Mit pantomimischen Gesten durchwebt eine Frau die graue, öde Stadtlandschaft mit hellen, sprühenden Funken, die durch zeichnerisches Zerkratzen von Fotografien entstehen.
Pantomimische Bewegungen einer Frauensilhouette: Ihre Hände und Finger fahren über die Oberfläche einer geometrischen Stadtarchitektur, fast als wollten sie die Bebauung neu vermessen. Sie durchwebt die rechtwinklige, starre Struktur und das dokumentarische Bild mit einem unregelmäßigen Netz aus Linien und belebt die Ödnis mit hellen, sprühenden Funken, die durch zeichnerisches Zerkratzen von Fotografien entstehen.
Welcher kluge Kopf steckt eigentlich hinter „AIVA”, der absolut unglaublichen KI-Novität, von der alle Welt spricht? Ein Avatar mit weiblicher Stimme stellt sich als Erfinder vor.
Welcher kluge Kopf steckt eigentlich hinter „AIVA”, der absolut unglaublichen KI-Novität, von der alle Welt spricht und die alle haben wollen? Ein Avatar mit weiblicher Stimme, zweidimensional auseinandergefaltet wie ein Schnittmusterbogen, preist sein erfolgreiches Multimillionen-Pfund-Projekt an. Eine Antwort gibt es nicht, aber eine schaurige, weitere Feedbackschleife der Künstlichkeit.
Eine verliebte Frau wagt sich aus ihrem Kokon hinaus in die irdische Welt der „toten Sprache“. Zwei Universen treffen in rohen Zeichnungen, bunt schimmernden Steinen und übermalten Videobildern aufeinander.
Die Wahrheit versteckt sich hinter der Unschärfe, aber mit zunehmender Klarheit schwindet die Verlockung des Geheimen. Eine verliebte Frau wagt sich aus ihrem Kokon hinaus in die irdische Welt der „toten Sprache“. Zum rastlosen Musikmotiv von Marian Mentrup balanciert „Achill“ waghalsig auf der schmalen Grenze zweier Universen – mit rohen, intimen Zeichnungen, schimmernden Steinen und übermalten Videosequenzen.
AIVA ist Künstlerin, belebt durch Algorithmen. Vor allem aber ist sie die ernüchternd beschränkte männliche Tech-Vision davon, wie mehr Diversität im Kunstbetrieb aussehen könnte.
AIVA ist Künstlerin, belebt durch Algorithmen. Vor allem aber ist sie eine Tech-Vision männlichen IT-Engagements für mehr Diversität im Kunstbetrieb. In ihrer Malerei bevorzugt AIVA folglich das „Hochformat“. Eine „Kunst-Doku“ lässt an ihrem Schaffen teilhaben und nimmt jedes Klischee mit. Mit zielsicherem Witz reflektiert Veneta Androva in ihrer computeranimierten Zukunftsfiktion einen Istzustand.
Eine Person an einem Tisch. Die Zeit dreht ihre gewohnten Runden – bis sie sich verschluckt. Die Normalität verrutscht. Aus dem Tisch wird eine wilde Kombination ständig wechselnder Perspektiven.
Eine Person sitzt an einem schlichten Tisch. Die Zeit dreht ihre gewohnten Runden – bis sie sich verschluckt. Momente fallen zusammen, Blickwinkel auseinander, die Normalität verrutscht. Der Tisch wird zu einer nicht zu bändigenden Kombination aus ständig wechselnden Perspektiven. Die beunruhigte Person verwandelt sich in einen verzerrten Zeitkörper. Die Welt atomisiert sich in Grundformen und -farben.
Eine performative Rekonstruktion skizziert und verdichtet den Alltag an der Grenze zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko, über die illegal Waren wandern.
In Randa Maroufis performativer Rekonstruktion wirkt zunächst alles aufgeräumt. Fein sortiert stehen Autos Schlange, schnüren Händlerinnen ihr Gepäck. Vor dem eintönig-grauen Hintergrund wirken die Szenen schematisch wie ein Anleitungsplan, auf dem sich plötzlich alles grafisch verdichtet. Alltag an der Grenze zwischen der spanischen Exklave Ceuta und Marokko, über die illegal Waren wandern.
Mies van der Rohe, Architekt der Transparenz: Hier rotieren seine Bauelemente, vermehren und überlagern sich, bis die schwindelerregende Verdichtung den umbauten Raum verdrängt.
Mies van der Rohe revolutionierte die Architektur mit seiner radikal reduzierten Formensprache der klaren Linien und Transparenz. Claudia Larcher collagiert seine Bauelemente – Rahmen, Säulen, Geländer –, lässt sie um ihre eigene vertikale Achse rotieren, vermehrt und überlagert sie, bis eine schwindelerregende Verdichtung eintritt, die den umbauten Raum und damit die Transparenz verdrängt.
Mal verwirrender Echoschwarm, mal stachelbewehrter Punk – immaterielle Masken an der Grenze zwischen Mode und Kunst verhüllen ebenso viel, wie sie über die Maskierten verraten.
Malerei, virtuelle Skulpturen, technophile Kreuzungen aus Wirklichkeit und Illusion – seit 2018 kreiert Aaron Jablonski für Social-Media-Kanäle mobile Face-Filter. Mal bilden sie einen verwirrenden Echoschwarm um den Kopf, mal sind sie stachelbewehrter digitaler Punk. Die immateriellen Masken an der Grenze zwischen Mode und Kunst verhüllen ebenso viel, wie sie über die Maskierten verraten.
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking BertAnne Isensee
Die meisten Unfälle passieren zu Hause, manchmal in Form eines Textes von Brecht, der unerwartet an die eigene politische Verantwortung appelliert. Irgendetwas muss doch getan werden!
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Animation Perspectives 2023
Animationsfilm
Deutschland
2020
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Dort ereilt eine jazzliebende Zeichenfigur unvorbereitet die Wiederbegegnung mit einem Text von Bertolt Brecht und mit ihm ein Appell an die eigene politische Verantwortung. Wenigstens irgendetwas ist zu tun, um nicht auf die falsche Seite zu geraten. Eine pointierte, aufgeräumte Betrachtung mit Verständnis für menschliches Zaudern.
André Eckardt
Credits
Regie
Anne Isensee
Buch
Anne Isensee
Schnitt
Anne Isensee
Produktion
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, Lorena Junghans
Eine reale tropische Ferienanlage als Bühne, auf der Personal und Gäste ihre Rollen in lebenden Bildern vorstellen. Sie verbergen ihre Gesichter hinter geschnitzten Emoji-Masken.
Eine reale tropische Ferienanlage wird zur Bühne, auf der Personal und Gäste ihre Rollen in lebenden Bildern vorstellen. Sie verbergen ihre Gesichter hinter geschnitzten Emoji-Masken, die in der digitalen Welt Emotionen ausdrücken und Bewertungen dienen. Es entsteht eine oberflächliche und zugleich subversive Halbwirklichkeit aus sprachlichen, sozialen und kulturellen (Miss-)Verständigungsebenen.
Die Sehnsucht, dass endlich etwas passieren möge, erfüllt sich mit einem Kuss. Nicht mit einem der romantischen Art, sondern mit einem ungeheuerlichen, von dem alle Welt sprechen wird.
Die Sehnsucht, dass endlich etwas passieren möge, erfüllt sich mit einem Kuss. Jedoch nicht mit einem der romantischen Art, sondern mit einem ungeheuerlichen, einem Kuss, von dem alle Welt sprechen wird. So stapft Dodi wachsam durch den Alltag und die Partys, umwölkt von den Stimmen anderer. Ihren selbstbewussten Weg zeichnet „EXOMOON“ nach: kaleidoskopisch, mit gestalterischen Brüchen.
Die Fotoalben anderer Familien bewahren ganz besondere Geheimnisse. Die Arme und Hände von unbekannten Großeltern, Tanten und Freund*innen führen ein geisterhaftes Gebärdenspiel auf.
Gefundene private Fotoalben: So konkret wie die darin enthaltenen Bilder etwas zeigen, so abstrakt bleiben die Zusammenhänge zwischen ihnen. Die Großeltern, Tanten und Kinder in diesem Film blicken nicht aus dem Album und der Vergangenheit heraus zu den Betrachtenden im Jetzt, sondern in die rätselhafte Tiefe eines Hausflurs oder die Weite einer Bucht. Poetische Interpretationsräume tun sich auf.
Auf der Fassade des Pariser Kulturrestaurants EP7 lädt eine animierte Architekturcollage zu einem irritierenden Vexierspiel aus Fluchten, Winkeln und Geometrien im Cityalltag ein.
Die Fassade des Pariser Kulturrestaurants EP7 bildet die Präsentationfläche für eine animierte Architekturcollage. Versetzt rotieren Außenansichten von Gebäuden. Das Vexierspiel aus Fluchten, Winkeln und Geometrien wirkt irritierend. Die Raumtiefen locken den Blick in das vermeintliche Körperinnere hinter der Fassadenhaut, die aber gleichzeitig Spiegel für eine Stadtarchitektur der Rastlosigkeit ist.
Ein Eigenheim, mitten am Tag, nur die elektrischen Geräte surren. Der Kamerablick gleitet durch die Räume, die der Schnitt auseinanderfaltet, und erfasst Unheimliches, Merkwürdiges.
Ein Eigenheim, mitten am Tag, nur die elektrischen Geräte surren. Der Kamerablick gleitet durch die Räume und Etagen, die der Schnitt auseinanderfaltet und schwellenlos aneinanderlegt. Kleine Merkwürdigkeiten wuchern in dem bürgerlichen Habitat: ein unbeantwortetes Türklingeln, eine offene, Licht aussendende Kühltruhe. Die Normalität flüstert, möglicherweise unbeabsichtigt, etwas Unheimliches.
Mit kindlicher Stimme und skizzenhaften Bildern spürt hier jemand der eigenen Angst nach. Es gibt sichere Indizien wie eine Schaufel und ein schwarzes Ding, das wie eine Spinne die Seele packt.
„Ich kenne dich“ ist leichter gesagt als „ich kenne mich“. Mit kindlicher Stimme und skizzenhaften Bildern spürt hier jemand der eigenen Angst nach. Es gibt sichere Indizien wie die Schaufel, mit der sich eine junge Frau ein tiefes Loch gräbt. Und es gibt das schwarze Ding, das wie eine Spinne ihre Seele packt. Ein vorsichtiges und neugieriges Sich-Näherkommen in mal konkreten, mal abstrakten Tuschezeichnungen.
Sie schreit und flüstert ihre Wünsche und tanzt den Kompromiss aus der Welt, einfach so, wie sie es will. Ein enthusiastischer und farbenfroher Weckruf für Selbstbestimmung und Lebenslust.
Eine Frauenstimme schreit und flüstert ihre Wünsche, je nachdem wie ihr gerade zumute ist und was sie will. Ihr cartoonhaft reduzierter und überzeichneter Körper tanzt den Kompromiss aus der Welt. Geradeaus, im Zickzackkurs oder in schwungvollen Kurven geht es durch das bunte Leben. Anne Isensee formuliert einen enthusiastischen Weckruf für Selbstbestimmung und Lebenslust.