My Name Is Clitoris

My Name Is Clitoris

Dokumentarfilm
Belgien
2019
78 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Isabelle Truc
Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet
Thibaud Lalanne
Lisa Billuart-Monet
Lydie Whisshaupt-Claudel, Daphné Leblond
Daphné Leblond, Lisa Billuart-Monet
Daphné Leblond, Pierre Dozin
Zwölf junge Frauen erkunden einen unbekannten Kontinent: ihren Körper. Genauer gesagt, die Teile ihres Körpers, die man oft verschämt als „private parts“ oder „Schambereich“ verklausuliert. Mit großer Selbstverständlichkeit sprechen die Protagonistinnen über die Reise in ihre eigene Sexualität, ihre Emotionen und (unerwartete) Entdeckungen, aber auch über Ängste und das Gefühl, sich ohne Hilfe auf ungesichertes Terrain zu begeben. Obwohl (oder gerade weil) man sie alle in der Schule oder in der Familie „aufgeklärt“ hat, mussten sie sich elementares Wissen über ihren eigenen Körper erst mühsam selbst erschließen. Bis heute steht die Menge verfügbarer Informationen über weibliche Anatomie und Lust in keinem Verhältnis zu denen über die männliche Sexualität. Die Ahnungslosigkeit über Form, Lage und tatsächliche Funktion der titelgebenden Klitoris ist dabei nur die Spitze des Eisbergs, der hier langsam zum Schmelzen gebracht wird.

Die ruhigen, vertrauensvollen Gespräche eröffnen einen Raum für Fragen und Reflexionen, der sich im gelebten Leben viel zu selten ergibt, weil das Reden über Sexualität an Tabus rührt oder weil sich durch medial verbreitete Stereotypen Zerrbilder und falsche Vorstellungen verfestigen. „My Name Is Clitoris“ spricht eine andere Sprache: Hier geht es um den Wunsch nach (nicht nur) sexueller Gleichberechtigung und um die Freiheit, die eigene Lust zu entdecken und zu befriedigen.

Luc-Carolin Ziemann