DOK LEIPZIG 28. OKTOBER – 3. NOVEMBER 2019
62. Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm
DOK Leipzig 28 October – 3 November 2019
62nd International Leipzig Festival for Documentary and Animated Film
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Impressum

Preisträger

Preisträger 2019

INTERNATIONALER WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Goldene Taube

Goldene Taube
Goldene Taube INTERNATIONALER WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Audrius Mickevičius, Nerijus Milerius für den Film Exemplary Behaviour Pavyzdingas elgesys (Litauen, Slowenien, Bulgarien, Italien 2019)

 

Jurybegründung

In unseren dunkelsten Stunden erkennen wir, wer wir wirklich sind, und das Licht der Menschlichkeit strahlt am hellsten. Elegant und respektvoll erzählen die Filmemacher eine unerwartete Geschichte von Wiedergutmachung. Für das tiefgründige und menschliche Porträt des Lebens hinter Gittern erhalten Audrius Mickevičius und Nerijus Milerius die Goldene Taube Internationaler Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm für Exemplary Behaviour.

  

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in Verbindung mit 10.000 €, gestiftet vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR)


Jurymitglieder: Goran Dević (Kroatien), Iris Elezi (Albanien), Jacqueline Zünd (Schweiz)

INTERNATIONALER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

GOLDENE TAUBE KURZER DOKUMENTARFILM

GOLDENE TAUBE KURZER DOKUMENTARFILM
GOLDENE TAUBE KURZER DOKUMENTARFILM INTERNATIONALER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Elena Kondrateva für den Film Puberty Perekhodnyj vozrast (Russland 2019)

 

Jurybegründung

Die Goldene Taube kurzer Dokumentarfilm geht an Elena Kondrateva für Puberty. Der Film zeigt Menschen ungewöhnlich nah, die man sonst eher nicht auf der Leinwand sieht. Es ist die Geschichte einer Frau, die in mehr als einer Hinsicht Grenzen zu überwinden sucht. Puberty traut sich, sowohl auf visueller als auch auf emotionaler Ebene, vollkommen ehrlich zu sein.

 

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in Verbindung mit 5.000 €

Jurymitglieder: Jennifer Lynde Barker (USA), Mait Laas (Estland), Charlie Phillips (UK)

 

Die Gewinner der Goldenen Tauben im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm qualifizieren sich für die Nominierung der jährlich vergebenen ACADEMY AWARDS®, vorausgesetzt sie erfüllen die Vorgaben der Academy.

 

INTERNATIONALER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

GOLDENE TAUBE KURZER ANIMATIONSFILM

GOLDENE TAUBE KURZER ANIMATIONSFILM
GOLDENE TAUBE KURZER ANIMATIONSFILM INTERNATIONALER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Amir Houshang Moein für den Film Am I a Wolf? Gorgam-o-Gale Mibaram (Iran 2018)

 

Jurybegründung

Im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm geht die Goldene Taube Animationsfilm an Amir Houshang Moein für Am I a Wolf? Der Filmemacher hat einer Geschichte Leben eingehaucht, die uns auf magische Weise von einer bildlichen Wirklichkeit in die abstrakte Welt der Emotionen und Träume katapultiert. Der Film beschwört das Gefühl von voll ausgelebter kindlicher Vorstellungskraft herauf – aus Bildern wird Realität.

 

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in Verbindung mit 5.000 €

 

Jurymitglieder: Jennifer Lynde Barker (USA), Mait Laas (Estland), Charlie Phillips (UK)

 

Die Gewinner der Goldenen Tauben im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm qualifizieren sich für die Nominierung der jährlich vergebenen ACADEMY AWARDS®, vorausgesetzt, sie erfüllen die Vorgaben der Academy.

Internationaler Wettbewerb kurzer Animationsfilm

Lobende Erwähnung

Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnung Internationaler Wettbewerb kurzer Animationsfilm

Jafar Najafi für den Film Asho (Iran 2019)

 

Jurybegründung

In Asho geht es um einen iranischen Jungen, einen einzigen Tropfen im Ozean, der aber für so viel mehr steht: für das Spannungsfeld zwischen Tradition und Globalisierung und den Einfluss globaler Kultur auf unsere traditionellen Rollenbilder.

 

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NEXT MASTERS WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

GOLDENE TAUBE

GOLDENE TAUBE
GOLDENE TAUBE NEXT MASTERS WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Julia Gutweniger, Florian Kofler für den Film Sicherheit123 Safety123 (Österreich, Italien 2019)

 

Jurybegründung

Die Filmemacher/innen haben aus dem trockenen Thema um Schutzmaßnahmen gegen Steinschlag oder Lawinen ein Meisterwerk mit komischem Unterton gemacht. Ihre Kameraführung und das präzise Editing entlarven die absurden männlichen Anstrengungen, die unternommen werden, um Naturgewalten zu bändigen.

 

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in Verbindung mit 10.000 €, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig als Anschubfinanzierung für das nächste Filmprojekt


Jurymitglieder: Petri Kemppinen (Finnland), Wieland Speck (Deutschland), Tan Pin Pin (Singapur)

NEXT MASTERS WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Lobende Erwähnung

Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnung NEXT MASTERS WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Fernanda Pessoa für den Film Arid Zone Zona árida (Brasilien 2019)

 

Jurybegründung

Die brasilianische Filmemacherin besucht nach 15 Jahren ihre ehemalige Gastfamilie in Arizona. Durch ihre entwaffnende Art zu fragen, erfährt sie, was die freundliche Mittelschichtfamilie unter Konservatismus versteht. Geschickt dröselt sie den Einfluss der Americana auf und bringt die Zuschauer/innen dazu zu erkennen, wie sich der Kolonialismus auf uns alle auswirkt.

 

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NEXT MASTERS WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Goldene Taube

Goldene Taube
Goldene Taube NEXT MASTERS WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Mykyta Lyskov für den Film Deep Love Kokhannya (Ukraine 2019)

 

Jurybegründung

Diesen Preis erhält Mykyta Lyskov für Deep Love. Mykyta Lyskov ist einer der wenigen Regisseure, die es schaffen, lokale Besonderheiten für jedermann zugänglich zu machen. Wir lieben seine Auffassung des menschlichen Erlebens – Symbole und Musik greifen hier wie im Zirkus ineinander. Mykyta Lyskov hat in jeder Hinsicht das Potenzial, sich aus dem Bereich Animation und Kurzfilm weiterzuentwickeln und ein Master zu werden.

 

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in Verbindung mit 5.000 €, gestiftet von der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig als Anschubfinanzierung
für das nächste Filmprojekt

Jurymitglieder: Jennifer Lynde Barker (USA), Mait Laas (Estland), Charlie Phillips (UK)

DEUTSCHER WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

GOLDENE TAUBE

GOLDENE TAUBE
GOLDENE TAUBE DEUTSCHER WETTBEWERB LANGER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Ute Adamczewski für den Film Zustand und Gelände Status and Terrain (Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Ein Film, der uns Orte und Landschaften zeigt, aber keinesfalls zur Entspannung einlädt. Erzählt wird von den Anfängen einer Gewaltherrschaft mit einer Akribie, die offensichtlich macht, dass es sich eben nicht um den Beginn einer Schreckenszeit handelt, sondern um die Fortsetzung eines längst grausam fruchtbaren Bodens. Hinzu kommen beißende Nadelstiche der Gegenwart. Ein Film, der uns strapaziert mit seiner wiederkehrenden Genauigkeit der Zeitberichte, von dem wir uns sogar manchmal wünschen, dass er endlich vorbei wäre. Doch dann erkennen wir, wie viel Hoffnung in all dem steckt, denn wir erfahren sehr viel von Menschen aus dem aktiven Widerstand – damals wie heute. Nicht nur ein sehr wichtiger, sondern auch ein äußerst formstarker Film. Die Goldene Taube Deutscher Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm geht an Zustand und Gelände von Ute Adamczewski.

 

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in Verbindung mit 10.000 €, gestiftet von der Weltkino Filmverleih GmbH

Jurymitglieder: Leopold Grün (Deutschland), Marie Ketzscher (Deutschland), Stefan Tolz (Deutschland)

DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Goldene Taube

Goldene Taube
Goldene Taube DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Mila Zhluktenko für den Film Opera Glasses Binokl (Deutschland, Ukraine 2019)

 

Jurybegründung

Rote Teppiche für große Stars gibt es viele, vielleicht genug. Hier rückt ein ganz anderer Ort in den Vordergrund, an dem ausnahmsweise das Personal und die Gäste die Hauptrollen übernehmen. Mit feinem Humor, einer sinnlichen Bild- und präzisen Tongestaltung und der Fähigkeit, die Leisen diskret zu begleiten und den Extrovertierten den Raum für Selbstinszenierung zu lassen, ist der Regisseurin eine im besten Sinne unterhaltsame Beobachtung von Abendgesellschaft und von Gesellschaft an sich gelungen. Hier wird der Garderobenraum einer Oper zur eigentlichen Bühne, und wir warten gespannt auf den nächsten Akt. Die Goldene Taube Deutscher Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm geht an Mila Zhluktenko für Opera Glasses.

 

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in Verbindung mit 5.000 €

 

Jurymitglieder: Leopold Grün (Deutschland), Marie Ketzscher (Deutschland), Stefan Tolz (Deutschland)

DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Lobende Erwähnung

Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnung DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Matisse Gonzalez für den Film Gravedad (Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Das persönliche Glück ist der heilige Gral, die Melancholie ein zu überwindendes Hindernis. Aber nicht in diesem Film. Die Regisseurin erfindet eine Welt, in der die Schwermut dazu gehört – mit einem ganz eigenen reduzierten und doch fantasievollen Stil. Man lacht, und manchmal weint man auch. Denn es gibt eben gute und schlechte Tage. Wir vergeben eine Lobende Erwähnung an Matisse Gonzalez für Gravedad.


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DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Lobende Erwähnung

Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnung DEUTSCHER WETTBEWERB KURZER DOKUMENTAR- UND ANIMATIONSFILM

Tom Salt für den Film The Last Painting (Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Das Leben eines Menschen, erzählt durch poetische Bilder, assoziative Montage und ganz ohne Worte. Beim Beobachten von kreativen Handgriffen entsteht die Ahnung einer Geschichte. Die Reduzierung der Mittel erzeugt eine sinnliche Kraft. Der Sohn beschreibt seinen Vater – ein ganz besonderes Vermächtnis. Die zweite Lobende Erwähnung geht an Tom Salt für The Last Painting.

 

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Für den besten Dokumentarfilm zum Thema Arbeit

Healthy Workplaces Film Award

Healthy Workplaces Film Award
Healthy Workplaces Film Award Für den besten Dokumentarfilm zum Thema Arbeit

Maya Kosa, Sergio Da Costa für den Film Bird Island L’île aux oiseaux (Schweiz 2019)

Jurybegründung

Die Jury war fasziniert von der Analogie zwischen dem Genesungsprozess des Protagonisten und der Heilung eines verletzten Vogels. Mit minimalistischer und präziser Filmsprache wird eine wunderbare Geschichte über Zuwendung und Gesundung erzählt. Zwar ist das Leben und Sterben von Vögeln, Ratten und Mäusen drastisch dargestellt, findet jedoch Balance in einer intelligenten, empathischen und bisweilen sogar humorvollen Auffassung von menschlicher Zerbrechlichkeit. Der Healthy Workplaces Film Award geht an Maya Kosa und Sergio Da Costa für Bird Island.


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in Verbindung mit der Untertitelung in mehreren europäischen Sprachen und einem Preisgeld von 5.000 €, gestiftet von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA)

 

Jurymitglieder: Antje Ehmann (Deutschland), Chico Pereira (Spanien), Peter Rimmer (UK)

DEFA-FÖRDERPREIS

Itay Marom für den Film Resonance (Israel, Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Ein Film über Nervosität und Gelassenheit und über die Perfektionierung des Handwerks der Stimme. Wir erleben eine Masterclass im besten Sinne. Doch da gibt es noch mehr: Es geht um die Intimität der Zusammenarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden, die die Grenze zur Übergriffigkeit berührt. Wir denken nach über Leistungsdruck und Konkurrenz, wir spüren, wie sich die nüchterne Architektur eines Ortes füllen lässt mit Leidenschaft und Sinnlichkeit. Dramaturgie und Form führen hier einen wahren Tanz auf. Den DEFA-Förderpreis erhält Itay Marom für Resonance.

  

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in Höhe von 4.000 €, gestiftet von der DEFA-Stiftung für einen herausragenden langen deutschen Dokumentarfilm
aus dem Deutschen und Internationalen Wettbewerb

Jurymitglieder: Leopold Grün (Deutschland), Marie Ketzscher (Deutschland), Stefan Tolz (Deutschland)

Dokumentarfilmpreis
des Goethe-Instituts

Narges Kalhor für den Film In the Name of Scheherazade oder der erste Biergarten in Teheran In the Name of Scheherazade or the First Beergarden in Tehran (Deutschland 2019)

Jurybegründung

Der von uns ausgesuchte Film ist nicht nur ein satirischer Kommentar zur Arbeit eines Redakteurs. Er setzt sich auch gleichermaßen humorvoll wie ernsthaft mit den Themen Identität, Zugehörigkeit und Machtstrukturen auseinander. Ein Kaleidoskop an erzählerischen und stilistischen Elementen.
Erzählt wird unter anderem von einer Filmemacherin, die schwer zu kämpfen hat, von einem homosexuellen syrischen Teenager, der Asyl beantragt, und einer deutsch-iranischen Bierbrauerin. Aus der Verflechtung der zahlreichen Protagonist/innen mit Elementen aus „Tausendundeine Nacht“ erwachsen sehr menschliche Geschichten. Subtil und kraftvoll stellt der Film die Sichtweise des Okzidents auf den Orient und andersherum infrage.

 

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für den besten deutschen Dokumentarfilm (75 min und länger) aus der Offiziellen Auswahl in Verbindung mit Ankauf der Lizenz, Untertitelung in bis zu acht Sprachen und einem Preisgeld von 2.000 €

 

Jurymitglieder: Farah Batool (Goethe-Institut Delhi), Judith Schulde (Goethe-Institut Zentrale München), Katinka Zeuner (Deutschland)

MDR-Film-Preis

Michał Bielawski für den Film The Wind. A Documentary Thriller Wiatr. Thriller dokumentalny (Polen, Slowakei 2019)

 

Jurybegründung
The Wind. A Documentary Thriller ist ein Film, der wieder einmal eindrucksvoll belegt, welche Imagination und Faszination von Dokumentarfilm ausgehen kann, wenn es gelingt, ein Thema so präzise und bildgewaltig herauszuarbeiten und künstlerisch zu verdichten. Michał Bielawski erweist sich als virtuoser Beobachter, Erzähler, Rufer und Dokumentarist, nicht nur osteuropäischer Lebenswelten. The Wind erzählt (nämlich) nicht nur von einem Wetterphänomen in den polnischen Karpaten, obwohl es auf dem ersten Blick so aussieht. Der sogenannte Halny, um den es hier vordergründig geht, ist ein ganz besonderer Wind, der jeweils im Frühling und im Herbst über die polnischen Karpaten zieht. Ein legendärer und mysteriöser Wind ist es, rätselhaft, geheimnisvoll und auch gefürchtet. Stürzende Bäume, Suizide, Notrufe, Herzinfarkte, Feuerwehr- und Rettungseinsätze, Sirenen-Gesang und das schrille Tosen der Naturgewalten. Der Meteorologe kann sie zwar vermessen, aber nicht bändigen: das wilde Tosen der Moleküle und die unsichtbaren Kraftfelder, die auf die Seelen drücken. Wind wird als reales Natur-Monster erzählt und zugleich als Metapher. Wie ein Schicksal braust der Sturm heran und bringt das Leben der machtlos ausgelieferten und hineingeworfenen Menschen durcheinander.

Der Film präsentiert nur wenige Protagonisten, aber doch genug, um ein Gefühl für das Leben dort zu bekommen, wo das Verhältnis von Mensch und Natur ein ganz besonders intensives ist. Die Kamera schaut zu. Nüchtern, präzise, ohne falsche Empathie. Immer mit einem sicheren Gespür für Nähe, Distanz und Maß. Sie drängt sich nicht in den Vordergrund und verzichtet auf Effekthascherei. So gelingen packende Momentaufnahmen voller Authentizität, stille Beobachtungen und auch gespenstisch schöne Bilder vom dunklen, geheimnisvollen Märchenwald, still und stumm vor dem Sturm und wild und wüst danach. Bildmaterial, das virtuos montiert und verdichtet wird, zu einem monumentalen Narrativ über Mensch und Natur. Es gibt Szenen, die sich  einbrennen, und es gibt auch Gefühle, die sich eingraben und die man nicht so leicht wieder loswird. Eine Frau, die ihre Bäume hymnisch besingt, sie umarmt und liebkost und dann verzweifelt zwischen den geknickten Stämmen steht und trauert. Oder der Bauer, der wie Don Quichote mit seinem  selbstgebauten Windrad kämpft. Nichts ist Zufall in diesem Film. The Wind will beunruhigen, und er schafft es auch – sogar ohne uns übermäßig bedrückt zurückzulassen. Am Ende dreht sich das selbstreparierte Windrad des Bauern wieder, bereit für den nächsten Halny. Es wird wieder zerfetzt und wohl wieder repariert werden. Wenn der Bauer das nicht mehr erleben sollte, werden es seine Kinder tun. So jedenfalls könnte ihr Blick gedeutet werden.

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für einen herausragenden osteuropäischen Dokumentarfilm aus der Offiziellen Auswahl in Verbindung mit 3.000 €

Durch die Auszählung von Publikumsstimmen

Filmpreis Leipziger Ring

Filmpreis Leipziger Ring
Filmpreis Leipziger Ring Durch die Auszählung von Publikumsstimmen

Natalia Preston für den Film Girls of Paadhai (Deutschland 2019)

 

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Publikumspreis für einen hervorragenden Dokumentarfilm über Menschenrechte, Demokratie oder bürgerschaftliches Engagement, gestiftet und mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 € versehen von der Stiftung Friedliche Revolution

Preis der Interreligiösen Jury

Audrius Mickevičius, Nerijus Milerius für den Film Exemplary Behaviour Pavyzdingas elgesys (Litauen, Slowenien, Bulgarien, Italien 2019)

 

Jurybegründung

Solidarität kennt keine Grenzen, und dieses Werk zeigt einen solidarischen Schmerz. Exemplary Behaviour öffnet auf kraftvolle künstlerische Weise das Fenster des Gefängnisses und damit den Blick auf die Menschlichkeit jener, die zu einem Leben hinter Gittern verurteilt sind.


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für einen Film aus dem Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm in Verbindung mit
2.500 €, gemeinsam gespendet vom Interreligiösen Runden Tisch Leipzig und den VCH-Hotels Deutschland
GmbH – im Verband Christlicher Hoteliers e. V. einschließlich des Hotels MICHAELIS Leipzig.

 

Jurymitglieder: Tom Alesch (Luxemburg), Aurite Kouts (Frankreich), Majid Movasseghi (Schweiz), Anne-Kathrin Quaas (Deutschland)

 

Die Interreligiöse Jury wird berufen von INTERFILM und SIGNIS.

VER.DI-PREIS FÜR SOLIDARITÄT, MENSCHLICHKEIT UND FAIRNESS

Ute Adamczewski für den Film Zustand und Gelände (Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Mit präzisen Bildern und einer unerbittlichen Dramaturgie zeigt der Film oft übersehene Orte der NS-Verbrechen: die Lager auch in kleinsten Ortschaften – weit vor 1933 geplant und vorbereitet. Gewalt gegen Andersdenkende kommt aus der Mitte der Gesellschaft, damals wie heute, ununterbrochen. Aufgrund seiner hohen künstlerischen Qualität und Aktualität vergeben wir den ver.di-Preis hochachtungsvoll an Ute Adamczewski für ihren Film Zustand und Gelände.

 

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für einen Film im Deutschen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm, in Verbindung mit 2.500 €

 

Jurymitglieder: Eva Brackelmann (Deutschland), Martin Klindtworth (Deutschland), Bettina Reichmuth (Deutschland), Moritz Schlingmann (Deutschland), Bärbel Winkler (Deutschland)

VER.DI-PREIS FÜR SOLIDARITÄT, MENSCHLICHKEIT UND FAIRNESS

Lobende Erwähnung

Lobende Erwähnung
Lobende Erwähnung VER.DI-PREIS FÜR SOLIDARITÄT, MENSCHLICHKEIT UND FAIRNESS

Therese Koppe für den Film Im Stillen Laut A Quiet Restistance (Deutschland 2019)

 

Jurybegründung

Für den Film Im Stillen Laut von Therese Koppe sprechen wir eine Lobende Erwähnung aus. Das berührende Porträt zweier Frauen, Kulturschaffende in der DDR, beleuchtet eindrucksvoll, wie aus gesellschaftlichen Nischen individuelle Freiräume werden können.

 

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Young Eyes Film Award

Jacqueline Zünd für den Film Where We Belong (Schweiz 2019)

 

Jurybegründung

„Für jeden ist etwas anderes normal“, sagt ein Mädchen über ihre verschiedenen Wohnorte in Jacqueline Zünds Dokumentarfilm. Wo bin ich eigentlich zu Hause? Diese Frage begleitet die Trennungskinder tagtäglich. Mit Hilfe einer nahen Kameraperspektive und besonderen Lichteffekten gibt der Film einen privaten Einblick in die Gedanken und Gefühle der fünf Protagonist/innen. In drei Geschichten wird über deren persönliche Zerrissenheit erzählt, gekonnt unterstrichen von der Musik. Die Regisseurin schafft es, die Kinder in den Vordergrund zu stellen, ihre Sichtweisen emotional nachvollziehbar zu zeigen und damit zur Diskussion anzuregen. Where We Belong ist also nicht nur der Titel, sondern auch eine ständige Frage für die Protagonist/innen, in die wir uns gut hineinversetzen können. Der Film kommt unserem Wunsch nach, Trennungskindern und ihren Problemen mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft zu schenken. Niemand sollte sich zwischen seinen Eltern entscheiden müssen!

 

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gestiftet von der Leipziger Stadtbau AG, vergeben von der Jugendjury in Kooperation mit der Filmschule Leipzig e. V. an einen Film aus der Offiziellen Auswahl, in Verbindung mit 2.000 €


Jurymitglieder: Oskar Fürnberg, Eloise Jerothe, Luzie Kühn, Marie-Kristin Liebau, Nathan Wild

INTERNATIONAL CRITICS PREIS
(PREIS DER FIPRESCI)
(Fédération Internationale de la Presse Cinémathographique)

Audrius Mickevičius, Nerijus Milerius für den Film Exemplary Behaviour Pavyzdingas elgesys (Litauen, Slowenien, Bulgarien, Italien 2019)

 

Jurybegründung

Die FIPRESCI-Jury beim Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm hat sich entschieden, den International Critics Preis in diesem Jahr an einen Film im Internationalen Wettbewerb zu verleihen, der als eine persönlich motivierte Reise in eine  klaustrophobische Welt extremer sozialer Ausgrenzung beginnt und sich zu einer meditativen Reflexion der Conditio humana entwickelt. Dabei erforscht der Film den Limbus der vollkommenen Einsamkeit, in dem sich zu lebenslanger Haft verurteilte Männer befinden. Sie hoffen darauf, ihren Weg zurück in die Gesellschaft zu machen, unklar, ob dies jemals möglich sein wird. Sie hoffen auf Vergebung für die Morde, die sie begingen. Die Reise des Filmemachers beginnt damit, dass er sich dagegen wehrt, dem Mörder seines Bruders zu vergeben. Dieser wurde wegen guter Führung schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Gefängnis entlassen. Letztendlich kann sich der Filmemacher befreien, seine Bitterkeit und den potenziell brutalen Rachedurst hinter sich lassen. Dieser Weg zur Gnade wird in einer bemerkenswert prägnanten kinematographischen Sprache entfaltet, die tief und anhaltend berührt. Der Preis der FIPRESCI geht an Exemplary Behaviour von Audrius Mickevičius und seinen Koregisseur Nerijus Milerius.
 

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für einen Film im Internationalen Wettbewerb langer Dokumentar- und Animationsfilm


Jurymitglieder: Zakarea Mikhail Essam (Ägypten), Peter Kremski (Deutschland), Lisa Van der Waal (Niederlande)

für den besten Animationsfilm in der Offiziellen Auswahl

mephisto 97.6-Publikumspreis

mephisto 97.6-Publikumspreis
mephisto 97.6-Publikumspreis für den besten Animationsfilm in der Offiziellen Auswahl

Dina Velikovskaya für den Film Ties Uzy (Deutschland, Russland 2019)

 

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Gedanken-Aufschluss-Preis

Maria Arlamovsky
Robolove
Österreich 2019

 

Jurybegründung:

DOK Leipzig 2019 hatte zahlreiche interessante Werke im Programm. Einen Sieger auszuwählen, fiel uns nicht gerade leicht. Schlussendlich haben wir uns aber für ROBOLOVE der Regisseurin Maria Arlamovsky entschieden. Der Film handelt von humanoiden Robotern, also Robotern, welche in ihrem Aussehen und in ihren Bewegungen den Menschen zum Vorbild haben. Dabei wurden Ingenieure aus allen Teilen der Welt gezeigt, von Japan über Deutschland bis zu den USA. Wir lernten etwas über die Intentionen ihrer Schöpfer sowie über die technischen Schwierigkeiten, die sie auf dem Weg zur Perfektion zu bewältigen haben. Besonders beeindruckt hat uns dabei das gewaltige Spektrum der Möglichkeiten, welches diese Technologie bietet. Im privaten Bereich gibt es hauptsächlich Roboter, welche dazu geschaffen werden, die emotionalen oder sexuellen Bedürfnisse des Kunden zu befriedigen. Wahrscheinlich ist jeder Mensch in seinem Leben bereits damit konfrontiert worden. Moralische Fragen kann und sollte jeder dabei für sich selbst beantworten. Aber im Vergleich
zu den gewerblichen Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie macht dieser Bereich nur einen winzigen Teil aus. Während wir den Film schauten, sahen wir vor unserem inneren Auge bereits Flughäfen, an welchen mehr Roboter als Menschen beschäftigt sind, oder Pflegeheime, in welchen die Patienten von Robotern gepflegt und am Leben erhalten werden. Einerseits fasziniert von den vielzähligen Vorteilen, die diese Technologie bietet, fragen wir uns aber auch, ob dieses System, welches nach und nach die zwischenmenschlichen Kontakte abschafft, wirklich zukunftsfähig ist. Inwieweit sind Sie persönlich dazu bereit, all ihre Gedanken und Gefühle durch Roboter mit dem Rest der Welt zu teilen? Fragen wie diese beschäftigten uns lange und regten zur Diskussion an. Und obwohl die Meinungen so verschieden waren, hinterließ der Film bei allen Jurymitgliedern einen nachhaltigen Eindruck und verdiente sich damit den ersten Platz.

 

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vergeben von einer Jury aus jugendlichen und jungen erwachsenen Strafgefangenen der JSA Regis-Breitingen

für ein herausragendes Projekt in der interaktiven Ausstellung

DOK Neuland Award

DOK Neuland Award
DOK Neuland Award für ein herausragendes Projekt in der interaktiven Ausstellung

María Belén Poncio, Damián Turkieh für 4 Feet: Blind Date (Argentinien 2018)

 

Jurybegründung:

Mit 4 Feet: Blind Date ist der argentinischen Filmemacherin María Belén Poncio und dem VR-Regisseur Damián Turkieh eine intensive und zugleich sensible immersive VR-Kurzgeschichte gelungen, die einen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt eines Teenagers im Rollstuhl gibt. Protagonistin Juana trifft sich zum ersten Mal mit einem Jungen, den sie online kennengelernt hat und der nichts von ihrer Behinderung weiß. Zusammen entdecken sie ihre Sexualität und ihre Körper. Subtil werden Vorurteile von Menschen ohne Behinderung vermittelt sowie die Probleme, vor welche die unzugängliche Stadt Juana stellt. Gleichzeitig erzählt 4 Feet von der ganz normalen Befangenheit und Unsicherheit, die jeden Teenager beim ersten Date begleiten. Als 360-Grad-Film realisiert, verleiht 4 Feet der fiktionalen Geschichte ein hohes Maß an Realismus und Authentizität. Durch die VR-Technik kann das Publikum Juanas Erfahrungen als intime Momente miterleben. Bunte, bildhafte Elemente tauchen immer dann auf, wenn Juana in Gedanken versinkt oder von einem starken Gefühl ergriffen wird. Alle Effekte sind dabei sehr behutsam und wohldosiert eingesetzt. Auffällig ist die Kameraperspektive, die die gesamte Zeit Augenhöhe mit Juana herstellt. Dazu kommt die überzeugende Leistung der Hauptdarsteller/innen. 4 Feet schafft große Nähe, berührt und
inspiriert.

 

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PREIS DER KUNSTMINISTERIN FÜR DAS BESTE DOKUMENTARFILMPROJEKT EINER REGISSEURIN

Godisamang Khunou
Black Women and Sex
Südafrika

 

Jurybegründung:

Wir waren sehr stolz, die 20 Projekte sichten zu dürfen, die für den Preis der Kunstministerin im Rahmen des DOK Co-Pro Market ausgewählt worden sind. Die Projektauswahl umspannte den Globus und demonstriert uns die Einzigartigkeit und Universalität weiblich geprägter Geschichten. Das preisgekrönte Projekt gibt Einblicke in weibliche Sexualität schwarzer Frauen in Nigeria, Südafrika und Zamibia durch die Augen einer Transfrau, einer Entertainerin und einer Mutter, die die Kühnheit besitzt zu glauben und zu lehren, dass Gott den Sex für Männer wie Frauen als ein gleichermaßen genussvolles Erlebnis kreiert hat. Für ihre einzigartige und mutige Stimme und für die Inangriffnahme eines Themas, das bei Frauen in der afrikanischen Diaspora auf viel Resonanz stoßen wird, vergeben wir den Preis der Kunstministerin an Godisamang Khunou für BLACK WOMEN AND SEX.

 


  

Lobende Erwähnung

Yang Juyeon

My Missing Aunt
Südkorea

 

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DOK Co-Pro Market: CURRENT TIME TV DEVELOPMENT AWARD

Giedrė Žickytė
Irena
Litauen, Deutschland

 

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für ein herausragendes Projekt aus Mittel- oder Osteuropa in Verbindung mit 2.000 US Dollar 

 

 

DOK Co-Pro Market: EWA WOMEN’S TALENT DEVELOPMENT AWARD

Alina Gorlova
Between Two Wars
Ukraine


Anna Savchenko
72 Hours
Belgien, Frankreich, Belarus


Der EWA-Preis wurde geteilt: Between Two Wars erhält den Geldpreis und 72 Hours das Mentorship.

 

Mehr Informationen dazu

 

 

 

 

 

DOK Co-Pro Market

Zonta Club Leipzig Elster Female Talent Development Prize

Zonta Club Leipzig Elster Female Talent Development Prize
Zonta Club Leipzig Elster Female Talent Development Prize DOK Co-Pro Market

Godisamang Khunou
Black Women and Sex
Südafrika

 

Mehr Informationen dazu

 


ein Reisestipendium von bis zu 1.000 €, um Produzentinnen oder Regisseurinnen beim Ausbau ihres Netzwerks und bei der beruflichen Entwicklung zu unterstützen

 

 

 

 

DOK Preview Germany: D-FACTO MOTION WORKS-IN-PROGRESS PRIZE

Christoph Eder
Who Owns My Village
Deutschland

 

Mehr Informationen dazu

 


Postproduktionsleistungen im Wert von 10.000 € für ein hervorragendes Dokumentarfilmprojekt, präsentiert bei DOK Preview Germany