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Filmstill Yanuni

Yanuni

Yanuni
Richard Ladkani
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Brasilien,
Österreich,
USA,
Deutschland,
Kanada
2025
112 Minuten
Portugiesisch (Brasilien)
Untertitel: 
Englisch

Die Aktivistin in ihr ist früh erwacht. Schon als Jugendliche spürt Juma Xipaia, dass sie sich dem Kampf für die Existenzrechte ihres Indigenen Volkes im brasilianischen Amazonasgebiet widmen würde. Denn der Amazonas sei Mutter, Wissen und Heilung zugleich. Über zehn Jahre später weiß Juma, was es bedeutet, wirklich eine Aktivistin zu sein. Als erster weiblicher Häuptling der Region Mittlerer Xingu überlebt sie Mordanschläge, erfährt Staatsgewalt gegenüber Protestierenden, muss entdecken, wie illegale Goldsucher Wälder roden, Böden und Flüsse vergiften. Die heute 34-Jährige sieht aber auch Hoffnung für alle Indigenen in Brasilien keimen, denn der Regierungswechsel 2023 bringt ihnen zum ersten Mal ein eigenes Ministerium. Juma wird Staatssekretärin und bekommt ein zweites Kind: Yanuni.
Der Österreicher Richard Ladkani porträtiert Juma Xipaia und ihren Mann Hugo, ein Spezialermittler der Umweltbehörde, nachdem er beide über mehrere Jahre im Alltag begleiten durfte. Ladkani mischt faszinierende Landschaftsaufnahmen mit der Brisanz des „embedded journalism“, schöpft hier die große Leinwand aus und intensiviert dort den intimen Moment. Es wird privat und persönlich, poetisch und politisch. Über allem aber transportiert der Film Juma Xipaias Botschaft, die Verantwortung für das Leben, trotz aller Enttäuschungen, nicht in andere Hände zu geben, sondern stets bei sich zu behalten.

Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Richard Ladkani
Kamera
Richard Ladkani
Schnitt
Georg M. Fischer, BFS
Produktion
Anita Ladkani, Juma Xipaia, Phillip Watson, Leonardo Dicaprio, Richard Ladkani
Co-Produktion
Philipp Schall, Martin Choroba
Ton
Gabriel "Kiko" Tchillian, Achim Axel Schlögel, Michael Jones
Sound Design
Bernhard Zorzi
Musik
H. Scott Salinas
Filmvertrieb
Josh Braun, Amanda LeBow
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Filmstill You Don’t Look Nothing Alike
You Don’t Look Nothing Alike Eva Świątkowski, Ali Ekber Vural
Stiefvater und Tochter in einer türkischen Region, die einst Zufluchtsort für Kurd*innen und Alevit*innen war. Er erzählt von der verbotenen Sprache seiner Kindheit und von Diasporaerfahrungen.
Filmstill You Don’t Look Nothing Alike

You Don’t Look Nothing Alike

You Don’t Look Nothing Alike
Eva Świątkowski, Ali Ekber Vural
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
27 Minuten
Deutsch,
Kurdisch,
Türkisch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch

Sich umschauen mit dem Stiefvater. Sanfte Hügel, niedrige Vegetation, trockene Erden, Ruinen von Häusern aus den 1970er Jahren. Von hier aus ist Ali Ekber Vural einst nach Deutschland aufgebrochen. Sein Fernglas mit den Zeiss-Objektiven hat er damals vergraben und nicht mehr wiedergefunden. Jetzt schaut die Kamera der Stieftochter genau hin. Dêrsim – ein Name, der von der Landkarte der Türkei verschwand und trotz allem in der Erinnerung vieler weiterlebt. Die Region, vormals Zufluchtsort für Kurd*innen und Alevit*innen, hat man 1935 im Zuge staatlicher Homogenisierungsprozesse in „Tunceli“ umbenannt. Die Landschaft ist Zeugin von staatlicher Gewalt, von Zwangsumsiedlungen, Massakern, Folter, Assimilationspolitik und fehlender Aufarbeitung geworden.
„Kannst du dir vorstellen, dass einer aus dieser Umgebung kommt und sich in Deutschland integriert?“, fragt Ali. Ein erzähltes Lebensresümee, das bei der geflüsterten, weil verbotenen Sprache der Kindheit beginnt und in die komplexen Diasporaerfahrungen in der neuen Heimat führt: Dort ließ man ihn, „auf Deutsch gesagt“, im Stich. Man muss vor Ort gewesen sein, um zu verstehen, was passiert ist. Dann wird vielleicht auch ein neuer, geteilter Blick möglich.

Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Eva Świątkowski, Ali Ekber Vural
Kamera
Eva Świątkowski
Schnitt
Eva Świątkowski
Produktion
Eva Świątkowski, Kunsthochschule für Medien Köln
Ton
Eva Świątkowski
Sound Design
Juri Lechthoff, Judith Nordbrock, Eva Świątkowski, Julian Altmann