Filmarchiv

Filmstill Café Kuba

Café Kuba

Café Kuba
David Shongo
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
DR Kongo,
Belgien
2025
29 Minuten
Lingála,
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Ein mobiler Kaffeestand wird zu einer Kinoapparatur, welche die Aufzeichnung des oft Übersehenen und noch öfter Überhörten zu ermöglichen scheint. David Shongos nächtliches Kinshasa-Porträt im Nachklang der M23-Gewaltexzesse vom Februar 2025 im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist eine eigensinnige und verdeckte Erkundung einer fragilen Stadt, die historisch wie gegenwärtig vielen Traumatisierungen ausgesetzt war und nach wie vor von Instabilität gezeichnet ist.
Um die Frage nach Kinshasas Zukunft aufzuwerfen, deutet der kongolesische Künstler und Komponist filmhistorische Konzepte um und fügt ihnen neue Facetten hinzu: Durch eine Praxis des radikalen Zuhörens und das Hinterfragen der Grenzen des Sehens entwirft er mit starken Bildern, einem komplexen Ton und äußerst einfallsreichen performativen Inszenierungen seine Form eines „flüchtigen Kinos“.

Borjana Gaković

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Regie
David Shongo
Buch
David Shongo
Kamera
David Shongo, Kevin Booto
Schnitt
David Shongo
Produktion
David Shongo, Tommy Simoens
Co-Produktion
Olga Sherazade Pitton, Tommy Simoens
Ton
Djo Wamba
Sound Design
David Shongo
Key Collaborator
Divin Sky Kayanga
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Filmstill California Company Town
California Company Town Lee Anne Schmitt
Eine faszinierende Tour durch Kaliforniens frühere Firmenstädte: einst als Unterbringung für diejenigen gebaut, die in den wichtigsten Industrien des Staates arbeiteten, später verwahrlost. 
Filmstill California Company Town

California Company Town

California Company Town
Lee Anne Schmitt
Hommage: Lee Anne Schmitt 2025
Dokumentarfilm
USA
2008
75 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Lee Anne Schmitts erster abendfüllender Filmessay tourt durch Kaliforniens frühere Arbeitersiedlungen, die einst als Unterbringung für die Werktätigen der wichtigsten Industrien des Staates aus dem Boden schossen und mit Beginn der Globalisierung der Verwahrlosung oder dem Vergessen anheimfielen. Geisterhafte Aufnahmen verfallender Häuser und baufälliger Anlagen reiben sich an Panoramen voller üppiger Natur und offenen Horizonten, genau wie sich Geschichten von Vorurteil und Ausbeutung mit enttäuschten Zukunftsträumen mischen. Schmitt ergänzt ihre atemberaubenden 16mm-Aufnahmen mit Archivmaterial, historischen Fotos und zeitgenössischen Radioschnipseln und durchkämmt diese hybride Landschaft wie eine Strandgutsammlerin noch nach den letzten ideologischen Spuren – keine Geschichte, kein Detail ist zu klein zum Ausgraben.

James Lattimer

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Regie
Lee Anne Schmitt
Kamera
Lee Anne Schmitt
Schnitt
Lee Anne Schmitt
Produktion
Lee Anne Schmitt
Sound Design
Ryan Phillippe
Internationaler Wettbewerb 2020
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Camagroga Alfonso Amador
Landwirtsfamilien von altem Schrot und Korn gehören einer gefährdeten Spezies an. In deren Physiognomien, Gesten und Haltungen jedoch ist ein unverbrüchlicher Stolz eingeschrieben.
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Camagroga

Camagroga
Alfonso Amador
Internationaler Wettbewerb 2020
Dokumentarfilm
Spanien
2019
111 Minuten
Katalanisch,
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Die Huerta valenciana ist eine einzigartige Kulturlandschaft aus Feldern und Plantagen. Seit Generationen galt diese in mehrjähriger Fruchtfolge überwiegend mit Erdmandeln, Artischocken und Zwiebeln bepflanzte Region als der Gemüsegarten Spaniens. „Camagroga“ ist eine filmische Elegie über bäuerlichen Stolz und wie er sich in Physiognomien, Gesten und Haltungen der Menschen hinter den landwirtschaftlichen Erzeugnissen eingeschrieben findet.

Tardor, wie der Herbst in der valencianischen Regionalsprache heißt, ist die Jahreszeit, in der das Stroh der Erdmandel auf den Feldern abgebrannt wird, um die winterliche Ernte der nussgroßen Knollen zu erleichtern. Antonio Ramon und seine Tochter Inma bewirtschaften einen knapp vier Hektar großen Hof am nördlichen Stadtrand von Valencia – eine Betriebsgröße, die sich kaum mehr rentiert. Dennoch verwenden sie auf ihre Produkte ein Übermaß an Sorgfalt und traditionellem Wissen, wobei es scheint, dass sie dabei eher den Impulsen ihres vegetativen Nervensystems folgen als einem bewussten Programm. Seit ihre Felder indes auch als Filetstücke im Erschließungsplan der sich ausdehnenden Provinzhauptstadt ausgemacht wurden, wissen sie, dass sich die Kampfzone bereits bis zu ihrem Scheunentor ausgeweitet hat.
Ralph Eue

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Regie
Alfonso Amador
Buch
Alfonso Amador
Kamera
Alfonso Amador
Schnitt
Sergi Dies
Produktion
Xavier Crespo, Alfonso Amador
Ton
Jorge Salvà, José Serrador
Musik
Carles Dènia, Pep Gimeno, Miquel Gil
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
Kids DOK 2025
Filmstill Capybaras
Capybaras Alfredo Soderguit
Familie Wasserschwein will sich vor Jägern im Hühnerstall verstecken, doch der Hahn verscheucht sie. Als sich Wasserschwein-Kind und Hühnerküken anfreunden, tut sich eine ganz neue Welt auf.
Filmstill Capybaras

Capybaras

Los carpinchos
Alfredo Soderguit
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Chile,
Uruguay
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Familie Wasserschwein lebt friedlich zwischen Schilfinseln in der Nähe einer kleinen Farm. Da knallt ein Schuss durch die Luft – die Jagdsaison hat begonnen. Verängstigt suchen sie Schutz im Hühnerstall, aber der Hahn ist misstrauisch und verscheucht die fremden Tiere. Doch Wasserschwein-Kind und Hühnerküken beschnuppern sich trotzdem neugierig. Ihre Freundschaft hat unerwartete Folgen ...

Lina Dinkla

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Regie
Alfredo Soderguit
Kamera
Alfredo Soderguit
Produktion
Nicolas Schmerkin
Co-Produktion
Lucianna Roude, Bernardita Ojeda
Animation
Eloise Rauzier, Alejo Schettini
Re-Visionen 2020
Media Name: 21ce684b-b089-4a62-861e-3f0f3890f2c3.jpg
Carnival of Animals Michaela Pavlátová
Zwei unterschiedliche Planeten: Männer und Frauen. Was im Paradies eins war, hat die Ursünde vor langer Zeit geschieden. Aber die Welt vergeht vor Sehnsucht nach Wiedervereinigung.
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Carnival of Animals

Karneval zvířat
Michaela Pavlátová
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Tschechische Republik
2006
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Zwei unterschiedliche Planeten: Männer und Frauen. Was im Paradies eins war, hat die Ursünde geschieden. Seither stehen sich die Geschlechter konfliktreich gegenüber und vergehen doch vor Sehnsucht nach Wiedervereinigung. Die Erwartung ist groß, die Erregung riesig, die Fantasie unermesslich. Ein Tag im Garten der fleischlichen Lüste – von der Ekstase zur Ermattung und wieder zurück.

Ralph Eue

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Regie
Michaela Pavlátová
Buch
Michaela Pavlátová
Schnitt
Michaela Pavlátová
Produktion
Negativ Film Productions
Ton
Michaela Pavlátová
Animation
Michaela Pavlátová
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Catgot
Catgot Tsz Wing Ho
Vielgestaltige Formen in dynamischer Bewegung visualisieren den Rhythmus eines beschwingten Musikstücks. Sie springen, einem freundlichen Feuerwerk gleich, aus texturiert-schwarzem Hintergrund. 
Filmstill Catgot

Catgot

Catgot
Tsz Wing Ho
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Hongkong
2019
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Es würde nicht überraschen, wenn dieser mehrfach preisgekrönte, international vielfach aufgeführte und überaus charmante Film in einem Lexikon unter dem Eintrag „farbenfroh“ zu finden wäre. Vielgestaltige Formen in dynamischer Bewegung visualisieren den Rhythmus eines beschwingten Musikstücks. Sie springen wie ein Feuerwerk aus dem texturierten Schwarz des Hintergrunds und beleben die Leinwand.

Franka Sachse

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Regie
Tsz Wing Ho
Hommage Annik Leroy 2020
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Cell 719 Annik Leroy
Eine 15-minütige audiovisuelle Komposition auf der Grundlage eines im Gefängnis geschriebenen Textes von Ulrike Meinhof: „Ein Brief Ulrike Meinhofs aus dem Toten Trakt“ (1972/73).
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Cell 719

Cellule 719
Annik Leroy
Hommage Annik Leroy 2020
Dokumentarfilm
Belgien
2015
15 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Man kann es ein Porträt nennen oder eine Komposition mit Text und Geräusch. Der 1972/73 im Gefängnis verfasste „Brief Ulrike Meinhofs aus dem Toten Trakt“, ein Haftdokument in Gedankenkaskaden, gibt fünfzehn Minuten Film Struktur und Gewicht. Der vermeintlich schwarze Bildgrund belebt sich immer wieder schemenhaft und lässt Ahnungen eines nächtlichen Außen oder einer Gegend am Wasser aufkommen. Dieser Versuch, die sensorische Deprivation als Folge der Isolation zu kommunizieren, versucht etwas eigentlich Unmögliches. Er stößt dabei ins Abstrakte vor, hart, trocken, brutal. Jede erzählerische „Schmiere“ wird des Platzes verwiesen. Da ist gar kein Platz, also auch nicht für eine Erzählung.

Ralph Eue

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Regie
Annik Leroy
Schnitt
Julie Morel
Produktion
Annik Leroy
Ton
Marie Vermeiren
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Ceuta’s Gate

Bab Septa
Randa Maroufi
Animation Perspectives 2021
Dokumentarfilm
Frankreich,
Marokko
2019
19 Minuten
Spanisch,
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

In Randa Maroufis performativer Rekonstruktion wirkt zunächst alles aufgeräumt. Fein sortiert stehen Autos Schlange, schnüren Händlerinnen ihr Gepäck. Vor dem eintönig-grauen Hintergrund wirken die Szenen schematisch wie ein Anleitungsplan, auf dem sich plötzlich alles grafisch verdichtet. Alltag an der Grenze zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko, über die illegal Waren wandern.

André Eckardt

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Regie
Randa Maroufi
Buch
Randa Maroufi
Kamera
Luca Coassin
Schnitt
Randa Maroufi, Ismael Joffroy Chandoutis
Produktion
Saïd Hamich
Ton
Mohamed Bounouar, Léonore Mercier
Slowenische Animation 2022
Filmstill Chicory ’n’ Coffee
Chicory ’n’ Coffee Dušan Kastelic
Die detailreich animierte Geschichte einer lebenslangen Täuschung: Tag für Tag serviert die Ehefrau Muckefuck aus Zichorie, obwohl der Mann nach echtem Kaffee verlangt.
Filmstill Chicory ’n’ Coffee

Chicory ’n’ Coffee

Čikorija an’ kafe
Dušan Kastelic
Slowenische Animation 2022
Animationsfilm
Slowenien
2008
9 Minuten
Slowenisch
Untertitel: 
Englisch

Diese musikalische, detailreich umgesetzte 3D-Animation basiert auf einem slowenischen Volksmärchen. Erzählt wird die Geschichte eines Bauernpaares von der Hochzeit bis zum Tod – die Geschichte einer lebenslangen Täuschung: Tag für Tag serviert die Ehefrau Muckefuck aus Zichorie, obwohl der Rüpel von Mann nach echtem Kaffee verlangt. Alle wissen von dem Betrug, nur er bleibt ahnungslos.

Lina Dinkla

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Regie
Dušan Kastelic
Buch
Dušan Kastelic
Schnitt
Dušan Kastelic
Produktion
Dušan Kastelic
Ton
Mateja Starić
Musik
Iztok Mlakar
Animation
Dušan Kastelic, Cory Collins
Internationaler Wettbewerb 2020
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Children Ada Ushpiz
Warum beteiligen sich palästinensische Minderjährige an der Intifada gegen Israel? Ada Ushpiz begleitet Kinder und ihre Familien und wird Zeugin eines ungeheuerlichen Drucks.
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Children

Yeladim
Ada Ushpiz
Internationaler Wettbewerb 2020
Dokumentarfilm
Israel
2020
128 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

Zu Palästinas Aufständischen zählen auch Kinder. Auf israelischer Seite beobachtet man seit einiger Zeit Minderjährige, die sich aktiv an einer Intifada beteiligen, insbesondere mit Messern. Der Umgang mit ihnen ist hart: Gefängnis, kaum Beistand von Seiten der Justiz. Ada Ushpiz, Filmemacherin und Journalistin, kommt einigen betroffenen palästinensischen Familien erstaunlich nah. Über mehrere Jahre begleitet sie die zweifelhaften Widerständigen und wird Zeugin eines ungeheuerlichen Drucks.

Gerade aus dem Gefängnis entlassen, gerät die 12-jährige Dima an eine Schar von Fernsehleuten. Vor einigen Monaten wurde sie mit einem Messer aufgegriffen. Die Attacke habe jüdischen Israelis gegolten, heißt es. Nun, im Blitzlichtgewitter, steht ihre Mutter dicht an ihrer Seite. Doch anstatt Schutz zu bieten, übernimmt sie die Rolle der Anstachlerin: Ihre Tochter soll berichten, wie es ihr bei den Israelis ergangen sei. Doch Dima schweigt. Von ihrer Familie wird die Pubertierende als mental geschädigt beschrieben. Dareen ist jünger als Dima und lebt mit Brüdern, Vater und einigen Schlangen in unmittelbarer Nähe zur israelischen Nachbarschaft. Soldaten belauern das Haus, manchmal fliegen Steine, der Schin Bet, Israels Inlandsgeheimdienst, ist angeblich involviert. Ushpiz zeigt in ihrem erstaunlichen Film ein Leben in ständiger Anspannung. Ihr Zugang ist unumwunden und vertraut.
Carolin Weidner

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Regie
Ada Ushpiz
Kamera
Danor Glazer, Bilal Saed
Schnitt
Neta Braun
Produktion
Ada Ushpiz
Co-Produktion
Philippa Kowarsky
Ton
Aviv Aldema
Musik
Avi Balleli
Filmvertrieb
Philippa Kowarsky
Broadcaster
Channel 8
Funding institution
NFCT
Nominiert für: Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
Retrospektive 2024
Filmstill Chile
Chile Juan Forch, Jörg Herrmann
Der Exil-Chilene Juan Forch und der Dresdener Silhouettenfilm-Spezialist Jörg Herrmann spielen zum Kampf gegen Pinochet und seine imperialistischen Verbündeten auf: mit Gesang und Orgelmusik.
Filmstill Chile
Filmstill Chile

Chile

Chile
Juan Forch, Jörg Herrmann
Retrospektive 2024
Animationsfilm
DDR
1975
2 Minuten
Deutsch,
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

1973 putschte General Pinochet mit Unterstützung des US-amerikanischen Geheimdienstes gegen den demokratisch gewählten marxistisch-sozialistischen Präsidenten Chiles, Salvador Allende. Pinochets Militärjunta mordete und folterte sich durch das Land. Juan Forch, in Santiago geborener Journalist und Filmemacher, konnte dem Terror über Mexiko in die DDR entkommen und setzte seine Oppositionsarbeit bis zu seiner Rückkehr 1979 von hier aus fort: als Regisseur am DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden. Gemeinsam mit dem Silhouettenfilm-Spezialisten Jörg Herrmann realisierte er diese animierte agitatorische Miniatur, in der der Diktator und seine Verbündeten nach des bissigen Künstlers Pfeife tanzen – und zu Orgelmusik.

Sylvia Görke

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Regie
Juan Forch, Jörg Herrmann
Buch
Juan Forch
Kamera
Peter Pohler
Schnitt
Heidrun Sünderhauf
Produktion
DEFA-Studio für Trickfilme
Ton
Horst Philipp
Musik
Addy Kurth
Animation
Juan Forch
Hommage: Dominique Cabrera 2024
Filmstill Chronicle of an Ordinary Suburb
Chronicle of an Ordinary Suburb Dominique Cabrera
Eine Erzählung über den Abriss von Wohntürmen in einem Pariser Vorort, über die schönen Erinnerungen der früheren Bewohner*innen und über den unaufhaltsamen Verfall einer Utopie mit Fehlern.
Filmstill Chronicle of an Ordinary Suburb

Chronicle of an Ordinary Suburb

Chronique d’une banlieue ordinaire
Dominique Cabrera
Hommage: Dominique Cabrera 2024
Dokumentarfilm
Frankreich
1992
56 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Im September 1992 werden vier Wohntürme in der Stadt Mantes-la-Jolie unweit von Paris gesprengt. Sie gehören zu dem Viertel Val Fourré, das in den 1960er Jahren als Vorzeigeprojekt des sozialen Wohnungsbaus gefeiert wurde, wie Archivaufnahmen zu Beginn des Films in Erinnerung rufen. Doch der Filmemacherin Dominique Cabrera, die selbst in einem ähnlichen Wohnprojekt aufgewachsen ist, geht es nicht um stadtplanerische und architektonische Verfehlungen. Sie interessiert sich stattdessen für das Gedächtnis der Bewohner*innen: Erinnerungen an ein Zusammenleben von Armen und Wohlhabenden, an den schleichenden, aber anhaltenden Verfall, zuvorderst an die schönen Dinge, die ein Leben ausmachen, die Vielfalt, die Emotionen, das private Glück.

Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Dominique Cabrera
Buch
Edmée Doroszlaï
Schnitt
Dominique Greussay, Estelle Altman
Produktion
Viviane Akili
Ton
Xavier Griette, Raoul Frühauf
Musik
Jean-Jacques Birgé
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Chrysopoeia
Chrysopoeia Susi Sie, Nikolai von Sallwitz
Eine ölige Flüssigkeit kriecht über das Bild. Durch wabernde Fenster in der schwarzen Masse wird der Blick auf darunterliegende Ebenen gelenkt. Alles ist in Bewegung.
Filmstill Chrysopoeia

Chrysopoeia

Chrysopoeia
Susi Sie, Nikolai von Sallwitz
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Deutschland
2017
2 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Eine ölige Flüssigkeit kriecht über das Bild. Durch wabernde Fenster in der schwarzen Masse wird der Blick auf darunterliegende Ebenen gelenkt. Alles ist in Bewegung. Hypnotische Musik verstärkt die die Viskosität des Weichkörpers. Man meint, einer „Liquid Light Show“ der 1960er Jahre beizuwohnen. Doch dies sind düstere Wiedergänger der psychedelischen Hippie-Visuals. Sie versetzen einen in dunkle Trance.

Franka Sachse

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Regie
Susi Sie, Nikolai von Sallwitz
Internationaler Wettbewerb 2022
Filmstill Ciné-Guerillas: Scenes from the Labudović Reels
Ciné-Guerrillas: Scenes from the Labudović Reels Mila Turajlić
Der jugoslawische Kameramann Stevan Labudović reiste 1959 nach Algerien. Seine Aufnahmen leisteten wertvolle Hilfestellung zur Unabhängigkeit von der französischen Kolonialmacht.
Filmstill Ciné-Guerillas: Scenes from the Labudović Reels

Ciné-Guerrillas: Scenes from the Labudović Reels

Ciné-Guerrillas: Scenes from the Labudović Reels
Mila Turajlić
Internationaler Wettbewerb 2022
Dokumentarfilm
Serbien,
Frankreich
2022
94 Minuten
Serbisch,
Französisch,
Arabisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Was haben der algerische Befreiungskampf und Jugoslawien gemeinsam? Stevan Labudović. 1959 entsandte Tito höchstpersönlich seinen Lieblingskameramann nach Algerien. Der Widerstand gegen die französische Kolonialherrschaft brauchte die Augen der Welt, und der erfahrene Partisan Labudović half, sie zu öffnen: Seine Bilder straften die Propaganda der Besatzer und ihrer westlichen Alliierten Lügen. Dies ist ein Porträt von Mann, Mission und Zeit – als Film-, Ideologie- und persönliche Geschichte.

Drei Jahre lang, bis zur Ausrufung der Demokratischen Republik Algerien, stellte Labudović sich und seine Kamera in den Dienst des für die Unabhängigkeit streitenden Volkes. Mila Turajlić fand die damals entstandenen Wochenschauaufnahmen im Archiv von Filmske novosti in Belgrad, sie nahm Kontakt zu dem hochbetagten Pensionär auf, und sie folgte seiner Spur. Aus reichhaltigem Archivmaterial, Tagebucheinträgen von und Interviews mit Labudović, mit Zeitzeugen aus Jugoslawien, Algerien und New York, wo der junge Maghrebstaat wie zahlreiche andere frühere Kolonien um Aufnahme in die Vereinten Nationen rang, destilliert sie die verheißungsvollen Ursprünge einer Allianz, die am Anfang der Blockfreien-Bewegung stand, welche sich gegen die Dichotomie der Supermächte stellen sollte. So enthält die Verbeugung vor ihrem Landsmann Labudović zugleich weltpolitische Aktualität.
Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mila Turajlić
Kamera
Mila Turajlić
Schnitt
Sylvie Gadmer, Anne Renardet, Mila Turajlić
Produktion
Carine Chichkowsky, Mila Turajlić
Ton
Aleksandar Protić
Musik
Troy Herion
Nominiert für: MDR-Filmpreis, Preis der Interreligiösen Jury, FIPRESCI Preis
Tanz in der Dunkelheit 2022
Filmstill Cineforms
Cineforms Andrzej Pawłowski
Weiche Lichtwolken drehen sich, fächern sich auf und wechseln ihr Farbkleid: Pawłowskis kosmische „Luxogramme“ existieren nur in der Projektion mit einem raffinierten Linsensystem.
Filmstill Cineforms

Cineforms

Kineformy
Andrzej Pawłowski
Tanz in der Dunkelheit 2022
Performance-Aufzeichnung
Polen
1957
7 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Weiche Lichtwolken drehen sich, fächern sich auf und wechseln ihr Farbkleid: Pawłowski denkt mit seinen kosmischen „Luxogrammen“ den Serpentinentanz der Lumières radikal weiter und entmaterialisiert den Bewegungskörper. Er existiert weder auf einer echten Bühne noch in der Gestalt einer echten Tänzerin, sondern einzig und allein in der Projektion mit einem raffinierten System optischer Linsen.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Andrzej Pawłowski
Produktion
Andrzej Pawłowski
Hommage Mila Turajlić 2022
Filmstill Cinema Komunisto
Cinema Komunisto Mila Turajlić
Mila Turajlićs gefeierter Erstlingsfilm untersucht anhand der reichen, in Archiven bewahrten Filmgeschichte der Tito-Ära die Gründungs- und Selbstbehauptungsmythen Jugoslawiens.
Filmstill Cinema Komunisto

Cinema Komunisto

Cinema Komunisto
Mila Turajlić
Hommage Mila Turajlić 2022
Dokumentarfilm
Serbien
2010
101 Minuten
Serbisch
Untertitel: 
Englisch

Für den filmbegeisterten Marschall Tito, der seinen eigenen Vorführraum besaß und einen Projektionisten in Vollzeit beschäftigte, war das Kino auch ein Mittel, um das sozialistische Jugoslawien zu festigen. Die Filmemacherin Mila Turajlić wiederum, aufgewachsen in einem auseinanderbrechenden Staat, zieht in ihrem ersten langen Film den Reichtum und Glamour der jugoslawischen Kinematografie zu Rate, um die eigene Geschichte besser zu verstehen. In einer cleveren Montage von Interviews und Filmausschnitten erzählt sie von Nationenbildung und Bildern einer Nation, aber auch davon, wie der Untergang der Filmindustrie nach Titos Tod Vorbote des Untergangs ihres Landes wurde.

Christoph Terhechte

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Mila Turajlić
Kamera
Goran Kovacevic
Schnitt
Aleksandra Milovanovic
Produktion
Dragan Pesikan
Ton
Aleksandar Protić
Musik
Nemanja Morusovic