Weit streckt sie die Arme aus: Für den Übertritt von der unerträglichen Wirklichkeit in den Traum braucht es manchmal nur ein Fingerschnipsen, ein anderes Mal mehrere Liegestütze.
Weit streckt sie die Arme aus: „Ich will nach Hause gehen, träumen“. Für den Übertritt von der unerträglichen Wirklichkeit in die magische Welt braucht es manchmal nur ein Fingerschnipsen, ein anderes Mal mehrere Liegestütze. Gudrun Krebitz’ poetische Arbeit aus Video und Animation empfiehlt, die Grabplatte wegzuschieben und in das Unterbewusstsein hinabzusteigen: mit Übermalungen und Überblendungen.
Ein stillgelegter Vergnügungspark bietet für Jugendliche in Casablanca einen klandestinen realen Rückzugsort. Sie haben sich für die Kamera in Tableaux vivants aufgestellt.
Ein stillgelegter Vergnügungspark bietet für Jugendliche in Casablanca einen klandestinen realen Rückzugsort. Digital entfliehen sie der restriktiven Gesellschaft ins Internet, um internationale Trends aufzusaugen und sich selbst darzustellen. Eine Kamera durchschwebt die Tableaux vivants, in denen sie sich aufgestellt haben. Ihre Blicke sind eingefroren, die selbstgewählten Posen wirken wie untot.
Ein Hochspannungsmast wedelt mit seinen Tentakeln. Der Blick versucht, ein Linienwirrwarr zu ordnen, und skizziert neu, was sich aus den Resten der Wahrnehmung zusammenfügen lässt.
Der Blick schweift an Bäumen entlang und versucht, nahe und ferne Zweige optisch zu ordnen. Ein Linienwirrwarr lässt skizzenhaft zurück, was ist, und hält skizzenhaft fest, was aus den Resten der Wahrnehmung zusammengefügt werden kann. Mit digitalem Knacksen erobern handgezeichnete Striche die dritte Dimension. Ein Hochspannungsmast wedelt mit seinen Tentakeln.
Die Filmprojektion einer Frau am Wasser. In „ihrem Rücken“ der Schatten einer weiblichen Gestalt, die mit ihren Händen golden strahlende Punktwolken und Strichballen in das Filmbild zaubert.
Eine Filmprojektion zeigt eine Frau, die am Wasser sitzt. In „ihrem Rücken“ der Schatten einer weiblichen Gestalt, die mit ihren Händen golden strahlende Punktwolken und Strichballen in das Filmbild zaubert und es sogar auszulöschen vermag. Der magische Trailer für das Festival „Tricky Women“ entstand durch die manuelle Bearbeitung von Bild- und Tonsequenzen, die Moïa Jobin-Paré als Artist in Residence in Wien aufnahm.
Ein computeranimierter Musikclip zu dunklen Breakcore-Beats zelebriert Effekt und Mystik. Doch plötzlich offenbaren sich die Schürfwunden einer verletzlichen digitalen DNA.
Keltische Kultstätten kommunizieren effektvoll mit dem Kosmos, das irdische Dunkel wird von Energiefeldern und Sonnenstrahlen aufgewühlt. Schon in einer seiner frühesten Arbeiten – einem Clip für den Breakcore-Pionier Venetian Snares – zersetzt David OReilly den Mythos einer homogenen CGI-Welt und offenbart die Schürfwunden einer verletzlichen digitalen DNA.
Eine Instagram-Nutzeroberfläche kräuselt sich, wird anmutiger Feedback-Wirbel und macht sich virtuell interessant. Ihr Bildmotiv: die Abwesenheit eines fotografischen Objekts.
Eine Instagram-Nutzeroberfläche kräuselt sich, wird Feedback-Wirbel und macht sich virtuell interessant. Jedes Segment ist eine ästhetisch arrangierte Wiederholung. Kurz erhascht der Blick den vermeintlichen Bildinhalt: In einem Filmstudio lauern Equipment und ein weißer Hintergrund auf ihr fotografisches Objekt. Sie inszenieren Abwesenheit als Motiv, das den eitlen Social-Media-Kanal füttert.
Zu den Pop-Beats von Vonfelt fliegen Lichter der nächtlichen Großstadt vorbei und bilden einen Sog aus Farben und Formen. Mit diesem animierten Soundtrack kann die Flucht vor den Dingen gelingen.
Um den Dingen entfliehen zu können, benötigt es Schwung. Vonfelt packt die dafür nötige Energie in nicht aufzuhaltende Pop-Beats und Sprachbilder. In der Kulisse aus vorbeifliegenden nächtlichen Großstadtlichtern inszeniert Michelle Brand einen erfrischend dynamischen Sog aus sich verlierenden Formen und intensiven Farben. Im Rausch der Beschleunigung lässt man sich sanft und mit einem Lächeln fallen.
André Eckardt
Credits
Regie
Michelle Brand
Produktion
Stink Films
Musik
Vonfelt
Animation
Michelle Brand, Toby Auberg, Lisa Cruz, Camille Gibut
Kugel, Quader und Kartoffelfigur trödeln auf dem Spielplatz des grauen Alltags herum, legen ihr Können zusammen und hüpfen in einen psychedelischen Kosmos, in dem sie miteinander verschwimmen.
Kugel, Quader und Kartoffelfigur trödeln auf dem Spielplatz des grauen Alltags herum. Nach einem buchstäblichen Kurz-Trip des kugeligen Gesellen in den bunten psychedelischen Kosmos, in dem Farben und Formen verschwimmen, gilt es nur noch, auch die Freunde mitzunehmen. Die drei legen all ihr Können zu einem Gummiball zusammen und springen in die neue zeitlose Welt.