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Retrospektive

Der Freiheitskampf der Menschen im Lateinamerika der 1960/70er-Jahre war ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die daraus erwachsene Verbindung zwischen Leipzig, Ost-Berlin und West-Berlin bezeugen die analogen Filmmaterialien des militanten Kinos aus Ländern wie Argentinien, Chile oder Kuba, die sich heute im Archiv des Arsenal Filminstituts und im Bundesarchiv befinden.

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Retrospektive
Filmstill Lavra Dor
Lavra Dor Paulo Rufino, Ana Carolina
Lavrador = Bauer, lavra = arbeiten, dor = Schmerz. Die experimentelle Collage über die Situation brasilianischer Landarbeiter*innen zeugt von der poetischen wie politischen Kraft des Kinos.
Filmstill Lavra Dor

Lavra Dor

Lavra Dor
Paulo Rufino, Ana Carolina
Retrospektive
Dokumentarfilm
Brasilien
1968
11 Minuten
Portugiesisch (Brasilien)
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Nach dem Militärputsch in Brasilien im März 1964 stoppten die neuen Machthaber die zuvor begonnene, gerechtere Verteilung des Bodens. Die stattdessen durchgeführten Agrarreformen begünstigten Großgrundbesitz und Agrarindustrie, Gewerkschaften wurden unterdrückt. Vor diesem Hintergrund setzen sich Paulo Rufino und Ana Carolina mit den Kämpfen und Nöten der Landarbeiter*innen auseinander. In freier und poetischer Form montieren sie Fotografien, Filmsequenzen, Zitate in Wort und Bild zu einer experimentellen Collage, die die Grenzen des Dokumentarischen auslotet. Insbesondere spielen sie mit dem Mittel der Wiederholung – in einer Art nicht-linearen Interpretation von „Lavra Dor“ (1962) und anderer Gedichte von Mário Chamie. Der Film lief in der von Peter B. Schumann zusammengestellten „Woche des jungen Films: Lateinamerika“ der Berlinale 1970. Bereits vier Jahre zuvor hatte Schumann im Rahmen der Retrospektive des Festivals erstmals einen Querschnitt des brasilianischen „Cinema Novo“ nach West-Berlin gebracht.

Florian Wüst

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28.10.
#334
CineStar 5
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28.10.2026
CineStar 5
#334
Teil der Kompilation
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Regie
Paulo Rufino, Ana Carolina
Buch
Paulo Rufino, Ana Carolina
Kamera
Carlos Alberto Ebert
Schnitt
Franklin Pereira
Produktion
Paulo Rufino, Ana Carolina

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Retrospektive
Filmstill Líber Arce, liberarse
Líber Arce, liberarse Mario Handler, Mario Jacob, Marcos Banchero
Líber Arce, der Name eines bei Protesten von der Polizei erschossenen Studenten, wird zum Aufruf: Liberarse, sich befreien. Ein stummer Aufschrei gegen Gewalt und Unterdrückung.
Filmstill Líber Arce, liberarse

Líber Arce, liberarse

Líber Arce, liberarse
Mario Handler, Mario Jacob, Marcos Banchero
Retrospektive
Dokumentarfilm
Uruguay
1969
11 Minuten
spanische Titel
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Líber Arce war der Name eines kommunistischen Studenten, der bei Protesten auf dem Universitätsgelände in Montevideo von der Polizei erschossen wurde. Der Film dokumentiert die Ereignisse vor und nach dessen Begräbnis, sein Titel verwandelt den Namen des Getöteten in einen Aufruf: liberarse, sich befreien. Dass der Film stumm ist und die Anklage gegen die sozialen und ökonomischen Verhältnisse sowie den US-Imperalismus durch Zwischentitel konkretisiert wird, macht aus den fehlenden Ressourcen für die Vertonung eine ästhetische Qualität: Wir sehen genauer hin, weil es nichts zu hören gibt. Mario Handler ist Mitgründer des Filmkollektivs „Cinemateca Tercer del Mundo“ (1969–1974), das ein eigenes Kino der Gegeninformation aufzubauen versuchte und eine Zeitschrift herausbrachte. Vor allem aber zeigte es die militanten Filme der anderen lateinamerikanischen Länder und machte sie weit über die Kreise der bürgerlichen Kultur hinaus in Uruguay bekannt.

Florian Wüst

Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt

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28.10.
#334
CineStar 5
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28.10.2026
CineStar 5
#334
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Regie
Mario Handler, Mario Jacob, Marcos Banchero
Kamera
Mario Handler, Ferruccio Musitelli, Alberto Monteagudo
Produktion
Cinemateca del Tercer Mundo

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
DOK Neuland
Filmstill Living in Water
Living in Water Ana P. Santos
Kochen, lesen, schlafen – alles knietief im Wasser. Eine eindringliche Reportage zum Alltag auf der Isla Tibaguin, Philippinen, wo Überschwemmungen zur Normalität geworden sind.
2025
Filmstill Living in Water

Living in Water

Living in Water
Ana P. Santos
DOK Neuland
-
Philippinen
2025
15 Minuten
Philippinisch,
Englisch
Untertitel: 
Keine
Deutsche Premiere
Auf der Isla Tibaguin auf den Philippinen verwandeln sich die Straßen fast täglich in Flüsse. Umweltkatastrophen können viele Formen annehmen, und diese immersive Dokumentation begleitet eine sich langsam entwickelnde Klimakrise, die täglich und stetig stattfindet. Das Wasser steigt überall auf der Isla Tibaguin an und es dauert Stunden, bis es wieder zurückgeht, sodass die Bewohner*innen durchs Wasser waten müssen. Kochen, putzen, lernen – alles im Wasser. Der Film begleitet Riri und Angie dabei, wie sie ihr Leben mit und inmitten des Hochwassers meistern, und unterstreicht dabei die Bedeutung der Gemeinschaft angesichts klimatischer Instabilität und Unsicherheit.

Durch den Einsatz eines immersiven Mediums kann das Publikum diese spezielle Klimakatastrophe hautnah miterleben und die damit verbundenen Ängste nachempfinden. Mit Hilfe des Virtual-Reality-Headsets erhalten die Zuschauer einen Eindruck davon, wie es ist, sich mitten im Hochwasser zu befinden – auf eine Weise, die zweidimensionale Medien nicht nachbilden können. Indem der Film die Intimität der VR nutzt, lässt er eine langsame und eher unsichtbare Katastrophe als den Notfall erscheinen, der sie tatsächlich ist.

Dana Melaver

Enthält Darstellungen von psychische Erkrankungen

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Diese Arbeit ist Teil unserer Ausstellung

DOK Neuland: Landslide

27.10–1.11.2026 

Di–So: 11:00–18:00
Mi: 12:00–20:00

Eintritt frei

Die DOK Neuland Extended Reality Ausstellung findet im Kohlrabizirkus statt, zusätzlich befindet sich ein Projekt im Leipziger Hauptbahnhof und in der Heilandskirche findet zu zwei Terminen eine Performance statt.

 

Alles über die Ausstellung DOK Neuland

 

Es gelten die AGB von DOK Leipzig. Bitte beachten Sie, dass aufgrund einer begrenzten Personananzahl in den Ausstellungsorten längere Wartezeiten zu erwarten sind. Wir bitten um Ihr Verständnis und Ihre Geduld.

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Regie
Ana P. Santos
Kamera
Richard Shahryar Smith
Produktion
Alice Wroe , Beth Frondoso

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Ana P. Santos
DOK Neuland
Filmstill Nothing to see here
Nothing to see here Celine Daemen, Aron Fels
Im Hauptbahnhof verbirgt sich eine geheime Welt, die unserer eigenen unheimlich ähnlich ist, und dann doch so anders. Ein Exkurs ins Unerwartete, der unsere Realität ins Wanken bringt.
Filmstill Nothing to see here

Nothing to see here

Nothing to see here
Celine Daemen, Aron Fels
DOK Neuland
-
Niederlande
2025
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine
Deutsche Premiere
Wie auf Autopilot gehen Passant*innen denselben Weg; ein Tag gleicht dem anderen. Bis eine überraschende Begegnung diesen Alltag durchbricht. Im Hauptbahnhof verbirgt sich eine geheime Welt, die unserer eigenen unheimlich ähnlich ist, aber gerade genug davon abweicht, um unsere Realität ins Wanken zu bringen. In diesem unscheinbaren Monolithen verbirgt sich ein Tor zu einer anderen Welt – oder vielmehr eine Geschichte, die sich vor dem Hintergrund einer veränderten Realität abspielt. Die Betrachtenden erleben, wie ihre eigenen Körper verzerrt werden, und machen eine seltsame Begegnung. Und dann, am Ende, beginnt der Kreislauf von Neuem.

Mit einem einzigartigen immersiven Ansatz spielt das Werk nicht nur mit unserem eigenen Körpergefühl und der Gestalt der Realität, sondern auch mit dem Körper und der Gestalt der virtuellen Realität. Indem es die virtuelle Immersion in Gestalt einer reflektierenden Skulptur entwickelt (anstelle eines Headsets), öffnet das Werk die Tür zu Portalen in verschiedensten Formen und Größen. Haltet Ausschau nach dem Unbekannten und taucht ein ins Unerwartete.

Dana Melaver

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DOK Neuland: Landslide

27.10–1.11.2026 

Di–So: 11:00–18:00
Mi: 12:00–20:00

Eintritt frei

Die DOK Neuland Extended Reality Ausstellung findet im Kohlrabizirkus statt, zusätzlich befindet sich ein Projekt im Leipziger Hauptbahnhof und in der Heilandskirche findet zu zwei Terminen eine Performance statt.

 

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Regie
Celine Daemen, Aron Fels
Buch
Stefanie Kolk, Stefanie Kolk
Ton
Aurélie Nyirabikali Lierman, Wouter Snoei, Aurélie Nyirabikali Lierman
Sound Design
Wouter Snoei

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Giulia Cristofoli
Retrospektive
Filmstill Now!
Now! Santiago Álvarez
„Now!“ feuert ins Bild wie aus einem Maschinengewehr. Ein radikaler Aufschrei gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA: laut, wütend, kompromisslos und dringlich, bis heute.
Filmstill Now!

Now!

Now!
Santiago Álvarez
Retrospektive
Dokumentarfilm
Kuba
1965
6 Minuten
ohne Dialog
Keine Premiere

„Still I believe / We are created, free and equal / Now / Now / Now …“ Die US-amerikanische Sängerin Lena Horne interpretiert das hebräische Lied „Hava Nagila“ mit verändertem Text: „Now!“ (1963) wurde zu einer Hymne der Bürgerrechtsbewegung in den USA, während Santiago Álvarez‘ gleichnamiger Film zum Agitprop-Klassiker avancierte. Er montiert Fotografien und wenige kurze Bewegtbildsequenzen von Rassendiskriminierung, Polizeigewalt und weißem Terror im Rhythmus von Hornes Song. Allein die Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche zeigte „Now!“ nach der Golden Taube 1965 fünf weitere Male in zwei Jahrzehnten. Die Präsenz des kubanischen Dokumentarfilms in Leipzig gleicht einer langen Erfolgsgeschichte, nicht zuletzt dank Álvarez, seinem bekanntesten Vertreter. Neben den Vorführungen seiner Filme war er mehrmals Mitglied der Internationalen Jury. Selbst nach dem Eklat um die Positionierung zum Prager Frühling 1968 blieb Álvarez Dauergast.

Florian Wüst

Enthält Darstellungen von Rassismus, körperliche Gewalt

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27.10.
#233
CineStar 5
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27.10.2026
CineStar 5
#233
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Regie
Santiago Álvarez
Kamera
Pepín Rodríguez, Adalberto Hernández
Schnitt
Norma Torrado, Idalberto Gálvez
Produktion
ICAIC – Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Retrospektive
Filmstill Nuestra voz de tierra, memoria y futuro
Nuestra voz de tierra, memoria y futuro Marta Rodríguez, Jorge Silva
Der Kampf um Land und kulturelle Selbstbestimmung einer indigenen Gemeinde im Südwesten Kolumbiens in den 1970er Jahren: Magie und Mythen bestärken den Prozess der politischen Organisierung.
Filmstill Nuestra voz de tierra, memoria y futuro

Nuestra voz de tierra, memoria y futuro

Nuestra voz de tierra, memoria y futuro
Marta Rodríguez, Jorge Silva
Retrospektive
Dokumentarfilm
Kolumbien
1981
107 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Marta Rodríguez und Jorge Silva waren erstmals 1972 in Leipzig vertreten – mit „Planas, testimonio de un etnocidio“ (1971) in der Retrospektive „Film im Freiheitskampf der Völker: Lateinamerika“ sowie im Fernseh-Wettbewerb und „Chircales“ (1972) im Kino-Wettbewerb. Beiden Filmen wurden Goldene Tauben verliehen, Rodríguez und Silva avancierten aus dem Stand zu Stars des Festivals. 1975 brachte sie „Campesinos“ zurück nach Leipzig. Dieser Film markiert den Beginn ihrer Beschäftigung mit der jahrhundertelangen Unterdrückung der indigenen Gemeinschaften der Region Cauca im Südwesten Kolumbiens und deren ebenso langem Widerstand gegen koloniale Ausbeutung und Enteignung. Das Thema mündete Jahre später in „Nuestra voz de tierra, memoria y futuro“, der einige Einstellungen aus „Campesinos“ verwendet. Rodríguez und Silva dokumentieren den Prozess der politischen Organisierung der Gemeinde Coconuco im Zuge der Landreformbewegung der 1970er Jahre unter der weitreichenden kritischen Mitarbeit ihrer Protagonist*innen. Gleichzeitig wird der Versuch unternommen, den Naturalismus der dokumentarischen Form hinter sich zu lassen und sich dem Unterbewusstsein der indigenen Kultur zu nähern, ihre „magische Welt in all ihrer Komplexität und Schönheit darzustellen“, so Silva im Gespräch mit Peter B. Schumann im Informationsblatt des Forums der Berlinale 1982. In der restaurierten digitalen Fassung feierte der Film 2019 erneut Weltpremiere im Forum.

Florian Wüst

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30.10.
#533
CineStar 5
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30.10.2026
CineStar 5
#533
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Regie
Marta Rodríguez, Jorge Silva
Kamera
Jorge Silva
Schnitt
Marta Rodríguez, Jorge Silva, Caíta Villalón
Produktion
Fundación de Cine Documental in collaboration with the Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos
Ton
Ignacio Jiménez, Eduardo Burgos, Nora Drufovka
Musik
Jorge López

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Retrospektive
Filmstill Ollas populares
Ollas populares Gerardo Vallejo
Bilder aus einer staatlichen Volksküche, apathisch wird dünne Brühe gelöffelt. Dazu die argentinische Nationalhymne. „Hört den Lärm gesprengter Ketten“ – Zynismus oder revolutionärer Ruf?
Filmstill Ollas populares

Ollas populares

Ollas populares
Gerardo Vallejo
Retrospektive
Dokumentarfilm
Argentinien
1968
5 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

In der Provinz Tucumán, einer der ärmsten Gegenden Argentiniens, werden unzählige Familien nach der jährlichen Zuckerrohrernte arbeitslos. Der Staat richtet gegen den Hunger sogenannte Volksküchen ein. Nahezu apathisch löffeln Kinder und Alte die dünne Brühe. „Karg und elementar sind diese Bilder. Die Kamera konfrontiert kommentarlos mit einer Situation des Elends, wie sie eloquente Plädoyers nicht zu beschreiben in der Lage sind,“ merkt Peter Kress im Bericht der Westdeutschen Kurzfilmtage 1970 an. Kontrapunktisch zu den Bildern ist „Ollas populares“ die argentinische Nationalhymne unterlegt. Lässt sich deren Text nur als Ausdruck von Zynismus verstehen? Vielleicht kann er ganz anders verstanden werden – als revolutionäres Fanal: „Hört den Lärm gesprengter Ketten. / Seht auf dem Thron die edle Gleichheit.“ Gerardo Vallejos Film entstand unter ständiger Furcht vor Aufdeckung der Urheberschaft, weshalb er im Oberhausener Programm anonymisiert aufgeführt ist.

Florian Wüst

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31.10.
#633
CineStar 5
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31.10.2026
CineStar 5
#633
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Regie
Gerardo Vallejo
Kamera
Gerardo Vallejo
Schnitt
Gerardo Vallejo
Produktion
Grupo Cine Liberación

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Camila Vallejo
DOK Neuland
Filmstill Permanence of Decay
Permanence of Decay Pranav Chaparala
Alles muss einmal ein Ende finden – auch Digitales bleiben vom Vergehen auf dieser Welt nicht verschont. Doch gewinnen die Bilder nicht gerade in dieser Vergänglichkeit umso mehr an Wert?
2026
Filmstill Permanence of Decay

Permanence of Decay

Permanence of Decay
Pranav Chaparala
DOK Neuland
-
USA
2026
15 Minuten
Untertitel: 
Keine
Europapremiere
Das einzig Beständige im Leben ist die unumstößliche Gewissheit des Verfalls. Verwesung ist nichts anderes als Veränderung, und nichts auf dieser Welt ist vor dem Verfall gefeit – auch digitale Bilder nicht. Doch gerade ihre Vergänglichkeit macht die Aufnahmen umso kostbarer, und dieses Werk möchte die Schönheit, die darin liegt, hervorheben. Verfall ist unvermeidlich, und hier liegt dessen Tempo in den Händen der Besucher*innen.

Anhand von Fotos aus öffentlichen Quellen hinterfragt das Werk zudem das digitale Archiv. Ist das Archiv ein Ort der Beständigkeit oder lediglich ein Zustand des langsamen Verfalls? Die Bilder sind von öffentlicher Bedeutung, haben für das Publikum jedoch keinen sentimentalen Wert, daher hat ihr Verfall keine persönliche Tragweite. Dieses Verhältnis könnte sich jedoch ändern, sobald Besucher*innen ihre eigenen Fotos hochladen und Zeugen ihres Zerfalls werden...

Dana Melaver

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DOK Neuland: Landslide

27.10–1.11.2026 

Di–So: 11:00–18:00
Mi: 12:00–20:00

Eintritt frei

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Regie
Pranav Chaparala
Produktion
Pranav Chaparala

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Pranav Chaparala
Retrospektive
Filmstill Pintando con el pueblo
Pintando con el pueblo Leonardo Céspedes
Pinsel, Farbkübel, Leinwand: Ein riesiges Gemälde entsteht vor dem Präsidentenpalast in Santiago. Salvador Allende verkündet: „Die Kultur sei nicht nur für einige Wenige da.“
Filmstill Pintando con el pueblo

Pintando con el pueblo

Pintando con el pueblo
Leonardo Céspedes
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile
1971
8 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Mit der Wahlkampagne der Unidad Popular 1970 mobilisierten die Ramona-Parra-Brigaden junge Aktivist*innen im ganzen Land. Mit Pinseln und Farbkübeln malten sie politische Botschaften auf Wände und Mauern. Álvaro Ramírez – später auch im DDR-Exil als Filmemacher tätig – dokumentiert in „Brigada Ramona Parra“ (1970) die teils waghalsige Arbeit einer dieser Gruppen. Leonardo Céspedes‘ „Pintando con el pueblo“ wiederum zeigt die Neuausrichtung der chilenischen Kulturpolitik unter Salvador Allende. Künstler*innen und Kunststudierende verwirklichen unter den Augen der Passant*innen ein riesiges Gemälde vor dem Präsidentenpalast La Moneda in Santiago, das als Bühne für eine Kundgebung der Unidad Popular dient. Der Film endet mit Allendes Rede über die Kunst als „eine Kunst für das ganze Volk”. Die 16mm-Verleihkopie im Arsenal-Archiv ist wahrscheinlich das einzig erhaltene Material von „Pintando con el pueblo“. Für diese Retrospektive wurde sie digitalisiert.

Florian Wüst

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01.11.
#733
CineStar 5
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01.11.2026
CineStar 5
#733
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Regie
Leonardo Céspedes
Kamera
Toño Ríos, Carlos González
Produktion
Cine Experimental de la Universidad de Chile

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Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Retrospektive
Filmstill Somos +
Somos + Pedro Chaskel, Pablo Salas
„Wir sind mehr“ steht auf den Schildern der ‚Mujeres por la vida'. 1985 trotzen Chileninnen Tränengas und Wasserwerfern. Ihr Widerstand gegen die Militärdiktatur bleibt ungebrochen.
Filmstill Somos +

Somos +

Somos +
Pedro Chaskel, Pablo Salas
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile
1985
16 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Ermutigt durch die UN-Resolution vom 6. November 1974, die sich gegen die Menschenrechtsverletzungen der chilenischen Militärdiktatur richtete, formierte sich ein erster Zusammenschluss von Angehörigen inhaftierter und verschwundener Personen. Ob in dieser oder anderen Initiativen, die für die Rückkehr zur Demokratie in Chile kämpften: Der Widerstand ging maßgeblich von Frauen aus. Dieser wurde in den 1980er Jahren immer sichtbarer, nicht zuletzt durch die Kreativität der Aktionsformen. Ein Beispiel: Die „Mujeres por la vida“ organisierten am 30. Oktober 1985 unter dem Slogan „Somos +“ (Wir sind mehr) eine Protestaktion im Stadtteil Providencia, Santiago. Die Frauen bildeten drei sich aufeinander zubewegende Reihen, die jeweils ein Band in einer der Nationalfarben Chiles trugen. Die auf Video gedrehte Dokumentation des Protests und seiner gewaltsamen Auflösung durch die Polizei wurde bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen Oberhausen 1986 mehrfach ausgezeichnet.

Florian Wüst

Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt

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01.11.
#733
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01.11.2026
CineStar 5
#733
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Regie
Pedro Chaskel, Pablo Salas
Kamera
Pablo Salas, Leopoldo Correa
Schnitt
Pedro Chaskel, Pablo Salas
Produktion
Antu Producciones

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Carsten Spicher
spicher@kurzfilmtage.de
DOK Neuland
Filmstill The Room of a Thousand Voices
The Room of a Thousand Voices Pavel Méndez
Ein Raum, der sich als kubanischer Haushalt entfaltet – und als Portal durch Zeit und Generationen. In der Dunkelheit, zwischen physischer und virtueller Realität, erwachen die Erinnerungen.
2026
Filmstill The Room of a Thousand Voices

The Room of a Thousand Voices

La Habitación de las Mil Voces
Pavel Méndez
DOK Neuland
-
Deutschland
2026
20 Minuten
Spanisch
Weltpremiere
Ein dunkler Raum ist so viel mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Mit Geduld und Neugierde erwacht er zum Leben. Zwischen vier Wänden befindet sich ein kubanischer Haushalt, voller Gegenstände, die über Generationen weitergegeben wurden und Erinnerungen an die Hände bewahren, die sie einst hielten. Während man durch den Raum geht und mit den Objekten interagiert, erwacht der Ort zum Leben. Die Besucher*innen können in ihrem eigenen Rhythmus ihren eigenen Weg durch die stillen Zeugnisse dieses Lebensraums gehen, um verborgene Momente zu enthüllen, die nur darauf warten, gefunden zu werden.  

Im Verlauf des Stücks läuft eine Uhr einen Tag im Zeitraffer ab, und der Raum wandelt sich langsam, stetig, fast unbemerkt von den 1980er-Jahren zu den 1990er-Jahren und darüber hinaus. Die Zeit vergeht hier anders. Es ist ein Werk, das im Dazwischen lebt. In dem schmalen Raum, der die Grenze zwischen dem Physischen und dem Virtuellen auslotet, und in den Rissen, die Tage, Jahre und Jahrzehnte voneinander trennen. Genau dieses Dazwischen schafft Portale und die Möglichkeit, durch eine Tür in eine Vergangenheit zu treten, die auf eine Berührung wartet.

Dana Melaver

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DOK Neuland: Landslide

27.10–1.11.2026 

Di–So: 11:00–18:00
Mi: 12:00–20:00

Eintritt frei

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Regie
Pavel Méndez
Produktion
Pavel Mendez Hernandez
Co-Produktion
Pelagia Gadallah, Aphra Taghizadeh
Ton
Saulo Fernández, Pedro Ramírez
Animation
Nathan Schönewolf

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Pavel Mendez Hernandez
Retrospektive
Filmstill Tire dié
Tire dié Fernando Birri
Ein waghalsiges Unterfangen für ein paar Münzen. Barfuß rennen Kinder neben dem fahrenden Zug Richtung Buenos Aires her, strecken ihre Hände den Reisenden entgegen. „Tire dié, tire dié!“
Filmstill Tire dié

Tire dié

Tire dié
Fernando Birri
Retrospektive
Dokumentarfilm
Argentinien
1958
33 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

„Tire dié“ beginnt mit Luftaufnahmen von Santa Fe, Fernando Birris Heimatstadt. Zu hören ist eine Litanei statistischer Daten, die sich auf parodistische Weise in immer trivialere Fakten über die Stadt verwandeln. Die Kamera nähert sich den Randbezirken mit ihren informellen Siedlungen, wechselt aus luftiger Höhe auf Augenhöhe derjenigen, die von ihrem täglichen Überlebenskampf erzählen. Oft sind es die Kinder, die das nötige Kleingeld nach Hause bringen. Sie gehen jeden Nachmittag zum Betteln entlang der nahegelegenen, zwei Kilometer langen Eisenbahnbrücke. Barfuss neben dem Zug herlaufend, der Santa Fe mit Buenos Aires verbindet, strecken sie die Hände in Richtung der Reisenden an den Fenstern und rufen unablässig „tire dié“ (Wirf einen Groschen). Das letzte Drittel des Films, der die Geburtsstunde des neuen lateinamerikanischen Kinos markiert, ist eine ebenso atemberaubende wie erschütternde Montage dieses waghalsigen Unterfangens.

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28.10.
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Regie
Fernando Birri
Kamera
Oscar Kopp, Enrique Urteaga
Schnitt
Antonio Ripoll
Produktion
Instituto de Cinematografía de la Universidad Nacional del Litoral

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Maria Emilia Cortes