Filmarchiv

Media Name: 5d71a81f-2675-4892-8137-18ed51cff031.jpg

Die Odyssee

Die Odyssee
Florence Miailhe
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Animationsfilm
Tschechische Republik,
Frankreich,
Deutschland
2020
84 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Ein Land, das irgendwo sein könnte, nicht näher verortet und doch überall. Es ist ein schöner Sommertag, als sich das Leben der Geschwister Kyona und Adriel für immer verändert. Ihr Dorf wird überfallen, verwüstet und in Brand gesteckt. Die ganze Familie muss fliehen und erlebt auf dem Weg über einen ganzen Kontinent viele reale und surreale Situationen, um vielleicht endlich an einem friedlicheren Ort anzukommen.

Zu Beginn des Films blättert Kyona in ihrem Skizzenblock, zieht das Resümee ihres Lebens und erzählt vom Ende ihrer Kindheit. Erst spät begreifen die Geschwister überhaupt, dass sie Flüchtlinge sind, dass sie sich wie viele andere aus den verschiedensten Gründen auf zur Grenze machen: Naturkatastrophen, Folgen des Klimawandels, Krieg, Verfolgung. Die beiden Kinder geraten an gefährliche und hilfsbereite Menschen, werden voneinander getrennt und finden sich wieder. Der abendfüllende Animationsfilm, umgesetzt in Öl auf Glas, lebt vom rasanten Wechselspiel zwischen Fantasie und Realität. Er entführt, einerseits, in eine fiktive, nichtreale Welt. Doch Orte, Namen, Situationen erinnern andererseits an Bekanntes. Sie zeigen die Flucht, das Exil, das Sich-auf-den-Weg-Machen als universelle Erfahrung.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Florence Miailhe
Buch
Florence Miailhe, Marie Desplechin
Schnitt
Nassim Gordji Tehrani, Julie Dupré
Produktion
Dora Benoussilio
Co-Produktion
Luc Camilli, Ralf Kukula, Martin Vandas, Alena Vandasoá
Ton
Florian Marquardt
Musik
Andreas Moisa, Philipp Kümpel
Animation
Marta Szymańska, Zuzana Studená, Anna Paděrová, Eva Skurská, Polina Kazak, Lucie Sunková, Urte Zintler, Paola de Sousa, Ewa Łuczków, Anita Brüvere, Aurore Peuffier, David Martin, Marie Juin, Valentine Delqueux, Aline Helmcke
Ausgezeichnet mit: Gedanken-Aufschluss-Preis
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill O/S
O/S Max Hattler
Das Bild als optischer Soundtrack: Hier werden die Bewegungen zum Geräusch. Was man hört, ist was man sieht. – Eine Hommage an die europäische Avantgarde des 20. Jahrhunderts.
Filmstill O/S

O/S

O/S
Max Hattler
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Hongkong
2023
5 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Eine zeitgenössische Antwort auf die avantgardistischen Experimente des 20. Jahrhunderts. Einst zeichneten Kunstschaffende wie Oskar Fischinger grafische Elemente auf die Lichttonspur des Filmstreifens und erzeugten unerwartete Klänge. Bei Max Hattler fungiert das gesamte Bild als optischer Soundtrack und übersetzt sich direkt in Klang. Abstrakte Bewegung wird Geräusch. Was man hört, ist, was man sieht.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Max Hattler
Animation Perspectives 2022
Filmstill Oasis
Oasis Veneta Androva
Eine Tour durch eine computergenerierte Wüstenlandschaft und eine Geschichte des Scheiterns: 1998 öffnete das erste Spielcasino in Palästina, um sehr bald wieder zu schließen.
Filmstill Oasis

Oasis

Oasis
Veneta Androva
Animation Perspectives 2022
Animationsfilm
Deutschland
2018
15 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Eine virtuelle Tour durch eine computergenerierte Wüstenlandschaft und eine Geschichte des Scheiterns: 1998 öffnete mit „Oasis“ das erste Spielcasino in Palästina. Die friedensstiftende Idee, die sich mit dem Entwicklungsprojekt verband, verlor gegen die politische Realität. Game over – die Oase wird zur facettenreichen Fata Morgana aus Interviewpassagen mit Angestellten, Betreibern und Gästen.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Veneta Androva
Buch
Veneta Androva
Kamera
Veneta Androva
Schnitt
Veneta Androva
Produktion
Veneta Androva
Ton
Veneta Androva
Musik
Haydeé Jiménez
Animation
Veneta Androva
Kids DOK 2022
Filmstill Oasis
Oasis Justine Martin
Raphaël und Rémi sind Zwillinge und verbringen die Ferien am See. Doch diese Zeit ist ein Abschied, denn Raphaël wird bald in eine Schule für Kinder mit Behinderungen wechseln.
Filmstill Oasis

Oasis

Oasis
Justine Martin
Kids DOK 2022
Dokumentarfilm
Kanada
2022
14 Minuten
Französisch

Raphaël und Rémi sind Zwillinge, die sich sehr nahestehen. Sie verbringen ihre Zeit auf dem Skateplatz und fahren in den Ferien an den See. Es gibt stets etwas zu tun: Boot fahren, Frösche fangen, im Regen baden. So könnte es für immer weitergehen. Doch langsam wird klar, dass diese Ferien auch Abschied bedeuten, denn Raphaël wird bald in eine Schule für Kinder mit Behinderungen wechseln.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Justine Martin
Kamera
Myriam Payette
Schnitt
Félix Bouffard-Dumas
Produktion
Louis-Emmanuel Gagné-Brochu
Ton
Christophe Voyer
Musik
Louis-Joseph Cliche
Filmvertrieb
Pierre Brouillette-Hamelin
Media Name: b5309c8f-a31c-47ca-b179-21a0df4e61f4.jpg

Odoriko

Odoriko
Yoichiro Okutani
Der Schnitt macht den Film 2021
Dokumentarfilm
Japan,
USA,
Frankreich
2020
114 Minuten
Japanisch
Untertitel: 
Englisch

Eine Milieustudie über eine sterbende Amüsierkultur, gefilmt in liederlichen Garderoben vor schlecht geputzten Schminkspiegeln. – Der Regisseur Yoichiro Okutani folgt den Odoriko, jenen japanischen Nackttänzerinnen, durch ihren Alltag zwischen An- und Ausziehen, zwischen pragmatischer Lebensbewältigung und bühnentauglich gemachter Erotik. Okutanis Schnittfassung beginnt nackt: Eine unbekleidete Frau steigt eine Treppe hinab, nicht vorteilhaft ins Bild gesetzt, sondern mit der brachialen Gewöhnlichkeit der Routine. Zwischen diesem, also Okutanis Director’s Cut und Mary Stephens Editor’s Cut „Nude at Heart“ liegen ein Produktionsjahr und fünf Minuten. Aber wieviel mehr?

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Yoichiro Okutani
Buch
Yoichiro Okutani
Kamera
Yoichiro Okutani
Schnitt
Yoichiro Okutani, Keiko Okawa
Produktion
Asako Fujioka, Eric Nyari, Yoichiro Okutani, Annie Ohayon-Dekel
Ton
Young-chang Hwang
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Filmstill Open Game
Offenes Spiel Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Amir ist aus Afghanistan nach Deutschland geflohen. Er ist Schachspieler. Im Leben spielt das Glück eine Rolle, beim Schach nicht. Sagt er. Eine filmische Partie entlang der drei Spielphasen.
Filmstill Open Game

Offenes Spiel

Offenes Spiel
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Deutschland
2025
7 Minuten
Farsi
Untertitel: 
Englisch

Die Kunst eines dokumentarischen Porträts besteht darin, dem Publikum eine Persönlichkeit in kurzer Zeit vorzustellen, dabei aber über eine Assemblage biografischer Fakten hinauszugehen und zu erfassen, was diesen Menschen tatsächlich ausmacht. „Offenes Spiel“ gelingt diese Kunst, indem der Film seinen jungen Protagonisten Amir als jemanden zeigt, der immer unterwegs zu sein scheint. Zuerst meisterte er den unsicheren Weg von Afghanistan nach Deutschland, nun pendelt er in Deutschland stetig zwischen Schule, Job und Schachbrett. Ruhe findet er nur, wenn er seine Figuren auf den 64 Feldern des Bretts bewegt, wenn er in eine Welt eintaucht, in der jeder Zug wohlüberlegt sein will und in der Strategie und nicht Glück darüber entscheidet, wie es weitergeht. Im Schach kennt Amir alle Regeln und kann den Fortgang des Spiels bestimmen – von der geschickt gewählten Eröffnung bis zum Zug um Zug vorausgeplanten Ende.
„Open Game“ strukturiert sein Material entlang der Entwicklungsphasen des Schachspiels und porträtiert Amir als Menschen, dessen Leben dem Zufall ausgesetzt war. Wer zu oft auf sein Glück hoffen muss, der weiß kontrollierte Umgebungen zu schätzen.

Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Kamera
Justus Hanfland
Schnitt
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad
Produktion
Justus Hanfland, Rasoul Mohammadi Koussehabad, Kunsthochschule für Medien Köln
Ton
Leonard Mann
Sprecher*in
Amir Hossein Rezai
Beyond Animation 2023
Filmstill Olgastraße 18
Olgastraße 18 Jörg Rambaum, Liv Scharbatke
Eine Kamera streift durch eine Wohnung und ein Leben. Familiengeräusche, Radiostimmen und die animierte Einrichtung stellen ein Zuhause vor, in dem heute niemand mehr zu Hause ist.
Filmstill Olgastraße 18

Olgastraße 18

Olgastraße 18
Jörg Rambaum, Liv Scharbatke
Beyond Animation 2023
Animationsfilm
Deutschland
2011
4 Minuten
ohne Dialog

Eine Kamera streift unablässig durch eine Wohnung und ein Leben ohne besondere Kennzeichen. Klangliche und animierte Interventionen erzählen von Familienglück und -unglück, Streit und Trennung, Alter und Tod. Radionachrichten öffnen das Fenster ein Stück zum Weltgeschehen drumherum. Die sich stetig wandelnde Einrichtungssituation berichtet von Menschen, die hier zu Hause waren, ohne sie jemals zu zeigen.

André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jörg Rambaum, Liv Scharbatke
Buch
Jörg Rambaum, Liv Scharbatke
Kamera
Jörg Rambaum
Sound Design
Jasmin Reuter
Musik
Jasmin Reuter
Filmstill Olivia & the Clouds

Olivia & the Clouds

Olivia & las nubes
Tomás Pichardo Espaillat
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Dominikanische Republik
2024
80 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

Unter Olivias Bett wohnt der Geist eines ehemaligen Geliebten. Barbara erfindet fantasievolle Geschichten, um die Zurückweisung von Mauricio zu verarbeiten. Mauricio versinkt aus Reue im Erdboden. Ramón entwickelt eine tiefe Zuneigung zu einer sprechenden Zimmerpflanze, die Olivias Züge trägt.
In kreisenden Bewegungen nähert sich dieser Film seinem thematischen Zentrum. Wir sind eingeladen, aus unterschiedlichen Perspektiven über die Komplexität zwischenmenschlicher Beziehungen zu sinnieren. Die Blick- und Gefühlsdrehungen der in diesen Reigen verstrickten Charaktere spiegeln sich nicht nur in der episodischen, clever verschlungenen Dramaturgie, sondern auch in der visuellen Gestaltung. „Olivia & the Clouds“ durchstreift einen reichen Garten an künstlerischen Techniken. Figuren und Orte, die uns zunächst als Zeichnungen begegnen, durchlaufen eine Transformation und tauchen als Pappcollage, Aquarell oder Ölmalerei wieder auf. Es entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung um Anziehung und Abstoßung, die mit jedem stilistischen Wechsel formal wie inhaltlich neue Facetten offenbart. Die wolkenleichte Musik, das brillante Sounddesign, vibrierende Farben und nicht zuletzt die gelegentlichen Abschweifungen in Richtung Experimentalfilm bezaubern und tragen einen tief hinein in diese surreale Geschichte, die ganz nah am Leben ist.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Tomás Pichardo Espaillat
Buch
Tomás Pichardo Espaillat
Produktion
Amelia del Mar Hernández, Fernando Santos Díaz
Ton
Homer Mora, Denis Godoy
Sound Design
Homer Mora, Denis Godoy
Musik
Cem Misirlioglu
Animation
Tomás Pichardo Espaillat, Nika Zhukova, Vicky Medina, Freddy Guerrero, Martina Zena, Joery Santos Gomez, Randy Morales, Carmela Peña, Gia Zapata, Erik Alfredo Martínez, Samuel Zapata, Ottmar Suero
Filmvertrieb
Luce Grosjean
Filmstill On Taphonomy

On Taphonomy

On Taphonomy
Ana María Gómez López
Wettbewerb um den Publikumspreis Kurzfilm 2022
Dokumentarfilm
Niederlande
2021
9 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Ein Leben für den Verfall. Johannes Weigelt (1890–1948) war Paläontologe, Fotodilettant und Nazi, immer glühend. Dem Pionier der Fossilisationslehre widmet sich dieser Essay – nüchtern und zugleich aufregend in der Form. Drei Bildfelder füllen sich mit wechselnden Inhalten: Schwarz-Weiß-Dokumente von Tierleichenfeldern, ein Schnappschuss mit Göring, Texttafeln, kunstsinnige Fotomontagen. Sie laden sich gegenseitig auf und bergen eine in Bildern fossilisierte Biografie, die lebhaft schillert.

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ana María Gómez López
Kamera
Ana María Gómez López
Schnitt
Sasha Donkan
Produktion
Ana María Gómez López
Ton
Mayvand Kasem Dad
Kids DOK 2021
Media Name: d1e2e6e1-d83c-430d-81f1-993544120b4b.jpg
On the Hill Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Der kleine Roboter lebt im Wald. Eines Abends fällt ein Stern vom Himmel. Die Freude ist groß. Doch weil der Stern allmählich erlischt, muss er an seinen Platz zurück. Nur wie?
Media Name: d1e2e6e1-d83c-430d-81f1-993544120b4b.jpg

On the Hill

On the Hill
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Kids DOK 2021
Animationsfilm
Slowakei
2020
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Der kleine Roboter lebt allein in einem Haus auf dem Hügel im Wald. Eines Abends, holterdiepolter, fällt ein Stern vom Himmel. Der Stern gefällt ihm, und der kleine Roboter beschließt, ihn zu behalten. Doch er stellt fest, dass jetzt am Himmel etwas fehlt und der Stern auf der Erde allmählich erlischt. Er muss an seinen alten Platz zurück! Aber das ist leichter gesagt als getan.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Buch
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Kamera
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Schnitt
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Produktion
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar, Erika Paulinská
Ton
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Animation
Lukáš Ďurica, Juraj Mäsiar
Extended Reality 2022
Filmstill On the Morning You Wake (to the End of the World)
On the Morning You Wake (to the End of the World) Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Die atomare Bedrohung wurde für 1,4 Millionen Menschen auf Hawaii real. Am 13. Januar 2018 warnte sie eine Textnachricht vor einer Rakete. Die Nachricht war falsch, aber folgenschwer.
Filmstill On the Morning You Wake (to the End of the World)

On the Morning You Wake (to the End of the World)

On the Morning You Wake (to the End of the World)
Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Extended Reality 2022
XR
Frankreich,
UK,
USA
2022
42 Minuten
Englisch,
Französisch,
Deutsch,
Koreanisch,
Japanisch,
Norwegisch
Untertitel: 
Englisch

Der Friede der Großmächte fußt auf einem „Gleichgewicht des Schreckens“. Mit ihren Waffenarsenalen können sich Staaten gegenseitig komplett auslöschen. Am 13. Januar 2018 bekamen das 1,4 Millionen Menschen auf Hawaii zu spüren: Eine falsche Raketenwarnung per Textnachricht brachte den Alltag für 38 Minuten zum Erliegen, Panik brach aus und die atomare Bedrohung wurde plötzlich real.

Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Arnaud Colinart, Jo-Jo Ellison, Mike Brett, Steve Jamison
Ausführende Produktion
Paul Mezier, Susanna Pollack
Produktionsfirma
Atlas V, Archer’s Mark
Animation
Alan Sorio
3D-Künstler*in
Renaud de Bellefon, Anthony Rubier
VFX Artist
Yasuyuki Otsuki
Buch
Dr. Jamaica Heolimeleikalani Osorio
Musik
Bobby Krlic
Key Collaborator
Games for Change, Princeton University, British Film Institute, VR for Good, ARTE France, CNC
Regie
Mike Brett, Steve Jamison, Pierre Zandrowicz, Arnaud Colinart
Filmstill On Weary Wings Go By

On Weary Wings Go By

Linnud läinud
Anu-Laura Tuttelberg
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Estland,
Litauen
2024
11 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Ein letztes Mal kriecht die kraftlose Sonne über den Horizont. Über dem See weht bereits ein kühler Wind. Die Zugvögel machen sich auf den Weg in wärmere Gefilde und verlassen das nordische Naturparadies. Heftige Schneeschauer hüllen das Land in einen weißen Mantel. Die zum Ausharren verdammten Tiere – zerbrechliche Wesen aus zartem Porzellan – klammern sich an Zweige, suchen Schutz. Keines von ihnen entkommt dem frostigen Griff des sich ausbreitenden Winters. Sie werden beobachtet von einem winzigen Mädchen, ebenfalls aus hauchfeiner, transparent-weißer Keramik, das schließlich allein in der erstarrenden Landschaft zurückbleibt.
Anu-Laura Tuttelbergs sinnbildhafte Erzählung ist berührend schön und gleichzeitig voller anregender Irritationen. Denn ihre Kunst bricht sich an der Naturwirklichkeit. Sie animierte ihre Puppen nicht in einem warmen Studio, sondern setzte sie den Elementen aus: an Drehorten im Norden Estlands und auf einer Insel im Europäischen Nordmeer. In ihrem Film begegnen sich grausame Gewalten, beunruhigende Fragilität und die erneuernde Kraft der Kälte – ambivalent und elegant.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anu-Laura Tuttelberg
Buch
Anu-Laura Tuttelberg
Kamera
Anu-Laura Tuttelberg, Francesco Rosso
Schnitt
Daniel Irabien Peniche, Silvija Vilkaitė
Produktion
Marianne Ostrat
Co-Produktion
Agnė Adomėnė
Sound Design
Olga Bulygo
Musik
Maarja Nuut
Animation
Anu-Laura Tuttelberg
Filmvertrieb
Flavio Armone
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Kurzfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)
Media Name: 4b427c9e-7936-4444-b670-a341827ab861.jpg

Once I Entered a Garden

Pa’am nikhnasti legan
Avi Mograbi
Hommage Avi Mograbi 2021
Dokumentarfilm
Israel,
Schweiz,
Frankreich
2012
99 Minuten
Arabisch,
Hebräisch
Untertitel: 
Englisch

Avi Mograbi begegnete im Traum seinem Großvater. Schauplatz: Damaskus, 1920. Ob die beiden bei diesem unmöglichen Zusammentreffen arabisch oder hebräisch sprachen? Dass sie sich überhaupt verständigen konnten! Denn Mograbi ist des Arabischen kaum mächtig, und der Großvater lernte Iwrit erst später. In der Wohnung des Freundes Ali Al-Azhari beginnt ein anderes unmögliches Gespräch: zwischen Avi, dem Juden, und Ali, dem Palästinenser. Ihr quirliger, zugewandter Austausch über Vorfahren, Vokabeln und Träume soll einen Film vorbereiten, der dann nicht entsteht. Aber da das Material nun schon einmal gedreht ist: Warum damit nicht eine neue israelisch-palästinensische Wirklichkeit in Angriff nehmen?!

Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Avi Mograbi
Buch
Avi Mograbi, Noam Enbar
Kamera
Phillipe Bellaïche
Schnitt
Avi Mograbi, Rainer M. Trinkler
Produktion
Serge Lalou, Samir
Co-Produktion
Avi Mograbi
Ton
Florian Eidenbenz
Musik
Noam Enbar
Filmstill Once in a Body

Once in a Body

Una vez en un cuerpo
María Cristina Pérez
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kolumbien,
USA
2025
10 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch

„Es war einmal ein Körper, der nicht Mensch sein wollte. Er wusste nicht, dass er schon zu einem gehört. Nämlich zu mir.“ Mit diesen poetischen und kryptischen Worten leitet María Cristina Pérez González ihren Film ein, taucht mitten hinein in die bildgewaltige, handgemalte Animation. Eher assoziativ als narrativ zieht uns die traurige Stimme in einen Strudel aus Erinnerungsfetzen, die allesamt um den Körper der Protagonistin kreisen: eine voluminöse Gestalt, die sich manchmal vor Abscheu frisst, sich bildfüllend ausstreckt oder erbsenhaft verkriecht – im Schwarz der fließenden, großzügigen Pinselgesten, aber vor allem im fleischigen Selbst.
Da gibt es die entfremdete Schwester, die einmal die Füße dieses Körpers als hässlich bezeichnet hat. Die gute Freundin, die ohne Abschied von der Bildfläche verschwand. Den Vater, der einmal sagte, dass alle unglücklichen Frauen fett werden. Und vor allem diese namenlose Figur, die in ihrem Magen wohnt und niedlich grinsend die Depression nährt. Wie so oft im Leben führt zur Zufriedenheit nur der Weg der Aussöhnung. Natürlich mit der Schwester, aber vor allem mit dem eigenen Körper, der nicht in eng gefasste, gesellschaftliche Normen passt – der aber der einzige ist, den man hat. Und mit dem es sich ganz wunderbar tanzen, springen und sogar lachen lässt, wenn man versteht, dass er kein Monster ist, das man bekämpfen muss.

Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
María Cristina Pérez
Buch
María Cristina Pérez
Schnitt
Mauricio Cuervo Rincón
Produktion
Mauricio Cuervo Rincón
Co-Produktion
Mireia Vilanova, James Belfer, Adam Belfer
Musik
Daniel Gwilym Jones Cozzarelli
Animation
Laura Alcina, Natalia Rojas Noy, Megumi Cardona, Gizenth Barreto, Fabián Llantén, Anamaría Sáenz Peñas, Julián Arias Garzón, Juan Pablo Figueroa, Daniel Bonza
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Ausgezeichnet mit: mephisto 97.6-Publikumspreis
Publikumswettbewerb 2024
Filmstill Once upon a Time in a Forest
Once upon a Time in a Forest Virpi Suutari
Waldaktivistin Ida legt sich mit den Giganten der finnischen Forstindustrie und den Vorurteilen in der eigenen Familie an. Ein modernes Märchen mit hartem Aufwachen in der Realität.
Filmstill Once upon a Time in a Forest

Once upon a Time in a Forest

Havumetsän lapset
Virpi Suutari
Publikumswettbewerb 2024
Dokumentarfilm
Finnland
2024
93 Minuten
Finnisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Junge Menschen, durchs Dickicht streifend, unter Birken im klaren Seewasser badend, Tautropfen glitzern im Sonnenlicht, Tiere huschen, fliegen und krabbeln durchs Unterholz. Was wie ein moderner Märchenfilm anmutet, landet schon bald ziemlich unsanft in der Realität von heute. Finnland, das waldreichste Land Europas, fungiert mit seiner borealen Vegetation zusammen mit Schweden als grüne Lunge dieses Kontinents. Es ist wissenschaftlicher Konsens, dass die Erhaltung von Waldbeständen zu den wirkungsvollsten Maßnahmen gehört, um sich dem Klimawandel entgegenzustellen und dem massiven Artensterben Einhalt zu gebieten. Trotz der immens wichtigen Aufgabe sind aktuell etwa neunzig Prozent der finnischen Wälder durch Abholzung, unter anderem für die Papierindustrie, gefährdet.
Die 22-jährige Ida findet sich durch ihre Liebe zu den Bäumen und ihre ebenso große Wut auf deren Zerstörung plötzlich an der Spitze einer neuen Umweltbewegung wieder. Gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten legt sie sich mit den Giganten der finnischen Forstindustrie an. Gleichzeitig stellt sie fest, dass in ihrer eigenen Familie die tief verwurzelte Überzeugung vom Wald als „Holzacker“ herrscht, der den Wohlstand Finnlands zu sichern hat. Es ist klar: Gegen die Interessen der Wirtschaft und des politischen Systems sowie die Vorurteile von Generationen müssen die engagierten jungen Aktivist*innen einen harten Kampf führen.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Virpi Suutari
Kamera
Teemu Liakka, Jani Kumpulainen
Schnitt
Jussi Rautaniemi
Produktion
Virpi Suutari
Co-Produktion
Martti Suosalo
Ton
Olli Huhtanen
Musik
Sanna Salmenkallio
Filmvertrieb
Stephanie Fuchs
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Publikumswettbewerb)
Kids DOK 2025
Filmstill Once Upon a Time in Dragonville
Once Upon a Time in Dragonville Marika Herz
Vertrieben aus seiner Drachenstadt ist Samson auch in der Menschenstadt nicht sicher: Alle fürchten sich hier vor ihm. Doch ein kleiner Junge hält zu ihm, und sie freunden sich an.
Filmstill Once Upon a Time in Dragonville

Once Upon a Time in Dragonville

Il était une fois à Dragonville
Marika Herz
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Frankreich,
Schweiz
2024
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Der grüne Drache Samson zieht in die Menschenstadt, weil er in der Drachenstadt immer wieder ausgelacht wird. Aber auch bei den Menschen ist es nicht so einfach: Er muss sich verstecken, weil sich hier alle vor ihm fürchten. Doch dann lernt er Simon kennen, einen kleinen Jungen, der zu ihm hält. In farbenfroher Cutout-Technik animiert, erzählt dieser Film von einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Marika Herz
Kamera
Marika Herz
Produktion
Reginald de Guillebon
Co-Produktion
Nicolas Burlet
Filmvertrieb
Jérémy Mourlam