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Pintando con el pueblo
Mit der Wahlkampagne der Unidad Popular 1970 mobilisierten die Ramona-Parra-Brigaden junge Aktivist*innen im ganzen Land. Mit Pinseln und Farbkübeln malten sie politische Botschaften auf Wände und Mauern. Álvaro Ramírez – später auch im DDR-Exil als Filmemacher tätig – dokumentiert in „Brigada Ramona Parra“ (1970) die teils waghalsige Arbeit einer dieser Gruppen. Leonardo Céspedes‘ „Pintando con el pueblo“ wiederum zeigt die Neuausrichtung der chilenischen Kulturpolitik unter Salvador Allende. Künstler*innen und Kunststudierende verwirklichen unter den Augen der Passant*innen ein riesiges Gemälde vor dem Präsidentenpalast La Moneda in Santiago, das als Bühne für eine Kundgebung der Unidad Popular dient. Der Film endet mit Allendes Rede über die Kunst als „eine Kunst für das ganze Volk”. Die 16mm-Verleihkopie im Arsenal-Archiv ist wahrscheinlich das einzig erhaltene Material von „Pintando con el pueblo“. Für diese Retrospektive wurde sie digitalisiert.
Florian Wüst
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Staßfurt – Windhoek
Philip Zengel
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defa-filmverleih@deutsche-kinemathek.de
Sumo: Spirit Weighs Nothing
Carolin Weidner
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ESPN
Through the Dust of Time
Anca Păunescu
Trailer
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qaz196626@gmail.com
Tire dié
„Tire dié“ beginnt mit Luftaufnahmen von Santa Fe, Fernando Birris Heimatstadt. Zu hören ist eine Litanei statistischer Daten, die sich auf parodistische Weise in immer trivialere Fakten über die Stadt verwandeln. Die Kamera nähert sich den Randbezirken mit ihren informellen Siedlungen, wechselt aus luftiger Höhe auf Augenhöhe derjenigen, die von ihrem täglichen Überlebenskampf erzählen. Oft sind es die Kinder, die das nötige Kleingeld nach Hause bringen. Sie gehen jeden Nachmittag zum Betteln entlang der nahegelegenen, zwei Kilometer langen Eisenbahnbrücke. Barfuss neben dem Zug herlaufend, der Santa Fe mit Buenos Aires verbindet, strecken sie die Hände in Richtung der Reisenden an den Fenstern und rufen unablässig „tire dié“ (Wirf einen Groschen). Das letzte Drittel des Films, der die Geburtsstunde des neuen lateinamerikanischen Kinos markiert, ist eine ebenso atemberaubende wie erschütternde Montage dieses waghalsigen Unterfangens.
Florian Wüst
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Two Mountains Weighing Down My Chest
Felix Mende
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kkiefel@mediawan.com
World
In einer fließenden Sequenz wird die Geburt einer Welt als bio-astronomisches Ereignis dargestellt. Nebulöse, wirbelnde Gaskugeln kondensieren, werden zu geschmolzenen Membranen, dann zu einem blitzenden Planeten. Der Abstieg in seine ausbrechenden elektronischen Kräfte, hin zum Kern, lässt den Lebensfunken sich verdoppeln und vervielfachen. Er steigt auf zum Bewusstsein, zu kristallinen Symmetrien. Die Wahrnehmung des Ganzen verdichtet sich. Es ist der Beginn eines Überbewusstseins. Dieser Film wurde mit Unterstützung der National Film Preservation Foundation restauriert.
Pyramid Films
Photosensitivity warning: Enthält Lichteffekte, die bei erhöhter Lichtempfindlichkeit Überreaktionen auslösen können.
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Yawar Mallku
Jorge Sanjinés‘ Kurzfilm „Revolución“ (1963) wurde neben den kubanischen Filmen als einer der ersten lateinamerikanischen Filme 1964 in Leipzig gezeigt. Mit seinem dokumentarischen Spielfilm „Yawar Mallku“ (Sangre de Condor) unternahm Sanjinés den Schritt hin zu einem Kino, das Geschichte macht. Der Film, in Rückblenden erzählt, basiert auf realen Ereignissen: US-amerikanische Entwicklungshelfer*innen sterilisieren heimlich indigene Frauen. Der Vorsteher einer Quechua-Gemeinde entdeckt das Verbrechen, die Dorfgemeinschaft übt Rache. Schließlich wird er von der Polizei niedergeschossen und überlebt schwerverletzt. Er wird in die Stadt gebracht, doch der Rettungsversuch scheitert: Es fehlt das Geld für eine Bluttransfusion. Die Kampfansage des Films richtet sich sowohl gegen den „Yankee-Imperialismus“ als auch gegen die bolivianische Klassengesellschaft. Infolge der zunächst verbotenen öffentlichen Vorführung mussten die sogenannten Friedenskorps aus dem Land abziehen. Im Rahmen der „Woche des jungen Films: Lateinamerika“ der Berlinale 1970 premierte „Yawar Mallku“ in West-Berlin. Danach zeigten die Freunde der Deutschen Kinemathek (heute: Arsenal Filminstitut) Sanjinés Film über Jahre vielfach im Kino Arsenal, selbst unter der Überschrift „Geburtenkontrolle als Genozid“ im Kontext des Ersten Internationalen Frauen-Filmseminars im November 1973. Die gleiche Wertschätzung im Osten: Unter nur drei lateinamerikanischen Filmen in den „Film-Blättern. Kurzmonographien zu klassischen Filmen“ des Staatlichen Filmarchivs der DDR findet sich mit Nr. 183 „Das Blut des Condors“.
Florian Wüst
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pedro@ukamau.org