DOK Leipzig startet mit einer neuen Staffel des DOK Industry Podcasts, der Themen der Filmbranche beleuchtet. Der Podcast ist produziert in langjähriger Partnerschaft mit den Programmers of Colour Collective (POC2) und dem Podcast „What’s Up With Docs“. Neu als Kooperationspartner dabei ist die Online-Plattform Talking Shorts, die Rezensionen und Essays zu Kurzfilmen veröffentlicht sowie umfassende Talks bei Branchenevents und Workshops ausrichtet.
Die Kurator*innen der Folgen sind renommierte Personen der Dokumentarfilm- und XR-Branche: Toni Bell (What's Up With Docs), Qila Gill (Festival Programmer), Sanne Jehoul (Talking Shorts), Weronika Lewandowska (DOK Exchange XR), Lucy Mukerjee (Firelight Media und POC2) und Niels Putman (Talking Shorts).
In der nun veröffentlichten ersten Episode von Staffel 6 diskutieren Qila Gill, Nihan Sivridag (Auswahlgremium Berlinale Shorts) und Puiyee Leong (Programmleiterin Objectifs Centre for Photography and Film Singapore) über das Selbstverständnis von Kulturinstitutionen und ihre eigenen Rollen als Kulturschaffende inmitten des gegenwärtigen globalen politischen Klimas. Wie kann es gelingen, Filmemacher*innen ein wertschätzendes, respektvolles Umfeld zu bieten? Wie sieht Gemeinschaftsbildung in Kulturräumen wie Festivals aus? Wie kann innerhalb einer Institution Gastfreundschaft gelebt werden, wenn Filmemacher*innen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund teilnehmen? Gill, Sivridag und Leong sprechen über Solidarität, Kunst als politisches Moment und die Notwendigkeit, die eigene Rolle nicht als Gate-Keeper zu verstehen, sondern Freiräume für Kunst und Diskurs zu ermöglichen. Nicht zuletzt reflektieren sie, welche kreative Freiheit im Kurzfilm liegt – insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Kurzfilmformat auf wenig kommerzielles Interesse stößt.
Bis zum Festival im Herbst werden vier weitere Podcastfolgen erscheinen. Episode 2 stellt die „Disability Media Alliance“ vor, die im Sommer gegründet wird. Die US-amerikanische Organisation will zum einen Unternehmen dabei begleiten, eine inklusive und barrierefreie Infrastruktur aufzubauen und Kapazitäten zu schaffen, um mit Menschen mit Behinderung zusammenzuarbeiten. Zum anderen möchte sie Künstler*innen mit Behinderung darin unterstützen, eigene Vereine, Initiativen und Unternehmen zu gründen.
Episode 3 blickt erneut auf das Format Kurzfilm. Sie stellt politisch motivierte oder als solche wahrgenommene Filme vor, die als direkte Reaktionen auf globale Krisen gelesen werden können. Diskutiert werden auch die Risiken, mit denen ihre Produktionsprozesse mitunter verbunden sind, etwa dadurch, dass die Filmemacher*innen im Exil leben. Daraus leiten sich Fragen nach der politischen Wirksamkeit filmischer Erzählungen ab. Nicht zuletzt wird es in der Folge um die spezifischen Eigenschaften und Produktionsbedingungen des Kurzfilms gehen, die es Filmschaffenden erlauben, besonders schnell und mutig auf gesellschaftspolitische Entwicklungen zu reagieren.
Episode 4 hinterfragt die Verantwortung von XR-Kunst gegenüber jungen Menschen. Wie können Produzent*innen, Künstler*innen, Pädagog*innen, Kurator*innen und kulturelle Einrichtungen den Wandel in der Mediennutzung und -wahrnehmung begleiten? Können sie die Zukunft der XR-Kunst in Bezug auf Ethik, Werte und Narrative mitgestalten – etwa, indem heute Inhalte in der Form gestaltet werden, dass sie Fantasie, Fürsorge und Medienkompetenz fördern?
Episode 5 diskutiert, welche unkonventionellen Vertriebswege Filmschaffende nutzen können, um ihr Publikum zu erreichen. Dabei wird das Forschungs- und Netzwerkprojekt „UNITED SCREENS“ des Berliner Kunstraums SAVVY Contemporary vorgestellt. Die Projektinitiator*innen untersuchen durch Recherche, Ausstellungen, Symposien und Interviews verschiedene Filmkulturen mit dem Ziel, neue dezentrale und technologiegestützte Systeme für Filmdistribution und Kino zu entwickeln.
Alle Folgen werden auf der Website von DOK Leipzig sowie bei Spotify, Apple Podcasts und Podigee veröffentlicht.
Der DOK Industry Podcast versteht sich als Impulsgeber für die Auseinandersetzung mit Fragen der Gleichberechtigung, Solidarität und Teilhabe im Dokumentar- und Animationsfilm. Durch die Beiträge sollen bestehende Machtpositionen hinterfragt und grundlegende Veränderungen angestoßen werden. Dabei muss DOK Leipzig auch die eigene Rolle kritisch betrachten: als Teil eines Systems, das einer fundamentalen Transformation bedarf, um vollständig inklusiv zu werden.
Gefördert wird die Produktion durch Creative Europe, BKM, MDM und die Stadt Leipzig.
Mehr Informationen zum Podcast: DOK Industry Podcast