Jurys 2026
Diana El Jeiroudi begann ihre Arbeit als Filmemacherin angezogen vom Dokumentarfilm, als Raum, in dem Form und Politik untrennbar verbunden sind. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Archivforschung, Essayfilm und persönlicher Geschichte. Ihr bislang bekanntester Film ist „Republic of Silence“ (Venedig 2021, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, Lobende Erwähnung bei DOK Leipzig). Als Produzentin war sie u. a. an „Silver Water, Syria Self-Portrait“ (Cannes 2014) beteiligt. Sie ist Mitbegründerin und Co-Geschäftsführerin von No Nation Films sowie Mitbegründerin und Co-Vorsitzende von DOX BOX e.V. und als Mentorin bei internationalen Filmlabs wie Berlinale Talents tätig. Zudem ist sie Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und der Deutschen Filmakademie.
Ivan Ramljak ist Filmemacher und unabhängiger Kurator. 2003 gründete er in Zagreb das Human Rights Film Festival. Von 2013 bis 2022 kuratierte er das Filmprogramm „Short Tuesday“ im Kino Tuškanac; anschließend war er bis 2023 künstlerischer Leiter des Tabor Filmfestivals in Veliki Tabor. Seit 2022 gehört er dem Auswahlkomitee für Kurzfilm des IFFR an. Bislang hat Ramljak vierzehn Filme gedreht, überwiegend Dokumentarfilme. Sie liefen auf mehr als 100 internationalen Festivals weltweit, darunter IFFR, DOK Leipzig, Cinéma du réel, MoMA Doc Fortnight, Sarajevo FF und Dokufest, und wurden vielfach ausgezeichnet. Für „Peacemaker“ erhielt er die Goldene Taube bei DOK Leipzig sowie die Big Golden Arena für den besten Film beim Pula FF; „El Shatt – A Blueprint for Utopia“ wurde mit dem Vladimir-Nazor-Preis ausgezeichnet.
Raul Niño Zambrano ist seit 2023 Kreativdirektor des Sheffield DocFest. Zuvor war er viele Jahre als leitender Programmgestalter beim IDFA tätig. Beim Sheffield DocFest hat er Premieren für TV-Dokumentarserien eingeführt, den innovativen „Podcast Pitch“ und die Gründung des „Queer Realities Director’s Lab“ vorangetrieben. Letzteres soll kreative Grenzen im queeren Non-Fiction-Storytelling neu ausloten. Als aktives Mitglied der Dokumentarfilm-Community war Zambrano Jurymitglied bei renommierten internationalen Festivals, darunter beim Teddy Award der Berlinale, beim Nordisk Panorama, beim BFI London Film Festival und beim Taiwan International Documentary Festival. Zudem ist er als Dozent und Mentor bei Branchenveranstaltungen weltweit zu Gast.
Waltraud Grausgruber ist Co-Gründerin und Co-Direktorin von Tricky Women Tricky Realities in Wien (bis 2026). Seit 2001 nimmt das Festival mit seinem Fokus auf Animationsfilme von Frauen und/oder genderqueeren Künstler*innen eine einzigartige Position in der Festivallandschaft ein. So werden gesellschaftliche und politische Themen aus feministischer und künstlerischer Perspektive beleuchtet – auch mit dem Ziel, neue Zugänge zu schaffen, um strukturelle Ungleichheiten sichtbar und erfahrbar zu machen. Mit Culture2Culture setzt Waltraud Grausgruber diese Arbeit fort und erweitert den Einsatz von Animation über den Festivalkontext hinaus – in Bildung, Aktivismus, öffentlichem Diskurs und Zivilgesellschaft, wo das Medium neue, lebendige Formen des Dialogs und der kritischen Auseinandersetzung ermöglichen kann.
Edmunds Jansons ist Animationsregisseur, Pädagoge und Gründer des Animationsstudios Atom Art. Er studierte an der Lettischen Kulturakademie und der Estnischen Kunstakademie bei Priit Pärn und promovierte an der Kunstakademie Lettlands, wo er seit mehr als einem Jahrzehnt Animation lehrt. Jansons hat international ausgezeichnete Kurzfilme, Fernsehprojekte und Spielfilme realisiert, darunter „Choir Tour“ (2012), „The Isle of Seals“ (2014) und „Guard of Honour“ (2021). Bei DOK Leipzig flitzten vor zwei Jahren in „Freeride in C“ (2024) Wintersportler*innen im rasanten Takt elektronischer Musik über die Leinwand. Sein zweiter Spielfilm „Born in the Jungle“ feierte 2026 beim Internationalen Animationsfilmfestival von Annecy Premiere. Neben seiner Tätigkeit als Filmemacher ist Jansons ein beliebter Kinderbuchautor und Illustrator.
Matea Radic ist Malerin, Bildhauerin, Regisseurin und Animatorin. Geboren in Sarajevo, lebt und arbeitet sie heute in Winnipeg, Kanada. Sie studierte Zeichnung und Fotografie an der University of Manitoba und Digital Media Design am Red River College. Animation brachte sie sich autodidaktisch bei. Nach mehreren animierten Musikvideos folgte 2025 ihr erster Kurzfilm. „Paradaïz“ erzählt von explodierenden Tomaten, durchlöcherten Wänden und Schnecken auf der Suche nach Häusern. Ihr Debüt ist eine Rückkehr in eine Kindheit während des Bosnienkriegs, in der schöne Erinnerungen mit traumatischen einhergehen. Der Film wurde u. a. mit der Goldenen Taube bei DOK Leipzig ausgezeichnet. Neben ihrer künstlerischen Arbeit gibt Radic Zeichen- und Animationsworkshops für Klein und Groß.
David Bernet ist ein deutsch-schweizerischer Dokumentarfilm-Regisseur, Autor und Produzent. Er wurde vielfach für seine dokumentarischen Arbeiten ausgezeichnet, die sich durch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen auszeichnen. Zu seinen bekanntesten Dokumentarfilmen gehören „Solidarity“ (2025), „Democracy“ (2015) und „Raising Resistance“ (2011). Er studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Philosophie in Wien und Berlin und arbeitete als Rechercheur und Autor, bevor er begann, seine Dokumentarfilme in eigener Regie zu realisieren. David Bernet ist seit vielen Jahren filmpolitisch aktiv, seit Februar 2020 als Teil der Doppelspitze der AG DOK (Berufsverband Dokumentarfilm) als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer.
Stefanie Eckert, 1980 in Ost-Berlin geboren, leitet seit 2020 als Vorstand die DEFA-Stiftung. Parallel zu ihrem Studium der Audiovisuellen Medienwissenschaften an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ begann sie 2001 ihren Weg in der Stiftung – vom Praktikum bis zur langjährigen Referentin des Vorstands. Sie begleitete maßgebliche Restaurierungsprojekte, darunter Klassiker wie Konrad Wolfs „Sterne“ (1959). Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt in der Verankerung des DEFA-Films im akademischen Diskurs sowie der Vermittlung des Filmerbes. Ihre umfassende Kenntnis der kulturpolitischen Herausforderungen im Umgang mit Filmerbe dokumentierte sie 2008 in einer Publikation zur Stiftungsgeschichte in der Transformationszeit: „Das Erbe der DEFA“.
Adele Kohout ist seit Oktober 2025 Festivalleiterin des DOK.fest München und verantwortet die künstlerische Leitung sowie die Geschäftsführung. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte und Neuen Geschichte mit Schwerpunkt Film in Düsseldorf und Zürich absolvierte sie den Master Kulturwissenschaft und Kulturmanagement in Ludwigsburg. Berufliche Stationen führten sie unter anderem nach Prag, New York und ins Kunstareal München. Seit 2008 arbeitet sie für das DOK.fest München, zunächst in der Öffentlichkeitsarbeit, später in der Assistenz der Festivalleitung sowie in den Bereichen Finanzierung, Projektkoordination, Programmgestaltung, Sponsoring und Partnerkommunikation. Zuletzt leitete sie das Festival gemeinsam mit Daniel Sponsel.