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Master and Tatyana Giedrė Žičkytė

Unangepasster Bohemien, wildes Leben, große Kunst, romantische Liebe, KGB und ein mysteriöser Tod: der litauische Fotograf Vitas Luckus, schillernder Star der Sowjetpopkultur.

Master and Tatyana

Dokumentarfilm
2014
84 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dagnė Vildžiūnaitė
Giedrė Žičkytė
Jurga Šeduikytė, Giedrius Puskunigis
Audrius Kemežys
Danielius Kokanauskis, Domas Kilčiauskas, Giedrė Žičkytė
Giedrė Žičkytė
Vytis Puronas
Vitas Wer? Vitas Luckus, Meister der Fotografie, der größte vielleicht in der ganzen weiten damaligen Sowjetunion – nur wussten das die wenigsten, denn in Ausstellungen war er nicht vertreten. Zu non-konform sein Lebensstil (Haustier: Löwe), zu radikal seine Arbeiten (proletarischer Sozrealismus, nackte Frauenkörper, Odessas Unterwelt), zu rastlos er selbst (Party ohne Ende). Kurz: zu kompromisslos und das bis zuletzt, als er sich drei Jahre vor Litauens Unabhängigkeit aus dem Fenster stürzt.

Wie man den Genius eines Künstlers und obendrein die Atmosphäre einer lebenslangen Amour fou rekonstruiert, ohne auf die Tränendrüse zu drücken oder in Mythen zu verweilen, führt dieser Film vor. Mehr noch: Über Vitas Luckus‘ einzigartige Fotos, die heute, nach ihrem Outing sozusagen, nicht zuletzt den Kontext etwa für das weltbekannte Œuvre seines Freundes Boris Mikhailov herstellen, eröffnet sich der Blick auf eine besondere Welt. Von der verspielten Zärtlichkeit der Liebenden bis zum Alltag zwischen KGB-Verhör und Unions-Bohème schillert sie in allen Facetten. Welch rares Glück zudem: Fotografien in Schwarz-Weiß und analog, Alben auf Papier. In der technischen Schlichtheit verbirgt sich, was ein Leben voller Komplexität war.

Barbara Wurm