Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Retrospektive 2022

Erinnern heißt Leben

Róża Berger-Fiedler
Ein Gang über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee und durch die jüdische Geschichte der Stadt. Privates und Historisches, Vergangenes und Gegenwärtiges fließen ineinander.
Filmstill Remembering Means Living
Filmstill Remembering Means Living

Erinnern heißt Leben

Erinnern heißt Leben
Róża Berger-Fiedler
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1987
59 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Róża Berger-Fiedlers Gang über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee, das Grab der eigenen Großmutter suchend, wird auch zum Gang durch die vielfältige jüdische Geschichte der gesamten Stadt. Dazwischen: Impressionen der Chanukka-Festivitäten im „Nationalitätenrestaurant“ Café Moskau in der Ostberliner Karl-Marx-Allee, lichtdurchflutet und andächtig. Kunstvoll verwebt der Film Vergangenheit und Gegenwart aktiven jüdischen Lebens mit dem Gedenken an Vertreibung und Vernichtung, führt private und historische Perspektive zusammen und bewirkt so sensible Annäherung da, wo in der DDR lange formelle Distanz vorherrschte.
Felix Mende

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Regie
Róża Berger-Fiedler
Buch
Róża Berger-Fiedler
Kamera
Karl-Heinz Müller
Schnitt
Róża Berger-Fiedler
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Ton
Eberhard Schwarz
Retrospektive 2021

Es muß ein Stück vom Hitler sein

Walter Krüttner
Eine angriffslustige Dokumentarpolemik auf den Führertourismus am Obersalzberg. Die bundesdeutschen Behörden haben das pietätlose Treiben zwar untersagt, kassieren aber kräftig mit.
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Es muß ein Stück vom Hitler sein

Es muß ein Stück vom Hitler sein
Walter Krüttner
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1963
11 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Walter Krüttner gilt als der einzige Satiriker unter den Unterzeichnern des Oberhausener Manifests, das 1962 bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen verlesen wurde. Sein Film beginnt wie jene, denen die Oberhausener das Handwerk legen wollten: mit Ländlermusik und einem Zitat des Heimatdichters Ganghofer. „Herr, wen du liebst, den lässest du fallen in dieses Land.“ Krüttner beobachtet das touristische Treiben am Obersalzberg: Reiseführer führen Führerreisende durch die Nazibauten. Und Krüttner zählt nach, was die bundesdeutschen Behörden damit verdienen. Er selbst verdiente sich den „Silbernen Lorbeer“ des Deutschen Fernsehfunks, verliehen auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1963.
Sylvia Görke

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Regie
Walter Krüttner
Buch
Walter Krüttner
Kamera
Fritz Schwennicke
Produktion
Cineropa-Filmproduktion
Musik
Erich Ferstl
Retrospektive 2023

Exit

Małgorzata Bieńkowska-Buehlmann
Geflüchtete aus der DDR in Warschau, kurz vor dem Fall der Mauer. Emotionale Schicksale, ungefiltert. Die Interviews gerieten in Vergessenheit und wurden erst 20 Jahre später wiederentdeckt.
Filmstill Exit
Filmstill Exit

Exit

Wyjście
Małgorzata Bieńkowska-Buehlmann
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
Polen
1991
29 Minuten
Polnisch,
Deutsch
Kurz vor dem Fall der Mauer fliehen Zehntausende DDR-Bürger*innen in den Westen, die meisten über Ungarn. Viele stranden in den westdeutschen Botschaften von Prag und Warschau. In Polen wurden Geflüchtete aus der DDR interviewt – sie berichten offen und emotional von ihren Schicksalen. Das Filmmaterial geriet in Vergessenheit und wurde erst 20 Jahre später wiederentdeckt.
Katharina Franck, Andreas Kötzing

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Regie
Małgorzata Bieńkowska-Buehlmann
Kamera
Andrzej Adamczak
Schnitt
Katarzyna Rudnik
Produktion
Wytwórnia Filmów Dokumentalnych
Ton
Ryszard Krupa
Retrospektive 2024

Farbtest. Die Rote Fahne

Gerd Conradt
Er trägt eine Fahne, und diese Fahne ist rot: 1968 beteiligt sich Holger Meins in Westberlin an diesem studentischen Fahnenlauf, 1970 schließt er sich der RAF an und taucht unter.
Filmstill Color Test. The Red Flag
Filmstill Color Test. The Red Flag

Farbtest. Die Rote Fahne

Farbtest. Die Rote Fahne
Gerd Conradt
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1968
13 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Eine Übung zum Thema „Farbe“ in der Klasse von Michael Ballhaus an der DFFB in Westberlin schrieb Kino- und Subversionsgeschichte. Im Rückblick avanciert die Miniatur ohne Ton zum gehetzten Dokument einer Aufbruchsbewegung, die verbrecherische Kräfte entwickeln sollte. Fünf Jahre nach JFKs Blockbindungsbekenntnis „Ich bin ein Berliner“, kurz nach der Ermordung von Benno Ohnesorg, wenige Monate vor dem Attentat auf Rudi Dutschke wurde am 18. Januar 1968 gedreht. Regisseur in Ausbildung Gerd Conradt sowie vierzehn Kommilitonen und Freunde veranstalteten einen Staffellauf aufs Rathaus Schöneberg, um dort die rote Fahne zu hissen. Schlussläufer ist Kamera-Student Holger Meins, später Terrorist der Rote Armee Fraktion, der sich 1974 in der Justizvollzugsanstalt Wittlich zu Tode hungerte.
Sylvia Görke

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Regie
Gerd Conradt
Kamera
Charles Völsen
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Retrospektive 2022

Frauen in Neuruppin

Karola Hattop
Ein unbedarft aufdringlicher Reporter reist in die Provinz, um herauszufinden, wie es mit der Gleichberechtigung in der Praxis aussieht. Ein Filmkuriosum von erhellender Absurdität.
Filmstill Women in Neuruppin
Filmstill Women in Neuruppin

Frauen in Neuruppin

Frauen in Neuruppin
Karola Hattop
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1972
29 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Den vielen medial vermittelten Bildern von selbstbewusst werktätigen Frauen und den Männern, die sie unterstützen, stellt Karola Hattop einen unbedarften Reporter gegenüber, der herausfindet, dass es mit der Gleichberechtigung in der Praxis oft noch so eine Sache ist. Durchaus aufdringlich sucht er dabei Frauen im Frisiersalon und in der Abteilung für Umstandsmode auf, setzt sich zu Funktionären in den Wagen, sprengt Hochzeitsfeiern und schmuggelt sich unter Museumsführungen für Kinder. Ein aufschlussreiches Kuriosum voller salopp eingefangener Alltagstristesse, wie sie in Hochschulfilmen oft besser zur Geltung kommen konnte als in vergleichbaren DEFA-Produktionen.
Felix Mende

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Regie
Karola Hattop
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR
Retrospektive 2024

Für die Palästinenser

Edna Politi
1974, palästinensischer Alltag in Israel und im Westjordanland, wirtschaftliche und politische Ohnmacht – dokumentiert von einer Israelin, die überzeugen will: von der dringenden Notwendigkeit des Dialogs.
Filmstill For the Palestinians
Filmstill For the Palestinians

Für die Palästinenser

Für die Palästinenser
Edna Politi
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1973
85 Minuten
Arabisch,
Deutsch,
Hebräisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice), Deutsch
Worte des Dichters Mahmoud Darwisch eröffnen diesen Film: „Ich hasse niemanden, ich raube niemanden, aber wenn ich verhungere, esse ich das Fleisch meiner Mörder. Hüte dich, hüte dich also vor meinem Hunger, hüte dich vor meinem Zorn.“ Dann kommt der Titel, dann der Untertitel: „Eine Israelin erzählt“. Sie heißt Edna Politi, wurde im Libanon geboren, emigrierte nach Israel und wurde 1971 an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Westberlin aufgenommen. Politis Studienarbeit klärt auf: Woher kommt die palästinensische Wut, die Verzweiflung? Sachlich und sorgfältig trägt sie Alltagsanschauungen, Zahlen und Fakten zusammen, um auf die Mechanismen der wirtschaftlichen und politischen Entrechtung des palästinensischen Volkes aufmerksam zu machen. Sie will überzeugen, nicht überreden.
Sylvia Görke

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Regie
Edna Politi
Buch
Edna Politi
Kamera
Edna Politi
Schnitt
Edna Politi
Produktion
DFFB Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
Ton
Gad Freudenthal
Musik
Mohammed Askari
Retrospektive 2024

Hello Cubans

Agnès Varda
Die Grande Dame der französischen Nouvelle Vague verbrachte den Jahreswechsel 1961/62 in Kuba. Mit einem Fotofilm voller Cha-Cha-Cha und fröhlichem Sozialismus kehrte sie nach Europa zurück.
Filmstill Hello Cubans
Filmstill Hello Cubans

Hello Cubans

Salut les Cubains
Agnès Varda
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Frankreich,
Kuba
1963
30 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Zum Jahreswechsel 1961/62 reiste Agnès Varda nach Kuba. Ihr zeigte sich ein Land, das Marx und Lenin in den karibischen Alltag überführte. Cha-Cha-Cha gehörte dazu, aber auch Automobile à l’américaine. An ihrem Pariser Tricktisch animierte Varda die mitgebrachten Schwarz-Weiß-Fotografien zu einem beinahe übermütig springenden Fotofilm. Chris Marker, ihr Vertrauter aus dem Rive-Gauche-Kreis der französischen Nouvelle Vague, hatte dieser filmischen Form gerade eben den Weg bereitet. Auch die Begeisterung für die Kubanische Revolution teilten sie – schließlich sogar ein bisschen Leipziger Festivalerfahrung: 1964 gewann Vardas bewegte Fotomontage die Silberne Taube. Ob trotz oder wegen der leisen Ironie, mit der sie auf diesen etwas improvisiert wirkenden Sozialismus schaut?
Sylvia Görke

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Regie
Agnès Varda
Schnitt
Janine Verneau
Produktion
Société Nouvelle Pathé-Cinéma, Ciné-Tamaris
Sprecher*in
Agnès Varda, Michel Piccoli
Retrospektive 2022

Hinter den Fenstern

Petra Tschörtner
Drei Ehepaare aus unterschiedlichen Milieus, vereint hinter den Fenstern desselben Potsdamer Hochhauses – und in Petra Tschörtners Interviewfilm über Sehnsucht, Krise und Familie.
Filmstill Behind Windows
Filmstill Behind Windows

Hinter den Fenstern

Hinter den Fenstern
Petra Tschörtner
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1984
43 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Erst nach der Trennung von ihrem Mann sagt ihr ein anderer, wie wertvoll sie ist: Familie Chladek, sie Lehrerin, er Student. Die ersten Jahre habe es eigentlich nur gekracht: Familie Surau, er Klempner, sie Postangestellte. Sollte sie sich abends wirklich fortbilden wollen, dann könne er das nicht akzeptieren: Familie Lehmann, er Schlosser, sie Dozentin. Drei Ehepaare um die dreißig leben in jenem Potsdamer Hochhaus, hinter dessen Fenster Petra Tschörtner für ihren Abschlussfilm geblickt hat. Lange Interviews, die sofort die Oberfläche durchdringen, so aufschlussreich wie bedrückend – und bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen prompt mit einem Preis ausgezeichnet.
Carolin Weidner

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Regie
Petra Tschörtner
Buch
Petra Tschörtner, Fritz-Martin Barber
Kamera
Peter Ziesche
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR
Retrospektive 2022

Hokuspokus Fidibus

Bärbl Bergmann
Tief beeindruckt von einer Zaubershow begeben sich zwei Jungen auf die lehrreiche Suche nach dem Magier: ein geheimnisvoller Film darüber, dass es keine Geheimnisse gibt.
Filmstill Hocus-Pocus Fidibus
Filmstill Hocus-Pocus Fidibus

Hokuspokus Fidibus

Hokuspokus Fidibus
Bärbl Bergmann
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1957
15 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Als erste Spielfilmregisseurin der DDR porträtierte Bärbl Bergmann in Werken wie „Rüpel“ (1962) Kinder in ihrem oft erbarmungslosen, aber auch aufrichtigen Umgang untereinander, wie es im Dokumentarfilm zu jener Zeit kaum möglich war. Doch auch den populärwissenschaftlichen Film wusste sie als Schule dafür zu nutzen, pädagogische Ziele mit kreativer Eigensinnigkeit zu verfolgen. So ist ihr Lehrstück über zwei Jungen, die herausfinden, dass auch hinter Magie harte Arbeit steckt, bei aller Rationalität keineswegs entzaubernd: Zu ihrer Erkenntnis gelangen die Protagonisten auf Umwegen, die sie durch geheimnisvolle Korridore, verstohlen durchblickte Schlüssellöcher und betörende Träume führen.
Felix Mende

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Regie
Bärbl Bergmann
Buch
Bärbl Bergmann
Kamera
Ernst Laude
Schnitt
Christel Wolfrum
Produktion
DEFA-Studio für populärwissenschaftliche Filme
Musik
Heinz Vogt
Retrospektive 2024

Ich bin Ernst Busch

Sebastian Eschenbach, Peter Voigt
Der Brecht-Schüler und Multikünstler Peter Voigt setzt der vielleicht stärksten Stimme der antifaschistischen Propaganda ein filmisches Denkmal: Ernst Busch in Liedern, Stein und Zorn.
Filmstill I Am Ernst Busch
Filmstill I Am Ernst Busch

Ich bin Ernst Busch

Ich bin Ernst Busch
Sebastian Eschenbach, Peter Voigt
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Deutschland
2000
58 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ernst Busch wurde zur Ikone des antifaschistischen Klassenkampfes stilisiert – von der DDR, vielleicht auch ein bisschen von sich selbst. Schon in den 1920er Jahren stieg er zum Film- und Theaterstar auf und machte aus seiner linken Gesinnung kein Geheimnis. Sein Einsatz als Ermutigungssänger bei den Brigaden der Kommunistischen Internationale im Spanischen Bürgerkrieg, seine Verfolgungsgeschichte unter dem Nazi-Regime machten ihn zu einem Mythos mit revolutionärem Stallgeruch. Das Porträt, das ihm der multibegabte Regiepoet Peter Voigt widmet, enthüllt Ernst Buschs Absturzgeschichte. Denn auch gegen die SED-Parteibürokratie zog er regelmäßig in den Kampf. Schmeicheleien, Herabsetzungen, entzogene und wieder ausgehändigte Parteibücher … Die DDR war manchmal zum Verrücktwerden.
Sylvia Görke

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Regie
Sebastian Eschenbach, Peter Voigt
Buch
Peter Voigt
Kamera
Christian Lehmann, Gunther Becher
Schnitt
Thomas Malz
Sprecher*in
Klaus Löwitsch, Peter Voigt
Produktionsfirma
Tele Potsdam, SFB Sender Freies Berlin
Retrospektive 2022

Ich war einmal ein Kind

Tamara Trampe
So behutsame wie hellsichtige Alltagsbeobachtungen in einem Kindergarten: kindliche Fabulierfreude zwischen freier Entfaltung und der Einordnung ins gesellschaftliche Regelwerk.
Filmstill Once I Was a Child
Filmstill Once I Was a Child

Ich war einmal ein Kind

Ich war einmal ein Kind
Tamara Trampe
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1986
17 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Die Interviews, die Tamara Trampe in einem Pankower Kindergarten führt, zeugen von dem seltenen Versuch, sich ganz auf die Erfahrungswelt der jungen Befragten einzulassen, ihren Erzählungen einen Raum zu geben, in dem sich Realität und Fantasie, Sorgen und Wünsche frei durchmischen können. Ein Raum, der im Kindergartenalltag nicht immer gegeben ist, wie der Film auch nach der Entschärfung durch die DEFA-Zensur wie beiläufig durchblicken lässt: Toiletten ohne Türen, gespenstische Geburtstagsfeiern und freundliche, aber unmissverständliche Maßregelungen, wenn die Kinder in die Grammatikübung zu viel Dialekt einbringen oder beim Soldatenmalen nicht wirklichkeitsgetreu genug arbeiten.
Felix Mende

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Regie
Tamara Trampe
Buch
Tamara Trampe
Kamera
Thomas Plenert
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Ton
Peter Dienst, Eberhard Pfaff
Konzept
Annerose Richter
Retrospektive 2022

Jung sein – und was noch?

Gitta Nickel
Die Jugendbrigade der Volkswerft Stralsund leistet, trotz ideologischer Mängel, Hervorragendes. Dennoch wird die Stadt zum Brennpunkt sozialistischer Wertschöpfungsverhältnisse.
Filmstill To Be Young, and What Else?
Filmstill To Be Young, and What Else?

Jung sein – und was noch?

Jung sein – und was noch?
Gitta Nickel
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1977
49 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Hoch im Norden, in der Volkswerft Stralsund, trifft Gitta Nickel eine Jugendbrigade, deren Mitglieder sich unverblümt äußern: „Ich bin jetzt 27 Jahre alt. An meinem eigenen Beispiel kann ich sagen: außer Arbeit nichts gewesen, wirklich nichts. Das kann ich wirklich von mir stock und steif behaupten.“ Stralsund als Brennpunkt sozialistischer Wertschöpfungsverhältnisse: Zwar wird alle zwei Wochen ein Schiff fertiggestellt, jedoch keine Wohnungen, und an Freizeitangeboten mangelt es gleich ganz. Der Befund: Lebensqualität und Leistung stehen in keiner guten Relation zueinander. Der Zusammenhalt in der Brigade ist dennoch groß, auch wenn es, wie einige befinden, auf „ideologischem Gebiet“ noch hapert.
Carolin Weidner

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Regie
Gitta Nickel
Kamera
Niko Pawloff
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Ton
Andreas Walter
Retrospektive 2022

Kinder kriegen?

Sibylle Schönemann
Ausgehend von verschiedenen Lebenssituationen und privaten Umständen bearbeitet Sibylle Schönemann das komplexe Thema Schwangerschaftsabbruch als ästhetisch ambitionierte Collage.
Filmstill Having Babies?
Filmstill Having Babies?

Kinder kriegen?

Kinder kriegen?
Sibylle Schönemann
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1976
18 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
In Sibylle Schönemanns Film zum Thema Schwangerschaftsabbruch kommen sowohl junge als auch ältere Frauen zu Wort, solche, die von ihrem Partner zur Abtreibung gezwungen wurden, und andere, die sich trotz prognostizierter Schwierigkeiten für eine Austragung entschieden haben. In der Art einer Collage gearbeitet, wechselt eine Gesprächsrunde mit stilisierten Passagen, während die Kamera auch Momente in einer Klinik kurz vor und nach dem Eingriff zeigt. Der Gestus schwankt zwischen Dramatik und Lebensbejahung. Auf liberale Perspektiven wird, bis auf eine Ausnahme, verzichtet. Dem komplexen Gegenstand hätte sich Schönemann, gemeinsam mit Tamara Trampe, beinahe auch in einem Spielfilm gewidmet.
Felix Mende

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Regie
Sibylle Schönemann
Kamera
Klemens Peisker
Schnitt
Silvia Roeser
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR
Ton
Andreas Walter
Retrospektive 2021

Memento

Karlheinz Mund
Jüdische Friedhöfe in Berlin erinnern an Menschen und all jene Orte, an denen sie ausgelöscht wurden. Die antisemitischen Grabschändungen in Ostberlin wollte man auch auslöschen.
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Memento

Memento
Karlheinz Mund
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
DDR
1966
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Nach dem Studium an der Deutschen Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg drehte Karlheinz Mund diese dokumentarische Begehung jüdischer Friedhöfe in Berlin. Die Grabsteine bewahren die Namen berühmter und unbekannter Menschen vor dem Vergessen. Sie bewahren ihre Sterbeorte, die zwischen Berühmten und Unbekannten keinen Unterschied machten: Auschwitz, Mauthausen. Als die Westdeutschen Kurzfilmtage Munds Film zu sich einluden, erwirkten die zuständigen Gremien dann doch eine Unterscheidung: Die der westdeutschen Presse entnommenen Bilder von antisemitischen Grabschmierereien durften bleiben, die in Ostberlin gefilmten Aufnahmen gleichen Inhalts mussten für die Kinozulassung in der DDR weichen.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Karlheinz Mund
Buch
Karlheinz Mund, Bodo Schulenburg
Kamera
Christian Lehmann, Werner Kohlert
Schnitt
Inge Dochow
Ton
Rolf Rolke, Otto Koch
Sprecher*in
Hilmar Thate, Hans Hardt-Hardtloff
Retrospektive 2023

Mind the Steps!

István Orosz
Einsamkeit und Bedrohung, übersetzt in surreale Bilder, in denen die beklemmende ungarische Lebensrealität im Kommunismus der 1980er Jahre allegorisch auf den Volksaufstand von 1956 trifft.
Filmstill Mind the Steps!
Filmstill Mind the Steps!

Mind the Steps!

Vigyázat, lépcső!
István Orosz
Retrospektive 2023
Animationsfilm
Ungarn
1989
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Ein Gefühl der Angst macht sich breit: In einem Wohnhaus folgen die Treppen keiner Logik, Männer verirren sich mit einem Schrank, alle Menschen sind einsam. Die surreale Bedrohung wird plötzlich real, als an der Tür die Sicherheitsbehörden läuten: „Csengőfrász“, das Symbol für die willkürliche Verhaftung vermeintlich staatsfeindlich gesinnter Bürger*innen aus der Zeit des Volksaufstandes in Ungarn.
Katharina Franck, Andreas Kötzing

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
István Orosz
Kamera
Zoltán Bacsó
Schnitt
Magda Hap
Retrospektive 2023

Noticiero ICAIC Latinoamericano, No. 422

Santiago Álvarez
Fidel Castro kommentiert die Vorgänge um den Prager Frühling – mit überraschend kritischen Worten. Der Wochenschaubericht wurde 1968 aus dem Leipziger Festivalprogramm genommen.
Filmstill Noticiero ICAIC Latinoamericano, No. 422
Filmstill Noticiero ICAIC Latinoamericano, No. 422

Noticiero ICAIC Latinoamericano, No. 422

Noticiero ICAIC Latinoamericano, No. 422
Santiago Álvarez
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
Kuba
1968
14 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Im September 1968 kommentiert Fidel Castro die Niederschlagung des Prager Frühlings mit überraschend kritischen Worten. Seiner donnernden Rede schickt er voraus, dass sie die Sicherheit Kubas gefährden könne. Obwohl Santiago Álvarez Ehrengast beim Leipziger Festival war, wird der Wochenschaubericht aus dem Programm genommen. In dieser Retrospektive wird er nach langer Recherche erstmals in Leipzig zu sehen sein.
Katharina Franck, Andreas Kötzing

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Santiago Álvarez
Produktion
Instituto Cubano de Arte e Industria Cinematográficos ICAIC