Filmarchiv

Filmstill A Scary Movie

A Scary Movie

Una película de miedo
Sergio Oksman
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Spanien,
Portugal
2025
72 Minuten
Spanisch,
Portugiesisch (Portugal)
Untertitel: 
Englisch

Nuno ist jetzt zwölf und fängt an, sich für Horrorgeschichten zu interessieren. Als sein Vater Sergio, der Regisseur, vorschlägt, Madrid über den Sommer zu verlassen und in einem vor kurzem geschlossenen Hotel in Lissabon zu wohnen, ist er Feuer und Flamme. Seiner Gäste beraubt und dem Verfall preisgegeben, scheint das Hotel die perfekte Geisterkulisse für seine aufkeimende Fantasie zu sein, eine neue Version des Overlook-Hotels aus „The Shining“.
Während Nuno durch die dunklen Flure streunt, sich hinter flatternden Vorhängen versteckt und auf seinem Smartphone gruselige Clips schaut, denkt Sergio im Voiceover über die Bedeutung von Angst und seine eigenen Erfahrungen damit nach: der begonnene, aber nie fertiggestellte Dokumentarfilm über einen portugiesischen Serienkiller, die in Filmarchiven spukenden Geister der Kinovergangenheit, die beängstigenden historischen Versuche, Kriminelle anhand der Form ihrer Schädel zu kategorisieren, diese eine erschreckende Begegnung mit seinem entfremdeten Vater in den Straßen von São Paulo, als er selbst noch ein Kind war. „A Scary Movie“ schwankt auf bestechend skurrile Weise zwischen Meta-Horrorfilm, ins Ausschweifen gebrachtem Essay und berührendem Vater-Sohn-Drama. Diese köstlich unklassifizierbare Mischung aus Fiktion und Dokumentation macht klar, dass das Grauen immer Teil des Alltags ist. Gibt es etwas Furchterregenderes als Familie?

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sergio Oksman
Buch
Sergio Oksman
Kamera
Jorge Rojas
Schnitt
Ana Pfaff
Produktion
Sergio Oksman
Co-Produktion
Fernando Franco
Ton
Nuno Carvalho
Filmvertrieb
Patra Spanou
Nominiert für: FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill A Silent Sound
A Silent Sound Maï Calon
Vibrierende Papierpyramiden werden durch vertraute Bewegungen zu zarten Lebewesen, die schüchtern ihre Umgebung erkunden. Werden sie den Mut finden, den Bildschirm zu verlassen?
Filmstill A Silent Sound

A Silent Sound

A Silent Sound
Maï Calon
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Belgien
2021
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Dieser federleichte Film kreiert die Illusion von Bewegung durch Hunderte von minimal unterschiedlichen Papierpyramiden. Bild für Bild wird einer durch den anderen geometrischen Körper ersetzt, bis der Eindruck einer Verformung entsteht. Die zarte Vibration, die der Austausch der Pyramiden erzeugt, nicht zuletzt die Positionsveränderungen im Raum verleihen ihnen Lebendigkeit.

Franka Sachse

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Regie
Maï Calon
Filmstill A Simple Soldier

A Simple Soldier

A Simple Soldier
Artem Ryzhykov, Juan Camilo Cruz
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
UK,
Ukraine,
USA
2025
95 Minuten
Englisch,
Russisch,
Ukrainisch
Untertitel: 
Englisch

Als am 24. Februar 2022 die russische Invasion beginnt, tritt Artem Ryzhykov freiwillig der ukrainischen Armee bei. Ausgerüstet mit Maschinengewehr und Kamera, dokumentiert der Filmemacher seinen Alltag als Soldat. Doch schon bald zeigt sich, wie Vorstellung und Realität auseinanderdriften. Während ihn zu Beginn explodierende Bomben so sehr erschrecken, dass er in der verbarrikadierten Küche zu Boden stürzt, während verbrannte Leichen einer besiegten russischen Militäreinheit an der Front in Irpin für sensationsgierige Bilder sorgen, verlieren sich Euphorie und Sensibilität allmählich auf dem Schlachtfeld. Ryzhykov fällt langsam aus seiner beobachtenden Rolle, die Kamera verkommt zum „Spielzeug“ und wird von der Waffe abgelöst.
Das Kriegsgeschehen hinterlässt traumatische Spuren. Zunehmend entfremdet sich Ryzhykov von sich selbst und von seinem privaten Umfeld. Der überwältigende emotionale Ballast lässt sich nicht mehr so leicht katalysieren, Reflexionsräume werden immer kleiner und die Telefonate mit seiner Frau Irusya kälter und wortkarger. Co-Regisseur Juan Camilo Cruz formte aus über tausend Stunden Videomaterial einen Erzählstrang von unmittelbarer Eindrücklichkeit: ein intimer Einblick in das Leben eines Menschen, der versucht, in all dem Chaos klarzukommen.

Philipp Hechtfisch

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Regie
Artem Ryzhykov, Juan Camilo Cruz
Buch
Juan Camilo Cruz, Jesper Osmund
Kamera
Artem Ryzhykov, Ruslan Girin, Ruslan Girin
Schnitt
Jesper Osmund, Inés Boffi Sae-Ammac
Produktion
Howard Owens, Ben Silverman, James Packer, John Battsek, Marcel Mettelsiefen
Sound Design
Andrés Velásquez
Musik
Úlfur Hansson
Filmvertrieb
Daniel Thunell
Nominiert für: Filmpreis Leipziger Ring, MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: Filmpreis Leipziger Ring
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill A Song for Dead Warriors
A Song for Dead Warriors Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Als militante Sioux die Gedenkstätte Wounded Knee besetzen, kommt es 1973 zum heftigen Zusammenstoß mit der US-Administration. Der Film folgt der öffentlichen Anhörung des Bureau of Indian Affairs. 
Filmstill A Song for Dead Warriors

A Song for Dead Warriors

A Song for Dead Warriors
Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1974
25 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

„Sollen wir uns unterwerfen oder sollen wir ihnen sagen: Tötet mich, bevor ihr mir mein Vaterland nehmt.“ Mit diesen Worten des Sioux-Häuptlings Sitting Bull von 1877 setzt „A Song for Dead Warriors“ ein – geradezu programmatisch, denn der Film kreist um ein aktuelles Ereignis, welches verdeutlicht, dass der Konflikt zwischen US-Administration und Native Americans auch nach hundert Jahren nicht beigelegt ist. Im Gegenteil: 1973 kam es zum Zusammenstoß zwischen der Polizei und einer militanten Gruppe Sioux, die gemeinsam mit dem American Indian Movement (AIM) die Gedenkstätte Wounded Knee besetzten. Eine Anhörung des Bureau of Indian Affairs soll den Fall erörtern, aber die Fronten sind verhärtet. Wortführer der Unbeugsamen und Protagonist des Films ist der AIM-Aktivist Russell Means.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Norma Allen, Michael Anderson, Larry Janss, Saul Landau, Rebecca Switzer, Billy Yahraus
Produktion
Tricontinental Film Center
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Filmstill Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Austellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]
Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt] Lotte Thiel
Das Making-of der IBA 1971. Von der Idee über den Messebau bis zur Eröffnung und der Preisverleihung. Lotte Thiel, eine der wenigen Regisseurinnen ihrer Zeit, fängt alles für die DEFA ein.
Filmstill Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Austellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]

Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]

Die Schönsten der Welt – Bücher von heute: Internationale Buchkunst-Ausstellung Leipzig 1971 [Ausschnitt]
Lotte Thiel
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2025
Dokumentarfilm
DDR
1971
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine

Im Auftrag des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler begleitet Lotte Thiel, auf Bild- und Tonspur prominent unterstützt, die Vorbereitungen für die Internationale Buchkunst-Ausstellung 1971. Die Tradition der Leistungsschau vom Vorläufer BUGRA 1914 über die erste IBA 1927 bis zu den alle fünf bis sechs Jahre stattfindenden Folgeveranstaltungen ab 1959 wird aufgerufen, prämierte Illustrationen sind en détail zu betrachten.

Thekla Kluttig, Meike Weimann

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Regie
Lotte Thiel
Buch
Kurt Eifert
Kamera
Hans Borrmann
Schnitt
Waltraud Hartmann
Produktion
DEFA-Studio für Kurzfilme
Musik
Jean Kurt Forest
Künstlerisches Design
Albert Kapr
Sprecher*in
Gerry Wolff
Filmstill Sediments

Sedimente

Sedimente
Laura Coppens
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Schweiz,
Deutschland
2025
81 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Szene für Szene wird eine Biografie behutsam in Schichten freigelegt und damit auch deutsche Geschichte: Nationalsozialismus, DDR, Nachwendezeit. Eine Enkelin besucht ihren Großvater. Der ältere Herr treibt regelmäßig Sport, hat einen Gymnastikraum im Haus. Sie erklärt ihm ihr Projekt – und ihr Film wird diesen Projektcharakter behalten. Es ist ein permanentes Ausloten, wie tief, wie weit sie mit ihren Fragen gehen kann.
In einer schäbigen Metallbox, die offenbar schon lange nicht mehr geöffnet wurde, verwahrt er Familienfotos aus der NS-Zeit. Auch die Aufnahme des älteren Bruders in der Uniform des nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienstes ist darunter. Erst wenige Monate nach Kriegsende nahm es die Urgroßmutter aus Angst vor den Blicken der Rotarmisten von der Wand. Der Großvater verehrte seinen 1944 an der Ostfront gefallenen Bruder, bewunderte dessen Kraft und Sportlichkeit. Im Sportland DDR lebte er den Körperkult weiter. Wiederholt geht es in den Gesprächen um persönliche Verantwortung und moralische Grauzonen, um Vergessen und Verdrängung. Die Enkelin scheint sich zu fragen, wem sie überhaupt gegenübersitzt.

Anke Leweke

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Regie
Laura Coppens
Buch
Laura Coppens
Kamera
Pierre Reischer
Schnitt
Kathrin Schmid
Produktion
Laura Coppens
Ton
Laura Coppens
Sound Design
Azadeh Zandieh
Musik
Azadeh Zandieh
Nominiert für: Gedanken-Aufschluss-Preis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, Filmpreis Leipziger Ring, DEFA Förderpreis
Ausgezeichnet mit: Gedanken-Aufschluss-Preis
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Filmstill Signs of Mr. Plum
Signs of Mr. Plum Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Die Entwürfe von Karol Śliwka haben Grafikdesign-Geschichte geschrieben. Doch wer war der Mensch hinter den ikonischen Linien und Formen? Ein agiles, unbedingt nahbares Porträt.
Filmstill Signs of Mr. Plum

Signs of Mr. Plum

Znaki Pana Śliwki
Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Panorama: Mittel- und Osteuropa 2025
Dokumentarfilm
Polen
2025
72 Minuten
Polnisch
Untertitel: 
Englisch

Wenn Karol Śliwka (1932–2018) seine Schublade öffnet, springen ihm Dutzende Werkzeuge entgegen: Scheren, Zirkel, Lineale und Messer. Denn Śliwkas so berühmte wie elegante Grafiken sind reine Handarbeit. Sie prangen auf Konsumgütern und Werbeplakaten, wurden sogar zu ikonischen Symbolen der Vereinten Nationen. Dabei war sein Werdegang nicht unbedingt vorgezeichnet: Als Kind bei einem Unfall empfindlich an den Augen verletzt und dazu bestimmt, den elterlichen Hof zu übernehmen, kann Karol Śliwkas Hinwendung zur Kunst auch als Akt der Rebellion gelten. Dass sie sich bezahlt gemacht hat, beweisen nicht nur die zahlreichen Preise, die er während seiner langen Karriere gewonnen hat. „Signs of Mr. Plum“ gewährt anhand von privaten Videotapes auch Einblick in die freudvolle Ehe mit einer Opernsängerin. Dabei verstehen es Bartosz Mikołajczyk und Urszula Morga, Karol Śliwkas unverkennbare Entwürfe parallel zum Zeitgeschehen in Szene zu setzen, das Lebensgefühl der 1960er und 1970er Jahre leichtfüßig und in schnellen Schnitten einzufangen. Grafikdesign-Geschichte und Biografisches verbinden sich so zu einem nahbaren und überaus amüsanten Konglomerat.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Urszula Morga, Bartosz Mikołajczyk
Buch
Urszula Morga
Kamera
Bartosz Mikołajczyk
Schnitt
Anna Koc-Wikels, Dominik Jagodziński
Produktion
Stanisław Zaborowski, Daria Maślona
Co-Produktion
Ubi Leones, Jan Borowiec, Mazowia
Ton
Radosław Ochnio MPSE
Sound Design
Radosław Ochnio MPSE
Musik
Michał Jacaszek
Broadcaster
TVP
Funding institution
PFI
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Doc Alliance Award 2025
Filmstill Sixty-Seven Milliseconds
Sixty-Seven Milliseconds fleuryfontaine
Eine Überwachungskamera nimmt die Flugbahn einer Kugel auf. Rekonstruktion eines Vorfalls. Anhand von 67 Millisekunden wird die Gewaltanwendung durch die Polizei infrage gestellt.
Filmstill Sixty-Seven Milliseconds

Sixty-Seven Milliseconds

Soixante-sept millisecondes
fleuryfontaine
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Frankreich
2025
15 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Die Situation dauert nur wenige Sekunden, eine Viertelstunde lang wird sie minutiös rekonstruiert. In einer Stadt in Frankreich stürmt ein Polizeikommando nachts in ein Viertel und schießt auf einen jungen Mann, ohne zu prüfen, ob er überhaupt bewaffnet ist oder ein Verbrechen begangen hat. Eine von dutzenden Überwachungskameras in der Gegend nimmt diesen Vorfall auf. 67 Millisekunden ist die Zeit, die zwischen zwei Aufnahmen dieser Kamera liegt: Auf einem Bild ist die Patrone sichtbar, auf dem nächsten nicht mehr. Das Regie- und Künstlerduo fleuryfontaine nutzt dieses Videoüberwachungsmaterial und kombiniert es mit nachträglich animierten Bildern der Grafiksoftware Blender, um fast forensisch die Positionen zu betrachten, die jeder von uns in der heutigen künstlichen und sicherheitsfixierten Umwelt einnimmt, und die unser Verhalten, unseren Körper und unsere Beziehung zur Welt und zu anderen Menschen bestimmen. In seinem elegant-strengen Aufbau hinterfragt der Film eindringlich die Auswüchse von Gewaltanwendung und deren Legitimität bei Polizei und anderen staatlichen Organen.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
fleuryfontaine
Kamera
fleuryfontaine
Schnitt
Marie Loustalot
Produktion
Eliott Baillon
Sound Design
Luc Aureille
Musik
Abul Mogard
Animation
fleuryfontaine
Filmvertrieb
Wouter Jansen
Kids DOK 2025
Filmstill Slipper Keeper Kitty
Slipper Keeper Kitty Rok Predin
Als die Kinder am Morgen aufwachen, sind alle Puschen verschwunden. Steckt die Hausschuh-Hüterin Kitty dahinter? Die Kinder machen sich auf den Weg, die Schuhe wiederzufinden …
Filmstill Slipper Keeper Kitty

Slipper Keeper Kitty

Muca Copatarica
Rok Predin
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Slowenien
2024
11 Minuten
Slowenisch
Untertitel: 
Englisch, Deutsch (Overvoice)

Die Sonne lacht vom Himmel, und alle Kinder spielen den ganzen Tag unbeschwert. Abends fallen sie müde ins Bett und schleudern die Hausschuhe achtlos von den Füßen. Der nächste Morgen bringt eine Überraschung: Alle Puschen sind verschwunden! Tja, die hat wohl die Hausschuh-Hüterin Kitty geholt, kommentieren die Eltern achselzuckend. Die Kinder machen sich auf den Weg, die Schuhe wiederzufinden …

Lina Dinkla

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Regie
Rok Predin
Kamera
Rok Predin
Produktion
Miha Černec
Animation Perspectives 2025
Filmstill Solar Walk [excerpt]
Solar Walk [excerpt] Réka Bucsi
Wenn alle Puzzlestücke ihren Platz gefunden haben, öffnet sich ein Multiversum: Erkenntnisse fließen, Erfindungen entstehen. Réka Bucsi lädt uns ein, diesem magischen Glück beizuwohnen.
Filmstill Solar Walk [excerpt]

Solar Walk [excerpt]

Solar Walk [excerpt]
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Dänemark
2018
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Wenn alle Puzzlestücke – Flächen, Lichter, Formen – ihren einzigartigen, nur für sie bestimmten Platz gefunden haben, beginnt der Zauber: Ein Multiversum öffnet sich, Erkenntnisse fließen und Erfindungen entstehen. Die Magie berührt innere wie äußere Welten, Planeten und Kreaturen jeglicher Beschaffenheit. Réka Bucsi lädt uns ein, diesem verwandelnden Glück und dessen Geheimnissen beizuwohnen.

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Produktion
Morten Harpøth Thorning
Co-Produktion
Claus Toksvig
Ton
Péter Benjámin Lukács
Sound Design
Péter Benjámin Lukács
Musik
Mads Vadsholt
Animation
Nicole Stafford, Jason Reicher, Cyrille Chauvin, Pernille Kjaer
Animation Perspectives 2025
Filmstill Something to Remember
Something to Remember Niki Lindroth von Bahr
Ein leerer Zoo, ein Matratzenladen, eine Tankstelle - Schnecken und Maulwürfe singen von ihren eigenen Sorgen und Krisen, unfähig die um sie herum zusammenbrechende Welt zu erkennen.
Filmstill Something to Remember

Something to Remember

Något att minnas
Niki Lindroth von Bahr
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Schweden
2019
5 Minuten
Schwedisch
Untertitel: 
Englisch

Ein leerer Zoo, ein Matratzenladen, eine Tankstelle – an all diesen seltsamen Nicht-Orten singen Tauben, Schnecken und Maulwürfe von ihren eigenen Sorgen, Problemen und Krisen, unfähig, die um sie herum zusammenbrechende Welt zu erkennen … Mit einem Unfall im Labor des CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, lässt Niki Lindroth von Bahr uns keinen Schimmer Hoffnung mehr.

Irina Rubina

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Regie
Niki Lindroth von Bahr
Produktion
Kalle Wettre
Co-Produktion
SVT – Sveriges Television
Sound Design
Hans Appelqvist
Animation
Anna Mantzaris, Eirik Grønmo Bjørnsen
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill Sons and Daughters
Sons and Daughters Jerry Stoll
Ausgehend von studentischen Protesten gegen den Vietnamkrieg in Berkeley entfaltet sich ein Zeitporträt der US-amerikanischen Gesellschaft und ihres wachsenden politischen Bewusstseins.
1967
Filmstill Sons and Daughters

Sons and Daughters

Sons and Daughters
Jerry Stoll
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1967
108 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Jerry Stoll begleitet die Vorbereitung und Durchführung des Vietnam Day, eines friedlichen Protestmarschs vom Campus der University of California in Berkeley zum Oakland Army Terminal, einem der wichtigsten Versorgungshäfen der U.S. Army für den Krieg in Vietnam. Der pulsierende, mit Bedacht fotografierte Film macht die kurze Phase spürbar, in der die US-amerikanische Öffentlichkeit noch kaum darüber unterrichtet war, was in Vietnam passierte, und der Schock der ersten Bilder und Zeug*innenberichte gerade erst einsetzte. Während „Sons and Daughters“ seinerzeit ein machtvolles Instrument der Mobilisierung wurde, konnte ihn auch sein exklusiver Soundtrack mit Stücken von The Grateful Dead, Jon Hendricks und Virgil Gonsalves nicht davor bewahren, weitgehend in Vergessenheit zu geraten.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

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Regie
Jerry Stoll
Kamera
Stephen Lighthill
Schnitt
Sally Pugh, Jerry Stoll, Stephen Lighthill
Produktion
American Documentary Films
Musik
Virgil Gonsalves, Jon Hendricks
Filmstill string pieces

String Pieces

Garak
Vatae Kimlee
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Südkorea
2024
28 Minuten
Koreanisch
Untertitel: 
Englisch

Das einsame Leben einer Studentin in Incheon. Sie schickt spätnachts Aufsätze ab, geht aus ihrer beengten Wohnung zum Rauchen auf die Straße, scrollt durch alte Werbefilme im Internet. Auf ihrem USB-Stick entdeckt sie zufällig eine MPEG-Datei. Per Klick löst sie ein Gespräch mit ihren Großeltern aus. Die zwei berichten von ihrem Leben in exakt jenem Stadtviertel, in dem die Enkelin jetzt wohnt. Einmal freigesetzt, sind die Stimmen nicht mehr zum Schweigen zu bringen, schleichen sich in ihren Alltag und ihre Träume ein. Während sie von Vorurteilen gegen nordkoreanische Flüchtlinge erzählen, von der über Nacht gebauten Behelfsunterkunft aus Pappresten von einem US-Militärstützpunkt, vom Handel mit selbst gemachten Malztoffees, werden all diese Unternehmungen in Stop-Motion-Sequenzen lebendig, die – wie die Erzählstimmen selbst – aus einer anderen Zeit zu kommen scheinen. Doch dies ist nur eine von vielen visuellen Ideen und Animationstechniken, die hier Anwendung finden. Zu sehen sind Handzeichnungen in verschiedensten Ausführungen, 3D-Scans zur raffiniert unvollkommenen Nachbildung der städtischen Architektur, echte Fotos und Realfilmszenen, die an einer Stelle sogar die Menschen hinter den Stimmen zeigen. Die Geschichte schweigt nie; hier sehen wir sie in all ihren sich überlagernden Schichten.

James Lattimer

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Vatae Kimlee
Buch
Vatae Kimlee
Kamera
Junyong Lee, Eunsol Cho
Schnitt
Vatae Kimlee
Produktion
Saehoon Yoon
Ton
Luuk Bakkum, Tongxin Guo
Sound Design
Tongxin Guo
Animation
Vatae Kimlee
Nominiert für: Silberne Taube
Ausgezeichnet mit: Silberne Taube Kurzfilm (Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm)
Animation Night 2025
Filmstill Sun Ra’s Calling Planet Earth with the OVC
Sun Ra’s Calling Planet Earth with the OVC William Sebastian
Der Outer Space Visual Communicator: ein System für Videoeffekte, Mischung und Projektion, welches das Sun Ra Arkestra bei ihren kosmischen Bühnenshows einsetzt, um „Schallwellen zu visualisieren”.
Filmstill Sun Ra’s Calling Planet Earth with the OVC

Sun Ra’s Calling Planet Earth with the OVC

Sun Ra’s Calling Planet Earth with the OVC
William Sebastian
Animation Night 2025
Animationsfilm
USA
1986
16 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Bill Sebastians Outer Space Visual Communicator (OVC) war aus Leuchten, Spiegeln und Projektoren sowie Videoeffekt- und Mischgeräten gebaut. Man konnte ihn wie ein Live-Instrument mit Händen, Füßen und sogar dem Mund spielen! Hier werfen wir einen Blick auf die kaleidoskopischen Effekte des OVC, die das Sun Ra Arkestra auf ihrer kosmischen Tournee-Bühnenshow nutzte, um „Schallwellen sichtbar zu machen“.

Ben Sassen

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
William Sebastian
Filmstill Sunday

Sunday

Sunday
Dan Drasin
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1961
17 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Der damals erst 19-jährige Dan Drasin schuf mit „Sunday” einen berühmten Vertreter des US-amerikanischen Direct Cinema: Am 9. April 1961 fanden sich im New Yorker Washington Square Park Hunderte Folkmusiker*innen zusammen, um gegen ihre nicht verlängerte Auftrittsgenehmigung zu demonstrieren. War der Park bis dato Zentrum der Beat-Szene, tritt den musizierenden jungen Menschen dort nun die Polizei gewaltsam entgegen – der Ort wird geräumt, Festnahmen finden statt. Drasins 16mm-Kamera ist hautnah dabei, schlängelt sich agil durch die Menge, präpariert einzelne Individuen heraus. „Sunday”, der vom engagierten linken Dokumentaristen Emile de Antonio mitproduziert und vertrieben wurde, ist damit ein frühes Dokument einer von massiven Protesten geprägten Dekade in den USA.

Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Dan Drasin
Kamera
Dan Drasin
Schnitt
Dan Drasin
Produktion
Dan Drasin, Emile de Antonio
Musik
Dave Cohen, Jan Dorfman, Woody Guthrie
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Symphonie Diagonale
Symphonie Diagonale Viking Eggeling
Während Eggeling an diesem Film arbeitet, entwickelt er die Theorie der Eidodynamik, deren Grundprinzip auf der Projektion farbiger Lichter gen Himmel beruht - und die heute leider verloren ist.
Filmstill Symphonie Diagonale

Symphonie Diagonale

Symphonie Diagonale
Viking Eggeling
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Deutschland
1924
7 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Auch nach mehr als einem Jahrhundert ist die Poesie dieses Films überwältigend. Viking Eggeling, der gemeinsam mit seinem Freund Hans Richter bereits in den 1910er Jahren sogenannte Rollenbilder – bis zu 15 Meter lange, von links nach rechts zu lesende Zeichnungen mit Formen in Transformation – entworfen hatte, wechselt nun ganz logisch das Medium und setzt die filigranen grafischen Elemente in Bewegung.

Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Viking Eggeling