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The Snake Charmer
Üppige Avocadoplantagen. Am Horizont steigt Rauch auf. Dann Echos von Explosionen. Im „Envelope“, kurz vor der Grenze zu Gaza, bestellen Yo, Tom, Yan, Piak und Lee israelische Felder. Wie viele andere Wanderarbeiter wurden sie dafür aus Thailand angeworben. Sie arbeiten unter Lohnniveau, oft sieben Tage die Woche, bis zu 17 Stunden am Tag, um ihre fernen Familien zu unterstützen. Sie werden von einer Roboterschlange beobachtet, die durch die Felder kriecht und nach Hamas-Tunneln unter dem Farmland sucht. Patronenhülsen zwischen dem Unkraut, notdürftige Schutzgebilde vor den Barracken – eine Psychogeografie der Angst und Schutzlosigkeit. Manchmal, in Momenten kurzer Freizeit, lenken die heiteren Spiele und die Gemeinschaft der jungen Männer davon ab. Am 7. Oktober 2023 öffnet sich die Unterwelt und unterbricht den Film, der danach zu den Familien der Opfer in Thailand reist. Am Ufer des Mekong wacht der mythische Schlangengott Naga über die Schwelle zwischen den Lebenden und den Toten. Eine ungreifbar schwebende, teilnehmende Erzählung über prekäre Arbeitsbewegungen durch einen militärisch-agrarischen Komplex.
Jan Künemund
Thematisiert körperliche Gewalt, Kriegsszenen
Enthält Darstellungen von Tod
Termine und Tickets
Credits
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mel@madeingermany-film.de
Somos +
Ermutigt durch die UN-Resolution vom 6. November 1974, die sich gegen die Menschenrechtsverletzungen der chilenischen Militärdiktatur richtete, formierte sich ein erster Zusammenschluss von Angehörigen inhaftierter und verschwundener Personen. Ob in dieser oder anderen Initiativen, die für die Rückkehr zur Demokratie in Chile kämpften: Der Widerstand ging maßgeblich von Frauen aus. Dieser wurde in den 1980er Jahren immer sichtbarer, nicht zuletzt durch die Kreativität der Aktionsformen. Ein Beispiel: Die „Mujeres por la vida“ organisierten am 30. Oktober 1985 unter dem Slogan „Somos +“ (Wir sind mehr) eine Protestaktion im Stadtteil Providencia, Santiago. Die Frauen bildeten drei sich aufeinander zubewegende Reihen, die jeweils ein Band in einer der Nationalfarben Chiles trugen. Die auf Video gedrehte Dokumentation des Protests und seiner gewaltsamen Auflösung durch die Polizei wurde bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen Oberhausen 1986 mehrfach ausgezeichnet.
Florian Wüst
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt
Termine und Tickets
Credits
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spicher@kurzfilmtage.de
Son of a Bitch
Franka Sachse
Enthält Darstellungen von Mord, körperliche Gewalt, Nacktheit
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
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daniela@lancafilmes.com.br
A Song Without Home
„Mein Leben ist ein Gefängnis“, sagt Adelina. Die junge Frau raucht und schaut in die Kamera, rechts und links von ihr sitzen die Eltern auf dem Sofa. In Schwarzweiß und im schmalen 4:3-Format wirkt die Familienszene beklemmend: Elf Jahre hat Adelina dort im Hausarrest verbracht, mit einem Vater, der ihre Identität nicht anerkennt, und einer Mutter, die liebevoll, aber machtlos scheint. Für Transpersonen wie Adelina gibt es in Georgien weder Freiheit noch Sicherheit. Queerfeindliche Angriffe passieren auf offener Straße, die rechtliche Lage der LGBTQ-Community hat sich zuletzt weiter verschlechtert. Als die Protagonistin schließlich das Dorf ihrer Eltern verlässt und nach Wien geht, verändert sich auch der Stil von Rati Tsiteladzes Debütfilm. Rot leuchtet der Lippenstift, neongelb die Lichter der Großstadt. Ein anderes, freieres Leben scheint möglich. Doch mit der Freiheit kommen neue Herausforderungen: finanzielle und gesundheitliche Probleme, die Verständigung in einer fremden Sprache – und Einsamkeit. „A Song Without Home“ ist ein intimes, impressionistisch erzähltes Langzeit-Porträt einer Person, die sich selbst entwerfen möchte und an einer unerschütterlichen Überzeugung festhält: „Kein Gesetz kann auslöschen, wer wir sind.“
Jan-Philipp Kohlmann
Thematisiert Diskriminierung von LGBTQIA2S+-Personen
Enthält Darstellungen von Diskriminierung von LGBTQIA2S+-Personen
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
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olyaslusareva@gmail.com
Die stille Ecke
Ein schelmischer kleiner Pinguin, der sich beim Abendessen danebenbenimmt: Er schlürft, kleckert, kippelt und wird zur Strafe auf die Bank, in die „Stille Ecke“ geschickt. Es dauert aber nicht lange, bis er Gesellschaft bekommt. Und die Gelegenheiten für weiteren Unfug sind noch lange nicht erschöpft. Ein bezaubernder Puppentrickfilm ohne Dialoge.
Lina Dinkla
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daveajohnson62@icloud.com
Tanzpartner
Drei Schmetterlinge sind ganz vertieft in ihren anmutigen Ballett-Tanz und drehen gekonnt eine Pirouette nach der nächsten. Sie ignorieren die tollpatschige Raupe, die so gerne mit ihnen tanzen möchte. Nur der kleinste Falter reicht ihr dir Hand. Als die Raupe sich verpuppt und wieder schlüpft, ist die Überraschung groß. Eine weitere Folge der KiKa-Reihe „Lenas Farm“.
Lina Dinkla
Trailer
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They’re Here
Carolin Weidner
Thematisiert Rassismus, Mord
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt
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Submarine Entertainment
Un día yo pregunté
„Ein polemischer Kurzfilm von wenigen Minuten, der Bilder jener Institution aneinanderreiht, von der die Unterprivilegierten Wunder, die Befreiung aus ihrem täglichen Elend erwarten: der katholischen Kirche, die in Kolumbien besonders reaktionär ist“, schreibt Peter B. Schumann über „Un día yo pregunté“. Für ihre politische Arbeit wurden Julia de Álvarez und Carlos Álvarez immer wieder angefeindet, neben weiteren Filmschaffenden im Juli 1972 inhaftiert, auch gefoltert. Zu ihrer Entlassung aus dem Gefängnis im Februar 1974 mag nicht unwesentlich der gemeinsame diplomatische Einsatz u.a. der Freunde der Deutschen Kinemathek (heute: Arsenal Filminstitut) und der Westdeutschen Kurzfilmtage Oberhausen beigetragen haben. Für Leipzig waren die beiden ebenfalls eine bedeutende Stimme – und ein Beispiel dafür, wie eng die innerdeutschen Verbindungen waren in Bezug auf Sicherung, Vervielfältigung und Vertrieb der analogen Filmmaterialien des revolutionären lateinamerikanischen Kinos.
Florian Wüst
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juliasabogal1@hotmail.com
Wir bauen eine neue Welt, Willi Wiberg
Ein Bilderbuch-Film aus der Willi Wiberg-Reihe. Papa geht einkaufen und ermahnt Viktor und Willi, bloß alles am Platz zu lassen, da er gerade erst aufgeräumt hat. Aber die Freude der beiden, „unsichtbar“ zu spielen, ist einfach zu groß. Auf einmal ist die halbe Einrichtung im Spiel und im Wohnzimmer verteilt. Schaffen die beiden Freunde es, alles wieder aufzuräumen, bevor Papa wieder zurück ist?
Lina Dinkla
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jennifer@bokmakaren.se
A Wish
André Eckardt
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franz.impler@gmail.com
Yawar Mallku
Jorge Sanjinés‘ Kurzfilm „Revolución“ (1963) wurde neben den kubanischen Filmen als einer der ersten lateinamerikanischen Filme 1964 in Leipzig gezeigt. Mit seinem dokumentarischen Spielfilm „Yawar Mallku“ (Sangre de Condor) unternahm Sanjinés den Schritt hin zu einem Kino, das Geschichte macht. Der Film, in Rückblenden erzählt, basiert auf realen Ereignissen: US-amerikanische Entwicklungshelfer*innen sterilisieren heimlich indigene Frauen. Der Vorsteher einer Quechua-Gemeinde entdeckt das Verbrechen, die Dorfgemeinschaft übt Rache. Schließlich wird er von der Polizei niedergeschossen und überlebt schwerverletzt. Er wird in die Stadt gebracht, doch der Rettungsversuch scheitert: Es fehlt das Geld für eine Bluttransfusion. Die Kampfansage des Films richtet sich sowohl gegen den „Yankee-Imperialismus“ als auch gegen die bolivianische Klassengesellschaft. Infolge der zunächst verbotenen öffentlichen Vorführung mussten die sogenannten Friedenskorps aus dem Land abziehen. Im Rahmen der „Woche des jungen Films: Lateinamerika“ der Berlinale 1970 premierte „Yawar Mallku“ in West-Berlin. Danach zeigten die Freunde der Deutschen Kinemathek (heute: Arsenal Filminstitut) Sanjinés Film über Jahre vielfach im Kino Arsenal, selbst unter der Überschrift „Geburtenkontrolle als Genozid“ im Kontext des Ersten Internationalen Frauen-Filmseminars im November 1973. Die gleiche Wertschätzung im Osten: Unter nur drei lateinamerikanischen Filmen in den „Film-Blättern. Kurzmonographien zu klassischen Filmen“ des Staatlichen Filmarchivs der DDR findet sich mit Nr. 183 „Das Blut des Condors“.
Florian Wüst
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pedro@ukamau.org
Zellenkumpel
Sam, ein mürrischer Waschbär, muss sich eine Zelle mit Bob teilen, einer liebenswerten, aber etwas begriffsstutzigen Seekuh. Beim chaotischen Ausbruch aus dem Gefängnis kommt Sams weicher Kern immer mehr zum Vorschein, während Bob verlässlich zu Sam hält. Wird ihr Ausbruch gelingen? Das ist auf einmal nicht mehr so wichtig. Gemeinsam haben sie bereits etwas viel Schöneres erfahren: Zusammenhalt. Eine knuffige Knetfiguren-Animation zum absoluten Liebhaben.
Lina Dinkla