Filmarchiv

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Land (Film Archive)

Retrospektive 2024

Farbtest. Die Rote Fahne

Gerd Conradt
Er trägt eine Fahne, und diese Fahne ist rot: 1968 beteiligt sich Holger Meins in Westberlin an diesem studentischen Fahnenlauf, 1970 schließt er sich der RAF an und taucht unter.
Filmstill Color Test. The Red Flag
Filmstill Color Test. The Red Flag

Farbtest. Die Rote Fahne

Farbtest. Die Rote Fahne
Gerd Conradt
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1968
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Eine Übung zum Thema „Farbe“ in der Klasse von Michael Ballhaus an der DFFB in Westberlin schrieb Kino- und Subversionsgeschichte. Im Rückblick avanciert die Miniatur ohne Ton zum gehetzten Dokument einer Aufbruchsbewegung, die verbrecherische Kräfte entwickeln sollte. Fünf Jahre nach JFKs Blockbindungsbekenntnis „Ich bin ein Berliner“, kurz nach der Ermordung von Benno Ohnesorg, wenige Monate vor dem Attentat auf Rudi Dutschke wurde am 18. Januar 1968 gedreht. Regisseur in Ausbildung Gerd Conradt sowie vierzehn Kommilitonen und Freunde veranstalteten einen Staffellauf aufs Rathaus Schöneberg, um dort die rote Fahne zu hissen. Schlussläufer ist Kamera-Student Holger Meins, später Terrorist der Rote Armee Fraktion, der sich 1974 in der Justizvollzugsanstalt Wittlich zu Tode hungerte.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gerd Conradt
Kamera
Charles Völsen
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Retrospektive 2022

Frauen in Neuruppin

Karola Hattop
Ein unbedarft aufdringlicher Reporter reist in die Provinz, um herauszufinden, wie es mit der Gleichberechtigung in der Praxis aussieht. Ein Filmkuriosum von erhellender Absurdität.
Filmstill Women in Neuruppin
Filmstill Women in Neuruppin

Frauen in Neuruppin

Frauen in Neuruppin
Karola Hattop
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1972
29 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Den vielen medial vermittelten Bildern von selbstbewusst werktätigen Frauen und den Männern, die sie unterstützen, stellt Karola Hattop einen unbedarften Reporter gegenüber, der herausfindet, dass es mit der Gleichberechtigung in der Praxis oft noch so eine Sache ist. Durchaus aufdringlich sucht er dabei Frauen im Frisiersalon und in der Abteilung für Umstandsmode auf, setzt sich zu Funktionären in den Wagen, sprengt Hochzeitsfeiern und schmuggelt sich unter Museumsführungen für Kinder. Ein aufschlussreiches Kuriosum voller salopp eingefangener Alltagstristesse, wie sie in Hochschulfilmen oft besser zur Geltung kommen konnte als in vergleichbaren DEFA-Produktionen.
Felix Mende

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Karola Hattop
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR
Retrospektive 2024

Für die Palästinenser

Edna Politi
1974, palästinensischer Alltag in Israel und im Westjordanland, wirtschaftliche und politische Ohnmacht – dokumentiert von einer Israelin, die überzeugen will: von der dringenden Notwendigkeit des Dialogs.
Filmstill For the Palestinians
Filmstill For the Palestinians

Für die Palästinenser

Für die Palästinenser
Edna Politi
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1973
85 Minuten
Arabisch,
Deutsch,
Hebräisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice), Deutsch
Worte des Dichters Mahmoud Darwisch eröffnen diesen Film: „Ich hasse niemanden, ich raube niemanden, aber wenn ich verhungere, esse ich das Fleisch meiner Mörder. Hüte dich, hüte dich also vor meinem Hunger, hüte dich vor meinem Zorn.“ Dann kommt der Titel, dann der Untertitel: „Eine Israelin erzählt“. Sie heißt Edna Politi, wurde im Libanon geboren, emigrierte nach Israel und wurde 1971 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Westberlin aufgenommen. Politis Studienarbeit klärt auf: Woher kommt die palästinensische Wut, die Verzweiflung? Sachlich und sorgfältig trägt sie Alltagsanschauungen, Zahlen und Fakten zusammen, um auf die Mechanismen der wirtschaftlichen und politischen Entrechtung des palästinensischen Volkes aufmerksam zu machen. Sie will überzeugen, nicht überreden.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Edna Politi
Buch
Edna Politi
Kamera
Edna Politi
Schnitt
Edna Politi
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Ton
Gad Freudenthal
Musik
Mohammed Askari