Das Videotagebuch einer Kyjiwer Künstlerin, die angesichts des Kriegsalltags zwischen Angst, Agonie und Aktionismus schwankt. Dafür findet sie berührende Worte und Bilder.
Mit diesem persönlichen Videotagebuch aus Kyjiw gelingt es der Künstlerin Hanna Trofimova, ein Stück weit nachvollziehbar zu machen, wie der Krieg das Leben und den Alltag infiltriert und zerstört – selbst dann, wenn die eigene Wohnung noch nicht durch eine Bombe getroffen wurde. Bilder aus der beklemmenden „Normalität“ zwischen Sirenenalarm und Explosionen verbinden sich mit den berührenden Worten einer jungen Frau, die versucht, sich und ihr Dasein nicht ganz an die neue Realität zu verlieren.
Eine Mutter, eine Tochter, ihre enge Verbindung und die Frage, weshalb Sex seltsame Dinge mit Menschen macht. Die filmische Aufarbeitung eines Traumas: mit Showeinlagen.
„Sex macht seltsame Dinge mit den Menschen!“ Dieser Satz aus der Kindheit hallt nach. Was meinte ihre Mutter damit? Welche Ängste hat sie an Emma weitergegeben? Die angehende Filmemacherin stellt die Kamera in der Wohnung der Mutter auf, lädt deren Freundinnen ein, schafft eine offene Gesprächsatmosphäre. Mehr und mehr öffnet sich Coby, spricht ein verdrängtes Thema an. Gleichzeitig kann sie sich vor dem Objektiv der Tochter in Show- und Tanzeinlagen auch von einer ganz anderen Seite zeigen.
Der Lebensentwurf eines jungen Filmemachers prallt auf die Erwartungen der Mutter und der chinesischen Gesellschaft. Eine filmische Auseinandersetzung in leuchtenden Super-8-Bildern.
Der Sommer nach Abschluss der Uni: Eigene Lebensentwürfe und Erwartungen der Elterngeneration prallen aufeinander. Während Shuli seine Freunde mit einer Super-8-Kamera filmt, wünscht sich seine Mutter nichts sehnlicher, als dass er heiratet. Dass ihr Sohn Männer liebt und seit Jahren in Beijing mit seinem Freund zusammenlebt, darüber schweigt sie beharrlich. Ein ohrenbetäubendes Schweigen. Über beschauliche Familienbilder legt sich eine längst überfällige Auseinandersetzung.
Ästhetisch an das Fragmentierende der 1990er Jahre angelehnt, (de-)konstruiert Young das Bild einer brisanten politischen Figur, die nun endgültig Geschichte werden soll.
Das Erbe der 1990er Jahre wird hier auf eine originelle Art untersucht: Ben Young zeichnet in seinem experimentellen Kurzfilm die Figur des damaligen US-Präsidenten – den er einmal sogar persönlich in Louisville, Kentucky, getroffen haben soll – als Folie für die fragwürdigen politischen Entwicklungen, die Anfänge einer globalisierten Welt und eine Gesellschaft, die von kollektiver Amnesie geprägt ist. Eine intelligente, witzige und sehr persönliche Abrechnung des Regisseurs mit Bill Clinton.
Michaela Schwentner geht dem Phänomen Autismus-Spektrum-Störung (auch Asperger-Syndrom genannt) auf erfrischend verständnisvolle und hellsichtige Art und Weise auf den Grund.
Die Mengenlehre, ein Grundstein der Mathematik, dient hier als Metapher für „soziale Gefüge als räumliche Anordnung“, wie bereits die erste Sequenz des Films verrät. Die visuelle Spielerei wird zunächst zur Erkundung der Zwei- und Dreidimensionalität, bis sie sich schließlich als fundierte Reflexion gesellschaftlicher Machtverhältnisse entpuppt. Die Suche nach einer vermeintlich richtigen „Ordnung der Dinge“ triggert das Zwanghafte bei manch Zuschauenden. Wer hat (keine) Angst vorm Anderssein?