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Retrospektive

Der Freiheitskampf der Menschen im Lateinamerika der 1960/70er-Jahre war ein wiederkehrendes Thema politisch engagierter Filmfestivals beiderseits der Mauer. Die daraus erwachsene Verbindung zwischen Leipzig, Ost-Berlin und West-Berlin bezeugen die analogen Filmmaterialien des militanten Kinos aus Ländern wie Argentinien, Chile oder Kuba, die sich heute im Archiv des Arsenal Filminstituts und im Bundesarchiv befinden.

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Fokus Ost
Filmstill Ten to Twenty Spoil Heaps
10 bis 20 Halden Emerson Culurgioni
Das Land ist weg, aber die Halden sind noch da. Assoziative Reflexion über Boden und Ressourcen, Arbeit und Zerstörung, Heimat und Verlust in einer ostdeutschen Bergbaulandschaft.
Filmstill Ten to Twenty Spoil Heaps

10 bis 20 Halden

10 bis 20 Halden
Emerson Culurgioni
Fokus Ost
Dokumentarfilm
Deutschland
2026
27 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch
Weltpremiere

Das Mansfeld, eine ostdeutsche Bergbauregion: Das Land ist weg, aber die Halden sind noch da. Als mächtiger Koloss in einer kahlen Ebene, als Pyramidenspitze hinter dem Reihenhaus, als dunkle Linie am Horizont. Aus der Aufschüttung ehemals überflüssigen Abraums sind mächtige Landmarken geworden. Emerson Culurgioni betrachtet sie als Ablagerungen von Geschichte. Die sorgfältig kadrierten Tableaus einer leeren, postindustriellen Landschaft, durch die nur ab und zu eine Simson-Gang rauscht, erinnern an James Bennings Erforschung einer menschengemachten Umwelt. Im Kontrast zur Statik der Bilder mäandert auf der Tonspur ein Fluss weitreichender Reflexionen über Boden und Ressourcen, Krieg und Krisen, Arbeit und Zerstörung, Ost und West, Herkunft und Identität, Heimat und Zugehörigkeit. Schicht für Schicht werden verklappte Erinnerungen freigelegt. Am Ende steht die Frage, welchen Wert wir ihnen beimessen.

Grit Lemke

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27.10.
#273
Passage Kinos Wintergarten
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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27.10.2026
Passage Kinos Wintergarten
#273
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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Calendar
01.11.
#711
CineStar 2
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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01.11.2026
CineStar 2
#711
10 bis 20 Halden + Onkel Thuận
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Calendar

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Regie
Emerson Culurgioni
Buch
Emerson Culurgioni
Kamera
Emerson Culurgioni
Schnitt
Emerson Culurgioni
Produktion
Valentina Zalevska
Sound Design
Florian Marquardt, Emerson Culurgioni
Musik
Müllstation

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Kontakt
Emerson Culurgioni
emerson@posteo.de
German Distributor
Valentina Zalevska
Retrospektive
Filmstill Abastecimiento
Abastecimiento Raúl Ruiz
Eine Frau aus bürgerlichem Milieu und der sozialistische Wirtschaftsminister sprechen per Tonband zueinander und aneinander vorbei: ein Bild der tief gespaltenen chilenischen Gesellschaft.
Filmstill Abastecimiento

Abastecimiento

Abastecimiento
Raúl Ruiz
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile
1973
15 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Raúl Ruiz war Teil der militanten Kinobewegung, die sich in den Dienst der chilenischen Volksfront stellte, verblieb aber ein Außenseiter. Auf experimentelle, ironische Weise sezierte er die gesellschaftlichen Widersprüche. In „Abastecimiento“ befasst sich Ruíz mit den Versorgungsproblemen unter der Regierung der Unidad Popular. Er konfrontiert die Ansichten einer Frau aus bürgerlichem Milieu mit denen des sozialistischen Wirtschaftsministers. Anschließend zeigt er die Tätigkeit der Juntas de Abastecimiento y Precios (JAP), lokal organisierter Komitees zur Kontrolle und gerechten Verteilung von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Die provokante Gegenüberstellung entwirft das Bild eines unmöglichen Dialogs. Der Film durfte seinerzeit nicht gezeigt werden, galt lange als verschollen. Erst kürzlich wurde er wiederentdeckt. Leipzig war kein Ort für den nach dem Militärputsch nach Paris emigrierten Spielfilmregisseur, im Forum der Berlinale hingegen war Ruíz ein häufiger Gast.

Florian Wüst

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29.10.
#434
CineStar 5
Teil der Kompilation
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29.10.2026
CineStar 5
#434
Teil der Kompilation
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Calendar

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Regie
Raúl Ruiz
Kamera
Sergio Mihovilovic
Produktion
Chile Films

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Retrospektive
Filmstill Caracas: dos o tres cosas
Caracas: dos o tres cosas Ugo Ulive
Radio, Werbung, Caracas. Die Wege kreuzen sich, doch die Menschen begegnen sich nicht. Eine experimentelle Collage der sozialen Realitäten im Venezuela der späten 1960er Jahre.
Filmstill Caracas: dos o tres cosas

Caracas: dos o tres cosas

Caracas: dos o tres cosas
Ugo Ulive
Retrospektive
Dokumentarfilm
Venezuela
1969
16 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Ugo Ulive verließ 1967 sein Heimatland Uruguay in Richtung der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Dort realisierte er zwei Jahre später am neu gegründeten Centro de Cine Documental de la Universidad de los Andes drei Kurzfilme: „Caracas: dos o tres cosas“, „Diamantes“ und „Basta!“. Letzterer war Teil der Leipziger Retrospektive „Film im Freiheitskampf der Völker: Lateinamerika“ von 1972. Inspiriert von Antonin Artauds Konzept des „Theaters der Grausamkeit“, sticht er durch verstörende Bilder einer Autopsie hervor, die den Grad der Entmenschlichung unter Einfluss des Imperialismus offenlegen. Ebenfalls in Form einer experimentellen Collage kontrastiert Ulive in „Caracas: dos o tres cosas“, mit der Kamera durch die Straßen von Caracas streifend, das öffentliche Gesicht der gespaltenen Gesellschaft mit Audiofragmenten aus Radio, Werbung und Popmusik.

Florian Wüst

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31.10.
#633
CineStar 5
Teil der Kompilation
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31.10.2026
CineStar 5
#633
Teil der Kompilation
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Calendar

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Regie
Ugo Ulive
Kamera
Ugo Ulive, Fernando Toro, Roberto Siso
Produktion
Centro de Cine Documental de la Universidad de Los Andes

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Kontakt
Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Retrospektive
Filmstill Chile lebt
Chile lebt Juan Forch, Michael Börner
Kunstschaffende im Exil machen die Solidarität mit Chile nach dem 11. September 1973 sichtbar: Ein Fest der Farben und Formen gegen die Diktatur. Alles in nur einer Minute.
1976
Filmstill Chile lebt

Chile lebt

Chile lebt
Juan Forch, Michael Börner
Retrospektive
Animationsfilm
DDR
1976
1 Minute
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine
Keine Premiere

Der europaweite Protest gegen die chilenische Militärdiktatur äußerte sich neben der politischen Arbeit in einer Vielzahl künstlerischer Aktionen. Zu einem visuellen Markenzeichen wurde die farbenfrohe Ästhetik der Straßenkunst der Unidad Popular, bekannt geworden durch die Ramona-Parra-Brigaden. Nach deren Vorbild realisierte z.B. die Brigada Pablo Neruda, zu der bekannte chilenische Künstler*innen im Pariser Exil wie José Balmes, Gracia Barrios und Guillermo Núñez gehörten, 1977 am Rand der documenta 6 in Kassel ein 60 Meter langes Wandbild. Dessen Entstehen dokumentiert Franz Lehmkuhls Film „Chilenische Wandmalerei“ (1977–80), den Leipzig 1980 zeigte. In seinem mit Michael Börner koproduzierten Agitationsfilm „Chile lebt“ verwendet der chilenische Journalist und Filmemacher Juan Forch Bilder der Brigada Pablo Neruda, um dem Ausdruck zu verleihen, was die Hoffnung in seiner Heimat am Leben hält: die internationale Solidarität. 1979 kehrte Forch aus dem DDR-Exil zurück nach Chile.

Florian Wüst

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01.11.
#733
CineStar 5
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 5
#733
Teil der Kompilation
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Calendar

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Regie
Juan Forch, Michael Börner
Kamera
Michael Börner
Schnitt
Juan Forch, Michael Börner
Produktion
DEFA-Studio für Trickfilme
Ton
Heinz Kaiser
Animation Technique
Cutout, Collage

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Retrospektive
Filmstill Eine chilenische Hochzeit
Eine chilenische Hochzeit Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Ein junges chilenisches Paar heiratet im DDR-Exil. Es wird fröhlich gefeiert, doch auf den Gesichtern der Gäste liegt Traurigkeit: die Erinnerung an Inhaftierung und Folter.
Filmstill Eine chilenische Hochzeit

Eine chilenische Hochzeit

Eine chilenische Hochzeit
Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1977
8 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

1977 hospitierte Valentin Milanow, bulgarischer Student an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR, im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Regisseur Rainer Ackermann war ihm als Mentor zugewiesen. Milanow kam auf die Idee, die Lebensrealität von Exil-Chilen*innen in der DDR zu porträtieren. Ein befreundetes junges Paar, Alejandra Holzapfel und José Fuica, wohnte im gleichen Plattenbaukomplex in Potsdam-Babelsberg. Sie studierte Veterinärmedizin, er wurde Lehrer für Marxismus-Leninismus. Milanow durfte ihre Hochzeit mit der Kamera begleiten. Am Rand der scheinbar fröhlichen Feier kommen die Gespräche auf die Erinnerung an Verhöre und Folter durch die Militärjunta sowie auf die Sorge um zurückgelassene Angehörige. Was die Braut selbst damals nicht erzählte: Als linke Untergrundkämpferin war sie u.a. im Gefangenenlager „Venda Sexy“ schlimmsten Misshandlungen ausgesetzt gewesen. Dieser Ort ist heute die Gedenkstätte Asociación de Memoria y Derechos Humanos Irán 3030. Geleitet wird sie von Alejandra Holzapfel.

Florian Wüst

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01.11.
#733
CineStar 5
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 5
#733
Teil der Kompilation
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Regie
Rainer Ackermann, Valentin Milanow
Kamera
Karl Faber, Eberhard Geick
Schnitt
Werner Wendt
Produktion
DEFA-Studio für Dokumentarfilme

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Retrospektive
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Zwei Jahre nach dem Militärputsch. Menschen auf Santiagos Straßen versammeln sich um die Kamera: Man könne hier nicht sprechen. Alle hätten Angst. Und doch beginnt Chile zu sprechen.
Filmstill Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind

Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1976
66 Minuten
Spanisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Der nach einer Gedichtzeile von Pablo Neruda betitelte Dokumentarfilm stellt eine Momentaufnahme Chiles nach zwei Jahren Militärdiktatur dar. In der für das Studio H & S typischen agitatorischen Rhetorik des Kalten Krieges porträtiert er sowohl Vertreter*innen des Regimes als auch die Opfer des Terrors, die sich im Zuge der Suche nach den Verhafteten und Verschwundenen zu organisieren beginnen. Anfang 1973 hatten Walter Heynowski, Gerhard Scheumann und Peter Hellmich mehrere Monate in Chile verbracht, um die Reformanstrengungen Allendes sowie die Umtriebe der rechtsradikalen Kräfte festzuhalten. Hellmich blieb länger vor Ort: Ihm gelangen am 11. September 1973 die legendären Aufnahmen der Bombardierung des Präsidentenpalastes, das erste Interview mit General Augusto Pinochet nach dem Putsch sowie die Bilder politischer Gefangener im Konzentrationslager Chacabuco in der Atacama-Wüste. Für die äußerst riskanten Interviews und Dreharbeiten von „Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind“ musste das Studio H & S ein westdeutsches Team – Gerhard Biroth, George Boultwood und Frederico Füllgraf – nach Chile schicken. Das wahre Vorhaben hinter dem durchsichtigen Alibi, „Landschaftsaufnahmen für Tourismus-Werbung“ machen und den „wirtschaftlichen Erfolg der Regierung Pinochet“ dokumentieren zu wollen, wie sich Füllgraf erinnert, blieb trotz ständiger Überwachung und dank allerlei Tricks unentdeckt. Diese Vorführung ist die Premiere der durch das Förderprogramm Filmerbe geförderten restaurierten und digitalisierten Fassung des Films.

Florian Wüst

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29.10.
#434
CineStar 5
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29.10.2026
CineStar 5
#434
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Regie
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich
Kamera
George Boultwood
Schnitt
Traute Wischnewski, Ilse Radtke
Produktion
Studio H & S
Ton
Gerhard Biroth, Manfred Berger
Musik
Sergio Ortega, Grupo Aparcoa

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Retrospektive
Filmstill El primer año
El primer año Patricio Guzmán
Das erste Jahr unter Allendes Volksregierung: Die Arbeiterklasse Chiles feiert den Sieg und packt an. Doch die Rechte sabotiert den Umbau zu einer gerechteren Gesellschaft mit allen Kräften.
Filmstill El primer año

El primer año

El primer año
Patricio Guzmán
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile,
Frankreich
1972
100 Minuten
Spanisch,
Französisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

„El primer año“ dokumentiert das erste Jahr der Unidad Popular: das böse Erwachen der herrschenden Klasse Chiles angesichts der demokratisch gewählten sozialistischen Regierung. Von der direkt einsetzenden Wirtschaftssabotage der Rechten über feiernde Arbeiter*innen, die Situation der Mapuche, die Agrarreform, die Verstaatlichung des Kohle- und Kupferbergbaus und Fidel Castros Besuch bis zum „Marsch der Kochtöpfe“ bürgerlicher Frauen, die nach Brot schreien, das sie in Fülle haben, schließt sich der Kreis der Errungenschaften und Schwierigkeiten. Neben dem journalistischen Interesse galt das Anliegen Patricio Guzmáns und seiner Mitsteiter*innen der atmosphärischen Ebene des Aufbruchs zu einer gerechteren Gesellschaft unter Salvador Allende, was „El primer año“ zu einem so berührenden Zeitdokument macht. Chris Marker bot an, mithilfe des Filmkollektivs SLON eine französischsprachige Fassung zu produzieren. Dieser sind Fotografien von Raymond Depardon vorangestellt, unterlegt mit einem Vorwort zur Geschichte Chiles. Guzmán setzte seine Arbeit an der Chronik der Ereignisse fort, bis er nach dem Militärputsch vom 11. September 1973 das Land verlassen musste. Erst im kubanischen Exil konnte er sein Meisterwerk „La batalla de Chile“ (1975–79) zusammen mit Pedro Chaskel sukzessive fertigstellen. Die drei Teile wurden sowohl bei der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche als auch im Forum der Berlinale jedes Mal gefeiert.

Florian Wüst

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29.10.
#433
CineStar 5
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29.10.2026
CineStar 5
#433
Teil der Kompilation
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Regie
Patricio Guzmán
Kamera
Toño Ríos
Schnitt
Carlos Piaggio
Produktion
La Escuela de Artes de la Comunicación de la Universidad Católica de Chile, Atacama Productions
Ton
Felipe Orrego
Sound Design
María Eugenia Rodríguez-Peña

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Kontakt
Alexandra Galvis
alexandra@bfdistribution.cl
Retrospektive
Filmstill El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá...
El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá... Santiago Álvarez
Fünf Tage nach dem Putsch wird Chiles berühmtester Liedermacher Víctor Jara von der Pinochet-Junta brutal ermordet. Die Würdigung seines Werks und Lebens als filmischer Bericht in vier Liedern.
Filmstill El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá...

El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá...

El tigre saltó y mató, pero morirá... morirá...
Santiago Álvarez
Retrospektive
Dokumentarfilm
Kuba
1973
16 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Fünf Tage nach dem Putsch wurde der berühmteste Liedermacher Chiles, Víctor Jara, brutal ermordet. Zur Würdigung seines Werks, seiner politischen Haltung und darüber hinaus der „Opfer des faschistischen Sadismus, den das Militär und die CIA seit dem 11. September 1973 in Chile verüben“, schuf Santiago Álvarez sogleich einen filmischen „Bericht in vier Liedern“. Die musikalische, stark rhythmisierte Struktur und der gleichzeitige Reportage-Charakter, der durch gefundene Nachrichtenbilder und Aufnahmen von Jara entsteht, geben die für Álvarez‘ so typische Agit-Prop-Sprache wieder. Der Filmtitel entstammt dem Gedicht „Nuestra América“ (1891) des kubanischen Dichters José Martí. Auch das Ende verweist auf die Kontinuität des antikolonialen Kampfes: Auf eine Collage internationaler Beispiele staatlicher Repression gegen Aufständische von Puerto Rico bis Vietnam und Indonesien folgen Abbildungen legendärer Befreiungsschlachten im Südamerika des 19. Jahrhunderts.

Florian Wüst

Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt

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01.11.
#733
CineStar 5
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 5
#733
Teil der Kompilation
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Calendar

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Regie
Santiago Álvarez
Schnitt
Gloria Argüelles
Produktion
ICAIC – Instituto Cubano del Arte e Industria Cinematográficos
Animation
Adalberto Hernández, Santiago Peñate

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Kontakt
Arsenal – Institut für Film und Videokunst
Fokus Ost
Filmstill Garden of Hope
Garten der Hoffnung Dieter Schumann
In einem Schweriner Neubaugebiet finden Menschen aus fünf Nationen in einem Projekt zueinander. Gärtnern gegen Einsamkeit, Vorurteile, Armut und Heimatverlust. Ein Film wie ein kleines Wunder.
Filmstill Garden of Hope

Garten der Hoffnung

Garten der Hoffnung
Dieter Schumann
Fokus Ost
Dokumentarfilm
Deutschland
2026
119 Minuten
Deutsch,
Arabisch,
Ukrainisch
Untertitel: 
Deutsch, Englisch
Audiodeskription
Keine Premiere

„Wir passen nicht zusammen“, heißt es über die „zusammengewürfelte Truppe“, die in einem Schweriner Neubaugebiet ein Gartengrundstück bewirtschaftet. Anfangs „wurschtelt“ man für sich: Omar aus Syrien, der unter seiner Sprachlosigkeit in der Fremde leidet. Der Witwer Manfred, der jeden Tag an seine Frau denkt und sich um alle kümmert. Die Ukrainerin Kateryna, die mit bunten Bildern den Krieg zu übermalen sucht. Fawze, der dreimal die Heimat verlor. Ronny, Wiebke und Max, die nach Drogen und Gewalt einen Neuanfang versuchen. Sabine, deren Lachen und Schalk kurz aufflackern und entschwinden. Petra, die sich nach einem Leben voller Arbeit keinen Konzertbesuch leisten kann. Richard, der Spiegel aufhängt, um nicht allein zu sein. Abdul aus Afghanistan, Meister der Okraschoten. Sie verständigen sich mit Händen, Füßen und „russki jasyk“, tauschen Tipps über die richtige Knoblauchaussaat und Geräte, sitzen bald unter der Kastanie zusammen und singen, kämpfen um das Projekt … Und vom Balkon rezitiert Frau Müller Goethe und schickt ein Friedensgedicht hinterher. DEFA-Urgestein Dieter Schumann und sein Kameramann Michael Kockot gelingt, was einmal Ursprung und Tugend des Dokumentarfilms war: den Ungehörten durch genaue Beobachtung eine Stimme zu geben, die auf Nähe, Vertrauen und Respekt fußt. Im Nachbarschaftsgarten geschehen „kleine Wunder“. Eines davon ist dieser Film.

Grit Lemke

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27.10.
#211
CineStar 2
Garten der Hoffnung
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27.10.2026
CineStar 2
#211
Garten der Hoffnung
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Calendar
29.10.
#464
Passage Kinos Astoria
Garten der Hoffnung
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29.10.2026
Passage Kinos Astoria
#464
Garten der Hoffnung
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Calendar

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Regie
Dieter Schumann
Buch
Dieter Schumann
Kamera
Michael Kockot
Schnitt
Philipp Schindler
Produktion
Dieter Schumann, Jana Cisar
Ton
Oliver Zydek
Sound Design
Gavin Köster

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Kontakt
Sylvia Müller
mueller@neuevisionen.de
German Distributor
Neue Visionen Filmverleih GmbH
Nominiert für: film.land.sachsen Preis
Eröffnungsfilm,
Fokus Ost
Filmstill Good Evening, Beautiful
Guten Abend, du Schöne Ina Borrmann
„Eine kleine Flamme, die aufging und die Leute inspirierte, anders über die DDR zu erzählen.“ Fast fünfzig Jahre später blicken die Protagonistinnen erneut auf das ikonische Buch von 1977.
Filmstill Good Evening, Beautiful

Guten Abend, du Schöne

Guten Abend, du Schöne
Ina Borrmann
Eröffnungsfilm,
Fokus Ost
Dokumentarfilm
Deutschland
2026
95 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Weltpremiere

„Eine kleine Flamme, die aufging und die Leute inspiriert hat, anders über die DDR zu erzählen.“ So beschreibt eine Protagonistin den Protokollband „Guten Morgen, du Schöne“ der Autorin Maxie Wander von 1977 mit Selbstauskünften ganz unterschiedlicher Frauen. Eines der erfolgreichsten Bücher der DDR und eines der wirkmächtigsten der deutschen Literaturgeschichte: Es hat Generationen von Frauen (und Männern!) geprägt und zur Selbstbefragung ermutigt – Grund genug für die Regisseurin, ein paar der Frauen heute auf das Buch und ihr Leben zurückblicken zu lassen. Es geht um Gleichberechtigung und Emanzipation, Lebensentwürfe und Rebellion, Träume und Scheitern, Liebe und Sexualität, Mütter und Väter, Männer und Frauen, Glück und Einsamkeit, den Tod und vor allem den Hunger nach Leben. Susanne Schüle filmt mit Respekt und großer Zärtlichkeit Gesichter und Körper, in die sich die Zeit eingeschrieben hat. Alter und Schönheit, Zerbrechlichkeit und Stärke. Die Erzählungen werden auf der Bildebene subtil von Amateuraufnahmen kommentiert: Körper im Stechschritt der Ideologien, Hitlergruß und Massenaufläufe. Dagegen immer wieder nackte Körper, das wilde und unangepasste Leben jenseits der Diktaturen. Krieg, Kartoffelschälen, Küsse, Kinder. So war das. So ist das. Am Ende führen die Monologe der Vergangenheit in einen heutigen Dialog der Geschlechter und Generationen. Eine Flamme.

Grit Lemke

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26.10.
Schauspiel
Eröffnungsfilm: Guten Abend, du Schöne

Eintritt frei

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26.10.2026
Schauspiel
Eröffnungsfilm: Guten Abend, du Schöne

Eintritt frei

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Calendar
26.10.
Hauptbahnhof Osthalle
Eröffnungsfilm: Guten Abend, du Schöne

Eintritt frei

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26.10.2026
Hauptbahnhof Osthalle
Eröffnungsfilm: Guten Abend, du Schöne

Eintritt frei

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Calendar
29.10.
#411
CineStar 2
Guten Abend, du Schöne
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29.10.2026
CineStar 2
#411
Guten Abend, du Schöne
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Calendar
01.11.
#7C2
Cinémathèque in der naTo
Guten Abend, du Schöne
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01.11.2026
Cinémathèque in der naTo
#7C2
Guten Abend, du Schöne
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Regie
Ina Borrmann
Buch
Ina Borrmann
Kamera
Susanne Schüle
Schnitt
Julia Albrecht
Produktion
Ina Borrmann , Marc Wächter
Ton
Nic Nagel
Sound Design
Adrian Lo
Musik
Adrian Lo

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Kontakt
Shoot from the hip Filmproduktion GmbH
info@shootfromthehip.de
German Distributor
Salzgeber & Co. Medien GmbH
Retrospektive
Filmstill Herminda de la Victoria
Herminda de la Victoria Douglas Hübner
Die Polizei räumt von obdachlosen Familien besetztes Land am Rand von Santiago. Ein Mädchen stirbt. Die Siedlung bleibt. Bis heute trägt sie ihren Namen: Herminda de la Victoria.
Filmstill Herminda de la Victoria

Herminda de la Victoria

Herminda de la Victoria
Douglas Hübner
Retrospektive
Dokumentarfilm
Chile
1969
16 Minuten
Spanisch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

In einer groß angelegten Aktion besetzt eine Gruppe obdachloser Familien im März 1967 brachliegendes Land am Rand von Santiago. Beim Räumungsversuch durch die Polizei stirbt ein Mädchen, die kleine Herminda, in den Armen ihrer Mutter. Die Räumung wird abgebrochen, die Menschen können bleiben und ohne vorhandene Infrastruktur die heute noch existierende Siedlung errichten: Herminda de la Victoria. „Voller Irrtümer und Fehler ist [der Film] meine erste Annäherung ans Kino, allerdings an ein ‚neues Kino‘, ein durch die Unterentwicklung gekennzeichnetes lateinamerikanisches Kino. Trotzdem bedeutet der filmische Prozess, Schnitt und Vertonung für mich eine vollgültige Erfahrung. ‚Herminda de la Victoria‘ engagiert sich für die Interessen der Obdachlosen in Chile, leidet mit ihnen, ist Zeugnis und ein ‚Dokument‘, das zur Stellungnahme zwingt.“ (Douglas Hübner)

Florian Wüst

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29.10.
#434
CineStar 5
Teil der Kompilation
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29.10.2026
CineStar 5
#434
Teil der Kompilation
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Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Douglas Hübner
Kamera
Héctor Ríos
Schnitt
Antonio Puchi
Produktion
Cine Experimental de la Universidad de Chile
Musik
Sergio Ortega

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Bundesarchiv
Retrospektive
Filmstill Illapu – Lied von Freiheit und Liebe
Illapu – Lied von Freiheit und Liebe Carlos Puccio
Die chilenische Folkloreband Illapu kommt nach Ost-Berlin. Zwischen den Gigs geht es um eine heikle Frage: Einzeln zurückkehren, wenn sich die Chance bietet, oder gemeinsam im Exil bleiben?
Filmstill Illapu – Lied von Freiheit und Liebe

Illapu – Lied von Freiheit und Liebe

Illapu – Lied von Freiheit und Liebe
Carlos Puccio
Retrospektive
Dokumentarfilm
DDR
1984
23 Minuten
Spanisch,
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Keine Premiere

Die chilenische Folkloregruppe Illapu wurde erst unter der Militärdiktatur richtig bekannt. Die fünf Musiker konnten arbeiten, „aber keine Farbe zeigen“. Als sie sich immer mehr dem kulturellen Widerstand gegen das Pinochet-Regime anschlossen, wurden sie 1981 des Landes verwiesen. Aus dem französischen Exil heraus tourten sie durch Europa, darunter Ost-Berlin. Hier setzt Carlos Puccios Film ein: Der chilenische Regiestudent beobachtet Illapu im Rahmen seines Diplomfilmprojekts an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR bei Proben und Konzerten. Sie sprechen über die fortbestehende Verbundenheit mit Chile und über die Frage, was wäre, wenn einzelne Bandmitglieder eine Einreisegenehmigung erhielten und dadurch Illapu auseinanderbrechen würde. 1986 zogen sie gemeinsam nach Mexiko und kehrten zwei Jahre später aufgrund des sich verändernden politischen Klimas nach Chile zurück.

Florian Wüst

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01.11.
#733
CineStar 5
Teil der Kompilation
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01.11.2026
CineStar 5
#733
Teil der Kompilation
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Regie
Carlos Puccio
Buch
Maria Teresa Guerra
Kamera
Peter Ziesche
Schnitt
Karin Geiß
Produktion
Hochschule für Film und Fernsehen der DDR im Auftrag des Fernsehens der DDR
Ton
Jochen-Peter Ihle, Volker Werner

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