Filmarchiv

Internationales Programm
A Tangled Tale Corrie Francis Parks

In dieser ungewöhnlichen Romanze wird handgefärbter Sand zur Metapher für zwei Seelen, die sich vereinigen und wieder trennen. Ein einsamer Fisch ...

A Tangled Tale

Animationsfilm
2012
6 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Corrie Francis Parks
Corrie Francis Parks
Mark Orton
Corrie Francis Parks
Cole Pierce
In dieser ungewöhnlichen Romanze wird handgefärbter Sand zur Metapher für zwei Seelen, die sich vereinigen und wieder trennen. Ein einsamer Fisch, der an einem Angelhaken hängt, trifft einen anderen in der gleichen traurigen Lage.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Special Screening MDR
Ein Hauch von Freiheit – Schwarze GIs, Deutschland und die US-Bürgerrechtsbewegung Dag Freyer

Schwarze GIs erleben nach dem Krieg in Deutschland eine Art Gleichberechtigung – und tragen den Gedanken in die USA. Veteranen über eine Ironie der Geschichte.

Ein Hauch von Freiheit – Schwarze GIs, Deutschland und die US-Bürgerrechtsbewegung

Dokumentarfilm
2013
90 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Leopold Hoesch, Sebastian Dehnhardt, BROADVIEW TV
Dag Freyer
Benjamin Wistorf
André Hammesfahr, Philipp Kiesling
Dag Freyer
Ulrich Brochhagen (MDR), Charles Poe (Smithsonian Networks)
Sie kamen nach Deutschland, um das Land von Rassismus und Unterdrückung zu befreien. Doch in der eigenen Armee, aber auch in ihrer Heimat herrschte strikte Rassentrennung. Der Dokumentarfilm von Dag Freyer erzählt die Geschichte afroamerikanischer Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland stationiert waren. Von der deutschen Bevölkerung als Repräsentanten einer Siegermacht akzeptiert, erfuhren sie hier zum ersten Mal eine Art Gleichberechtigung. Sie konnten dieselben Orte betreten wie Weiße, Beziehungen zu weißen Frauen – im eigenen Land undenkbar – waren an der Tagesordnung.
Umso größer der Schock nach der Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg. Zurück in den USA ereilte die schwarzen US-Armeeangehörigen das gleiche Schicksal wie vor dem Krieg: Rassentrennung und Diskriminierung waren ihr Alltag. In Deutschland hatten die Soldaten das Gegenteil erlebt. Diese Erfahrung der Freiheit verschaffte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung massiven Auftrieb. Eine Ironie der Geschichte: Ausgerechnet in den Ruinen Nazi-Deutschlands wurde ein Grundstein gelegt für die Überwindung der Rassentrennung in den USA.
In „Ein Hauch von Freiheit“ erinnern sich Veteranen des Zweiten Weltkriegs an ihre Zeit in Deutschland und ihr politisches Engagement im eigenen Land. Auch der ehemalige US-Außenminister Colin Powell kommt zu Wort. In einem seiner persönlichsten Interviews spricht er über seine Stationierung in Gelnhausen.

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Elk Grass

Animationsfilm
2013
3 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Abbey Luck
Abbey Luck
Pete Van Leeuwen
Awesome + Modest
Der einsame Elchberg sehnt sich nach einem Gefährten. Auf ihm leben zwar viele wilde Tiere, aber in seiner steinernen Form kann er sie nur steif beobachten, bis er einen Weg findet, eine Elchkuh in seine Ohrhöhle zu locken. Nach Peter van Leeuwens Lied „Elk Grass“.

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Eyes

Animationsfilm
2013
3 Minuten
Untertitel: 
englische
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Tom Law
Tom Law
Tom Law
Wenn das Licht ausgeht, kommt das Monster mit den großen Augen. Der kleine Bruder sieht es, die Schwester findet das kindisch. Aber nicht mehr lange.

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Marcel, King of Tervuren

Animationsfilm
2012
6 Minuten
Untertitel: 
keine
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Tom Schroeder
Tom Schroeder
Phil Kline
Tom Schroeder
Ann Berckmoes
Tom Schroeder, Hilde de Roover, Reid Kruger
Die wahren Abenteuer eines stolzen belgischen Hahns, dessen Überlebenswille und Kampfgeist die Besitzer nachhaltig beeindruckte.

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Internationales Programm
Medora Andrew Cohn, Davy Rothbart

Ein völlig abgefuckter Ort in Indiana. Und eine Handvoll grindiger Smalltown Boys, die keine Loser mehr sein wollen. Ein Basketballteam im Kampf gegen den Untergang.

Medora

Dokumentarfilm
2013
82 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Rachel Dengiz, Davy Rothbart, Andrew Cohn, Rachael Counce, Steve Buscemi, Stanley Tucci
Andrew Cohn, Davy Rothbart
Bobby Emmett, Patrick Keeler
Rachael Counce
Vanessa Roworth, Mary Manhardt, Andrew Cohn
Die Medora Hornets, das College-Basketballteam eines kleinen Ortes in Indiana, haben seit Ewigkeiten kein Spiel mehr gewonnen. Der Zustand der Mannschaft spiegelt den des Örtchens, den die Besitzerin des letzten verbliebenen Kramladens so auf den Punkt bringt: „Wir sind abgehängt worden.“ Dabei war Medora bis vor wenigen Jahren noch eine florierende ländliche Gemeinde. Es gab ertragreiche Farmen, eine Fabrik für Autoteile, ein Mauerziegelwerk und eine prosperierende Mittelschicht. Inzwischen sind die Fabriken geschlossen, und mit dem Niedergang der Ökonomie hat auch der Stolz der immer weiter schrumpfenden Einwohnerschaft mehr oder weniger dran glauben müssen. Alkohol- und Drogenprobleme gehören zum Alltag der meisten Bewohner und öffentliche wie private Armut sind das harte Brot aller, die Medora noch ihr Zuhause nennen.
Der Film beobachtet den Verlauf der Basketball-Saison 2011, in dem die Hornets wieder einmal gegen den allfälligen Spott der anderen Teams und vor allem gegen den eigenen Untergang anrennen – vielleicht wie die grindigen Smalltown Boys aus manchen Songs von Bruce Springsteen, oder als hätten diese Kids irgendwann einmal über den Atlantik gelauscht und dabei den Aphorismus Herbert Achternbuschs im Ohr behalten: „Wir haben keine Chance, aber wir nutzen sie.“

Ralph Eue

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Special Screening MDR
No Place on Earth Janet Tobias

Die unglaubliche Geschichte von 38 Juden, die 1942–44 in einem unterirdischen Höhlensystem in der Ukraine schuften, essen, schlafen – und überleben.

No Place on Earth

Dokumentarfilm
2012
80 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
J. Flint Davis
Janet Tobias
John Piscitello
César Charlone, Edu Grau, Peter Simonite, Sean Kirby
Deirdre Slevin, Claus Wehlisch, Alexander Berner
Janet Tobias, Paul Laikin
Lewis Goldstein
Hubert von Spreti (BR), Katja Wildermuth (MDR)
Der mehrfach preisgekrönte und auf vielen internationalen Festivals gefeierte Dokumentarfilm der Emmy-Preisträgerin Janet Tobias widmet sich einer unglaublichen Geschichte vom Leben und Überleben in Zeiten von Verfolgung und Krieg.
1993 macht der New Yorker Höhlenforscher Chris Nicola eine Entdeckung. Er ist gerade dabei, ein unterirdisches System in der Ukraine zu erkunden, als er dort unten auf höchst ungewöhnliche Dinge stößt: einen Frauenschuh, einen Hausschlüssel, einen von Hand gemeißelten Mühlstein … Neun Jahre braucht er, bis er alle Teile des geheimnisvollen Puzzles der damals schon 60 Jahre zurückliegenden Geschichte für sich zusammensetzen kann.
Im Mai 1942, als die Nazis immer weiter nach Osteuropa vorrücken, flüchten fünf jüdische Familien in eines der größten Höhlensysteme der Welt: 124 Kilometer lang mit fünf Seen. 38 Juden – vom Säugling bis zum Greis – verstecken sich fortan in dieser Dunkelheit. Sie richten sich ein, bauen Betten und Lampen aus alten Flaschen. Immer wieder riskieren einige von ihnen ihr Leben, wenn sie die Höhle verlassen, um Feuerholz und Essen aus der Welt über sich zu besorgen. Fast zwei Jahre lang leben, schuften, essen und schlafen die Höhlenbewohner direkt unter den Füßen ihrer Feinde. Als sich die Nazis im April 1944 zurückziehen, entsteigen alle 38 Juden ihrer Höhle: schlammverkrustet, in zerlumpter Kleidung und geblendet vom grellen Sonnenlicht – aber sie leben.

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Nora

Dokumentarfilm
2008
36 Minuten
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Joan Frosch, Movement Revolution Productions (MRP)
Thomas Mapfumo
Mkrtich Malkhasyan
Alla Kovgan
Alla Kovgan, David Hinton, Nora Chipaumire
Das verdichtete, ebenso bewegende wie bewegliche Bild-Ton-Poem basiert auf den Erinnerungen der 1965 in Simbabwe geborenen Tänzerin und Choreografin Nora Chipaumire. Für diesen Film kehrte sie zu Landschaft und Menschen ihrer Kindheit zurück, die in stilisierten Spiel- und Tanzszenen, vorgetragen von einheimischen Darstellern, wieder lebendig werden. Die Filmmusik komponierte die simbabwische Singer-Songwriter-Legende Thomas Mapfumo.

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Internationales Programm
On the Art of War Luca Bellino, Silvia Luzi

Der lange Kampf italienischer Arbeiter für ihren Betrieb: Besetzung, Streik und zermürbende Bürgerkriegsmanöver. Komplexe Untersuchung zwischen heißer Agitation und kalter Analyse.

On the Art of War

Dokumentarfilm
2012
85 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Giovanni Pompili, Margherita Di Paola, Claudia Antonucci
Luca Bellino, Silvia Luzi
Nicolò Mulas
Vania Tegamelli, Giorgio Carella
Luca Bellino
Luca Bellino, Silvia Luzi
Paolo Benvenuti, Stefano Grosso, Marzia Cordò
Am 31. Mai 2008, einem ruhigen und sonnigen Samstag, traf sich die Belegschaft eines Montagewerks für Schwermechanik aus Milano-Lambrate zu einem Picknick. Kaum waren die Stullen ausgepackt, erreichte sie eine kurze Mitteilung des damals aktuellen Besitzers, der das Werk erst 2006 erworben hatte: „Wir haben beschlossen, ab dem 31. Mai 2008 sämtliche Aktivitäten einzustellen.“
Der Film von Luca Bellino und Silvia Luzi macht den langen Kampf der 50 Arbeiter nachvollziehbar. Er begann an jenem Tag mit einer Betriebsbesetzung, führte zur Fortsetzung der Produktion in Eigenregie und mündete nach einer ersten Räumung durch die Polizei in einem unbefristeten Streik vor den Werkstoren, der den klammheimlichen Abtransport der Maschinen verhindern sollte. Am 2. August 2009 griff schließlich ein Großaufgebot der Polizei mit einem Bürgerkriegsmanöver die Streikenden an, woraufhin fünf von ihnen einen Industriekran auf dem Gelände kaperten und über mehrere Wochen besetzt hielten. Die Entschlossenheit der AktivistInnen löste eine breite internationale Unterstützerwelle aus und erregte große mediale Aufmerksamkeit, was schließlich gar zu einer langfristigen Einigung in diesem Konflikt beitrug. Bellino und Luzi gelingt die komplexe filmische Untersuchung eines intensiv gelebten Beispiels anarchosyndikalistischer Theorie und Praxis in Italien, souverän ausbalanciert zwischen heißer Agitation und kalter Analyse.

Ralph Eue

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Rehearsal

Dokumentarfilm
2013
11 Minuten
Untertitel: 
englische
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Thomas Rosenberg
Thomas Rosenberg
Diesmal kein Hollywood-Actionfilm mit einem Präsidenten als Einzelkämpfer im Weißen Haus, der mit einer Panzerfaust die US-amerikanische Demokratie vor Terroristen beschützt, sondern der Versuch einer kollektiven Bewältigungstherapie für das Fußvolk. Die USA sind mit ihrem Trauma vom 11. September 2001 lange noch nicht fertig, erlebt man hier Kriege doch für gewöhnlich nur exterritorial. Als wichtigste Reaktion auf die Anschläge wurden seinerzeit das Ministerium für Heimatschutz sowie ein hocheffizienter Überwachungsapparat für sämtliche Kanäle errichtet.
Wie anrührend mutet dagegen dieser „September 11th Memorial Stair Climb“ an. In einer Mischung aus Memorial Day und Feuerwehrübung simulieren Freiwillige Jahr für Jahr und über alle Bundesstaaten hinweg den Worst Case und exerzieren eine Terrorattacke als Planspiel durch. Die ursprüngliche Intention des Gedenktages, nämlich an die 343 FDNY-Feuerwehrleute zu erinnern, die bei der Rettungsaktion am World Trade Center ihr Leben ließen, wird angesichts der chargierenden Akteure dieses Reenactments deutlich in den Hintergrund gedrängt.

Cornelia Klauß

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Rougarouing

Dokumentarfilm
2013
11 Minuten
Untertitel: 
keine
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Michael Palmieri, Donal Mosher, Patrick Bresnan, Ivete Lucas
Michael Palmieri, Donal Mosher
Michael Palmieri
Michael Palmieri
Donal Mosher, Michael Palmieri
Rougarous sind koboldhafte Fabelwesen, oft in Gestalt von Werwölfen, die ihre Heimat im US-amerikanischen Louisiana haben und fester Bestandteil der Cajun-Folklore sind. Wie Vampire zu bestimmter Nachtzeit ihre Auferstehung feiern, so finden sich als Rougarous verkleidete Zeitgenossen zu bestimmter Jahreszeit für ausschweifende Besessenheits- und Verwandlungsrituale zusammen. Der Brockhaus hält offensichtlich nicht viel von diesen Wesen, zumindest spricht aus der Beschreibung eine distanzierte Geringschätzung: „Der Rougarou hat verfaulte Zähne, wurmstichige Haut und blutunterlaufene Augen. Sein Aussehen erinnert nach seiner Verwandlung stark an einen Untoten.“ Ganz anders Michael Palmieris und Donal Moshers teilnehmende Beobachtung dieser amerikanischen Spielart der Extrem-Fastnacht. Mittels hyperaktiver Kamera- und Montage-Strategie wird der Zuschauer ungeschützt hineingeworfen in diese rituelle Schlammschlacht, die das Rougarouring nun mal ist. Eine Warnung zum Schluss: Wer (vielleicht ein wenig verängstigt) einen Notausgang aus diesem elfminütigen wüsten Treiben sucht, der sucht vergeblich.

Ralph Eue

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Stop the Pounding Heart

Dokumentarfilm
2013
100 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Roberto Minervini
Roberto Minervini
Diego Romero Suarez-Llanos
Marie-Hélène Dozo
Über dem texanischen Himmel explodiert ein Feuerwerk – gefühlte Lichtjahre entfernt von dem idyllischen Ort, an dem die 14-jährige Sara als älteste Tochter einer Großfamilie auf einer Ziegenfarm aufwächst. Dort kümmert sie sich liebevoll um die Tiere und um die Herstellung diverser Milchprodukte, außerdem hilft sie bei der Erziehung ihrer Geschwister, die ebenso wie sie – nach strenger Auslegung der Bibel – zu Hause unterrichtet werden. Nicht weit davon entfernt veranstalten die Cowboys aus der Nachbarschaft Rodeos und zeigen uns ein Amerika, das man längst vergessen glaubte. Leise entwickelt sich Saras innerer Kampf zwischen der subtilen Anziehung zu dem jungen Rodeo-Reiter Colby und einer Zukunft als unterwürfige Ehefrau.
Die große Transparenz, mit welcher hier erzählt wird, findet einen Höhepunkt, als vor Saras Augen ein Kind aus dem Mutterleib schlüpft und sie ganz unmittelbar mit ihrer Bestimmung konfrontiert. Die Kamera „atmet“ unglaublich dicht an den Protagonisten und fängt dabei in zarten Pastelltönen vor allem eben diese innere Zerrissenheit ein. Sie lässt das Herz so heftig schlagen, dass Saras Mutter nur beten kann, es möge endlich mit dem Verrücktspielen aufhören.

Claudia Lehmann



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm 2013

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Internationales Programm
The Kill Team Dan Krauss

Rekonstruktion eines Skandals: GIs, die afghanische Angriffe vorgetäuscht, mindestens drei Unschuldige vorsätzlich getötet und die Leichen geschändet haben. Die Logik des Krieges.

The Kill Team

Dokumentarfilm
2013
79 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Linda Davis, Julie Goldman, Deborah Hoffmann
Dan Krauss
Justin Melland
Dan Krauss
Lawrence Lerew
Jim Lebrecht
Im Jahr 2010 erschütterten Berichte über das sogenannte „Kill Team“ die Öffentlichkeit. Eine Gruppe von Soldaten hatte Angriffe von Afghanen vorgetäuscht und so mindestens drei unschuldige Menschen vorsätzlich getötet und ihre Leichen geschändet. Zwei Jahre später macht sich Dan Krauss auf die Spur der Kriegsverbrechen und versucht zu rekonstruieren, unter welchen Umständen die Soldaten zu diesen Taten fähig waren.
Er konzentriert sich dabei insbesondere auf den ambivalenten Fall des Gefreiten Adam Winfield, der vermeintlich als erster Meldung über die ungeheuerlichen Vorgänge machte. Er blieb zunächst ungehört, bis die skandalösen Zustände in der Einheit nicht mehr weiter zu verbergen waren und eine interne Ermittlung angeordnet wurde. Wieder zurück in den USA, sieht sich Winfield selbst angeklagt wegen vorsätzlichen Mordes und Verschwörung. Es bleiben Zweifel, inwieweit sein Verhalten in Afghanistan so ehrenhaft war, wie er selbst es schildert.
In Gesprächen mit anderen beteiligten Soldaten ergibt sich nach und nach ein verstörendes, dennoch hochspannendes Bild von den Einsätzen der US-Armee, nicht nur in Afghanistan, und dem anmaßenden Selbstverständnis als Retter der Welt: Da sitzen sie in ihrem Quartier an irgendeinem staubigen Rand der Welt, gelangweilt, wütend und kurz vorm Ausrasten, weil sie nicht das tun dürfen, wozu sie ihrer Auffassung nach dort sind.

Lina Dinkla

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Internationales Programm
Truth Has Fallen Sheila M. Sofian

Unschuldig Verurteilte und die zweifelhaften Methoden juristischer Beweisführung in einem leidenschaftlichen Bilder-Inferno aus expressiven Animationen und abstrakten Reenactments.

2013

Truth Has Fallen

Animadok
2013
60 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
David B. Fain, Davi Rutenberg, Sheila M. Sofian
Sheila M. Sofian
Barbara Cohen
Tom Curran
Yu Gu
Sheila M. Sofian
Sandy Gendler
Unschuld ist keine Garantie für Freiheit. Drei Fälle, die (nicht nur) für das US-amerikanische Justizsystem exemplarisch sind: Edward Baker, wegen Mordes zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt, James Landano und Joyce Ann Brown, die wegen Kapitalverbrechen jeweils lebenslänglich sitzen. So wie sie gibt es in den USA hunderte unschuldig Verurteilter im Gefängnis – darunter Todeskandidaten, die seit Jahren auf ihre Hinrichtung warten. James McCloskey hat es sich mit seiner Organisation „Centurion Ministries“ zur Aufgabe gemacht, Fälle wieder aufzurollen, Verfahren in Frage zu stellen, mit Hilfe von DNA-Untersuchungen zu neuen Ergebnissen zu kommen oder sogar denjenigen als Mörder zu identifizieren, der einen Unschuldigen einst der eigenen Tat bezichtigt hatte.
Wie ein zu Unrecht Inhaftierter, der sich von der Justiz, Anwälten, Familie und Freunden im Stich gelassen fühlt, diese Ungerechtigkeit reflektiert, ist in seiner ganzen Dimension schwer in Worte zu fassen. So hat die Regisseurin Sheila M. Sofian ein Bilder-Inferno aus expressiven Animationen, die auf Glas gemalt sind, abstrakten Reenactments und surrealistischen Details entfacht, das sich zu einem leidenschaftlichen Appell an die Politik verdichtet, Vorverurteilungen und Rassendiskriminierung abzuschaffen. „Wenn sie nicht dafür einsitzen, dann sicher für was anderes.“ Diese Äußerung eines Cops bringt den Zynismus, der Teil des Systems ist, auf den Punkt.

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.