Filmarchiv

Kids DOK 2023
Filmstill The Daughter of the Shaolin Master
Die Tochter des Shaolin-Meisters Therese Koppe
Mariella lebt mit ihrer Familie in Berlin. Ihr Vater leitet dort die Shaolin-Kung-Fu-Schule und bereitet sie und ihre Schwestern auf den nächsten Wettkampf vor. Die Aufregung ist groß.
Filmstill The Daughter of the Shaolin Master

Die Tochter des Shaolin-Meisters

Die Tochter des Shaolin-Meisters
Therese Koppe
Kids DOK 2023
Dokumentarfilm
Deutschland
2023
24 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Mariella lebt mit ihrer siebenköpfigen Familie in Berlin. Ihr Vater wurde im chinesischen Shaolin-Kloster in der Kung-Fu-Kampfkunst ausgebildet. Jetzt leitet er die Kung-Fu-Schule in Berlin-Schöneberg und bereitet sie und ihre Schwestern auf das nächste Turnier vor. Das gehört schon seit vielen Jahren zu Mariellas Alltag. Doch die Aufregung vor jedem Wettkampf will nicht so recht verschwinden.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Therese Koppe
Kamera
Julia Geiß
Schnitt
Evelyn Rack
Produktion
Heike Kunze
Ton
Birte Gerstenkorn
Deutscher Wettbewerb 2022
Filmstill Dead Birds Flying High
Die toten Vögel sind oben Sönje Storm
Die Pflichten als Bauer vernachlässigte Jürgen Friedrich Mahrt (1882–1940) nur zu gern: für das hingebungsvolle Dokumentieren einer Natur, wie sie heute nicht mehr auffindbar ist.
Filmstill Dead Birds Flying High

Die toten Vögel sind oben

Die toten Vögel sind oben
Sönje Storm
Deutscher Wettbewerb 2022
Dokumentarfilm
Deutschland
2022
83 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

Auf einem norddeutschen Dachboden: Kisten voller aufgespießter Schmetterlinge, sorgsam von Hand kolorierte Fotografien der örtlichen Flora und Fauna, Hundertschaften ausgestopfter und eingestaubter Vögel – Jürgen Friedrich Mahrt (1882–1940) hat ganze Arbeit geleistet. Seine Sammlungen künden von einer nicht mehr existenten Gegenwart. Und doch verbergen sich in ihnen bereits alle Vorzeichen einer ökologischen Krise.

Tot oder lebendig? Den Aufnahmen von Jürgen Friedrich Mahrt wohnt ein unheimliches Moment inne: Nicht immer kann man sicher sein, ob das im Kader eingefangene Tier Ergebnis stundenlanger Warterei oder doch nur ein lebensecht inszeniertes Präparat ist. Da fehlen die Wellenbewegungen um die Ente im Teich, da blickt der Greifvogel verdächtig ruhig direkt in die Linse. Mahrt war ein Grenzgänger. Die bäuerlichen Pflichten opferte er dem Drang, Dokumentarist heute kaum noch vorzufindender Naturräume zu werden. Uralte Wälder, verwunschene Moore, Makroansichten dicker bunter Raupen – nahezu magische Bilder, die, ob der unwiederbringlich verlorenen Vielfalt, zugleich traurig stimmen. Urenkelin Sönje Storm lässt den Nachlass des ruhigen Exzentrikers von Fachkundigen analysieren, zeigt Torfstecher, ausgestorbene Spezies und ein sich veränderndes Land. Eine überaus anregende Exkursion, kongenial begleitet von verschrobenen Electronica-Klängen von Dominik Eulberg und Bertram Denzel.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sönje Storm
Buch
Sönje Storm
Kamera
Alexander Gheorghiu
Schnitt
Halina Daugird
Produktion
Sönje Storm
Ton
Roman Pogorzelski
Musik
Dominik Eulberg, Bertram Denzel, Henry Reyels
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Deutscher Wettbewerb)
Filmstill Tagebuch eines Schmalfilmers

Tagebuch eines Schmalfilmers

Tagebuch eines Schmalfilmers
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2022
Dokumentarfilm
DDR
1975
10 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Die im Haupterwerb als technische Zeichnerin tätige Liselotte Schließer wird in ihrem privaten und beruflichen Alltag begleitet. Sie gibt Auskunft über ihre Leidenschaft, die zweite Lebensaufgabe wurde. Lange Jahre einzige Frau im organisierten Amateurfilmwesen, vermisst sie, inzwischen Leiterin des Amateurfilmclubs Radebeul, weiterhin weibliche Regisseure und Kameraleute.
Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Deutscher Fernsehfunk (DFF)
Publikumswettbewerb 2025
Filmstill Take the Money and Run
Take the Money and Run Ole Juncker
Ein Porträt des Künstlers als Schelm: 74.000 Euro hat Jens Haaning von einem Museum geliehen bekommen und nie zurückgegeben. Ein Vertragsbruch als Kunstwerk – kann das gut gehen?
Filmstill Take the Money and Run

Take the Money and Run

Take the Money and Run
Ole Juncker
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Dänemark
2025
82 Minuten
Dänisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Was als harmloser Produktionsauftrag beginnt, entwickelt sich zu einer der medienwirksamsten Kunstdebatten der letzten Jahre: Der dänische Konzeptkünstler Jens Haaning soll für das Museum Kunsten in Aalborg zwei seiner früheren Werke rekonstruieren – Rahmen, gefüllt mit Geldscheinen, die das durchschnittliche Jahresgehalt in Dänemark und Österreich symbolisieren. Die Banknoten im Wert von einer halben Million Kronen, etwa 74.000 Euro, stellt das Museum zur Verfügung. Doch Haaning ärgert sich einmal mehr über die Arbeitsbedingungen seines Berufsstandes. Er behält das geliehene Geld, liefert leere Leinwände und einen Titel: „Take the Money and Run“.
Der Film von Ole Juncker begleitet den Künstler durch die Zeit nach dieser Aktion – zwischen internationalem Medienrummel, einer Zivilklage der geprellten Institution und persönlichen Krisen. Haaning, der an einer bipolaren Störung leidet, trifft impulsive Entscheidungen, investiert in Immobilien und gerät in Finanznöte, die er durch Ad-hoc-Verkäufe seiner Arbeiten auszugleichen sucht. Der Druck, der auf dem Protagonisten lastet, spiegelt sich in einer rasanten Montage disparater Bilder: Autofahrten, surreale Animationen, Action-Cam-Aufnahmen eines Parkourläufers und TV-Berichte verdichten sich zu einem Porträt des Künstlers als Schelm, der entschlossen ist auszuloten, ob zumindest die Kunst mit einer Straftat davonkommt.
Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ole Juncker
Kamera
Ole Juncker
Schnitt
Lars Juul
Produktion
Bjarte Mørner Tveit, Mette Heide
Co-Produktion
Bjarte Mørner Tveit
Sound Design
Rune Palvig
Musik
Francois Rousselot
Animation
Rasmus Brink
Genius Loci 2020
Media Name: 08b6f3dd-d492-48a0-93c4-1649785db1c8.png
TAKRAF Eisenbahndrehkrane [Ausschnitt] VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF
Ein Werbefilm für Eisenbahndrehkrane des TAKRAF-Kombinats: Das Nachfolgeunternehmen ist heute immer noch Weltmarktführer und firmiert unter dem Namen „Kirow“ in Leipzig-Lindenau.
Media Name: 08b6f3dd-d492-48a0-93c4-1649785db1c8.png

TAKRAF Eisenbahndrehkrane [Ausschnitt]

TAKRAF Eisenbahndrehkrane [Ausschnitt]
VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF
Genius Loci 2020
Dokumentarfilm
DDR
1986
10 Minuten
Spanisch,
Deutsch,
Italienisch,
Englisch,
Russisch
Untertitel: 
Keine
Eisenbahndrehkrane von TAKRAF im globalen Einsatz: bei der Bergung entgleister Züge, bei der Brückenmontage, beim Lastenumschlag von Gütern. Seine Weltmarktgeltung konnte das inzwischen wieder unter dem Namen „Kirow“ in Leipzig-Lindenau firmierende Unternehmen bis in die Gegenwart behaupten. Ständig verbesserter Bedienkomfort und gesteigerte Spitzenlasten stehen für über 100 Jahre Ingenieurskunst.
Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
VEB Schwermaschinenbaukombinat TAKRAF
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Filmstill Tale of the Three Flames

Tale of the Three Flames

As três chamas
Juliette Menthonnex
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Portugal,
Ungarn,
Belgien,
Schweiz
2023
21 Minuten
Portugiesisch (Portugal),
Spanisch,
Niederländisch
Untertitel: 
Englisch
„Bis nächstes Jahr!“, sagt ein portugiesischer Feuerwächter, der seine Kontrollgeräte zum Saisonende abbaut. In Südeuropa sind Mensch und Natur an Waldbrände zwar gewöhnt, doch es ändert nichts am Sachverhalt: Ursache der immer mächtigeren Feuersbrünste ist der Klimawandel. Wir leben längst im Zeitalter des Feuers.

Im Landesinneren Portugals hat gerade ein Waldbrand eine große Fläche komplett zerstört. Die verletzte Natur steht schweigend da, kein einziger Vogel ist mehr zu hören, nur der Wind, der die verkohlten Baumstämme leicht rascheln lässt. Doch die Vegetation erholt sich erstaunlich schnell. Wo scheinbar kein Leben mehr ist, sprießt alsbald das Grün aus den Baumruinen. Die Anwohnenden der betroffenen Region engagieren sich beim Wiederaufbau mit viel Respekt gegenüber ihrer natürlichen Umgebung. Denn auch Pflanzen sind fühlende Wesen. In ruhigen, fast melancholischen, aber auch hoffnungsvollen Bildern würdigt der Film die Kraft der Bäume und verdeutlicht, wie essenziell es wäre, dass die Menschheit wieder lernte, im Einklang mit der Natur zu leben.
Annina Wettstein

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Juliette Menthonnex
Kamera
Ilona Szekeres, Sergio da Costa
Schnitt
Antoine Flahaut, Juliette Menthonnex
Produktion
Véronique Vergari, Victor Candeias, Agnès Boutruche
Ton
Juliette Menthonnex
Sound Design
Yatoni Roy Cantu
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Filmstill Tales from the Source
Tales from the Source Léonard Pongo
Seit zehn Jahren beschäftigt sich der Künstler Léonard Pongo mit den Landschaften der Demokratischen Republik Kongo. Dabei ist ihm das Land mit seiner Kunst, Tradition und Philosophie nicht Ressource, sondern Quelle. 
Filmstill Tales from the Source

Tales from the Source

Tales from the Source
Léonard Pongo
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Belgien
2024
39 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Seit zehn Jahren dokumentiert der belgische Fotograf und Künstler Léonard Pongo die Landschaften der Demokratischen Republik Kongo. In seiner jüngsten Arbeit tritt er in einen sinnlichen Dialog mit ihnen. Die präzise Kamera fokussiert immer wieder auf Lichtreflexionen, die uns förmlich in die Bewegtbilder hineinziehen. Zugleich lässt sie den kinematografischen Apparat hinter ihnen sichtbar werden. Im Zusammenspiel mit dem elaborierten Sounddesign und der dezenten, wunderschönen Musik von „Bear Bones, Lay Low“, dem Soloprojekt des in Belgien beheimateten Venezolaners Ernesto González, entsteht ein Landschaftsporträt, das durch die fesselnde Montagekomposition zu einem visuellen, auditiven und meditativen Vergnügen wird.
„Tales from the Source“ ist gleichwohl kein „Naturfilm“ im herkömmlichen Sinn, sondern eine durch kongolesische Traditionen, Kunst und Philosophie inspirierte ästhetische Positionsbestimmung, die – so betont es der Künstler selbst – die kongolesische Landschaft „als schöpferische statt als abzuschöpfende Quelle“ darzustellen vermag. Das Ergebnis lässt sich eher als Erfahrung denn als Repräsentation beschreiben.
Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Léonard Pongo
Buch
Léonard Pongo
Kamera
Léonard Pongo
Schnitt
Léonard Pongo, Fairuz Ghammam
Produktion
Marie Logie, Auguste Orts
Co-Produktion
Twenty Nine Studio & Production
Ton
Cédrick Mbongo Mbulu, Léonard Pongo
Sound Design
Laszlo Umbreit
Musik
Bear Bones, Lay Low
Filmvertrieb
Auguste Orts
Nominiert für: Silberne Taube
DOK Neuland 2024
Filmstill Tales of a Nomadic City
Tales of a Nomadic City Med Lemine Rajel, Christian Vium
Nouakchott, Mauretanien: eine Stadt, die sich bewegt. Das Herzstück der Installation ist ein 360°-Film, der durch Archiv- und Privatmaterial aus der Region erlaubt, die Stadt zu erleben. 
Filmstill Tales of a Nomadic City

Tales of a Nomadic City

Tales of a Nomadic City
Med Lemine Rajel, Christian Vium
DOK Neuland 2024
XR
Dänemark,
Mauretanien
2024
15 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch
Die multimediale Vertiefung in ein Paradoxon: eine Stadt, die sich bewegt. Das Herzstück dieser gemeinschaftlich entwickelten Installation ist ein neuer 360°-Film, der uns einen Moment lang mit dem ehemaligen Nomaden Mohamed durch die Außenbezirke der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott streifen lässt. Aus Archiv- und authentischem Alltagsmaterial entsteht das komplexe Bild einer vielgestaltigen Metropole.
Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Med Lemine Rajel, Christian Vium
Produktion
Kathrine Fremming
Produktionsfirma
Khora VR
Extended Reality: DOK Neuland 2021
Media Name: 8dcce1c0-d642-4f16-a812-8e19189bc7e5.png
Tangible Utopias: Urban Futurism Ioana Mischie
Wie sehen zukünftige urbane Lebensräume aus? Die VR-Erfahrung macht aus Kinderfantasien begehbare Stadtszenarien – alternative Architekturen für die Gesellschaften von morgen.
2021
Media Name: 8dcce1c0-d642-4f16-a812-8e19189bc7e5.png

Tangible Utopias: Urban Futurism

Utopii tangibile: Futurism urban
Ioana Mischie
Extended Reality 2021
-
Rumänien
2021
10 Minuten
Englisch
Wie sehen zukünftig urbane Lebensräume aus? Und wie gestalten sie sich, wenn sie durch die Vorstellungskraft von Kindern inspiriert sind? 250 Kinder ließen ihre Fantasie zur Stadt von morgen spielen. Auf dieser Grundlage entwirft die VR-Erfahrung begehbare Szenarien. Die Arbeit ist Teil einer laufenden interdisziplinären Kollaboration, die neue Konzepte für sich verändernde Gesellschaften entwickelt.
Lars Rummel

Credits DOK Leipzig Logo

Produktion
Ioana Mischie, Sorin Baican
Co-Produktion
Mircea Olteanu, Horia Spirescu, Vivek Reddy, Călin Bogdacenco
Produktionsfirma
Noe-Fi Studios, SeeThree, Studioset, Storyscapes
Schnitt
Bogdan Jugureanu
VR Entwicklung
Andrei Păun, Minodora Toma, Andrei Bîrsan, Horia Spirescu, Dimitrie Grigorescu
Interaktives Design
Abhinav Sonowal, Vivek Anand, Adrian Tăbăcaru
3D-Künstler*in
Alexandru Pop
Ton
Andrei Nechifor, Ina Bozdog
Buch
Ioana Mischie, children of “Government of Children ”
Regie
Ioana Mischie
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Filmstill Tania in Berlin [excerpt]
Tania in Berlin [Ausschnitt] Heinz Thomas
Eine zeitgenössische Dokumentation aus Chile über den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 1970 zur Unterstützung des später weltweit bekannten Kandidaten Salvador Allende.
Filmstill Tania in Berlin [excerpt]

Tania in Berlin [Ausschnitt]

Tania in Berlin [Ausschnitt]
Heinz Thomas
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2024
Dokumentarfilm
DDR
1977
10 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Nach dem Militärputsch in Chile und dem Tod Salvador Allendes 1973 wurden Zehntausende Oppositionelle verfolgt und ermordet. Die DDR nahm etwa 2.000 Geflüchtete auf, darunter auch die neunjährige Tania und ihre Familie. Dass die DDR die Politik Allendes zunächst skeptisch betrachtete und nur ausgewählte Chilen*innen in den Genuss politischen Asyls kamen, gehörte zur Logik einer bipolaren Weltordnung.
Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Heinz Thomas
Kamera
Peter Scharf, Olaf Ullmann
Produktion
Amateurfilmcentrum Frankfurt an der Oder
Ton
Jörg Wendlandt, Jorg Peter Langsch
Filmstill Tarantism Revisited

Tarantism Revisited

Tarantism Revisited
Anja Dreschke, Michaela Schäuble
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Deutschland,
Schweiz
2024
105 Minuten
Italienisch,
Deutsch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch
Apulien, 1959: Frauen in weißen Kleidern tanzen ekstatisch in einer kleinen Kapelle. Sie springen herum, wälzen sich auf dem Boden, einige klettern sogar auf den Altar. Man sagt, sie seien von einer Spinne gebissen worden. Ihr Tanzwahn erfordert einen rituellen Exorzismus mit Musik. Bilder wie diese inspirierten italienische Anthropolog*innen zu einer Reise nach Süditalien. Mit Tonbandgeräten, Film- und Fotokameras waren sie dem Phänomen des Tarantismus auf der Spur.
Der essayistische Dokumentarfilm folgt den vielen multimedialen Archivalien, die auf dieser Forschungsreise entstanden sind. Er arbeitet die weiblichen Stimmen der Betroffenen heraus, die sich als Expertinnen ihrer eigenen Aufführungen herausstellen. Zwischen der Forscherin Annabella Rossi und der „Tarantata“ Michela Margiotta entwickelte sich eine besondere Beziehung, ihr Briefwechsel steht im Zentrum. Auch heute noch verstören die Bilder der weiblichen Raserei, erzählen vom Kontrollverlust der Ehemänner, Familien, von Wissenschaft und Kirche. Im Apulien der Gegenwart findet der Film lebendige Formen des Tarantismus vor, als Folklore gebändigt, für den Tourismus attraktiv. Es gibt neue Gifte, die das System befallen haben. Auch sie müssen herausgetanzt werden.
Jan Künemund

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Anja Dreschke, Michaela Schäuble
Buch
Anja Dreschke, Michaela Schäuble
Kamera
Anja Dreschke
Schnitt
Anja Dreschke
Produktion
Anja Dreschke, Michaela Schäuble
Ton
Birgit Minichmayr
Sound Design
Carlo Peters
Musik
Carlo Peters
Nominiert für: DEFA Förderpreis, VER.DI Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Deutscher Wettbewerb)
Mehr zum Film
Genius Loci 2020
Media Name: 479160ef-9dda-4718-beaf-831c739b45d3.png
Tatort Bahngelände [Ausschnitt] Gabriele Stange
Drei Jungs spielen unerlaubt an den Gleisen. Gefährliche Situationen werden von einer strengen Stimme kommentiert. Der Ausweg? Kinder, spielt doch lieber mit der Modelleisenbahn!
Media Name: 479160ef-9dda-4718-beaf-831c739b45d3.png

Tatort Bahngelände [Ausschnitt]

Tatort Bahngelände [Ausschnitt]
Gabriele Stange
Genius Loci 2020
Spielfilm
DDR
1967
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Ungewöhnlich aufwendig in Bezug auf Bildgestaltung und Dramaturgie wird hier die Gefahr von unbedachtem Kinderspiel auf Bahngelände in Szene gesetzt. Folgerichtig ergibt sich daraus die Empfehlung, sich mit der ungefährlichen Modelleisenbahn zu begnügen. Im Pionierfilmstudio „Iskra“, viele Jahre vom Unterstufen- und Werklehrer Rolf Kießling geleitet, begann so manche Film- und Fernsehkarriere.
Konstantin Wiesinger

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Gabriele Stange
Buch
Frank Schumann, Rainer Mutz, Rolf Kiessling
Kamera
Frank Schumann
Schnitt
Gabriele Stange, Rolf Kiessling, Karin Uebelacker
Produktion
Pionierfilmstudio 31. Oberschule Leipzig, Transportpolizei Amt Leipzig Abteilung K
Ton
Matthias Heynicke, Peter Förster
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill Teach Our Children
Teach Our Children Christine Choy, Susan Robeson
1971. Ein Aufstand der Gefängnisinsassen im Attica State Prison, New York, wird blutig niedergeschlagen. Der Film ergreift leidenschaftlich Partei und prangert den Rassismus des Gefängniswesens an. 
Filmstill Teach Our Children

Teach Our Children

Teach Our Children
Christine Choy, Susan Robeson
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1972
35 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Am 9. September 1971 brach im Attica State Prison, New York, ein Aufstand der Gefängnisinsassen aus, der nach vier Tagen von der Nationalgarde blutig niedergeschlagen wurde und zum Tod von 43 Menschen führte. „Teach Our Children“ ergreift leidenschaftlich Partei für die revoltierenden Häftlinge und geht den menschenunwürdigen Haftbedingungen nach, die den Aufstand provozierten. Die während und nach den Ereignissen auf Film fixierten Äußerungen der Aufständischen prangern den offenen Rassismus des Gefängniswesens und die Ausbeutung im Rahmen von Arbeitsmaßnahmen an. Auf der anderen Seite steht das „reine Gewissen“ derjenigen, die den Schießbefehl gaben, allen voran das des Gefängnisdirektors Oswald: „Haben Sie denn überhaupt kein Schuldgefühl?“ – „Nein.“
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Christine Choy, Susan Robeson
Produktion
Newsreel
Media Name: d7ef927d-493e-49c2-9267-a6e7110c0889.jpg

Tellurian Drama

Tellurian Drama
Riar Rizaldi
Internationaler Wettbewerb Kurzfilm 2021
Dokumentarfilm
Indonesien
2020
26 Minuten
Indonesisch
Untertitel: 
Englisch

Auf dem Puntang-Berg auf Java errichteten die Niederländer mithilfe von einheimischen Zwangsarbeitern 1923 eine Radiostation. 2.000 Meter lange Drahtseile zwischen zwei Bergrücken sollten Nachrichten vom damaligen Niederländisch-Ostindien ins 12.000 Kilometer entfernte Europa übersenden. Eine spekulative und poetische Untersuchung der Überreste von Radio Malabar – in der Erde, im Berg, in Träumen des Geoengineering, in der lokalen Geschichte.

Marie Kloos

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Riar Rizaldi
Kamera
Adythia Utama, Natasha Tontey
Schnitt
Riar Rizaldi
Produktion
Riar Rizaldi
Musik
Nursalim Yadi Anugerah
Ausgezeichnet mit: Lobende Erwähnung (Internationaler Wettbewerb Kurzfilm)
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2023
Filmstill Tender Metalheads
Tender Metalheads Joan Tomàs Monfort, Carlos Pérez-Reche, Juanjo Sáez
Das Entstehen einer tiefen Freundschaft zwischen Juanjo und Miquel wird selbst von Phil Collins nicht aufgehalten. Heavy Metal hat die beiden Teenager-Jungs für immer zusammengeschweißt.
Filmstill Tender Metalheads

Tender Metalheads

Heavies tendres
Joan Tomàs Monfort, Carlos Pérez-Reche, Juanjo Sáez
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2023
Animationsfilm
Spanien
2023
80 Minuten
Katalanisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch
Barcelona, 1991. Juanjo ist sitzen geblieben und muss das vergangene Schuljahr wiederholen. Sein neuer Lehrer platziert ihn in die letzte Reihe neben Miquel, der davon nicht besonders begeistert ist. Die beiden müssen noch am selben Nachmittag gemeinsam einen Aufsatz verfassen. Eine unliebsame Aufgabe, die immer weiter in Vergessenheit gerät, als die beiden entdecken, dass sie eine große Leidenschaft teilen: Musik!

Juanjo stammt aus behüteten Verhältnissen, die Familie verhätschelt ihn. Miquel ist Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die ohne seine Unterstützung die Versorgung seiner zwei Geschwister kaum bewältigen kann. Heavy Metal wird für sie Zuflucht und zentraler Knotenpunkt ihrer Freundschaft. Kreischende Gitarren und gebrüllte Vocals – mit ein paar bemerkenswerten Ausnahmen – sind der Soundtrack zu dieser spannenden, aber liebevoll-sanften Erzählung, die einen Blick in die Seele zweier Teenager-Jungs erlaubt. Die Gestaltung des Films ist konsequent reduziert – bis hin zum Weglassen ganzer Teile des Hintergrunds und der Charakterzeichnung. Durch den pointierten Einsatz einzelner prominenter Bildelemente führen uns die Regisseure geschickt in die Welt der beiden Freunde. Eine wunderbare Reise in eine Zeit voller Veränderung, Erkenntnis und Wachstum.
Franka Sachse

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Joan Tomàs Monfort, Carlos Pérez-Reche, Juanjo Sáez
Buch
Ivan Morales Jr., Natalia Durán, Enric Pardo, Mario Torrecillas, Yago Alonso
Schnitt
Víctor Xavier Monzó
Produktion
Juanjo Sáez
Co-Produktion
Xavier Romero, Elizabeth Méndez
Ton
Coser y Cantar
Sound Design
Coser y Cantar
Animation
Victor Rago
Filmstill The Thing to Be Done

The Thing to Be Done

Ono što treba činiti
Srđan Kovačević
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Kroatien,
Serbien,
Slowenien
2025
88 Minuten
Slowenisch,
Bosnisch,
Kroatisch,
Serbisch
Untertitel: 
Englisch
Eine Landkarte Europas ist mit Zahlen versehen: Von Süden nach Norden, Osten nach Westen steigen die Werte immer weiter an. Es handelt sich um die Brutto-Mindestlöhne der jeweiligen Nationen – 281 Euro in Bosnien und Herzegowina, 842 Euro in Slowenien, 1.498 Euro in Deutschland und 1.613 Euro in Irland. Regisseur Srđan Kovačević ist auf Transparenz bedacht. Doch nicht nur er: Dem Büro für Arbeitnehmerrechte „Delavska svetovalnica“ im slowenischen Ljubljana dienen Aufklärung und Durchsichtigkeit als Grundlagen seiner Tätigkeit. Hierhin kommen Arbeitnehmer*innen, die von Unternehmen ausgebeutet und betrogen werden, die weder Arbeitsverträge noch Lohn erhalten. Viele von ihnen sind nicht im Besitz der slowenischen Staatsbürgerschaft, eine mit Fallstricken versehene Rechtslage macht sie verwundbar und stumm. Goran Zrnić, ehemaliger Elektriker und nun Jurist, Goran Lukić, unverrückbarer Gewerkschaftsaktivist, und Sozialarbeiterin Laura Orel erheben für sie ihre Stimmen, beraten zwischen Papierstapeln und permanent läutenden Telefonen.
Kovačevićs Kamera folgt den dynamischen Situationen mit entsprechender Geschwindigkeit und fängt darin schier Unglaubliches ein. „The Thing to Be Done“ versammelt Momente der Erschöpfung und des Triumphs, macht abwechselnd wütend und hoffend. Direct Cinema und Klassenkampf verbinden sich hier zu einer im besten Sinne aufwiegelnden Kraft.
Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Srđan Kovačević
Kamera
Srđan Kovačević
Schnitt
Klara Šovagović
Produktion
Sabina Krešić
Co-Produktion
Viva Videnović, Marta Popivoda, Jelena Angelovski
Sound Design
Julij Zornik
Nominiert für: Silberne Taube, FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury, MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: Preis der Interreligiösen Jury