Sixty-Seven Milliseconds

Filmstill Sixty-Seven Milliseconds

Sixty-Seven Milliseconds

Soixante-sept millisecondes
fleuryfontaine
Doc Alliance Award 2025
Dokumentarfilm
Frankreich
2025
15 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch

Die Situation dauert nur wenige Sekunden, eine Viertelstunde lang wird sie minutiös rekonstruiert. In einer Stadt in Frankreich stürmt ein Polizeikommando nachts in ein Viertel und schießt auf einen jungen Mann, ohne zu prüfen, ob er überhaupt bewaffnet ist oder ein Verbrechen begangen hat. Eine von dutzenden Überwachungskameras in der Gegend nimmt diesen Vorfall auf. 67 Millisekunden ist die Zeit, die zwischen zwei Aufnahmen dieser Kamera liegt: Auf einem Bild ist die Patrone sichtbar, auf dem nächsten nicht mehr. Das Regie- und Künstlerduo fleuryfontaine nutzt dieses Videoüberwachungsmaterial und kombiniert es mit nachträglich animierten Bildern der Grafiksoftware Blender, um fast forensisch die Positionen zu betrachten, die jeder von uns in der heutigen künstlichen und sicherheitsfixierten Umwelt einnimmt, und die unser Verhalten, unseren Körper und unsere Beziehung zur Welt und zu anderen Menschen bestimmen. In seinem elegant-strengen Aufbau hinterfragt der Film eindringlich die Auswüchse von Gewaltanwendung und deren Legitimität bei Polizei und anderen staatlichen Organen.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
fleuryfontaine
Kamera
fleuryfontaine
Schnitt
Marie Loustalot
Produktion
Eliott Baillon
Sound Design
Luc Aureille
Musik
Abul Mogard
Animation
fleuryfontaine
Filmvertrieb
Wouter Jansen