Filmarchiv

Filmstill A Provincial Hospital

A Provincial Hospital

A Provincial Hospital
Ilian Metev, Ivan Chertov, Zlatina Teneva
Panorama Mittel- und Osteuropa 2022
Dokumentarfilm
Bulgarien,
Deutschland
2022
110 Minuten
Bulgarisch
Untertitel: 
Englisch
Kjustendil, eine Stadt in den bulgarischen Bergen, wurde von Covid schwer getroffen. Das dortige Krankenhaus ist wohl ein einigermaßen repräsentativer Mikrokosmos dafür, wie das medizinische Personal mit den schlimmsten Folgen der Pandemie umging. Zehn Jahre nach seinem Debüt „Sofia’s Last Ambulance“ (DOK Leipzig 2012) kehrt Ilian Metev mit einem weiteren Film über das nationale Gesundheitssystem zurück, das dem Virus Galgenhumor und individuelles Engagement entgegensetzt.
Metev selbst saß während des Drehs in London fest und überwachte aus der Ferne, wie Co-Regisseurin Teneva und ihr Kollege Chertov Material sammelten und die Aufnahmen im Alleingang bearbeiteten. Die Krankenhausbelegschaft steht im Fokus. Und wenn es bei all den unzähligen Mitwirkenden einen Hauptprotagonisten gibt, so ist das Dr. Popov. Warmherzig und immer zu einem Spruch aufgelegt, sehen wir ihn oft sogar ohne Maske – die anderen Mitarbeitenden sind meist hinter Schutzausrüstungen verborgen. Sie alle teilen einen knallharten Humor, um durch den Tag und die Nacht zu kommen. Auch die logistischen Herausforderungen einer derartigen Filmunternehmung bleiben nicht verborgen: Die Leute mit den Kameras werden immer wieder erwähnt und angesprochen. In dieser Notgemeinschaft von Patienten, Ärzten und Filmcrew scheint man stets zu Scherzen aufgelegt. Doch der Tod, oben auf der Intensivstation, ist ganz nah.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ilian Metev, Ivan Chertov, Zlatina Teneva
Buch
Ilian Metev, Ivan Chertov, Zlatina Teneva
Kamera
Ivan Chertov
Schnitt
Ilian Metev
Produktion
Martichka Bozhilova, Ilian Metev, Ingmar Trost
Ton
Zlatina Teneva
Sound Design
Ivan Andreev, Adrian Lo
Filmvertrieb
Marcella Jelić
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Re-Visionen 2020
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Pa Tak Hanna Nordholt, Fritz Steingrobe
Angeregt durch den Medientheoretiker Friedrich Kittler feiert die experimentelle Hommage drei Dichter und ihre Leidenschaft für Tonaufzeichnungen: Rilke, Burroughs und Pynchon.
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Pa Tak

Pa Tak
Hanna Nordholt, Fritz Steingrobe
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Deutschland
2002
4 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Eine Collage in Schwarz-Weiß, in Positiv und Negativ, mit tanzender Lyrik, hüpfenden Gedanken und schlendernden Geräuschen. Angeregt durch den Medientheoretiker Friedrich Kittler feiert die experimentelle Hommage drei Dichter und ihre Leidenschaft für Tonaufzeichnungsapparate: Thomas Pynchon (Gedankenrekorder), William S. Burroughs (Tonbandgerät) und Rainer Maria Rilke (Phonograph).
Ralph Eue

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Regie
Hanna Nordholt, Fritz Steingrobe
Buch
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
Kamera
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
Schnitt
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
Produktion
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
Musik
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
Animation
Fritz Steingrobe, Hanna Nordholt
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Pa va hêng

Pa va hêng
Franziska von Stenglin
Deutscher Wettbewerb 2021
Dokumentarfilm
Frankreich,
Deutschland
2021
82 Minuten
Sedang,
Vietnamesisch
Untertitel: 
Englisch

Liem gehört der ethnischen Minderheit der Sedang an und ist in einer abgelegenen Region von Vietnam zu Hause. Knapp skizziert die beobachtende Kamera einen Alltag, den mehr das Überleben denn das Leben bestimmt. Mit seinen Freunden bereitet er eine Expedition in den Dschungel vor. Dort wollen die jungen Männer eine Auszeit nehmen, an die Tradition ihrer Ahnen anknüpfen, Jäger und Sammler werden. Je verschlungener die Pfade, desto tiefer scheint sich auch der Film in eine andere Sphäre zu begeben.

Man lernt Liem bei alltäglichen Verrichtungen kennen. Mit dem Baby im Tragetuch kocht er, hängt Wäsche auf, geht aufs Feld. Die gigantischen Lautsprecher, die an den Laternen befestigt sind, beschallen sein Dorf mit offiziellen Nachrichten und Werbung. In seinem Stelzenhaus hört Liem lieber vietnamesischen Pop. Schon bald erspürt man den Rhythmus, den ganz eigenen Takt dieses Lebens. Wenn Liem und seine Freunde mit Gummilatschen und Rucksäcken losziehen, heftet sich die Kamera an ihre Fersen, nimmt ihre Perspektive ein. Auf Super-16 gedreht, fängt der Film die Grüntöne des zentralen Hochlands in Vietnam ein, die Bilder entwickeln eine soghafte Tiefe. Blätterrauschen, Insektensummen, Vogelgezwitscher und permanenter Regen setzen sich zu einer melodischen Geräuschkulisse zusammen. Plötzlich scheint die Zeit stillzustehen, die Trennung zwischen Leinwand und Zuschauerraum wird aufgehoben.
Anke Leweke

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Regie
Franziska von Stenglin
Kamera
Lucie Baudinaud
Schnitt
Zuniel Kim, Marylou Vergez
Produktion
Lucas Tothe, Franziska von Stenglin
Co-Produktion
Cinegrell, Umlaut Films
Ton
Christian Wittmoser, Nguyen Ngoc Tân
Musik
Thomas Höhl
Filmstill Pain That Comes in Waves

Pain That Comes in Waves

Pain That Comes in Waves
Irem Schwarz
Deutscher Wettbewerb Dokumentarfilm 2024
Dokumentarfilm
Deutschland
2024
19 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch
Schwangerschaft, Gebären und elterliche Fürsorge sind stark aufgeladene soziale Rollen. Der teils absurde gesellschaftliche Diskurs darüber führt – verstärkt durch hyperpositive Medienbilder und Stereotype – dazu, dass natürliche Angelegenheiten sich immer weniger natürlich anfühlen. Aus evolutionären Notwendigkeiten wurden Chiffren, die in ihrer kollektiven emotionalen Überformung kaum noch Raum für persönliche Erfahrungen lassen. Eigen- und Fremdwahrnehmung in dieser Lebensphase klaffen oft weit auseinander. Für Ängste oder Zweifel ist meist genauso wenig Platz wie für alle anderen Gefühle jenseits der allgemein vorgegebenen Glückseligkeit. Die pränatalen Entwicklungsschritte scheinen vordefiniert, genormt und erprobt. Wenig ist „richtig“, viel ist „falsch“ zu machen. Jede Entscheidung für oder gegen eine vorgeburtliche Optimierungsmaßnahme zählt. Nichts wird dem Zufall überlassen.
Doch was, wenn der Zufall doch zuschlägt? Wenn die Ultraschalldiagnose schmerzhaft ausfällt? Wie geht die detailverliebte Geburtsmedizin mit Abweichungen vom „Plan“ um, wie mit der Tatsache, dass statistisch eine von sechs Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt endet? Die Filmemacherin und Editorin Irem Schwarz kombiniert in ihrer Found-Footage-Collage furchtbar allgegenwärtige Klischeebilder auf eindringliche Weise und nähert sich diesen relevanten Fragen mit einer Stimme, die mehr ist als nur ihre eigene.
Luc-Carolin Ziemann

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Regie
Irem Schwarz
Schnitt
Irem Schwarz
Produktion
Irem Schwarz
Ton
Marc Lehnert
Musik
Damian Scholl
Animation
Xenia Smirnov
Filmstill Paradaïz

Paradaïz

Paradaïz
Matea Radic
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kanada
2025
10 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
In das Paradies kann man nicht zurück. Zwischen dem Jetzt und dem Damals liegt der Bruch, die Erkenntnis: Es gibt diesen Ort nicht mehr. Das muss auch unsere Protagonistin erfahren, als sie das Grün der Landkarte unter sich wie eine Decke anhebt, um mit einem Paradeiser in der Hand darunter zu kriechen – zurück nach Sarajevo, nach Jugoslawien. Die Fremdheit des Rückflugs mit obligatorischem Tomatensaft ist erst so nostalgisch-aufregend wie die Smiley-Sticker, die überall kleben. Aber spätestens im Elternhaus holt die Vergangenheit sie in Gänze ein: In der verlassenen Wohnung werfen die Einschusslöcher Lichtkegel auf alte Familienfotografien im Flur, und als sie den Kühlschrank öffnet, löst der Anblick einer einzelnen Tomate plötzlich Erinnerungen an Bomben und Explosionen in ihr aus.
Mit eindrücklichen und originellen Bildern visualisiert Matea Radic ihr eigenes traumatisches Erleben des Bosnienkrieges und dessen verwirrendes Verwoben-Sein mit haptisch-sinnlichen Kindheitserinnerungen – dadaistische Šipad-Möbel-Reklame und bosnische Melodien inklusive. Ihr großzügiger und doch aufs Wesentliche reduzierter Animationsstil hebt das kindliche Staunen ihrer Protagonistin wunderbar hervor. Mit aufgeschlagenen Knien und Babydoll-Kleid stakst sie durch die Welt. Und sie lernt, dass es okay ist, auch mal keinen Smiley-Sticker drüberzukleben, sondern vielleicht lieber ein Pflaster.
Marie Ketzscher

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Regie
Matea Radic
Produktion
Jelena Popović
Sound Design
Tyler Fitzmaurice
Musik
Tyler Fitzmaurice
Animation
Matea Radic
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis, Gedanken-Aufschluss-Preis
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Kurzfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)
Retrospektive 2021
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Paradies und Feuerofen Herbert Viktor
Sauber, adrett, emsig, geschäftstüchtig – der bundesdeutsche Blick beobachtet in Israel Ähnlichkeiten zur BRD der Wirtschaftswunderjahre. Ein Sympathie-Statement.
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Paradies und Feuerofen

Paradies und Feuerofen
Herbert Viktor
Retrospektive 2021
Dokumentarfilm
BRD
1958
78 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Keine
Angelegt als Reisereportage über Israel, stellt Herbert Viktor Ähnlichkeiten zur BRD der Wirtschaftswunderjahre heraus: sauber, adrett, emsig, geschäftstüchtig. So habe sich etwa Haifa vom „Treffpunkt für arabische Karawanen und Räuberbanden“ zum modernsten Hafen der Levante gemausert. Auch der Willkommenskultur für Verfolgte aus aller Welt spricht Viktor seine Anerkennung aus. Welche Schicksale sie hinter sich haben, erläutert er nicht. Der mit inszenierten Intermezzi zum Sympathie-Statement zugespitzte Film lief 1959 unter der Schirmherrschaft von Willy Brandt in bundesdeutschen Kinos an. Auf israelische Leinwände ließ man ihn erst 1962, als das Todesurteil gegen Adolf Eichmann vom Berufungsgericht bestätigt worden war.
Sylvia Görke

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Regie
Herbert Viktor
Buch
Herbert Viktor
Kamera
Heinz Hölscher
Schnitt
Ludolf Grisebach
Produktion
Helmut Wisser
Ton
Reginald Beuthner
Musik
Bernhard Eichhorn
Sprecher*in
Herbert Viktor
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2023
Filmstill Paskutinis
Paskutinis Vladislovas Algimantas Blinstrubas
In der Litauischen SSR blickt ein Filmkünstler aus einer anderen Perspektive auf die jahrhundertelange Geschichte des Baltikums zurück: Der Raum öffnet sich für Schmerz und Trauer.
Filmstill Paskutinis

Paskutinis

Paskutinis
Vladislovas Algimantas Blinstrubas
Matinee Sächsisches Staatsarchiv 2023
Spielfilm
UdSSR
1970
9 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
SOS – Hilfe! Eine klare und einfache Bildsprache, untermalt mit verstörenden Klängen. Der bedeutende litauische Film- und Theaterregisseur Vladislovas Algimantas Blinstrubas verdichtet die gewaltvolle jahrhundertelange Geschichte des Baltikums in zeitloser Metaphorik. Der nackte, verletzliche Mensch steht im Zentrum dieser filmischen Auseinandersetzung. Der Raum öffnet sich für Schmerz und Trauer.
Konstantin Wiesinger

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Regie
Vladislovas Algimantas Blinstrubas
Buch
Vladislovas Algimantas Blinstrubas
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Filmstill Passageways
Passageways Milla Cummings, Geneviève Tremblay
Wie fühlt sich das an, wenn der Körper ein anderer wird? Über die Wechseljahre wird viel zu selten positiv gesprochen. Hier geht es um den feierlichen Abschied dieser großen Transformation.
Filmstill Passageways

Passageways

Voies de passage
Milla Cummings, Geneviève Tremblay
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2025
Animationsfilm
Kanada
2024
5 Minuten
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Wie fühlt sich das an, wenn der Körper ein anderer wird? Milla Cummings und Geneviève Tremblay erkunden die (Peri-)Menopause auf leiblich-konkrete Art: Die von ihnen gezeigten Wechseljahre sind ein lebender Stop-Motion-Organismus, eine Höhle mit pulsierenden Außenwänden, in der eine nackte, ältere Frau ihre letzten Eizellen behutsam zu Grabe trägt. Dabei berichten uns verschiedene reife Frauen aus dem Off von ihren Erfahrungen – von der trockenen Haut, besonders im Vaginalbereich, von der Wut auf den allseits behaupteten Sex Appeal alternder Männer und vom zunehmenden Verlust der eigenen gesellschaftlichen Sichtbarkeit.
Für jeden negativ erlebten Aspekt formulieren diese lebensklugen Erzählerinnen in authentischen Tondokumenten eine Kehrseite oder eine konstruktive Handlungsoption. Und sie berichten auch von den positiven Seiten dieser einschneidenden Transformation: Die Energie, die der Körper mit den Eizellen für das Kinderkriegen zurückgehalten hätte, würde nun frei für ganz neue Projekte! Passend dazu öffnet sich im On ein Vorhang und gibt den Blick auf gleißend-glitzernden Möglichkeitsschaum frei. Am Schluss verlässt unsere Protagonistin die Höhle und erklimmt den nächsten Berg. Dieser Film beschreibt mehr als nur beschwerliche Durchgänge, durch die man irgendwie durchmuss: Die „Passageways“ können ebenso gut auch Übergänge in ein neues Leben sein.
Marie Ketzscher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Milla Cummings, Geneviève Tremblay
Buch
Milla Cummings, Geneviève Tremblay
Kamera
Geneviève Tremblay
Schnitt
Milla Cummings
Produktion
Geneviève Tremblay, Milla Cummings
Sound Design
Dave Gagné
Musik
Patrick Ouellet
Animation
Milla Cummings, Geneviève Tremblay
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
Animation und Musique Concrète 2021
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Patatap Cornelia Friederike Müller aka CFM
Eine App ordnet jedem Buchstaben der Computertastatur einen Klang mit grafischem Element zu. In einer Live-Improvisation kreiert die Leipziger Künstlerin CFM damit Muster und Brüche.
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Patatap

Patatap
Cornelia Friederike Müller aka CFM
Animation und Musique Concrète 2021
Live-Performance
UK
2021
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Eine App, die jedem Buchstaben der Computertastatur einen Klang und ein damit verbundenes grafisches Element zuordnet, bildet die Grundlage der Live-Improvisation von CFM. Das Spiel mit Pattern und Brüchen nutzt verschiedene Klang-Form-Kombinationen aus dem Baukasten von Jono Brandel, um Takte, Loops und Musik sowie ein begleitendes Video zu kreieren.
Cornelia Friederike Müller aka CFM

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Regie
Cornelia Friederike Müller aka CFM
Ton
Plaid
Künstlerisches Design
Jono Brandel
Seelendinge 2022
Filmstill Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly
Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly
Eine Collage, deren Töne undefinierbar und doch organisch wirken. Pauline Oliveros’ Stück bedarf keiner Bilder. Intuitiv erscheinen sie von selbst vor unserem geistigen Auge.
Filmstill Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly

Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly

Pauline Oliveros: Bye Bye Butterfly
Seelendinge 2022
Akustischer Film
USA
1967
8 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Eine rein akustische Collage, deren Töne in ihrer Natur undefinierbar und doch irgendwie organisch wirken. Sie ziehen uns in ihren Bann, lassen uns zuweilen vor etwas Unbekanntem erschauern. Die Schwerkraft scheint auszusetzten. Dieses Stück bedarf keiner Bilder, denn intuitiv werden sie sich ganz von selbst wie Tausende von Halluzinationen vor unserem geistigen Auge materialisieren.
Malte Stein

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Musik
Pauline Oliveros
Extended Reality 2023
Filmstill Pause
Pause Michal Shoshan
Eine Reise in die Weiten der Leere: Wer sich auf das Spiel einlässt und nicht zu lange Pause macht, kann Verborgenes aufdecken und einen eigenen Weg mitten im Nirgendwo finden.
2020
Filmstill Pause

Pause

Pause
Michal Shoshan
Extended Reality 2023
XR
Israel
2020
20 Minuten
Englisch
In diesem Indie-Game begeben wir uns auf eine Reise in die Weiten der Leere. Wer mag, darf kontemplieren, ruhen, sich selbst beobachten. Wer Lust auf Bewegung verspürt, kann Schritt für Schritt durch den weißen Raum navigieren – oder eben einfach eine Pause machen … Aber nicht zu lange! Sonst verpasst man die Chance, Verborgenes aufzudecken und einen eigenen Weg mitten im Nirgendwo zu finden.
Lars Rummel

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Produktion
Michal Shoshan
Interaktives Design
Michal Shoshan
Künstlerisches Design
Michal Shoshan
Coding
Michael Berelejis
Sound Design
Shahar Shirly
Musik
Shahar Shirly
Regie
Michal Shoshan
Filmstill Peacemaker

Peacemaker

Mirotvorac
Ivan Ramljak
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2025
Dokumentarfilm
Kroatien
2025
100 Minuten
Kroatisch
Untertitel: 
Englisch
1991 spitzen sich die ethnischen Konflikte zwischen serbischer Minderheit und kroatischer Bevölkerung in der Region Slawonien im östlichen Kroatien zu. Josip Reihl-Kir, Polizeichef der Stadt Osijek, vermittelt unermüdlich zwischen den bereits bis an die Zähne bewaffneten Konfliktparteien. Am 1. Juli 1991 wird er auf offener Straße am helllichten Tag vor Dutzenden Augenzeug*innen auf dem Weg zu einer Friedensverhandlung ermordet.
Der kroatische Dokumentarist Ivan Ramljak analysiert die Umstände, die dazu geführt haben, dass eine Atmosphäre der Angst entstehen und der offene Terror zum Alltag werden konnte. Sein Film versucht gar nicht, die ungeklärten Details um mögliche Auftraggeber des Mordes an Reihl-Kir ans Licht zu bringen. Stattdessen setzt er ihm als einer der letzten Instanzen, die sich für den Frieden einsetzten, ein überfälliges Denkmal – in einer Region, in der die Täter und Kriegsverbrecher immer noch als freie Bürger herumlaufen, oft politische Ämter bekleiden und als Helden gefeiert werden. Das akribisch recherchierte, zum Teil noch nie ausgestrahlte Material aus dem kroatischen Fernseharchiv vom Beginn der 1990er Jahre, kontrastiert von aktuellen Aussagen von fünf sorgfältig ausgewählten Zeitzeug*innen aus dem Off, eröffnet gänzlich neue Perspektiven auf die Anfänge des Krieges in Slawonien. Ramljak scheut dabei kein Tabu.
Borjana Gaković

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ivan Ramljak
Buch
Drago Hedl, Hrvoje Zovko, Ivan Ramljak
Kamera
Srđan Kovačević
Schnitt
Damir Čučić
Produktion
Nenad Puhovski
Sound Design
Tihomir Vrbanec
Ausführende Produktion
Edita Sentić
Nominiert für: MDR-Filmpreis, FIPRESCI Preis, Preis der Interreligiösen Jury
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Langfilm (Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm)
Filmstill Pelikan Blue

Pelikan Blue

Kék Pelikan
László Csáki
Internationaler Wettbewerb Animationsfilm 2024
Animationsfilm
Ungarn
2023
80 Minuten
Ungarisch
Untertitel: 
Englisch
Auch Ákos, Petya und Laci sind im Ungarn der frühen 1990er Jahre jung und brauchen das Geld. Der Eiserne Vorhang ist gefallen, Europa liegt vor den Füßen der Freunde, doch Zugtickets nach Stockholm, Paris, Berlin oder Madrid sind für normale Leute kaum zu bezahlen. Anstatt zu verzagen, entwickeln die drei eine ausgebuffte Methode, um in den Genuss der neuen Reisefreiheit zu kommen: Sie fälschen die offiziellen, noch handschriftlich per Durchschlagvordruck ausgestellten Fahrkarten, bleichen mit Hygienereiniger die Kohlenstofftinte heraus, bügeln das Papier glatt und trocken, besorgen sich Stempel, recherchieren die Betriebsabläufe der staatlichen Eisenbahn, studieren Fahrpläne, Preise und Routen, füllen die Felder der Formulare neu aus. Und fahren los. Aber: Da geht noch mehr. Ein blindverliebtes Gefühl bringt eine Geschäftsidee in Gang. Wie wäre es, diese sehr speziellen Tickets anderen Bedürftigen zur Verfügung zu stellen? Aus einem werden zehn, aus 150 bald 1.000 – bis das Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden beginnt.
László Csákis prickelnde Gaunernovelle ist aufgeladen mit Zeitgeschichte. Über eine exzellente Montage aus gezeichneter Fiktion, authentischen Filmdokumenten und Erinnerungsberichten weitet er den Blick auf die schwebenden Jahre des gesellschaftlichen Umbruchs in seiner ungarischen Heimat.
Andreas Körner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
László Csáki
Buch
László Csáki
Kamera
Árpád Horváth
Schnitt
Dániel Szabó
Produktion
Miklós Kázmér, Ádám Felszeghy
Co-Produktion
Réka Temple
Sound Design
Tamás Zányi
Musik
Ambrus Tövisházi, Miklós Preiszner
Animation
Attila Fekete, Máté Horesnyi, Gréta Straubinger, Dorottya Tingyela, Orsolya Blanka Tóth, Ádám László, Péter Dörnyei, Szonja Eckert, Fruzsina Eszes, Adrienn Gál, Éva Molnár, Hermann Pasitka, Szandra Pataki, Anna Szöllősi
Key Collaborator
Zsuzsanna Ács
Nominiert für: MDR-Filmpreis
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube Langfilm (Internationaler Wettbewerb Animationsfilm)
Kids DOK 2025
Filmstill Peninsula
Peninsula Angèle Vergoni, Sarah Vanhoeck
Auf einer pastellfarbenen Insel, auf der kleine Wesen leben, erwacht eine riesige Frau aus ihrem Schlaf. Sie macht sich auf die Suche nach einer Welt, in die sie besser hineinpasst.
Filmstill Peninsula

Peninsula

Presqu’îles
Angèle Vergoni, Sarah Vanhoeck
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Belgien
2025
6 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Auf einer pastellfarben gezeichneten Insel, auf der kleine, gelbe Wesen Mohrrüben ernten, erwacht eine riesige Frau aus ihrem Schlaf. Sie scheint zu groß für diese Welt. Mit jedem Schritt ihrer Riesinnenfüße droht sie, ein Beet zu zertreten oder jemanden zu verletzen. Auf der Suche nach einem passenderen Lebensraum findet sie schließlich heraus, wo ihr Platz sein könnte.
Tina Jany

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Angèle Vergoni, Sarah Vanhoeck
Buch
Angèle Vergoni, Sarah Vanhoeck
Kamera
Angèle Vergoni, Sarah Vanhoeck
Schnitt
Angèle Vergoni
Produktion
Christelle Coopman
Ton
Sarah Vanhoeck
Sound Design
Sarah Vanhoeck
Musik
Sergei Chetvertnykh, Chimimin, Geoff Hervey
Animation
Angèle Vergoni
Filmvertrieb
Annabel Sebag
Retrospektive 2024
Filmstill People at the Beach
People at the Beach Néstor Almendros
Eine poetische Beschwörung der Strände von Havanna: Menschen in der Sonne, im Wasser, im Café, in Umarmungen. Inoffizielle Bilder und Töne einer postrevolutionären kubanischen Entspannung.
Filmstill People at the Beach

People at the Beach

Gente en la playa
Néstor Almendros
Retrospektive 2024
Dokumentarfilm
Kuba
1960
12 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Die Strände von Havanna, Planschen, zärtliche Gesten unter Liebenden, die Sonne glitzert auf dem Wasser, zu Musik wiegen sich Hüften. Néstor Almendros lieferte mit dieser getupften Etüde ein flirrendes Zeugnis postrevolutionärer Gelöstheit ab – und einen frühen Beweis seiner bildgestalterischen Virtuosität.
Der Film entstand am ICAIC – und verschwand auch dort. Denn die 1959 auf Beschluss der neuen Regierung gegründete nationale Filmkunststätte sah für neorealistische Extravaganzen wie diese keinen Platz im neuen kubanischen Kino und verhängte ein Aufführungsverbot. Néstor Almendros verließ Kuba 1961. Er wurde in den USA und in Europa ein Kameramann von Weltrang. In der ICAIC-Filmografie, die im Begleitbuch zur Leipziger Kuba-Retrospektive 1974 erschien, ist sein Name getilgt.
Sylvia Görke

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Néstor Almendros
Buch
Néstor Almendros
Kamera
Néstor Almendros
Schnitt
Néstor Almendros
Ton
Néstor Almendros
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Filmstill People’s Firehouse No. 1
People’s Firehouse No. 1 Paul Schneider
In der Northside in Brooklyn schließt die Stadt eine wichtige Feuerwehrstation. Nach jahrelangem, von der Kamera begleiteten Protest der Bevölkerung öffnet sie wieder als „People’s Firehouse“.
Filmstill People’s Firehouse No. 1

People’s Firehouse No. 1

People’s Firehouse No. 1
Paul Schneider
Retrospektive: Un-American Activities 2025
Dokumentarfilm
USA
1979
26 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch
In den 1970er Jahren gingen ganze Straßenzüge von New York City in Flammen auf. Trotzdem beschloss die Stadt, bei der Versorgung mit Feuerwachen massiv zu sparen. In der von polnischen Einwander*innen geprägten Northside in Brooklyn wurden gleich sechs Standorte geschlossen. In diesem ärmlichen Viertel der Warenhäuser und Fabrikschlote, das gerade deswegen für Baugrundspekulation und profitable Neubebauung lukrativ war, organisiert sich der Protest. „Planned shrinkage“, kalkulierte Schrumpfung, nennen die Ansässigen diese Praktik, die sie in die Peripherie treiben soll. Ihr Widerstand zahlt sich aus: Die Engine Company 212 wird nach zweieinhalbjährigem Protest als „People’s Firehouse“ wiedereröffnet. Die Kamera ist bei all dem dabei, fängt Tränen, Lachen, Wut und Stolz ein.
Tobias Hering, Tilman Schumacher

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Paul Schneider
Schnitt
Stephanie Palewski
Produktion
Paul Schneider
Ton
Chris Choy, Ralph Torres