Die Gewinnerfilme des Doc Alliance Award 2026 wurden heute bei der Preisverleihung während des Doc Day Lunch im Rahmen des Marché du Film in Cannes bekannt gegeben.
Der mit 5.000 Euro dotierte Doc Alliance Award für den besten Langfilm ging an „The Case Against Space“ (UK/Frankreich) by Graeme Arnfield. Darin rekonstruiert Arnfield den weltweit ersten Streik im All im Jahr 1973 – auf Grundlage von Gesprächsprotokollen mit dem Kontrollzentrum auf der Erde – und zeichnet ein ikonoklastisches Porträt des Astronauten als überlasteten Arbeiter.
„Dieser Film knüpft zwar an die früheren Arbeiten des Filmemachers mit Found Footage an, stellt jedoch einen Schritt in eine neue Richtung dar. Formal mutig setzt er auf eine klaustrophobische Lo-Fi-Ästhetik, die die menschlichen Zeugnisse in den Vordergrund rückt“, lobte die Jury.
Der mit 3.000 Euro dotierte Doc Alliance Award für den besten Kurzfilm ging an „Some of You Fucked Eva“ (Frankreich) von Lilith Grasmug – die Geschichte einer typischen Cheerleaderin und des sozialen sowie kulturellen Mikrokosmos einer amerikanischen Highschool, erzählt durch eine Montage von YouTube-Videos.
„Sämtliche Bilder stammen aus dem Internet und wurden gekonnt verfremdet und neu arrangiert, um eine Atmosphäre zu schaffen, die von den Ängsten und Leidenschaften von Jugendlichen durchdrungen ist. Der Film greift filmische Konventionen auf, die von Highschool-Filmen bis hin zu David Lynch reichen und entwickelt dabei eine fesselnde und eindringliche Erzählung“, so die Jury.
Darüber hinaus erhielt der lange Dokumentarfilm „Fantasy“ (Fantaisie | Frankreich) von Isabel Pagliai eine Lobende Erwähnung der Jury in Anerkennung der „einzigartigen Fähigkeit der Regisseurin, unvergessliche Bilder zu erschaffen“.
Zur Jury gehörten Wouter Jansen (CEO von Square Eyes), Maria Palacios Cruz (Festivalleiterin des Open City Documentary Festival) sowie der Filmkritiker, Filmemacher und Produzent Mark Peranson.
Doc Alliance unterstützt aufstrebende Talente des europäischen Dokumentarfilms. Die Aktivitäten des Netzwerks zielen darauf ab, ihre Werke sichtbarer zu machen und ihre Position als Künstler*innen, die finanzielle Unterstützung für kommende Projekte suchen, zu stärken. Teil des Netzwerks sind sieben europäische Festivals: CPH:DOX, Doclisboa, DOK Leipzig, FIDMarseille, Ji.hlava IDFF, Millennium Docs Against Gravity FF und Visions du Réel. Das Partnerfestival 2026 ist Golden Apricot Yerevan International Film Festival. Jedes der Festivals zeigt bei seiner nächsten Ausgabe eine Auswahl der 16 nominierten Filme.
Jurybegründung – Bester Langfilm (im Original):
The Doc Alliance Award goes to a film that combines extensive research with speculative interpretation. Whilst drawing on the filmmaker’s previous work with found footage, this film represents a step in an equally uncompromising new direction. Formally bold, it commits to a claustrophobic lo-fi aesthetic that foregrounds the human testimonies.
Jurybegründung – Bester Kurzfilm (im Original):
We decided to award a film in which a character recalls a moment of collective hysteria at her high school. All the images are sourced from pre-existing archive taken from the internet, and skilfully distorted and re-arranged to build an atmosphere steeped in teen angst. The film recalls cinematic conventions from high school movies to David Lynch, and manages to built a compelling and gripping story.
Jurybegründung – Lobende Erwähnung (im Original):
An unconventional yet focused documentary portrait that immerses the viewer into a literally dark and psychologically disturbing reality, guided by a director with the unique ability to create inedible and unforgettable images.
Weitere Informationen zum Doc Alliance Award: docalliance.org
Weitere Informationen zum Gastfestival 2026: Golden Apricot IFF