Filmarchiv

Retrospektive 2022
Filmstill The First Birthday
Der erste Geburtstag Gabriele Hochneder
Silvia, alleinerziehend, begeht den ersten Geburtstag ihrer Tochter. Ein nüchternes und bisweilen ernüchterndes Porträt, in dessen Zentrum eine zuversichtliche Frau steht.
Filmstill The First Birthday

Der erste Geburtstag

Der erste Geburtstag
Gabriele Hochneder
Retrospektive 2022
Dokumentarfilm
DDR
1978
17 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ein Jahr lebt Silvia Szuprizinski nun schon allein mit ihrer kleinen Tochter: Zeit für ein Resümee. Die junge Frau gibt Auskunft, ihre Erzählungen kommentieren Gabriele Hochneders Alltagsbilder, die von Anstrengungen künden. Über die misslungene Beziehung zum Kindsvater spricht Silvia, gelehnt an den Kachelofen, abgeklärt, auch wenn ein gewisses Bedauern mitschwingt. Immerhin ist ihre eigene Familie präsent, pünktlich zum ersten Geburtstag stehen allesamt vor der Tür. Ihre Abende jedoch verbringt Silvia wieder nur mit sich – und dem Fernsehapparat. Dass Hochneders Film trotz aller Widrigkeiten nicht zum Lamento gerät, ist auch seiner zuversichtlichen Hauptprotagonistin zu verdanken.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gabriele Hochneder
Kamera
Jürgen Lubosch
Schnitt
Ilona Thiel
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR
MDR Special Screening 2022
Filmstill The Corner
Die Ecke Christa Pfafferott
An der Straßenecke Sperlingsberg im thüringischen Oberdorla trifft Welt- auf Lokalgeschichte. 1945 wurde hier ein amerikanischer Soldat erschossen. Ein Foto von ihm kursiert Jahrzehnte später im Internet. Dieses Bild stellt die Regisseurin Christa Pfafferott an den Anfang ihrer Recherche.
Filmstill The Corner

Die Ecke

Die Ecke
Christa Pfafferott
MDR Special Screening 2022
Dokumentarfilm
Deutschland
2021
90 Minuten
Deutsch,
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
An der Straßenecke Sperlingsberg im thüringischen Oberdorla trifft Welt- auf Lokalgeschichte. 1945 wurde hier ein amerikanischer Soldat erschossen. Ein Foto von ihm erlangte Berühmtheit und kursiert, Jahrzehnte später, im Internet. Dieses Bild stellt die Regisseurin Christa Pfafferott an den Anfang ihrer Recherche.

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Christa Pfafferott
Kamera
Johannes Praus
Produktion
Katrin Thomas
Broadcaster
arte, Sabine Lange
Redaktion
Ulrich Brochhagen
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2020
Media Name: 5b676002-0110-4d5b-8f1f-1e8effbb9839.jpg
E14 Peiman Zekavat
Reflektierende Aufbereitung von Beobachtungen während des Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 in London: das Virus als Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume.
Media Name: 5b676002-0110-4d5b-8f1f-1e8effbb9839.jpg

E14

E14
Peiman Zekavat
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
UK
2020
19 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Wie sah der Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 aus einem Fenster der Wohntürme im noblen East London aus? In der reflektierenden Aufbereitung zweiwöchiger Beobachtungen sind – auf unmittelbarer Ebene – gravierende Verschiebungen im alltäglichen Koordinatensystem einer privilegierten Stadtbevölkerung auszumachen. Darüber hinaus aber stellt der bewusst und aus Spekulationsmotiven herbeigeführte Wohnungsleerstand im Viertel auch ein Menetekel für die Zukunft investorengerechter urbaner Räume dar.
Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Peiman Zekavat
Produktion
Sanam Jehanfard
Hommage: Punto y Raya 2025
Filmstill Earl Grey – False Horns [INP031]
Earl Grey – False Horns [INP031] Gilbert Sinnott
Fließende Flächen und flimmernde Texturen, begleitet von Beats, die gleichzeitig schwer und zerbrechlich wirken. Erinnerungen werden wach an die letzten Stunden einer durchwachten Nacht. 
Filmstill Earl Grey – False Horns [INP031]

Earl Grey – False Horns [INP031]

Earl Grey – False Horns [INP031]
Gilbert Sinnott
Hommage: Punto y Raya 2025
Animationsfilm
Deutschland
2020
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Schwer und gleichzeitig zerbrechlich wirken die Breakbeats, die die fließenden Flächen und flimmernd-texturierten Formen dieses experimentellen Musikvideos antreiben. Der Soundtrack beschwört Erinnerungen an die Drum-and-Bass-Musik der 1990er Jahre herauf, bleibt aber hypnotisch und beruhigend. Bild und Ton schmeicheln, als gälte es, die letzten Stunden einer durchwachten Nacht zu begleiten.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gilbert Sinnott
Animation und Musique Concrète 2021
Media Name: e70e523e-e105-429b-889b-e2c16aa1f23c.jpg
Earthworks – Installation Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Ein riesiges, leuchtendes Band morphender Farbschichten und seltsame Geräusche ziehen Augen und Ohren in den Bann. Eindrucksvoll macht eine Installation Erdgeschichte erlebbar.
Media Name: e70e523e-e105-429b-889b-e2c16aa1f23c.jpg

Earthworks – Installation

Earthworks – Installation
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021
Dokumentarfilm
UK,
Spanien
2016
2 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Die Erde schläft nicht. Das Duo Semiconductor destilliert Forschungsdaten zur Erdbewegung und animiert sie in einer Fünfkanal-Installation. In einer dunklen Halle werden die Besucherinnen und Besucher des Festivals Sónar Barcelona 2016 von einem riesigen, leuchtenden Band unablässig morphender Farbschichten und seltsamen Geräuschen gefangen genommen. Sie erleben einen Schnitt durch Landschaft und Zeit.
André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021
Media Name: a9bbf52c-4beb-45d9-a470-608452733272.jpg
Earthworks – Making Of Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen Erdbewegungen Klangspuren. Das Duo Semiconductor animiert Forschungsdaten und vermittelt auf faszinierende Weise geologische Prozesse.
Media Name: a9bbf52c-4beb-45d9-a470-608452733272.jpg

Earthworks – Making Of

Earthworks – Making Of
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Animation und Musique Concrète 2021
Dokumentarfilm
UK,
Spanien
2016
10 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Geologisch bilden sich Erdschichten über Jahrtausende. Die Prozesse sind menschlich kaum wahrnehmbar. Ein Forschungsprojekt in einem spanischen Steinbruch rekonstruiert Erdbewegungen, modelliert sie und hält sie akustisch fest. Knirschend, rumpelnd und rieselnd hinterlassen die Erdschichten Klangspuren, die das Duo Semiconductor für eine audiovisuelle Fünfkanal-Installation animiert.
André Eckardt

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Joe Gerhardt, Ruth Jarman
Filmstill Eat Bitter

Eat Bitter

Eat Bitter
Pascale Appora-Gnekindy, Ningyi Sun
Publikumswettbewerb 2023
Dokumentarfilm
Zentralafrikanische Republik,
China
2023
93 Minuten
Chinesisch,
Französisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch
Ein Mann im Morgengrauen auf dem Fluss. Er betet, springt ins Wasser und kommt mit einem Eimer voll Sand wieder hoch. Der alleinerziehende Vater Thomas Boa schlägt sich in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, mühsam als Sandtaucher durch. Der Sand landet schließlich auf der Baustelle von Jianmin Luan, einem chinesischen Bauleiter, der nach Afrika ging, um beruflich aufzusteigen. Für diese Chance zahlt Luan einen Preis: Er lebt sehr einfach, wird von Stromausfällen, der Angst vor Malaria, vor Typhus und dem Bürgerkrieg geplagt. Nach Jahren im Ausland hat sich seine Familie in China von ihm entfremdet, seiner Frau geht es psychisch schlecht.

Die Regisseurinnen Ningyi Sun und Pascale Appora-Gnekindy erzählen eine Geschichte von Globalisierung, Armut und Arbeit und fragen, wie man sein Leben in Würde bestreiten kann. Statt Klischees zu perpetuieren, lernen wir zwei Männer (und ihre Familien) kennen, die Rädchen im Getriebe einer weltumspannenden Konkurrenzmaschine sind. In diesem System gibt es viel Ungleichheit, aber kaum Gewinner. Doch es gibt auch Momente, für die sich all das zu lohnen scheint: wenn Luans Frau nach Afrika kommt und plötzlich wieder Nähe entsteht, oder wenn Thomas ein Feld bestellt und endlich nach vorne schauen kann. Ein bildgewaltiger, spannender und horizonterweiternder Film, der Stereotype gekonnt umschifft.
Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Pascale Appora-Gnekindy, Ningyi Sun
Buch
Mathieu Faure, Ningyi Sun, Pascale Appora-Gnekindy
Kamera
Orphée Zaza Emmanuel Bamoy
Schnitt
Hannah Choe, Mathieu Faure
Produktion
Mathieu Faure
Co-Produktion
Ningyi Sun, Pascale Appora-Gnekindy, Orphée Zaza Emmanuel Bamoy
Ton
Aaron Koyassoukpengo
Sound Design
Hollis Smith
Musik
Cal Freundlich Moore
Animation
Michael Kosciesza
Ausführende Produktion
Mathieu Faure, Steve Dorst
Retrospektive 2023
Filmstill One Wednesday in June – 20 Years Ago: People’s Uprising, Workers’ Revolt or Secret Services Putsch?
Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch? Lutz Lehmann
Arbeiterrevolte oder Volksaufstand? Oder etwa doch ein westlicher Putschversuch? 20 Jahre nach dem 17. Juni 1953 sucht eine Fernsehreportage nach Antworten. Die Deutungen sind noch offen.
Filmstill One Wednesday in June – 20 Years Ago: People’s Uprising, Workers’ Revolt or Secret Services Putsch?

Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?

Ein Mittwoch im Juni – Vor 20 Jahren: Volksaufstand, Arbeiterrevolte oder Agentenputsch?
Lutz Lehmann
Retrospektive 2023
Dokumentarfilm
BRD
1973
60 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Was ist am 17. Juni 1953 in der DDR geschehen? Anhand zahlreicher Originalaufnahmen blickte der Norddeutsche Rundfunk zum 20. Jahrestag in einer ausführlichen Reportage auf die Ereignisse zurück und zeigt unterschiedliche Interpretationen und Erklärungen auf. Agentenputsch? Arbeiterrevolte? Volksaufstand? Die Deutungen waren umstritten, auch unter Zeitzeug*innen und westlichen Historiker*innen.
Katharina Franck, Andreas Kötzing

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Lutz Lehmann
Kamera
Hans Jacob
Schnitt
Elke Düring
Produktion
NDR Norddeutscher Rundfunk / German TV ARD Network
Ton
Jürgen Jannsen, Norbert Kinsky
Young Eyes 2024
Filmstill An Octopus Destroyed the Moon
Ein Oktopus hat den Mond zerstört Heidrun Holzfeind
Eine Schule in Berlin, an der es Fächer wie Gartenbau und Tierpflege gib. – Der Film porträtiert eine Gruppe junger Menschen an der Schule zwischen Unterricht, Kindheit und Erwachsensein.
Filmstill An Octopus Destroyed the Moon

Ein Oktopus hat den Mond zerstört

Ein Oktopus hat den Mond zerstört
Heidrun Holzfeind
Young Eyes 2024
Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland
2024
90 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Kann Schule spannend sein und sogar Spaß machen? Die integrative berufsvorbereitende August-Sander-Schule in Berlin Friedrichshain scheint dafür auf jeden Fall bestens geeignet. In der Ferne hört man den Autolärm der Großstadt, auf dem üppig begrünten Gelände zwitschern die Vögel. Hier gibt es unter anderem Unterricht in den Fächern Gartenbau, Landwirtschaft und Tierpflege. Und wenn man den Schüler*innen dabei zuschaut, wie sie Beete jäten und Kaninchen füttern, dann wirkt das auf den ersten Blick sehr beneidenswert. Aber natürlich gibt es auch an diesem paradiesischen Ort Konflikte, nervige Lehrer*innen und die bange Frage: Was kommt nach dem Abschluss?
Über ein Schuljahr begleitet der Dokumentarfilm eine Gruppe von Schüler*innen mit unterschiedlichen Lernschwierigkeiten und anderen Beeinträchtigungen in ihrem Unterrichtsalltag. Er stellt Jugendliche in den Mittelpunkt, die auf dem Weg von der Ausbildung zum Beruf, von der Kindheit zum Erwachsensein sind und darum kämpfen, im engen Regelsystem Schule und in der Gesellschaft ihren Platz zu finden.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Heidrun Holzfeind
Kamera
Heidrun Holzfeind
Schnitt
Heidrun Holzfeind
Produktion
Heidrun Holzfeind
Filmvertrieb
Gerald Weber
Nominiert für: Young Eyes Film Award
Wettbewerb Publikumspreis 2020
Media Name: 7b70c0e9-37cd-4407-93d6-df931ffe7333.jpg
Eine einsame Stadt Nicola Graef
Nirgendwo lässt sich besser einsam leben als in Berlin. Ein Stadtporträt samt seiner mannigfaltigen Bewohner, das fernab jeglichen Tohuwabohus die wesentlichen Töne anschlägt.
Media Name: 7b70c0e9-37cd-4407-93d6-df931ffe7333.jpg

Eine einsame Stadt

Eine einsame Stadt
Nicola Graef
Wettbewerb um den Publikumspreis 2020
Dokumentarfilm
Deutschland
2019
90 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Die Einsamkeit trägt in Berlin viele Gesichter. Junge wie Alte sind von ihr befallen, Männer, Frauen, Partnerlose und Verheiratete. Sie ist etwas Normales. Dennoch haftet dem Gefühlsgemenge ein Stigma an, das Betroffene zum Stillschweigen veranlasst. Regisseurin Nicola Graef probiert es in ihrem Film mit einer anderen Methode: Sie lässt die einsamen Hauptstädter zu Wort kommen, lauscht. Das Resultat ist vielfältig und nicht selten überraschend.

Berlin sei eine Stadt für Extrovertierte, findet Tessa. Das Gemüt der jungen Frau ist jedoch auf der gegenteiligen Seite verortet. Die Konsequenz heißt Einsamkeit, und die „laugt einen schon ziemlich aus“, sagt sie. Einen selbstbewussten Umgang mit den nagenden Gefühlen hat der 85-jährige Efraim, Fotograf und Flaneur, gefunden: Er sei ohnehin „kein Typ für die Ehe“. Künstler Thomas leidet indes unter dem Ende einer Langzeitliebe und fragt sich, ob „der Puderzucker mit 50 schon abgeküsst“ sei, meint aber ebenso: „Es gibt für alles einen Markt, auch für kaputte Autos.“ Schwebend wie zugewandt bewegt man sich in Graefs Film durch die Weiten der Stadt, wo Geschichten wie Unkraut zwischen den Pflastersteinen sprießen. Von der Eckkneipe zum Atelier, von den Parks zum Sportverein und immer wieder hinein in die stillen Wohnungen – überall trifft sie auf ihre Zeugenschaft der Leere. Deren Berichte berühren. Hoffnungslos machen sie gleichwohl nie.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Nicola Graef
Kamera
Alexander Rott, Philip Koepsell
Schnitt
Kai Minierski
Produktion
Susanne Brand, Nicola Graef
Co-Produktion
ARTE Deutschland TV GmbH, SWR Südwestrundfunk
Ton
Simon Hückstädt, Matthias Kreitschmann, Carsten Kramer, Luc Brocker, Alexey Fedorov, Oliver Drüppel, Zora Butzke
Musik
George Kochbeck
Redaktion
Gudrun Hanke-El Ghomri, Catherine Le Goff
Kids DOK 2025
Filmstill The Little Puffy Fart Revue
Eine kleine Pups-Revue Meike Fehre, Sabine Dully
Warum ist Pupsen eigentlich so peinlich? Das fragt sich zumindest Pupsstar Pippa van Pups und besingt mit Tuben und Trompeten im Verdauungstakt das menschlichste aller Geräusche.
Filmstill The Little Puffy Fart Revue

Eine kleine Pups-Revue

Eine kleine Pups-Revue
Meike Fehre, Sabine Dully
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Deutschland
2024
7 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Wer kennt das nicht: Im Bus entweicht ein Geräusch, gefolgt von einem unliebsamen Duft – und allen ist klar, woher es kam. Aber warum ist Pupsen eigentlich so peinlich? Das fragt sich zumindest Pupsstar Pippa van Pups. Mit Tuben und Trompeten tanzt sie im Verdauungstakt und zeigt, wie viel Arbeit und Können hinter solchen Tönen steckt. Eine musikalische Show für das menschlichste aller Geräusche.
Tina Jany

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Meike Fehre, Sabine Dully
Buch
Eva Mesken
Kamera
Sabine Dully
Schnitt
Thomas Schmidl
Produktion
Meike Fehre
Co-Produktion
Ina Werner, Katrin Pilz, Sabine Schmidt
Sound Design
Christian Riegel, Caroline Micol Loguercio
Musik
Moritz Denis, Eike Hosenfeld
Animation
Carlo Palazzari, Manijé Angaji, Till Machmer, Friedrich Schäper
Retrospektive 2024
Filmstill Something Self Explanatory (15x)
Eine Sache, die sich versteht (15x) Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Ein Lehrfilm über das marxistische Vokabular von Ware und Arbeit, Lohn und Arbeitskraft, Tausch- und Gebrauchswert – durchgespielt mit politischer Haltung und ästhetischen Handlungen.
Filmstill Something Self Explanatory (15x)

Eine Sache, die sich versteht (15x)

Eine Sache, die sich versteht (15x)
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
BRD
1971
64 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Diese in Handlungen und Bilder gegossene marxistische Schulungsoffensive gehört zu einem größeren Zyklus von sogenannten Lehrfilmen, die in Anlehnung an Bertolt Brechts didaktisch-experimentelles Lehrstück-Konzept abstrakte Begriffe durch einleuchtende Anschauung mit lebenspraktischem Sinn füllen. Hier widmen sich Harun Farocki und Hartmut Bitonsky in fünfzehn Lerneinheiten den Grundbegriffen eines politischen Hauptwerks von Karl Marx, „Das Kapital“, und behandeln einen Stoffabschnitt, den sie nach eigenen Aussagen für nicht sofort verständlich halten. „Die Absicht ist es, einen Gehenden über das Gehen nachdenken zu lassen, sodass er hinfällt“, gaben die beiden Filmemacher über ihr Vorhaben zu Protokoll. Es ist zu prüfen, ob bei so einem Sturz auch beim Publikum der Groschen fällt.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Kamera
David Slama, Carlos Bustamante
Schnitt
Hasso Nagel
Produktion
Larabel Film Harun Farocki
Ton
Johannes Beringer
Filmstill One Hundred Four

Einhundertvier

Einhundertvier
Jonathan Schörnig
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Deutschland
2023
93 Minuten
Englisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Die tödlichste Fluchtroute der Welt fordert jedes Jahr Tausende Leben. Allein in der ersten Hälfte 2023 starben fast 2.000 Menschen im Mittelmeer, weil die Grenzpolitik der Europäischen Union systematisch geltende Rechte verletzt. Statt Schiffbrüchigen beizustehen, praktiziert Frontex illegale Pushbacks, finanziert das gewaltvolle Vorgehen der libyschen Küstenwache und geht massiv gegen private Seenotrettungsmissionen vor, die dort tätig werden, wo die EU versagt. All das ist medial belegt, und dennoch bleibt es für alle, die diese Situation noch nicht selbst erleben mussten, unbegreiflich: Wie kann man Hunderten Menschen in Todesgefahr Hilfe verweigern, die zivilen Helfenden sogar bedrohen und kriminalisieren?!

Jonathan Schörnig beschäftigte das Dilemma der mangelnden Wahrnehmung und er beschloss, eine Seenotrettung als Echtzeitdokumentation auf die Leinwand zu bringen, um zu zeigen, wie quälend lange es dauert, 104 Personen von einem sinkenden Gummiboot zu bergen. Mensch für Mensch, Schritt für Schritt begleitet der Film die Aktion mit mehreren parallelen Kameras. Mit dem Auftauchen der libyschen Küstenwache spitzt sich die Lage zu. Tagelang harren die Geretteten und die Crew auf hoher See aus, da kein Mittelmeerland ihnen erlaubt anzulegen. Erst nach einem schlimmen Sturm erbarmt sich ein Hafen. Was wie ein schlechtes Drehbuch klingt, ist tatsächlich – tägliche – Realität.

Luc-Carolin Ziemann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jonathan Schörnig
Kamera
Jonathan Schörnig, Johannes Filous
Schnitt
Jonathan Schörnig, Moritz Petzold
Produktion
Uwe Nitschke
Co-Produktion
Adrian Then
Ausgezeichnet mit: Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, Goldene Taube Langfilm (Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm), Filmpreis Leipziger Ring, ver.di Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Retrospektive 2021
Media Name: db39208a-2c8d-428c-b4fc-78ce5c23410b.jpg
Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene Jean-Marie Straub
Eine Filmmusik, zu der nie ein Film entstand – außer dieser Wort-Bild-Collage, die aus Briefen und visuellen Assoziationen erschreckende antisemitische Kontinuitäten ableitet.
Media Name: db39208a-2c8d-428c-b4fc-78ce5c23410b.jpg

Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene

Einleitung zu Arnold Schönbergs Begleitmusik zu einer Lichtspielscene
Jean-Marie Straub
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1972
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
„Drohende Gefahr, Angst, Katastrophe“ – so überschrieb der österreichisch-jüdische Komponist Arnold Schönberg 1930 seine Partitur für eine Filmmusik, zu der – außer dieser zwischen herbem Lesungsdokument, Schwarzfilmabgründen und tosendem Bildersturm wie ein angeschlagener Boxer schwankenden Collage – nie ein Film entstand. Schönbergs Briefe formulieren die Vorahnung des Unglücks, das die Nationalsozialisten über die Juden bringen würden, beschreiben systematisch werdenden Antisemitismus, Ausgrenzung und Diffamierung. Dazwischen montiert, als Rück- und Vorausschau auf historische Kontinuitäten: Bomber im Anflug auf Vietnam, die erschossenen Pariser Kommunarden, in Särgen wie in Setzkästen arrangiert.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jean-Marie Straub
Buch
Jean-Marie Straub
Kamera
Renato Berta, Horst Bever
Schnitt
Jean-Marie Straub, Danièle Huillet, Danièle Huillet
Produktion
Jean-Marie Straub, Danièle Huillet
Ton
Jeti Grigioni, Harald Lill
Performer
Günter Peter Straschek, Peter Nestler, Danièle Huillet
Filmstill Being That Boy Again

Einmal wieder dieser Junge sein

Einmal wieder dieser Junge sein
Jan Koester
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2022
Animationsfilm
Deutschland
2022
7 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Die Mutter fängt an zu trinken, als er acht Jahre alt ist. Jan Koester projiziert auf seinen Körper Fotos seiner Kindheit, die von Einsamkeit und Hilflosigkeit in toxischen Beziehungen erzählen. Diese Rorschach-artigen Überlagerungsbilder setzen leibliche Abstraktionen ins Verhältnis zu ihren gewaltsamen und entfremdeten Umwelten. Zwischen fluiden und stockenden Bewegungen changierend, dekonstruieren ineinander verschobene und aneinander zerrende Pixel vorherrschende Gendernormen.
Samuel Döring

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Jan Koester
Kamera
Lisa Violetta Gaß, Jan Koester
Schnitt
Jan Koester
Produktion
Christine Haupt
Ton
Alexander Heinze
Musik
Jan Koester
Animation
Jan Koester
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis, Gedanken-Aufschluss-Preis
Thomas Heise (1955–2024) 2024
Filmstill Iron Age
Eisenzeit Thomas Heise
1981 „aus Gründen der Staatsdisziplin“ abgebrochen, zehn Jahre später fortgeführt: Ein Film über Jugendliche in Eisenhüttenstadt - ihre Fluchten aus der Realität und der Wunsch, selbst zu denken. 
Filmstill Iron Age
Filmstill Iron Age

Eisenzeit

Eisenzeit
Thomas Heise
Thomas Heise (1955–2024) 2024
Dokumentarfilm
Deutschland
1991
90 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Der 1981 geplante Film über Kinder in Eisenhüttenstadt, jenes Vorzeigeprojekt des sozialistischen Städtebaus, wurde „aus Gründen der Staatsdisziplin“ beendet, bevor er begann. Zehn Jahre später, seine Protagonisten sind schon im Westen oder leben nicht mehr, kehrt Thomas Heise die Reste zusammen. Kaum Material, aber Erinnerungen. Die Balladen von Neil Young liegen über Auto- und Zugfahrten durch die neuen Nicht-Orte des deutschen Ostens: „Gone, gone, the damage done.“ Von dort geht „Eisenzeit“ rein in alte und neue Konflikte – ratlose Eltern, Fluchten aus der Realität, der Wunsch, selbst zu denken und nicht gedacht zu werden. Reste, die nicht aufgehen. Eine DEFA-Produktion, von Klaus Wildenhahn im Norddeutschen Rundfunk untergebracht, bei DOK Leipzig mit dem Förderpreis prämiert.
Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Thomas Heise
Buch
Thomas Heise
Kamera
Sebastian Richter
Schnitt
Karin Schöning
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Ton
Patrick Stanislawski
Musik
Tilo Palukat