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After the Silence

Dokumentarfilm
2018
23 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Véronique Duys (Médiadiffusion)
Sonam Larcin
Axel Meernout
Louis Rousseau
Sonam Larcin
Igor Van De Putte, Ferri Van Overstraeten
„Erzähl mir deine Geschichte“ – eigentlich eine Aufforderung, über die man sich freuen sollte. Schwierig nur, wenn sie sich in einer Brüsseler Amtsstube an einen jungen Mann richtet, der dort Asyl sucht und in seinem ganzen bisherigen Leben noch vor niemandem seine Homosexualität eingestanden hat. Vielleicht aber auch eine Chance. Und eine gute Voraussetzung, die Geschichte dann auch vor einer Filmkamera zu erzählen. Ein Film vom langsamen Ankommen, in warmen Farbtönen und zärtlichen Gesten.

Silvia Hallensleben
Aftermath: Euromaidan Alexey Furman, Sergii Polezhaka

In der VR-Dokumentation werden die Ereignisse des 20. Februar 2014 auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew rekonstruiert. Fünfzig Menschen verlieren ihr Leben, als die Polizei das Feuer auf Euromaidan-Protestanten eröffnet.

Aftermath: Euromaidan

VR-Erfahrung
2019
30 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Alexey Furman
Alexey Furman, Sergii Polezhaka
DakhaBrakha
Nikita Yurenev
Daria Zubrytska, Yaroslava Drutsa
Sergii Polezhaka, Sergii Korovaynyi
Nikita Bohdanov
Andrii Kulykov, Marko Suprun
Sergii Polezhaka
Kirill Zhylinsky
Anastasia Trepition
Liza Nesterenko, Artem Yudin
Kirill Zhylinsky
In der VR-Dokumentation werden die Ereignisse des 20. Februar 2014 auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew rekonstruiert. Fünfzig Menschen verlieren an diesem Tag ihr Leben, als die Polizei das Feuer auf Euromaidan-Protestanten eröffnet. Durch den Einsatz von Archivmaterial und 360°-Interviews entfaltet sich die Geschichte Stück für Stück in der mittels CGI und Fotogrammetrie nachgebauten Umgebung.

Lars Rummel, Marie Hinkelmann
Am I a Wolf? Amir Houshang Moein

Kinder führen das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ als Puppentheater auf und identifizieren sich stark mit ihren Rollen. Die Grenzen zwischen Spiel und realem Erleben verschwimmen.

Am I a Wolf?

Animationsfilm
2018
8 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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KANOON – Institute for the Intellectual Development of Children & Young Adults
Amir Houshang Moein
Mohamad Jafari
Amir Houshang Moein
Amir Houshang Moein
Amir Houshang Moein
Hosein Ghourchian
Kinder führen das Märchen „Der Wolf und die sieben Geißlein“ als Puppentheater auf. Sie identifizieren sich so stark mit ihren Rollen, dass die Grenzen zwischen Spiel und realem Erleben verschwimmen. In dezenten Farbtönen changiert die Zeichenanimation zwischen diesen Ebenen. Für den Jungen, der den bösen Wolf verkörpert, endet die Darbietung in einer emotionalen Grenzerfahrung. Grundlage für den Film ist eine Gedichtsammlung der iranischen Kinder- und Jugendbuchautorin Afsaneh Shaban-nejad.

Annina Wettstein



Ausgezeichnet mit einer Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb kurzer Animationsfilm.

An Islington Resident

Dokumentarfilm
2010
6 Minuten
Untertitel: 
keine
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Max Colson
Max Colson
Inkliing
Max Colson
Max Colson
Max Colson
Max Colson
Max Colson widmet sich in einer Fotoserie und in einem Kurzdokumentarfilm dem Londoner Rapper Melanin 9. Der schwarze Musiker beobachtet sehr kritisch, wie die britische Hip-Hop-Szene medial vorgegebene Klischeebilder bedient. Für Colson stellt sich ein ähnliches Problem: Wie kann er seinen Protagonisten dokumentarisch angemessen porträtieren?

André Eckardt

Andes Uprising, a Buffer City Re-Inventing Itself Through Architecture

Dokumentarfilm
2019
14 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Bernardo Villagra Meruvia
Bernardo Villagra Meruvia
Bernardo Villagra Meruvia
El Alto, Bolivien, wächst schnell – wild, doch nicht ohne Form. Eine Investigation in Sachen urbaner Ästhetik stößt auf die Cholets: Prachtbauten en miniature, die zu Wohlstand gekommenen indigenen Aymara-Familien als Wohn- und Geschäftsräume dienen. Die bunt glänzenden Gebilde mögen wie Raumschiffe aussehen, die sich in die großstädtischen Brachen verirrt haben. Aber eine Doppelbewegung von Expertenkommentar und City-Symphony präpariert das soziale Fundament der eklektischen Architektur heraus.

Lukas Foerster

Arid Zone

Dokumentarfilm
2019
76 Minuten
Untertitel: 
englische
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Antônio Junior, Fernanda Pessoa
Fernanda Pessoa
Pedro Santiago
Rodrigo Levy
Germano de Oliveira, Mari Moraga
Fernanda Pessoa
Daniel Turini
Mesa in Arizona, östlich von Phoenix und gut 200 Kilometer von der Grenze zu Mexiko entfernt, gilt als die konservativste Stadt in den USA. 2001 war Fernanda Pessoa als Austauschschülerin in Mesa zu Gast. Sie war damals 15 Jahre alt. 15 Jahre später kehrte sie zurück, in den Wochen vor der Präsidentenwahl, bei der Donald Trump gewann. Ausgehend von zahlreichen Fotografien aus der damaligen Zeit, sucht Pessoa die Begegnung mit Menschen, die sie als Teenager kennenlernte. Sie findet einen neuen Zugang zu den Vereinigten Staaten, sie erlebt nun alles deutlich bewusster, schließlich ist sie inzwischen erwachsen geworden. Mit ihrem früheren Selbst führt sie einen inneren Dialog, während sie dieses Land neu entdeckt, dessen Bewohner sich so viel darauf einbilden, dass es ihres ist: Amerika. Das Land der Feuerwaffen und der eigentümlichen Sportarten, das Land, das die Shoppingmall erfand und den Western.

Pessoa zitiert den Philosophen Baudrillard, für den Amerika wie eine Fiktion wirkte. Mit ihrem Film macht sie daraus eine Wirklichkeitserfahrung, bei der sie am Ende auch mehr über ihr eigenes Land begreift: „Unser kultureller Kolonialismus kam zurück, um uns abzukassieren.“ „Arid Zone“ (Arizona) setzt dem Kolonialismus den sanften Widerstand genauer Beobachtung entgegen.

Bert Rebhandl



Lobende Erwähnung im Next Masters Wettbewerb Langer Dokumentar- and Animationsfilm.

Army Kelvin Kyung Kun Park

Zwei Jahre dauert der Wehrdienst in Südkorea, der für alle jungen Männer verpflichtend ist. Der Regisseur begleitet Woochul und verarbeitet damit gleichzeitig seine eigenen Erlebnisse.

Army

Dokumentarfilm
2018
90 Minuten
Untertitel: 
englische
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Kelvin Kyung Kun Park, Junho Park
Kelvin Kyung Kun Park
Kelvin Kyung Kun Park, David Park
Kelvin Kyung Kun Park, Hein Seok
Paulo Vivacqua
Über Woochuls Gesicht rinnt Schweiß. Wieder einer dieser unzähligen Aufmärsche, während derer man die Waffe in seinen Händen nach strenger Choreografie tanzen lassen soll. Ewiger Drill. Andauerndes Exerzieren. Es ist heiß und Woochuls Augen blitzen vor Anstrengung und Nervosität. Zwei Jahre dauert die Militärausbildung, die für alle jungen Südkoreaner verpflichtend ist. Regisseur Kelvin Kyung Kun Park selbst wird bis heute von seiner traumatischen Zeit als Rekrut verfolgt. Woochul gerät ihm in seinem Film zum Alter Ego, über das er sich und die koreanische Gesellschaft samt Militärsystem reflektiert.

Ufos spielen eine Rolle, werden diese doch übermäßig häufig von Soldaten erspäht, was Park als Ausdruck eines speziellen psychischen Zustands deutet. Aber auch die Religion. Gleich zweimal tritt in „Army“ eine christliche K-Pop-Mädchenformation auf, welche nach frenetisch umjubelter Einlage das emotional aufgeschmolzene Publikum auffordert, ihnen zu schreiben. Wie viele der Männer es wohl tatsächlich tun und anschließend auf Antwort hoffen? Nicht zuletzt handelt „Army“ auch von Depressionen, denn beide, Regisseur wie Protagonist, werden im Laufe ihres Dienstes davon heimgesucht. Kelvin Kyung Kun Park berichtet (und schweigt) in einem Grundton trockener Anteilnahme. Gewidmet ist der Film allen, die während ihres Militärdienstes ihr Leben ließen.

Carolin Weidner
ARTE präsentiert: Der Traum des Cesare Fabian Mrongowius, Nicolas de Leval Jezierski, Floris Asche

In diesem begehbaren Film entscheidet der gewählte Blickwinkel über die Sicht auf die expressionistische und traumähnliche Szenerie.

ARTE präsentiert: Der Traum des Cesare

VR-Erfahrung │ 360°-Film
2019
5 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Fabian Mrongowius (UFA X), Maximilian Peiser (UFA X), Renata Prokurat (Goethe-Institut Warschau), Simon Ofenloch (ZDF/ARTE)
Fabian Mrongowius, Nicolas de Leval Jezierski, Floris Asche
Justin la Valee, Steven Schwalbe, Steve Patua
Nicolas de Leval Jezierski
Frank Govaere
Frank Govaere, Nicolas de Leval Jezierski
Floris Asche
Hans-Georg Reimer
Renata Prokurat, Simon Ofenloch
Nicolas de Leval Jezierski
Frank Govaere
Arkadiusz Jakubik, Jakub Gierszał
Floris Asche, Fabian Mrongowius, Krzysztof Stanisławski, Nicolas de Leval Jezierski
Nicolas de Leval Jezierski, Sebastian Mattukat
Nicolas de Leval Jezierski
Sven Bliedung, Thomas Ebner, Danny Tazelt, Thomas Koch
100 Jahre nach Abschluss der Dreharbeiten zum Stummfilm „Das Cabinet des Dr. Caligari“ wird die Geschichte um den alten Schausteller und den somnambulen Cesare durch 3D-Human-Body-Reconstruction-Technologie als volumetrisches Video zu neuem Leben erweckt. In diesem begehbaren Film entscheidet der Blickwinkel über die Sicht auf die expressionistische und traumähnliche Szenerie.

Lars Rummel, Marie Hinkelmann

Asho

Dokumentarfilm
2019
30 Minuten
Untertitel: 
englische
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Maryam Najafi
Jafar Najafi
Amir Shahabi
Ahmad Babadi
Huda Arshad Riahi
Saeid Bahrami
Asho versteht sich nicht nur auf den Umgang mit Ziegen, sondern auch auf Filme. Er versucht, täglich mindestens einen zu sehen. Sein Lieblingsregisseur ist Tim Burton. Ständig unterwegs (Asho bedeutet „Adler“), träumt der iranische Hirtensohn davon, einmal Schauspieler zu sein. An seiner Seite: seine Cousine und zukünftige Ehefrau Pari. Pari findet, wenn Asho ein Star wird, sollte auch sie einer werden. Dabei sind beide längst welche: Dies ist ihr Behind-the-Scenes.

Carolin Weidner



Ausgezeichnet mit einer Lobenden Erwähnung im Internationalen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm

Aura

Animationsfilm
2019
3 Minuten
Untertitel: 
keine
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Fabienne Priess
Timm Völkner
Andreas Skandy
Timm Völkner
Timm Völkner, Ryoji Yamada
Timm Völkner
Jan Brett
In sehr vertraulichen Worten wendet sich eine Stimme an einen lebenslangen Begleiter, der nicht selbst gewählt ist. Bemerkenswert kreativ und punktgenau führt Timm Voelkner von einem Bild fließend ins andere, baut Brücken zwischen den Gefühlslagen einer von klassischer Migräne betroffenen Person und den Wahrnehmungsstörungen in der Auraphase. In nur zwei Minuten erzählt der Film visuell und intensiv über das Leben mit der oft unterschätzten Erkrankung und vom Versuch einer Versöhnung mit ihr.

André Eckardt

Aus dem Alltag in der DDR: Dritter Versuch einer Rekonstruktion

Dokumentarfilm
1971
88 Minuten
Untertitel: 
keine
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Carlheinz Caspari
Walter Fehdmer, Günter Selbach
Wolfgang Skerhutt
Joachim Zweinert
Christian Dreyer
Reenactments (samt ideologischer Einordnung) aktueller Geschehnisse in der DDR für das BRD-Fernsehen: Primetime im Kalten Krieg.

Olaf Möller

Aus eigener Kraft

Dokumentarfilm
1954
78 Minuten
Untertitel: 
keine
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Franz Schroedter-Studio KG
Franz Schroedter
Alois Melichar
Fritz Arno Wagner, Karl Löb, Wolf Göthe
Wolfgang Wehrum
Dörte Harms, Franz Schroedter
Ewald Otto, Robert Fehrmann
Hans Nielsen
Foto: Volkswagen Aktiengesellschaft | Über den Wiederaufbau von Wolfsburg und die Volkswagenwerke.

Olaf Möller

Autobahn

Dokumentarfilm
2019
85 Minuten
Untertitel: 
englische
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Niklas Burghardt, Johannes Wöpkemeier
Daniel Abma
Henning Fuchs
David Schittek
Momas Schütze
Daniel Abma
Malte Eiben
Kurort Bad Oeynhausen: Tausende Lkw wälzen sich täglich durch die Innenstadt und über die Bundesstraße 61, die die Bundesautobahnen A 2 und A 30 respektive die Metropolen Warschau und Rotterdam miteinander verbindet. Als die Aberkennung des Status als Kurort, also der Verlust des einladenden Titels „Bad“ droht, muss sich etwas ändern: Eine Umgehungsstraße soll gebaut werden.

Über einen Zeitraum von acht Jahren dokumentiert der Film den Verkehrsinfarkt am Nadelöhr, die Arbeit von Bürgermeister, Polizei, Feuerwehr und Baufirmen, die Verzögerungen bei der Fertigstellung der Nordumfahrung und vor allem die Reaktionen der betroffenen Anwohner. Die freuen sich auf Ruhe und Entlastung – oder werden schon bald ein Stück Autobahn vor ihrem Häuschen haben. Weniger die große Infrastrukturmaßnahme steht im Zentrum der Langzeitdokumentation als vielmehr die Folgen für die Menschen am Straßenrand. Dort „aufgelesen“, mit einem feinen Gespür für besondere Charaktere und viel Raum für deren Persönlichkeiten und Eigenheiten, finden sich weitere Geschichten. Die lokale Tradition des Lkw-Zählens, sei es an der Bundesstraße oder an der Autobahnbaustelle, gehört ebenso dazu wie der Spaziergang oder das Joggen auf der lange unvollendet bleibenden Trasse.

Frederik Lang

Average Happiness

Animationsfilm
2019
7 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Olivier Zobrist
Maja Gehrig
Joy Frempong
Maja Gehrig, Nora de Baan
Maja Gehrig, Stefan Holaus
Maja Gehrig
Peter Bräker
Was mit der nüchternen PowerPoint-Präsentation einer Datenerhebung über die Zufriedenheit in Europa beginnt, entwickelt sich zu einer wahrhaft sinnlichen Reise. Diagramme brechen aus ihren x- und y-Achsen aus. Farbenprächtige Säulen, Kreise und Linien werden zu Akteuren in Infografik-Landschaften. Immer euphorischer gebärden sie sich: Alterspyramiden tanzen, Balken verschmelzen zu Figuren und steigern sich gemeinsam bis hin zum Höhepunkt. Eine orgiastische Welt der Statistik, wer hätte das gedacht!

Annina Wettstein
Ayahuasca – Kosmik Journey Jan Kounen

Geleitet durch die meditativen Gesänge eines virtuellen Shipibo-Heilers begeben wir uns auf eine Reise in unser Inneres. Kaleidoskopische Visionen stellen einen meditativen Zustand her.

Ayahuasca – Kosmik Journey

VR-Erfahrung
2019
18 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Antoine Cayrol (Atlas V), Marion Guth (a_BAHN), François Le Gall (a_BAHN), Vincent Guttmann (small)
Jan Kounen
Small by Mac Guff
Jan Kounen
Nicolas Becker
Jan Kounen, Guillermo Arévalo
Geleitet durch die meditativen Gesänge eines virtuellen Shipibo-Heilers begeben wir uns auf eine Reise in unser Inneres. Unsere Begleiter sind Schlangen, Käfer und Skorpione. Reiseziel ist eine Welt, die reine Geometrie zu sein scheint. Kaleidoskopische Visionen stellen einen meditativen Zustand her, dessen Intensität stark von unserer eigenen Aufmerksamkeit abhängt.

Lars Rummel, Marie Hinkelmann

Bekar Evi – Das Junggesellenhaus

Dokumentarfilm
2019
76 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Dirk Schäfer
Dirk Schäfer
Deborah Wargon
Nikola Krivokuca
Dirk Schäfer
Metin Bozkurt
Das Leben ist kein Zuckerschlecken, schon gar nicht für einen kurdischen Junggesellen in Istanbul. In der Metropole leben sieben alleinstehende Saisonarbeiter aus Ostanatolien in einem heruntergekommenen Haus. Die Männer aus zwei Generationen bilden eine ungewöhnliche WG. Sie wohnen und schlafen auf engstem Raum und teilen sich eine einzige Dusche. Da kann es schon einmal zu hitzigen Auseinandersetzungen kommen: typische WG-Zankereien ums Abwaschen oder Aufräumen. Hier schlichten die älteren unter ihnen, mit väterlicher Autorität.

Die Protagonisten erzählen von ihrer Herkunft und ihren Träumen. Ihre poetischen Schilderungen verwebt der seit Langem in Istanbul lebende deutsche Filmemacher Dirk Schäfer mit feinfühligen Beobachtungen ihrer Zweckgemeinschaft. Die Erfahrungen von gesellschaftlicher Diskriminierung und Schikanen gehen nicht spurlos an ihnen vorüber. Jedoch erleichtern Humor und Freundschaft ihren Alltag – oder wie es einer der „Bachelors“ augenzwinkernd sagt: Nun verkaufe er als Straßenhändler eben osmanische Zuckerpaste, um seinem Leben etwas Süße zu verleihen.

Annina Wettstein