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Dysphasia
André Eckardt
Photosensitivity warning: Enthält Lichteffekte, die bei erhöhter Lichtempfindlichkeit Überreaktionen auslösen können.
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antoncla.contact@gmail.com
Eine chilenische Hochzeit
1977 hospitierte Valentin Milanow, bulgarischer Student an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Regisseur Rainer Ackermann war ihm als Mentor zugewiesen. Milanow kam auf die Idee, die Lebensrealität von Exil-Chilen*innen in der DDR zu porträtieren. Ein befreundetes junges Paar, Alejandra Holzapfel und José Fuica, wohnte im gleichen Plattenbaukomplex in Potsdam-Babelsberg. Sie studierte Veterinärmedizin, er wurde Lehrer für Marxismus-Leninismus. Milanow durfte ihre Hochzeit mit der Kamera begleiten. Am Rand der scheinbar fröhlichen Feier kommen die Gespräche auf die Erinnerung an Verhöre und Folter durch die Militärjunta sowie auf die Sorge um zurückgelassene Angehörige. Was die Braut selbst damals nicht erzählte: Als linke Untergrundkämpferin war sie u.a. im Gefangenenlager „Venda Sexy“ schlimmsten Misshandlungen ausgesetzt gewesen. Dieser Ort ist heute die Gedenkstätte Asociación de Memoria y Derechos Humanos Irán 3030. Geleitet wird sie von Alejandra Holzapfel.
Florian Wüst
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defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de
Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Der nach einer Gedichtzeile von Pablo Neruda betitelte Dokumentarfilm stellt eine Momentaufnahme Chiles nach zwei Jahren Militärdiktatur dar. In der für das Studio H & S typischen agitatorischen Rhetorik des Kalten Krieges porträtiert er sowohl Vertreter*innen des Regimes als auch die Opfer des Terrors, die sich im Zuge der Suche nach den Verhafteten und Verschwundenen zu organisieren beginnen. Anfang 1973 hatten Walter Heynowski, Gerhard Scheumann und Peter Hellmich mehrere Monate in Chile verbracht, um die Reformanstrengungen Allendes sowie die Umtriebe der rechtsradikalen Kräfte festzuhalten. Hellmich blieb länger vor Ort: Ihm gelangen am 11. September 1973 die legendären Aufnahmen der Bombardierung des Präsidentenpalastes, das erste Interview mit General Augusto Pinochet nach dem Putsch sowie die Bilder politischer Gefangener im Konzentrationslager Chacabuco in der Atacama-Wüste. Für die äußerst riskanten Interviews und Dreharbeiten von „Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind“ musste das Studio H & S ein westdeutsches Team – Gerhard Biroth, George Boultwood und Frederico Füllgraf – nach Chile schicken. Das wahre Vorhaben hinter dem durchsichtigen Alibi, „Landschaftsaufnahmen für Tourismus-Werbung“ machen und den „wirtschaftlichen Erfolg der Regierung Pinochet“ dokumentieren zu wollen, wie sich Füllgraf erinnert, blieb trotz ständiger Überwachung und dank allerlei Tricks unentdeckt. Diese Vorführung ist die Premiere der durch das Förderprogramm Filmerbe geförderten restaurierten und digitalisierten Fassung des Films.
Florian Wüst
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defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de
Einfach Jools
Einfach frei und selbstbewusst auf einer Bühne zu tanzen ... Davon träumt die zwölfjährige Jools. Mit dem Choreografen Yorrith lernt sie, ihre körperlichen Einschränkungen anzunehmen und eigene Grenzen zu überwinden. Ganz langsam, im Einzelunterricht, bestärkt Yorrith Jools, auf ihre eigene Art zu tanzen und gibt ihr die Kraft, sich nicht vom Urteil anderer beeinflussen zu lassen. Eine mitreißende Geschichte darüber, dass es beim Tanzen kein Richtig oder Falsch gibt und ein eindrucksvolles Porträt eines Mädchens, das nicht mehr nur betrachtet, sondern wirklich gesehen werden möchte.
Lina Dinkla
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magalie@timescapes.be
El primer año
„El primer año“ dokumentiert das erste Jahr der Unidad Popular: das böse Erwachen der herrschenden Klasse Chiles angesichts der demokratisch gewählten sozialistischen Regierung. Von der direkt einsetzenden Wirtschaftssabotage der Rechten über feiernde Arbeiter*innen, die Situation der Mapuche, die Agrarreform, die Verstaatlichung des Kohle- und Kupferbergbaus und Fidel Castros Besuch bis zum „Marsch der Kochtöpfe“ bürgerlicher Frauen, die nach Brot schreien, das sie in Fülle haben, schließt sich der Kreis der Errungenschaften und Schwierigkeiten. Neben dem journalistischen Interesse galt das Anliegen Patricio Guzmáns und seiner Mitsteiter*innen der atmosphärischen Ebene des Aufbruchs zu einer gerechteren Gesellschaft unter Salvador Allende, was „El primer año“ zu einem so berührenden Zeitdokument macht. Chris Marker bot an, mithilfe des Filmkollektivs SLON eine französischsprachige Fassung zu produzieren. Dieser sind Fotografien von Raymond Depardon vorangestellt, unterlegt mit einem Vorwort zur Geschichte Chiles. Guzmán setzte seine Arbeit an der Chronik der Ereignisse fort, bis er nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 das Land verlassen musste. Erst im kubanischen Exil konnte er sein Meisterwerk „La batalla de Chile“ (1975–79) zusammen mit Pedro Chaskel sukzessive fertigstellen. Die drei Teile wurden sowohl bei der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche als auch im Forum der Berlinale jedes Mal gefeiert.
Florian Wüst
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alexandra@bfdistribution.cl
El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá...
Fünf Tage nach dem Putsch wurde der berühmteste Liedermacher Chiles, Víctor Jara, brutal ermordet. Zur Würdigung seines Werks, seiner politischen Haltung und darüber hinaus der „Opfer des faschistischen Sadismus, den das Militär und die CIA seit dem 11. September 1973 in Chile verüben“, schuf Santiago Álvarez sogleich einen filmischen „Bericht in vier Liedern“. Die musikalische, stark rhythmisierte Struktur und der gleichzeitige Reportage-Charakter, der durch gefundene Nachrichtenbilder und Aufnahmen von Jara entsteht, geben die für Álvarez‘ so typische Agit-Prop-Sprache wieder. Der Filmtitel entstammt dem Gedicht „Nuestra América“ (1891) des kubanischen Dichters José Martí. Auch das Ende verweist auf die Kontinuität des antikolonialen Kampfes: Auf eine Collage internationaler Beispiele staatlicher Repression gegen Aufständische von Puerto Rico bis Vietnam und Indonesien folgen Abbildungen legendärer Befreiungsschlachten im Südamerika des 19. Jahrhunderts.
Florian Wüst
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt
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Elegy of Time
André Eckardt
Photosensitivity warning: Enthält Lichteffekte, die bei erhöhter Lichtempfindlichkeit Überreaktionen auslösen können.
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antoncla.contact@gmail.com
Errabonda
Marie Ketzscher
Trailer
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emma92harris@gmail.com
The Evidence of the Termites
James Lattimer
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robertojaenchacon@gmail.com
Extinction Story
André Eckardt
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Far Far Away
Romantisch, mystisch, folkloristisch: Das malerische Oeuvre von Theodor Kittelsen (1857–1914) widmet sich nicht nur der Natur, sondern auch Sagen und Trollen – und prägt Künstler*innen bis heute. So auch Natasha Nikitina, die mit ihrem Film die 12-teilige, von Kittelsen angefertigte Bildreihe „Soria Moria Palace“ und sein gleichnamiges Buch aufgreift: Der junge Held Askeladden sieht in der Ferne den goldenen Palast Soria Moria und macht sich auf den Weg dorthin; eine Allegorie auf die goldene Zukunft, die man sich mit viel Mühe und Einsatz verdienen kann. Nikitina greift in ihrem Film aber eher das atmosphärische Moment auf, lässt einen Troll im Felsen zum Leben erwachen und dann wieder einschlafen, Gänse und andere Vögel in die Luft fliegen, Nebel und Dämmerung zu Nacht und dann wieder zu einem glühenden Morgen werden. Eine Hommage an den Künstler, aber auch an die sagenumwobene, norwegische Landschaft im Allgemeinen.
Marie Ketzscher
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claus@trollfilm.no
Fiddlehead / Happy Mondays: Tart Tart [excerpt]
André Eckardt
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antoncla.contact@gmail.com