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Fracture
James Lattimer
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philippe.cotte@cvb.be
Free Zone
Abtin, ein junger Anarchist aus dem Iran, lebt nach seiner Flucht in Griechenland. In seiner Heimat führte er eine Untergrundbibliothek mit verbotenen Büchern. Wegen seiner Beteiligung an Protesten sei er verhaftet, inhaftiert und gefoltert worden. Im Athener Stadtteil Exarchia – Ort linker Utopien und schwer umkämpfter Schauplatz der Gentrifizierung – setzt er seinen politischen Kampf fort: Er organisiert sich in der Bewegung für Geflüchtete, besetzt Häuser, protestiert gegen illegale Pushbacks und kämpft für alternative Lebensentwürfe. Dabei ist seine eigene Lage höchst prekär, denn jeder Kontakt mit dem Staat kann seinen Aufenthaltsstatus bedrohen. Regisseurin Jasmine Alakari begleitet Abtin über den Zeitraum eines Jahres, erlebt seine Wut, Hoffnung und Ohnmacht, aber auch Euphorie und Zusammenhalt. Immer wieder kreist der Film um die Frage, wie sehr der politische Aktivismus das eigene Leben prägen darf und welche Rolle Gewalt dabei spielt. Währenddessen spitzt sich auf der Straße die Auseinandersetzung mit der Polizei zu und Abtin gerät tatsächlich ins Visier der Staatsmacht. Alakari dreht zwar weiter, merkt aber, dass sie sich auch mit ihrer eigenen Rolle auseinandersetzen muss. Was bedeutet es, Beobachterin zu sein? Wie weit kann ein Film die Ängste und Hoffnungen einer Person ins Bild setzen, die nicht die Freiheit hat, sich dieser Situation zu entziehen? „Free Zone“ gibt auf diese Frage keine einfache Antwort, sondern reicht sie weiter. An uns – das Publikum.
Luc-Carolin Ziemann
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt
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jasmine.alakari@gmail.com
Galaxies
Lillian Schwartz, eine Pionierin der Multimediakunst und Computeranimation, schuf „Galaxies“ in der Anfangsphase ihrer 33-jährigen Tätigkeit als Artist-in-Residence bei der berühmten nordamerikanischen Forschungseinrichtung Bell Labs. Die Arbeit speist sich aus Modellsimulationen von Galaxien aus dem Langley Research Center der NASA, die auf einem leistungsstarken Großrechner erstellt und Schwartz zur Herstellung eines vollständigen Films überlassen wurden. Schwartz, die einen Hintergrund in japanischer Kalligraphie und Malerei hatte und in ihrer Arbeit oft Kunst und Technologie verband, näherte sich dem Material kreativ: Sie schichtete, verzerrte und kolorierte die Bilder, um den wissenschaftlichen Daten neues Leben einzuhauchen – mit verblüffenden visuellen Effekten.
Ben Sassen
Photosensitivity warning: Enthält Lichteffekte, die bei erhöhter Lichtempfindlichkeit Überreaktionen auslösen können.
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Garten der Hoffnung
„Wir passen nicht zusammen“, heißt es über die „zusammengewürfelte Truppe“, die in einem Schweriner Neubaugebiet ein Gartengrundstück bewirtschaftet. Anfangs „wurschtelt“ man für sich: Omar aus Syrien, der unter seiner Sprachlosigkeit in der Fremde leidet. Der Witwer Manfred, der jeden Tag an seine Frau denkt und sich um alle kümmert. Die Ukrainerin Kateryna, die mit bunten Bildern den Krieg zu übermalen sucht. Fawze, der dreimal die Heimat verlor. Ronny, Wiebke und Max, die nach Drogen und Gewalt einen Neuanfang versuchen. Sabine, deren Lachen und Schalk kurz aufflackern und entschwinden. Petra, die sich nach einem Leben voller Arbeit keinen Konzertbesuch leisten kann. Richard, der Spiegel aufhängt, um nicht allein zu sein. Abdul aus Afghanistan, Meister der Okraschoten. Sie verständigen sich mit Händen, Füßen und „russki jasyk“, tauschen Tipps über die richtige Knoblauchaussaat und Geräte, sitzen bald unter der Kastanie zusammen und singen, kämpfen um das Projekt … Und vom Balkon rezitiert Frau Müller Goethe und schickt ein Friedensgedicht hinterher. DEFA-Urgestein Dieter Schumann und sein Kameramann Michael Kockot gelingt, was einmal Ursprung und Tugend des Dokumentarfilms war: den Ungehörten durch genaue Beobachtung eine Stimme zu geben, die auf Nähe, Vertrauen und Respekt fußt. Im Nachbarschaftsgarten geschehen „kleine Wunder“. Eines davon ist dieser Film.
Grit Lemke
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mueller@neuevisionen.de
Green Planet
28 Billiarden Kilometer von der Erde entfernt liegt die Galaxie RK12. Dort befindet sich ein sandiger Wüstenplanet, bewohnt von einer außerirdischen Spezies. Ohne Sonnenlicht leben die Kreaturen von der Energie der Bewegung selbst. Sie produzieren Zeit, lieben Musik und stoßen ihre sterblichen Götter zurück ins All, wenn sie genug von ihnen haben. Eine fiktive Reportage, die das große Können von Piotr Kamler zeigt. Der polnische Avantgarde-Filmkünstler schuf neben einem abendfüllenden Science-Fiction-Film zahlreiche originelle und handwerklich herausragende Kurzfilme. „Green Planet“ ist eine meisterliche Stop-Motion-Animation, in der Kamler filigrane Formen aus feinem Sand zum Leben erweckt. Akzentuierte Beleuchtung, Kontraste und Fokussierung erzeugen eine fantastische Welt mit beeindruckender Raumtiefe. Die Musik von Ivo Malec, einem Pionier der elektroakustischen und Neuen Musik, verstärkt die fremdartige Atmosphäre des weit entfernten Schauplatzes.
Franka Sachse
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Hidden Message
André Eckardt
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franz.impler@gmail.com
Hotel Utopia
Sie entwickeln Software, sind Lifestyle-Coaches, haben Marketing-Agenturen oder einen Amazon-Shop, sie reisen um die Welt, ohne für Unterkünfte zu zahlen: digitale Nomaden, denen als Arbeitsplatz mitunter ein Reisekoffer mit einem Laptop darauf reicht. Manche ihrer Sehnsüchte bleiben dabei auf der Strecke und werden zum Projekt eines umtriebigen Münchner Entwicklers: Matthias wirbt um heimatlose Individualist*innen und clevere Investor*innen, die als „Backer“ in sein Projekt einsteigen sollen, um aus einem verlassenen ehemaligen Luxus-Hotel in den bulgarischen Bergen ein hippes Coworking-Space zu machen. Er verspricht Community-Gefühl, intensive menschliche Verbindungen und wenig Steuern, Outdoor-Pool und Lagerfeueridylle. Während die von Heimat träumenden Nomaden darauf warten, dass aus der Utopie Realität wird, fühlen die Bewohner*innen der umliegenden Dörfer mit Skepsis einen neuen „Wind of Change“. Eine brillante Strukturanalyse eines Geschäftsmodells, das mit modernen Sehnsüchten handelt und sich den Raum dafür zu nehmen weiß.
Jan Künemund
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hannahbuhr@outlook.de
How to Catch a Butterfly
Carolin Weidner
Thematisiert Mord, Rassismus
Enthält Darstellungen von Rassismus
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purplerayfilm@gmail.com
Joeri is verliefd (maar...) + Zijn hart ligt op de grond (maar...)
André Eckardt
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antoncla.contact@gmail.com
Die Klasse von 1990
Eine Theaterbühne, Hamlet: der „Ruf nach Freiheit“. Die ihn deklamieren, haben ihr Handwerk gelernt. Genau hier, in Rostock, hatten sie einen Monat vor der deutschen Einheit ihr Studium begonnen. 35 Jahre später erinnern sie sich. 1990: Sie kommen aus unterschiedlichen Verhältnissen, aus Ost und West. Sind sich fremd, wohnen in der Platte. Und finden sich schnell in einem Strudel wieder, der den gesamten Osten erfasst: So wie die Betriebe ringsum soll auch die Theaterhochschule „abgewickelt“ werden. Zeitgleich brennt in Rostock-Lichtenhagen das „Sonnenblumenhaus“. Sie müssen lernen, sich zu organisieren. Wie in einem Puzzle fügen sich individuelle Erzählungen, ergänzt durch Archivbilder und historische Probenvideos, zu einem Zeitbild. In Gestalt der heute Studierenden, die Szenen von damals nachspielen, spiegelt sich die Vergangenheit in der Gegenwart. Die Geschichte der ostdeutschen Studierendenbewegung der frühen 1990er Jahre ist heute aus dem kollektiven Gedächtnis fast vollständig gelöscht. Wie in Rostock erinnert auch an der Universität Leipzig nichts daran, dass die Existenz einer Vielzahl wissenschaftlicher bzw. künstlerischer Institute und Einrichtungen allein ihrem Einsatz zu verdanken ist. „Die Klasse von 1990“ ist die dringend notwendige Korrektur einer westlich dominierten Geschichtsschreibung sowie eine Lehrstunde in Selbstermächtigung und Demokratie.
Grit Lemke
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office@poison-berlin.com
The Maternity Ward
Carolin Weidner
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contact@ajimatifilms.com
Moving Sisters
Nazieh, Shazieh und Hanieh, drei Schwestern aus Afghanistan, leben mit ihrem Vater auf unbestimmte Zeit in einem Flüchtlingscamp in Athen. Ihre Mutter ist bereits in Deutschland angekommen, wo ein neues Gesetz den geplanten Familiennachzug verhindert. Es beginnt ein Aufwachsen im Wartezustand. Über sieben Jahre begleitet der Film die Schwestern und zeigt die unstete Normalität, die sie sich trotz aller Widrigkeiten gemeinsam und getrennt aufbauen: mit Sporttrainings, Sprachunterricht und dem Drehen eigener Filmszenen, die von ihren Fluchterfahrungen geprägt sind. Christos Stefanou, Pädagoge und Filmemacher, lernte die drei Schwestern bei seiner Arbeit im Geflüchteten-Camp kennen, wo er fünf Jahre als Lehrer tätig war. Im Bewusstsein ihrer vulnerablen Situation und Lebensphase verfolgt er in seinem ersten dokumentarischen Langfilm einen kollaborativen Ansatz. Beobachtend und nah fängt er Gesten, Gedanken und Alltagsroutinen der drei Schwestern ein, wodurch sich Entwicklungsschritte und das Verstreichen der Zeit nicht nur körperlich zeigen. Und während Lernerfolge angesichts der sich ständig verändernden Lebenssituation bisweilen ihre Bedeutung verlieren, bleibt die wesentliche Frage bestehen: Wird es der Familie trotz aller Unwägbarkeiten gelingen, wieder zusammenzufinden?
Tina Jany
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christef@gmail.com