den Werken der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux? Wir verfolgen Diskussionen in Klassenzimmern – über Feminismus, soziale Herkunft und ihre eigenen Leben.
Filmstill Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students

Writing Life: Annie Ernaux Through the Eyes of High School Students

Écrire la vie – Annie Ernaux racontée par des lycéennes et des lycéens
Claire Simon
Eröffnungsfilm 2025
Dokumentarfilm
Frankreich
2025
90 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch

Wie schon ihr vorheriger Film „Elementary“ ist auch Claire Simons neuestes Werk eine Hommage an das Lernen und Lehren. Erneut öffnet sie die Türen von Klassenzimmern, in denen dieses Mal Texte der französischen Feministin, Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Annie Ernaux behandelt werden. Ernaux beschreibt ihr Konzept der Autosoziobiografie als „das Leben schreiben, nicht meines, nicht ihres, noch nicht einmal ein ganz bestimmtes. Lebensmomente, die wir alle, aber auf individuell verschiedene Weise, durchmachen. Körperbild, Erziehung, Zugehörigkeit, sexuelle Prägung, sozialer Hintergrund, die bloße Existenz anderer, Krankheit, Kummer. […] Ich habe nicht versucht, über mich selbst, ein Buch über mein Leben zu schreiben. Ich habe es benutzt, seine allgemeinen, gewöhnlichen Ereignisse, die Situationen und Gefühle, in die ich geraten bin. Als sei es Material, das ich auf eine Art greifbare Wahrheit untersuchen musste, um sie freizulegen.“
Die Lehrer*innen schaffen kluge Rahmenbedingungen für Diskussionen voller Freiheit und Dynamik, in denen die jungen Leute sich in all ihrer Schönheit und Verletzlichkeit zeigen und die Erfahrungen der Autorin auf ihr eigenes Leben übertragen. Und genau hier dokumentiert Claire Simons „Leben schreibende“ Kamera hinreißende Beispiele, wie Ernauxs Texte diese Heranwachsenden stärken und inspirieren, wenn sie sich leidenschaftlich in ihre Worte versenken.

Vika Leshchenko

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Claire Simon
Buch
Claire Simon
Kamera
Claire Simon
Schnitt
Luc Forveille
Produktion
Emmanuel Perreau
Co-Produktion
Michel Klein
Ton
Jules Jasko, Nathalie Vidal, Clément Claude, Pierre Bompy
Filmvertrieb
Lisa Lejeune