Fighter

Fighter

Dokumentarfilm
Deutschland
2016
103 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Erik Winker, Martin Roelly (CORSO Film)
Susanne Binninger
Jörg Follert
Marcus Lenz
Chris Wright
Susanne Binninger
Alexander Czart
Die Kampfnamen lauten „Big Daddy“, „Leon“ oder „Warrior“. Ihre Arena ist der Käfig. Sie sind „Fighter“. Es ist eine sehr eigene Welt, in die uns Susanne Binninger entführt. Nichts für Schwächlinge. Mixed Martial Arts (MMA) verbindet Ringen, Kickboxen und Karate zu einer Sportart, in der getreten, gehauen und auch noch im Liegen auf den Gegner eingeschlagen wird. Nicht selten enden die Kämpfe blutig, was das Feuilleton seit jeher unappetitlich findet. Aber was reizt Männer daran, in einem Käfig aufeinander loszugehen?

Dieser Frage folgt die Regisseurin in Form einer sehr persönlichen, unaufdringlichen und atmosphärisch stimmigen Beobachtung, in deren Mittelpunkt die drei Kämpfer stehen. Andreas „Big Daddy“ hat darauf eine ehrliche Antwort: Aggression sei Teil der menschlichen Natur und es gäbe in unserem Leben keine andere Möglichkeit als den Kampf Mann gegen Mann, um sie auszuleben. Das Duell als ursprünglichste spirituelle Erfahrung, um herauszufinden, wie der Mensch funktioniert. Leon und The Warrior, beide wie Big Daddy mit Migrationshintergrund, drücken sich nicht so geschliffen aus, meinen aber dasselbe. Dazu gehört der tägliche Kampf gegen den inneren Schweinehund. Gegen Nuss-Nougat-Creme und andere süße Versuchungen, gegen die Proteine, gegen die Waage. MMA ist ein ständiges Spiel aus Offensive und Defensive. So wie unser aller Leben, wenn wir dessen Einmaligkeit nur ernst nehmen würden.

Matthias Heeder



Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2016