Filmarchiv

Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill O/S
O/S Max Hattler
Das Bild als optischer Soundtrack: Hier werden die Bewegungen zum Geräusch. Was man hört, ist was man sieht. – Eine Hommage an die europäische Avantgarde des 20. Jahrhunderts.
Filmstill O/S

O/S

O/S
Max Hattler
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Hongkong
2023
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Eine zeitgenössische Antwort auf die avantgardistischen Experimente des 20. Jahrhunderts. Einst zeichneten Kunstschaffende wie Oskar Fischinger grafische Elemente auf die Lichttonspur des Filmstreifens und erzeugten unerwartete Klänge. Bei Max Hattler fungiert das gesamte Bild als optischer Soundtrack und übersetzt sich direkt in Klang. Abstrakte Bewegung wird Geräusch. Was man hört, ist, was man sieht.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Max Hattler
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Filmstill Open Game
Offenes Spiel Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Amir ist aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. Er ist Schachspieler. Im Leben spielt das Glück eine Rolle, beim Schach nicht. Sagt er. Eine filmische Partie entlang der drei Spielphasen.
Filmstill Open Game

Offenes Spiel

Offenes Spiel
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
7 Minuten
Farsi
Untertitel: 
Englisch

Die Kunst eines dokumentarischen Porträts besteht darin, dem Publikum eine Persönlichkeit in kurzer Zeit vorzustellen, dabei aber über eine Assemblage biografischer Fakten hinauszugehen und zu erfassen, was diesen Menschen tatsächlich ausmacht. „Offenes Spiel“ gelingt diese Kunst, indem der Film seinen jungen Protagonisten Amir als jemanden zeigt, der immer unterwegs zu sein scheint. Zuerst meisterte er den unsicheren Weg von Afghanistan nach Deutschland, nun pendelt er in Deutschland stetig zwischen Schule, Job und Schachbrett. Ruhe findet er nur, wenn er seine Figuren auf den 64 Feldern des Bretts bewegt, wenn er in eine Welt eintaucht, in der jeder Zug wohlüberlegt sein will und in der Strategie und nicht Glück darüber entscheidet, wie es weitergeht. Im Schach kennt Amir alle Regeln und kann den Fortgang des Spiels bestimmen – von der geschickt gewählten Eröffnung bis zum Zug um Zug vorausgeplanten Ende.
„Open Game“ strukturiert sein Material entlang der Entwicklungsphasen des Schachspiels und porträtiert Amir als Menschen, dessen Leben dem Zufall ausgesetzt war. Wer zu oft auf sein Glück hoffen muss, der weiß kontrollierte Umgebungen zu schätzen.

Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Kamera
Justus Hanfland
Schnitt
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Produktion
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad, Kunsthochschule für Medien Köln
Ton
Leonard Mann
Sprecher*in
Amir Hossein Rezai
Filmstill Once in a Body

Once in a Body

Una vez en un cuerpo
María Cristina Pérez
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kolumbien,
USA
2025
10 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

„Es war einmal ein Körper, der nicht Mensch sein wollte. Er wusste nicht, dass er schon zu einem gehört. Nämlich zu mir.“ Mit diesen poetischen und kryptischen Worten leitet María Cristina Pérez González ihren Film ein, taucht mitten hinein in die bildgewaltige, handgemalte Animation. Eher assoziativ als narrativ zieht uns die traurige Stimme in einen Strudel aus Erinnerungsfetzen, die allesamt um den Körper der Protagonistin kreisen: eine voluminöse Gestalt, die sich manchmal vor Abscheu frisst, sich bildfüllend ausstreckt oder erbsenhaft verkriecht – im Schwarz der fließenden, großzügigen Pinselgesten, aber vor allem im fleischigen Selbst.
Da gibt es die entfremdete Schwester, die einmal die Füße dieses Körpers als hässlich bezeichnet hat. Die gute Freundin, die ohne Abschied von der Bildfläche verschwand. Den Vater, der einmal sagte, dass alle unglücklichen Frauen fett werden. Und vor allem diese namenlose Figur, die in ihrem Magen wohnt und niedlich grinsend die Depression nährt. Wie so oft im Leben führt zur Zufriedenheit nur der Weg der Aussöhnung. Natürlich mit der Schwester, aber vor allem mit dem eigenen Körper, der nicht in eng gefasste, gesellschaftliche Normen passt – der aber der einzige ist, den man hat. Und mit dem es sich ganz wunderbar tanzen, springen und sogar lachen lässt, wenn man versteht, dass er kein Monster ist, das man bekämpfen muss.

Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
María Cristina Pérez
Buch
María Cristina Pérez
Schnitt
Mauricio Cuervo Rincón
Produktion
Mauricio Cuervo Rincón
Co-Produktion
Mireia Vilanova, James Belfer, Adam Belfer
Musik
Daniel Gwilym Jones Cozzarelli
Animation
Laura Alcina, Natalia Rojas Noy, Megumi Cardona, Gizenth Barreto, Fabián Llantén, Anamaría Sáenz Peñas, Julián Arias Garzón, Juan Pablo Figueroa, Daniel Bonza
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Ausgezeichnet mit: mephisto 97.6-Publikumspreis
Kids DOK 2025
Filmstill Once Upon a Time in Dragonville
Once Upon a Time in Dragonville Marika Herz
Vertrieben aus seiner Drachenstadt ist Samson auch in der Menschenstadt nicht sicher: Alle fürchten sich hier vor ihm. Doch ein kleiner Junge hält zu ihm, und sie freunden sich an.
Filmstill Once Upon a Time in Dragonville

Once Upon a Time in Dragonville

Il était une fois à Dragonville
Marika Herz
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Schweiz
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Der grüne Drache Samson zieht in die Menschenstadt, weil er in der Drachenstadt immer wieder ausgelacht wird. Aber auch bei den Menschen ist es nicht so einfach: Er muss sich verstecken, weil sich hier alle vor ihm fürchten. Doch dann lernt er Simon kennen, einen kleinen Jungen, der zu ihm hält. In farbenfroher Cutout-Technik animiert, erzählt dieser Film von einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marika Herz
Kamera
Marika Herz
Produktion
Reginald de Guillebon
Co-Produktion
Nicolas Burlet
Filmvertrieb
Jérémy Mourlam
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Opus II, III & IV
Opus II, III & IV Walter Ruttmann
Der Maler Ruttmann lässt sich ein Verfahren zur Herstellung bewegter Bilder patentierten: Mit Ölfarben werden übereinander angeordnete Glasplatten bemalt und von oben mit einer Kamera aufgenommen.
Filmstill Opus II, III & IV

Opus II, III & IV

Opus II, III & IV
Walter Ruttmann
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Deutschland
0
11 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Wie viele Künstler*innen seiner Zeit entdeckte Walter Ruttmann den Film als Experimentierfeld für revolutionäre Ausdrucksformen. 1918 gab er die Staffelei-Malerei auf, erwarb 1920 das erste deutsche Patent für einen Tricktisch und schuf damit die technischen Voraussetzungen für seine „Opus“-Reihe: abstrakte Elemente aus malerischen Gesten und Karton, die im Stop-Motion-Verfahren bewegt werden.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Walter Ruttmann
Filmstill Oscurana

Oscurana

Oscurana
Violeta Mora
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Honduras,
Portugal,
Ungarn,
Belgien
2025
21 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Die grelle Sonne steht am Himmel, doch während sie langsam sinkt, legt sich eine Kakofonie aus unbekannten Stimmen und Lauten über den Horizont. „Die Dunkelheit kommt wie Qualm, der sich ausbreitet“, kommentiert die Regisseurin im Off – und führt uns tiefer in die Nacht, auf den Weg, den viele Migrant*innen aus Zentralamerika wagen: zu Fuß, durch gefährliche Landschaften, mit ungewissem Ausgang.
In ihrem immersiven Kurzfilm macht Violeta Mora diesen Weg erfahrbar. Die wankende Handkamera folgt schweren Schritten, wir hören den Atem der Flüchtenden und die Geräusche der Tiere. Verzweifelte Gesprächsfetzen und Rufe nach Hilfe füllen das lichtdurchzuckte Schwarz, während das Gefühl der Bedrohung wächst. Ein Film, der nicht erklären will, sondern uns sinnlich und unmittelbar spüren lässt, was es heißt, eine Grenze zu überqueren – in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Seggen Mikael

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Violeta Mora
Kamera
Violeta Mora
Schnitt
Violeta Mora
Produktion
Violeta Mora
Sound Design
Violeta Mora, Tiago Raposinho