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Omsorg
Die Unbeschwertheit eines sommerlichen Tages erfüllt die Leinwand. Ein See lädt zum Baden und Toben ein, die Sonne lässt das Wasser funkeln. Eine junge Frau steht unentschlossen am Ufer, eine andere reicht ihr die Hand. Über die ausgelassenen Szenen legt sich die Erzählung einer weiteren Frau, sie handelt von frühen, schmerzhaften sexuellen Erfahrungen. Wort und Bild scheinen zunächst einen Gegensatz zu bilden. Doch je länger die Sonne am Himmel steht, desto näher kommen sich Beschreibungen und Bilder. Die Erzählerin aus dem Off spricht sich frei, berichtet, wie sie die Wünsche und Bedürfnisse ihres Körpers zunächst verdrängte. Die Begegnung mit einer Frau lässt sie ihr Begehren und ihre Lust entdecken. Die Impressionen vom See vergegenwärtigen ihre immer schöner werdenden Schilderungen – romantischer könnte ein Tag kaum enden.
Anke Leweke
Thematisiert sexualisierte Gewalt
Trailer
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
Kontakt
em.johrden@gmail.com
A Song Without Home
„Mein Leben ist ein Gefängnis“, sagt Adelina. Die junge Frau raucht und schaut in die Kamera, rechts und links von ihr sitzen die Eltern auf dem Sofa. In Schwarzweiß und im schmalen 4:3-Format wirkt die Familienszene beklemmend: Elf Jahre hat Adelina dort im Hausarrest verbracht, mit einem Vater, der ihre Identität nicht anerkennt, und einer Mutter, die liebevoll, aber machtlos scheint. Für Transpersonen wie Adelina gibt es in Georgien weder Freiheit noch Sicherheit. Queerfeindliche Angriffe passieren auf offener Straße, die rechtliche Lage der LGBTQ-Community hat sich zuletzt weiter verschlechtert. Als die Protagonistin schließlich das Dorf ihrer Eltern verlässt und nach Wien geht, verändert sich auch der Stil von Rati Tsiteladzes Debütfilm. Rot leuchtet der Lippenstift, neongelb die Lichter der Großstadt. Ein anderes, freieres Leben scheint möglich. Doch mit der Freiheit kommen neue Herausforderungen: finanzielle und gesundheitliche Probleme, die Verständigung in einer fremden Sprache – und Einsamkeit. „A Song Without Home“ ist ein intimes, impressionistisch erzähltes Langzeit-Porträt einer Person, die sich selbst entwerfen möchte und an einer unerschütterlichen Überzeugung festhält: „Kein Gesetz kann auslöschen, wer wir sind.“
Jan-Philipp Kohlmann
Thematisiert Diskriminierung von LGBTQIA2S+-Personen
Enthält Darstellungen von Diskriminierung von LGBTQIA2S+-Personen
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
Kontakt
olyaslusareva@gmail.com
Spray and Pray
Marie Ketzscher
Trailer
Termine und Tickets
Credits
Kontakt
studio@venetaandrova.com
Two Mountains Weighing Down My Chest
Felix Mende
Termine und Tickets
Credits
Kontakt
kkiefel@mediawan.com
Ein Typ aus Kleinmachnow
Eine queere Ich-Erzählung über Sehnsucht in drei Akten. Verhandelt werden chaotisch anmutende, aber dennoch systemisch funktionierende Kreisläufe von Anziehung und Abstoßung, Angst und Begehren, Konsum und Entzug, Rausch und Reue. Während der Film eine zeitlose Unmittelbarkeit erzeugt, klingt der Kommentar des Ich-Erzählers konträr dazu eher nach Overthinking als nach einem unhinterfragten Moment des Einfach-da-Seins. Egal ob im Club, am See oder in der Mensa – das eigene Judgement ist stets schneller als die Frage, wie es einem eigentlich gerade geht. Doch allmählich verändert sich etwas: Eine zunächst kaum wahrnehmbare Frequenzverschiebung setzt ein. Das anfangs stark fragmentierte Stakkato des Kommentars weicht nach und nach einer Erzählung, die sich im Zwischenraum von Düne, Traum und Wirklichkeit einpendelt.
Luc-Carolin Ziemann
Thematisiert Sucht, Drogenkonsum, psychische Erkrankungen, explizite Sexszenen
Termine und Tickets
Eintritt frei
Credits
Kontakt
leonardjvolkmer@gmx.de