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Jahr

Filmstill string pieces

String Pieces

Garak
Vatae Kimlee
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Südkorea
2024
28 Minuten
Koreanisch
Untertitel: 
Englisch

Das einsame Leben einer Studentin in Incheon. Sie schickt spätnachts Aufsätze ab, geht aus ihrer beengten Wohnung zum Rauchen auf die Straße, scrollt durch alte Werbefilme im Internet. Auf ihrem USB-Stick entdeckt sie zufällig eine MPEG-Datei. Per Klick löst sie ein Gespräch mit ihren Großeltern aus. Die zwei berichten von ihrem Leben in exakt jenem Stadtviertel, in dem die Enkelin jetzt wohnt. Einmal freigesetzt, sind die Stimmen nicht mehr zum Schweigen zu bringen, schleichen sich in ihren Alltag und ihre Träume ein. Während sie von Vorurteilen gegen nordkoreanische Flüchtlinge erzählen, von der über Nacht gebauten Behelfsunterkunft aus Pappresten von einem US-Militärstützpunkt, vom Handel mit selbst gemachten Malztoffees, werden all diese Unternehmungen in Stop-Motion-Sequenzen lebendig, die – wie die Erzählstimmen selbst – aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen. Doch dies ist nur eine von vielen visuellen Ideen und Animationstechniken, die hier Anwendung finden. Zu sehen sind Handzeichnungen in verschiedensten Ausführungen, 3D-Scans zur raffiniert unvollkommenen Nachbildung der städtischen Architektur, echte Fotos und Realfilmszenen, die an einer Stelle sogar die Menschen hinter den Stimmen zeigen. Die Geschichte schweigt nie; hier sehen wir sie in all ihren sich überlagernden Schichten.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Vatae Kimlee
Buch
Vatae Kimlee
Kamera
Junyong Lee, Eunsol Cho
Schnitt
Vatae Kimlee
Produktion
Saehoon Yoon
Ton
Luuk Bakkum, Tongxin Guo
Sound Design
Tongxin Guo
Animation
Vatae Kimlee
Nominiert für: Silberne Taube
Ausgezeichnet mit: Silberne Taube Kurzfilm (Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm)
Media Name: bea54262-7004-4494-9234-8014bb262443.jpg

The Still Side

El lado quieto
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Camera Lucida – Außer Konkurrenz 2021
Dokumentarfilm
Philippinen,
Südkorea,
Argentinien,
Mexiko
2021
70 Minuten
Spanisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Die mexikanische Insel Capaluco beherbergte einst ein florierendes Ferienressort. Nun ist sie menschenleer. An den Ruinen von Freizeitpark und Hotelanlage kratzen die Gezeiten. Sensorische Erkundungen des Terrains treffen auf Erzählungen von einem mythischen Seeungeheuer, das es von den Philippinen ans mexikanische Festland verschlagen hat. Betörende Science-Fiction im Spiegel posthumanistischer Theorie.

„Willkommen auf Capaluco, der einzigen All-Inclusive-Insel der Welt! Ein Ort, an dem Spaß für die ganze Familie garantiert ist“, hallt es aus den Lautsprechern. Leuchtend bunte Delfin-Skulpturen starren ins Leere. Ein bröckelndes Nestlé-Emblem erinnert an die Sternstunden einer überlebten Zivilisation. Miko Revereza und Carolina Fusilier gestalten ihren Schauplatz als Zwischenraum, in dem die Vergangenheit nachhallt und die Zukunft sich ihren Weg bahnt. In der akribischen Betrachtung von Formationen und Texturen beginnen sich Architektur und Natur einander anzugleichen. Rauscht da noch ein Funkmast oder ist das der Ozean? Im Off spekuliert das Regieduo darüber, wer im Staffellauf der Spezies als nächstes Gebrauch machen wird von den Reliquien des menschlichen Imperiums.
Sarina Lacaf

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Buch
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Kamera
Miko Revereza, Carolina Fusilier, Mateo Fusilier
Schnitt
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Produktion
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Ton
Miko Revereza
Musik
Miko Revereza, Carolina Fusilier
Animation
Carolina Fusilier