Robin, Präsident des Wiener Fußballamateurclubs RSV, liebt seine „dirty rotten bunch“. Leidenschaft ist sein Rezept. Es gilt in Sachen Zivilcourage, Disziplin und Feierei.
Die Fluktuation im Wiener Fußballclub RSV ist hoch. Trainer Robin, der einst Partys in der Pratersauna veranstaltete, betrachtet seinen Verein auch als politisches Projekt: Spieler mit den unterschiedlichsten Geburtsnationen finden sich in seiner „dirty rotten bunch“ zusammen. Auf sportliche Höhenflüge folgt nicht selten ein Abstieg, Disziplin und Exzess liegen beim RSV nah beieinander. Regisseurin Jasmin Baumgartner hat Robin samt Team über mehrere Jahre begleitet.
„Meine Spieler sind wie Kinder für mich“, sagt Robin. Und Kinder können anstrengend sein. Auf dem Weg ins slowenische Trainingslager lassen sie sich von der Polizei mit Joints erwischen oder gehen lieber ins Casino, als ihre Einheiten zu absolvieren. Doch auch Präsident Robin ist der Feierei nicht abgeneigt. Am Spielfeldrand der Amateurliga geht es feuchtfröhlich und häufig auch ruppig zu: Gegnerische Fans beleidigen und diskriminieren vor allem die schwarzen Sportler. Ein Verhalten, für das Robin kein Verständnis hat. Er sieht es so: „Wenn wir es schaffen, diese super sympathische Türken- und Moslem-Fraktion bei uns zu integrieren, mit den serbischen orthodoxen Nationalisten und den ungebildeten Schwabos und den Moslem-Hasser-Kongolesen, werden wir nicht nur wieder in die Oberliga, sondern auch in die Landesliga gehen. Und dann wird es keinen Strache als Bürgermeister geben und dann wird es auch kein Kurz werden.“