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Free Zone
Abtin, ein junger Anarchist aus dem Iran, lebt nach seiner Flucht in Griechenland. In seiner Heimat führte er eine Untergrundbibliothek mit verbotenen Büchern. Wegen seiner Beteiligung an Protesten sei er verhaftet, inhaftiert und gefoltert worden. Im Athener Stadtteil Exarchia – Ort linker Utopien und schwer umkämpfter Schauplatz der Gentrifizierung – setzt er seinen politischen Kampf fort: Er organisiert sich in der Bewegung für Geflüchtete, besetzt Häuser, protestiert gegen illegale Pushbacks und kämpft für alternative Lebensentwürfe. Dabei ist seine eigene Lage höchst prekär, denn jeder Kontakt mit dem Staat kann seinen Aufenthaltsstatus bedrohen. Regisseurin Jasmine Alakari begleitet Abtin über den Zeitraum eines Jahres, erlebt seine Wut, Hoffnung und Ohnmacht, aber auch Euphorie und Zusammenhalt. Immer wieder kreist der Film um die Frage, wie sehr der politische Aktivismus das eigene Leben prägen darf und welche Rolle Gewalt dabei spielt. Währenddessen spitzt sich auf der Straße die Auseinandersetzung mit der Polizei zu und Abtin gerät tatsächlich ins Visier der Staatsmacht. Alakari dreht zwar weiter, merkt aber, dass sie sich auch mit ihrer eigenen Rolle auseinandersetzen muss. Was bedeutet es, Beobachterin zu sein? Wie weit kann ein Film die Ängste und Hoffnungen einer Person ins Bild setzen, die nicht die Freiheit hat, sich dieser Situation zu entziehen? „Free Zone“ gibt auf diese Frage keine einfache Antwort, sondern reicht sie weiter. An uns – das Publikum.
Luc-Carolin Ziemann
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt
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jasmine.alakari@gmail.com
Fuchs und Wildschwein
Fuchs und Wildschwein leben im Wald auf einem Hügel und entdecken gemeinsam die Welt. Der Herbst kündigt sich an. Begeistert beobachten sie, wie ein Blatt nach dem anderen von den Ästen segelt. Dann lockt Wildschwein Fuchs auf eine Wanderung zum großen „Blätterbaum“, an dem noch unzählige Blätter auf ihren Flug warten. Eine abenteuerliche Reise beginnt, bei der Fuchs eine Prüfung nach der anderen bestehen muss. Eine Adaption der beliebten polnischen Comic-Reihe von Berenika Kołomycka.
Lina Dinkla
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a.waszczuk@letko.pl
Gefunden!
Ein munteres Schneegestöber lockt Anna nach draußen. Als sie durch den Schnee streift, trifft sie auf einen unerwarteten Spielkameraden.Ein Schneehase – oder ist es doch nur ihre Fantasie? Nach dem Spielen geht es gemütlich aufs Sofa mit einer heißen Tasse Kakao. In klaren Farben gezeichneter poetischer Film über die Winterfreuden.
Lina Dinkla
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miguel.wasia@gmail.com
Hallo Debus
Ein bizarres Stillleben. Alltagsgegenstände liegen sorgfältig aufgereiht rund um ein Bett: Scheren, Schüsseln, Audiokassetten. Auf einem Teller liegt ein toter Fisch, umrahmt von Zitronen und Tomaten. Ein junger Mann vegetiert auf dem Bett – auch als das Telefon klingelt und der Anrufbeantworter angeht, wird er sich nicht regen. Eine streng choreografierte Szenerie trifft auf die reale Stimme eines Vaters. Er scheint bedürftig, verlangt absurderweise nach Anchovis. Plötzlich ist der Körper des Sohnes von einem blubbernden Sack umhüllt, nur noch die Füße schauen heraus, ein Schlauch liefert Wasser. Der Vater wünscht sich Roquefort, aber den echten. Überforderung und Ohnmacht nehmen auf eigenwillige Weise Gestalt an – und das ist noch nicht alles.
Anke Leweke
Thematisiert psychische Erkrankungen
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rosa.gocht@filmuniversitaet.de
Herminda de la Victoria
In einer groß angelegten Aktion besetzt eine Gruppe obdachloser Familien im März 1967 brachliegendes Land am Rand von Santiago. Beim Räumungsversuch durch die Polizei stirbt ein Mädchen, die kleine Herminda, in den Armen ihrer Mutter. Die Räumung wird abgebrochen, die Menschen können bleiben und ohne vorhandene Infrastruktur die heute noch existierende Siedlung errichten: Herminda de la Victoria. „Voller Irrtümer und Fehler ist [der Film] meine erste Annäherung ans Kino, allerdings an ein ‚neues Kino‘, ein durch die Unterentwicklung gekennzeichnetes lateinamerikanisches Kino. Trotzdem bedeutet der filmische Prozess, Schnitt und Vertonung für mich eine vollgültige Erfahrung. ‚Herminda de la Victoria‘ engagiert sich für die Interessen der Obdachlosen in Chile, leidet mit ihnen, ist Zeugnis und ein ‚Dokument‘, das zur Stellungnahme zwingt.“ (Douglas Hübner)
Florian Wüst
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Hi Mom :O
Das Filmarchiv der Mutter wirft Fragen auf. Was hat sie in den vielen Puppengesichtern gesehen, die uns durch ihre Kamera anstarren? Warum so viele Aufnahmen von Blumen? Wenn sie selbst darauf zu sehen ist, ist sie immer in Bewegung. Wollte sie weg vor irgendwas? Das erzählende Ich will seine eigenen Motive finden. Aber wo? Die Mutter kann leicht sagen: Film deine eigene Realität! Klingt toll, aber wie denn, wenn man das Gefühl hat, anders zu sein? Aus der Materialbefragung heraus finden immer mehr eigene Bilder in den Film. Sie integrieren sich. Vielleicht stellen sie die gleichen Fragen an die Welt.
Jan Künemund
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peer.langenheim@zhdk.ch
Hope Is a Word
Jan-Philipp Kohlmann
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anita@smau.no
Der Hund auf dem Papier
Die Schwester von Paul ist traurig: Seitdem sein kleiner Hund gestorben ist, hat ihr großer Bruder aufgehört, die fantastischen Comic-Abenteuer zu zeichnen, in denen er und der Hund die Helden waren. Beharrlich besteht die kleine Schwester darauf, dass er endlich die eine unvollendete Zeichnung fertigstellt. Und siehe da, der geliebte Hund erwacht in den Bildern wieder zum Leben. Gemeinsam brechen die beiden zu einer letzten turbulenten Reise auf. Vielleicht fällt Paul so auch der Abschied leichter. Wunderschön in Blau und Weiß gezeichneter Film, der selbst wie ein Comic gestaltet ist.
Lina Dinkla
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festivals@bearwithmefilm.com
Hund und Baum
Ein Animationsfilm ganz aus schwarzem und weißem Papier – und dann noch rückwärts erzählt! Eine weiße Hündin lebt in der Wurzelhöhle eines mächtigen Baumes. Doch was verbindet die beiden? Schritt für Schritt führt der Film zurück zu ihrer ersten Begegnung, als die Hündin noch ein Welpe war. Eine ebenso ungewöhnliche wie starke Freundschaft, die selbst einem gewaltigen Sturm standhält.
Lina Dinkla
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hello@paperplaneanimation.com
Ich habe keine Angst!
Vanja ist ein Tiger. Er streift durch den Urwald, er lauert auf, er greift an. Doch als es dunkel wird, fürchtet er sich – und als seine Schwester Thea das Licht anmacht, ist aus dem mutigen Tiger ein kleiner Junge geworden, in einer Wohnung ganz ohne Blattwerk. „Ich habe keine Angst“ ist Vanjas Mantra, mit dem er sich in seinem Alltag behauptet, wenn Fantasie und Realität nahtlos ineinander übergehen, das dunkle Treppenhaus ein Verlies und die Schattenspiele Monster sind. Aber auch dann, wenn er sich ausgeschlossen fühlt durch die ältere Schwester, die ihn beim Spielen nicht dabeihaben will. Marita Mayers verspielter 2D-Animationsfilm folgt Vanja dabei in alle Gemütslagen und Imaginationswelten, lässt die Bedürfnisse aller Kinder gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Erwachsenwerden ist schwer, Kindsein oft auch. Aber wenn sich alle gegenseitig sehen und verstehen, wird es schon einfacher, und oft macht es dann sogar richtig Spaß.
Marie Ketzscher
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festivaldistribution@interfilm.de
Ich würd dich gern sehen
In einem Dokfilm für Kinder geht es selten an diesen Ort: ein Gefängnis. Vier Kinder in Belgien nehmen uns hierhin mit. Sie zeigen uns den Weg vom Eingang bis zum Besuchsraum. Meist zweimal pro Woche besuchen sie dort ihre Mutter oder ihren Vater. Haftanstalten sind so gar nicht für Kinder gedacht und doch gibt es viele, die sie regelmäßig aufsuchen. Allein in Belgien haben über 16.000 Kinder einen Elternteil hinter Gittern. Dieser Film gibt den Kindern von Gefängnisinsassen eine Stimme. Sie erzählen, wie sie mit einer Situation umgehen, die sie sich nicht ausgesucht haben.
Lina Dinkla
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sebastien@dokma.be
Illapu – Lied von Freiheit und Liebe
Die chilenische Folkloregruppe Illapu wurde erst unter der Militärdiktatur richtig bekannt. Die fünf Musiker konnten arbeiten, „aber keine Farbe zeigen“. Als sie sich immer mehr dem kulturellen Widerstand gegen das Pinochet-Regime anschlossen, wurden sie 1981 des Landes verwiesen. Aus dem französischen Exil heraus tourten sie durch Europa, darunter Ost-Berlin. Hier setzt Carlos Puccios Film ein: Der chilenische Regiestudent beobachtet Illapu im Rahmen seines Diplomfilmprojekts an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR bei Proben und Konzerten. Sie sprechen über die fortbestehende Verbundenheit mit Chile und über die Frage, was wäre, wenn einzelne Bandmitglieder eine Einreisegenehmigung erhielten und dadurch Illapu auseinanderbrechen würde. 1986 zogen sie gemeinsam nach Mexiko und kehrten zwei Jahre später aufgrund des sich verändernden politischen Klimas nach Chile zurück.
Florian Wüst
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cristina.marx@filmuniversitaet.de