Eine alte Frau in ihren letzten Tagen bildet das Zentrum der Aufmerksamkeit für ihre Familie. Doch sie verblasst hinter der Fürsorge von Mann und Tochter, die eigene Probleme haben.
Sie bildet das Zentrum der Aufmerksamkeit, aber ist erschöpft vom Leben. Eine alte Frau in ihren letzten Tagen, bettlägerig und körperlich zu schwach, um zu ihrem Mann und ihrer Tochter sprechen zu können. Und so verblasst ihre Persönlichkeit hinter der Fürsorge ihrer Angehörigen und deren eigenen Problemen. Julia Orlik rückt die Frau mit berührender Puppengestaltung und einem minimalistischen Konzept auf beeindruckende Weise wieder in den Vordergrund.
Ein Haus an den Klippen, ein Vater, ein Sohn und ein Geschäft mit dem Eis. João Gonzalez’ atmosphärischer Animationsfilm entwickelt sich stilsicher zu einer Metapher über Familie.
An schweren Seilen, fest verankert im Stein des Felses, hängt ein Haus. Hoch oben in den Klippen, weit über der Stadt im Tal. Dort, in der Kälte, lebt ein Vater mit seinem Sohn. Regisseur João Gonzalez kommt in seiner 2D-Animation mit wenigen Farben aus. Umso atmosphärischer wirken seine Zeichnungen, mit den strengen Schatten und den extremen Kameraperspektiven. Ihm gelingt eine metaphorische Erzählung, die sich ohne Dialoge ganz auf ihren Sound und ihre Bilder verlassen kann.
Eine komplexe Verhandlung von Vergänglichkeit, Leben und Tod, geschaffen mit minimalistischen Mitteln und in animierter Form. Atmosphärisch, subtil und zugleich apokalyptisch.
Ein komplexes, atmosphärisches Universum hat Marta Pajek (digital) geschaffen – mit minimalistischen Mitteln und doch reich an Details. Referenzen auf die Zeitgeschichte treffen auf die Visionen einer erst geahnten, dystopischen Zukunft. Auf subtile, trotzdem fast brutale Weise wird uns die (eigene) Vergänglichkeit vor Augen geführt. Alternde Körper, alternde Ideen. Die Grande Dame des polnischen Films, Schauspielerin Anna Polony, singt zum Schluss: „… wann wird man je verstehen?“
Der sechs Jahrzehnte andauernde Wandel eines Häuserblocks, gezeigt anhand von kunstvoll montierten Archivaufnahmen. Von der Schönheit und Traurigkeit des menschengemachten Zerfalls.
In einem Augenblick – so der Titel des Films – vergehen 66 Jahre, zerfallen sieben Jahrhunderte aus Stein und anstelle einer Kirche entsteht eine Sparkasse. Aufgeteilt in sechs Kapitel und zwei halbe gelingt Jorge Moneo Quintana ein Kunststück in Sachen Archivarbeit, Montage und Tongestaltung. Organisch fügen sich die Bilder des in Wandlung befindlichen Häuserblocks aneinander und lassen das Publikum in ein angenehm nüchternes Nachdenken über die Schönheit und Traurigkeit von Zerfall versinken.
Flirrende 8mm-Bilder verleihen unserer Gegenwart etwas Vergangenes. Für I.O, ein Mädchen aus einer zukünftigen Gesellschaft, sind sie Erinnerungen an die Welt vor dem Klimawandel.
Flugzeuge in allen Größen, Jahrmärkte, Leuchtreklamen, protestierende Menschen, sich amüsierende Männer, Frauen und Kinder, wüstenähnliche Landschaften, städtische Ansichten – die flirrenden 8mm-Bilder entwickeln einen eigentümlichen Sog. Sie kommen aus unserer Gegenwart, wirken dennoch seltsam weit weg, vergangen. Es handelt sich um das visuelle Tagebuch von I.O, einem Mädchen, das in einem zukünftigen Überwachungsstaat lebt und sich an die Welt vor dem Klimawandel erinnert.