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Land (Film Archive)

Filmstill Vanished Past

Vanished Past

Passé disparu
Anna-Maria Dutoit
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland,
Kanada
2025
16 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Betrachtet man das Verhältnis zwischen realer Welt und ihrer Darstellung auf Karten, ist nicht zu übersehen, dass Menschen dazu tendieren, ihren gestaltenden Einfluss zu überschätzen. Nur weil Phänomene kartografisch stark vereinfacht dargestellt werden, nimmt ihre Komplexität in der realen Welt nicht ab. Und nur weil wir beispielsweise einen Fluss aus einer Karte tilgen, ihn in der realen Welt sogar eingrenzen und überbauen, ist er nicht etwa verschwunden, sondern nur unsichtbar.
Anna-Maria Dutoit durchstreift die Stadtlandschaft Montreals auf der Suche nach den Wasseradern, die diese Gegend einst prägten. Heute hat die jahrhundertelange Besiedlung und Urbanisierung sie verschmutzt, verschüttet und unter Tage verlegt. Nur noch kreisende Möwen und Kanaldeckel erinnern an das, was darunter liegt. Geleitet von einigen der ältesten Karten Montreals folgt „Vanished Past“ den Spuren der vergessenen Flüsse der Millionenmetropole und erkundet – begleitet von einem teils gurgelnden, teils plätschernden Sound – die ganz eigenen aquatischen Universen, die sich in ihren Verstecken entfalten. Für flüchtige Blicke scheint das Element Wasser in der zubetonierten Stadtlandschaft überhaupt keine Rolle mehr zu spielen. Zumindest so lange, bis starker Regen fällt, die Straßen überflutet – und die Stadt an ihre vermeintlich verschwundene Vergangenheit erinnert.

Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anna-Maria Dutoit
Kamera
Louis Dickhaut
Schnitt
Anna-Maria Dutoit
Produktion
Anna-Maria Dutoit
Co-Produktion
Chantal Limoges
Ton
Stéphane Barsalou
Sound Design
Andrew Mottl, Anna-Maria Dutoit
Musik
Hans Könnecke
Filmstill Have Fun in Venice!

Viel Spaß in Venedig!

Viel Spaß in Venedig!
Leonard Volkmer
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Venedig im Februar, leere Gassen und Plätze, kaum ein Boot ist in der Lagune unterwegs. Es sind bewegte Szenen ohne Menschen, ohne Leben. Allmählich laden sie sich mit Emotionen auf, wandeln sich in Stimmungsbilder einer Beziehung, die nie eine werden konnte. Man sieht die Liebenden nie, man erfährt ihre Namen nicht. Dennoch ist der Film sehr intim. Wir folgen einer Ich-Erzählung aus dem Off.
Es geht um das Spiel mit Nähe und Distanz. Der andere zieht sich nach dem Sex zurück, vermag nicht, in der Öffentlichkeit zu seinem queeren Begehren zu stehen. Der Erzähler wiederum fühlt sich mit der Bezeichnung „Freund“ nicht gemeint. Die Erinnerungen führen zurück zum ersten Kuss, zu ersten Blowjobs. Dazu Aufnahmen von Amsterdam, ein Knistern scheint sie zu erfüllen. Im Monolog lässt der Ich-Erzähler seine Gefühlsverfassungen Revue passieren – vom Ende zum Anfang. Schließlich sommerliche Einstellungen eines Sees. Und eine neue Begegnung.

Anke Leweke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Leonard Volkmer
Kamera
Leonard Volkmer
Produktion
Leonard Volkmer
Key Collaborator
Angela Anderson, Julie Matthées