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Retrospektive

Der Freiheitskampf der Menschen im Lateinamerika der 1960/70er-Jahre war ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die daraus erwachsene Verbindung zwischen Leipzig, Ost-Berlin und West-Berlin bezeugen die analogen Filmmaterialien des militanten Kinos aus Ländern wie Argentinien, Chile oder Kuba, die sich heute im Archiv des Arsenal Filminstituts und im Bundesarchiv befinden.

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Retrospektive
Filmstill Eine chilenische Hochzeit
Eine chilenische Hochzeit Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Ein junges chilenisches Paar heiratet im DDR-Exil. Es wird fröhlich gefeiert, doch auf den Gesichtern der Gäste liegt Traurigkeit: die Erinnerung an Inhaftierung und Folter.
Filmstill Eine chilenische Hochzeit

Eine chilenische Hochzeit

Eine chilenische Hochzeit
Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1977
8 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

1977 hospitierte Valentin Milanow, bulgarischer Student an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Regisseur Rainer Ackermann war ihm als Mentor zugewiesen. Milanow kam auf die Idee, die Lebensrealität von Exil-Chilen*innen in der DDR zu porträtieren. Ein befreundetes junges Paar, Alejandra Holzapfel und José Fuica, wohnte im gleichen Plattenbaukomplex in Potsdam-Babelsberg. Sie studierte Veterinärmedizin, er wurde Lehrer für Marxismus-Leninismus. Milanow durfte ihre Hochzeit mit der Kamera begleiten. Am Rand der scheinbar fröhlichen Feier kommen die Gespräche auf die Erinnerung an Verhöre und Folter durch die Militärjunta sowie auf die Sorge um zurückgelassene Angehörige. Was die Braut selbst damals nicht erzählte: Als linke Untergrundkämpferin war sie u.a. im Gefangenenlager „Venda Sexy“ schlimmsten Misshandlungen ausgesetzt gewesen. Dieser Ort ist heute die Gedenkstätte Asociación de Memoria y Derechos Humanos Irán 3030. Geleitet wird sie von Alejandra Holzapfel.

Florian Wüst

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01.11.
#733
CineStar 5
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 5
#733
Teil der Kompilation
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Regie
Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Kamera
Karl Faber, Eberhard Geick
Schnitt
Werner Wendt
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme

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Retrospektive
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Zwei Jahre nach dem Militärputsch. Menschen auf Santiagos Straßen versammeln sich um die Kamera: Man könne hier nicht sprechen. Alle hätten Angst. Und doch beginnt Chile zu sprechen.
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1976
66 Minuten
Spanisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Der nach einer Gedichtzeile von Pablo Neruda betitelte Dokumentarfilm stellt eine Momentaufnahme Chiles nach zwei Jahren Militärdiktatur dar. In der für das Studio H & S typischen agitatorischen Rhetorik des Kalten Krieges porträtiert er sowohl Vertreter*innen des Regimes als auch die Opfer des Terrors, die sich im Zuge der Suche nach den Verhafteten und Verschwundenen zu organisieren beginnen. Anfang 1973 hatten Walter Heynowski, Gerhard Scheumann und Peter Hellmich mehrere Monate in Chile verbracht, um die Reformanstrengungen Allendes sowie die Umtriebe der rechtsradikalen Kräfte festzuhalten. Hellmich blieb länger vor Ort: Ihm gelangen am 11. September 1973 die legendären Aufnahmen der Bombardierung des Präsidentenpalastes, das erste Interview mit General Augusto Pinochet nach dem Putsch sowie die Bilder politischer Gefangener im Konzentrationslager Chacabuco in der Atacama-Wüste. Für die äußerst riskanten Interviews und Dreharbeiten von „Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind“ musste das Studio H & S ein westdeutsches Team – Gerhard Biroth, George Boultwood und Frederico Füllgraf – nach Chile schicken. Das wahre Vorhaben hinter dem durchsichtigen Alibi, „Landschaftsaufnahmen für Tourismus-Werbung“ machen und den „wirtschaftlichen Erfolg der Regierung Pinochet“ dokumentieren zu wollen, wie sich Füllgraf erinnert, blieb trotz ständiger Überwachung und dank allerlei Tricks unentdeckt. Diese Vorführung ist die Premiere der durch das Förderprogramm Filmerbe geförderten restaurierten und digitalisierten Fassung des Films.

Florian Wüst

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29.10.
#434
CineStar 5
Teil der Kompilation
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29.10.2026
CineStar 5
#434
Teil der Kompilation
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Regie
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Kamera
George Boultwood
Schnitt
Traute Wischnewski, Ilse Radtke
Produktion
Studio H & S
Ton
Gerhard Biroth, Manfred Berger
Musik
Sergio Ortega, Grupo Aparcoa

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Retrospektive
Filmstill La hora de los hornos. Neocolonialismo y violencia
La hora de los hornos. Neocolonialismo y violencia Fernando E. Solanas
Ein Film wie ein Brandsatz, ein radikales Pamphlet. Wie kaum ein anderer Film bewegte dieser Ruf nach der Befreiung Argentiniens von Unterdrückung und Gewalt die 68er-Generation weltweit.
Filmstill La hora de los hornos. Neocolonialismo y violencia

La hora de los hornos. Neocolonialismo y violencia

La hora de los hornos. Neocolonialismo y violencia
Fernando E. Solanas
Retrospektive
Dokumentarfilm
Argentinien
1968
88 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Ein Aufruf zum radikalen Politikwechsel, ein agitatorisches Pamphlet für die nationale Befreiung Argentiniens: „La hora de los hornos“ bewegte die 68er-Generation weltweit wie kaum ein anderer Film. Der mehr als vierstündige Filmessay war über viele Jahre nicht nur in Argentinien verboten. In Form einer vielschichtigen dokumentarischen Collage lotet er virtuos die Möglichkeiten der Bild-Ton-Montage aus und entwirft ein Panorama der herrschenden sozialen und politischen Verhältnisse. „Neocolonialismo y violencia“ analysiert die Kolonisierung Lateinamerikas, dessen ökonomische wie kulturelle Abhängigkeit von den Industriestaaten der sogenannten Ersten Welt, insbesondere den USA, sowie die Allgegenwart der Gewalt. Der zweite Teil, „Acto para la liberación“, liefert eine Chronik des Peronismus und des Widerstands nach Peróns Sturz im Jahr 1955. „Violencia y liberación“, der kürzere dritte Teil, bekennt sich offen zum bewaffneten Kampf. Nach zweijähriger klandestiner Arbeit eines kleinen Teams um Fernando E. Solanas und Octavio Getino feierte „La hora de los hornos“ am 2. Juni 1968 Weltpremiere bei der Mostra Internazionale del Cinema Nuovo in Pesaro. Anlässlich der Berlinale zeigten die Freunde der Deutschen Kinemathek (heute: Arsenal Filminstitut) den Dreiteiler nur wenige Wochen später. Mit Eröffnung des Kino Arsenal im Januar 1970 in der Welserstraße in Berlin-Schöneberg folgten unzählige Vorführungen der Verleihkopien des Films im eigenen Haus und anderswo.

Florian Wüst

Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt, Rassismus

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27.10.
#233
CineStar 5
Teil der Kompilation
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27.10.2026
CineStar 5
#233
Teil der Kompilation
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Regie
Fernando E. Solanas
Buch
Octavio Getino, Fernando E. Solanas
Kamera
Juan Carlos Desanzo
Schnitt
Juan Carlos Macías, Antonio Ripoll, Norma Torrado
Produktion
Grupo Cine Liberación

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Kontakt
Victoria Solanas
Retrospektive
Filmstill La infancia de Marisol
La infancia de Marisol Bernabé Hernández
Ein 14-jähriges nicaraguanisches Mädchen erzählt Unglaubliches: von ihrer Beteiligung am Kampf gegen die Diktatur, von Gefangennahme und Folter bis zum Aufbruch in ein neues Leben.
Filmstill La infancia de Marisol

La infancia de Marisol

La infancia de Marisol
Bernabé Hernández
Retrospektive
Dokumentarfilm
Kuba
1979
14 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Der kubanische Dokumentarfilm war nie nur national orientiert, sondern sah seine Aufgabe auch darin, über die Vorgänge in der sogenannten Dritten Welt zu informieren. Bekannte Filme von Santiago Álvarez behandeln die antiimperialistischen Kämpfe in Vietnam und Laos. Ab Ende der 1970er Jahre erweiterte sich der Fokus auf die Bürgerkriege in Nicaragua und El Salvador, was sich im Leipziger Festivalprogramm gut ablesen lässt. In Oberhausen wiederum lief 1980 neben der Retrospektive „Kino in Cuba 1959–1979“ Bernabé Hernández’ „La infancia de Marisol“, einer der ersten kubanischen Filme, der nach dem Sieg der nicaraguanischen Revolution im Juli 1979 gedreht wurde. Grundlage sind die Erzählungen der 14-jährigen Marisol. Sie berichtet, wie sie sich der Sandinistischen Befreiungsfront anschließt, gegen die Diktatur kämpft, gefangen genommen und wie ihr Vater und ihr Bruder bestialisch gefoltert wird. Am Ende steht der Aufbruch in ein neues Leben: Marisols Studium in Kuba.

Florian Wüst

Thematisiert körperliche Gewalt, Folter

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28.10.
#334
CineStar 5
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28.10.2026
CineStar 5
#334
Teil der Kompilation
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Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Bernabé Hernández
Kamera
Raúl Rodríguez
Schnitt
Rolando Baute
Produktion
ICAIC – Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos
Ton
Leonardo Sorrell, Carlos Fernández

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Kontakt
Carsten Spicher
spicher@kurzfilmtage.de