Eine filmische Geisterbeschwörung: Ante Zlatko Stolica erinnert sich mit Horrorfilm-Versatzstücken an Kindheitsängste, die eine Frau aus dem Dorf seiner Großmutter in ihm auslöste.
In dieser filmischen Geisterbeschwörung erinnert sich Ante Zlatko Stolica an Kindheitsängste, die eine gehörlose Frau aus dem Dorf seiner Großmutter in ihm auslöste. Der Geist von Janja, eine Anspielung auf die slawische Märchengestalt Baba Jaga, suchte ihn in Träumen heim, lauerte an dunklen Orten und verbündete sich mit anderen Gruselfiguren. Stillleben, Horrorfilme und eine düstere Soundkulisse evozieren das Unbehagen, das den Regisseur, auch nach dem Tod von Janja, noch immer beschäftigt.
In dieser existenzialistischen Animationsverrücktheit wandeln am Absurden Leidende durch ein gutes Dutzend lakonische Momentminiaturen. Sie suchen, was nicht zu finden ist: Sinn.
Ein Mann duscht in Socken und zerfließt. Ein Greifautomat, in dem man nichts greifen kann, wird mit Geld gefüttert. Eine Nixe stellt Skulpturen von Füßen her. Eine Frau packt eine Banane in eine Plastiktüte, dann in noch eine und noch eine und … Lauter am Absurden leidende Figuren wandeln durch ein gutes Dutzend lakonisch gezeichnete Momentminiaturen. Sie suchen ohne Unterlass, was nicht zu finden ist: Sinn. Katarzyna Miechowiczs animierte Verrücktheit kribbelt, sogar existenzialistisch.
Ein Landleben im Westen Serbiens, das Dragica alles abverlangt. Kühe wollen gemolken, Tomaten geerntet werden. Die täglichen Erfordernisse lassen kaum Zeit zum Innehalten.
An Arbeit mangelt es Dragica nicht. Haus samt Vieh im Westen Serbiens verlangen Einsatz von früh bis spät. Sie melkt, erntet, bereitet den Brei für ihre behinderte Tochter. Ihre eigene Mutter ist unlängst verstorben. Nun trägt Dragica Schwarz und besorgt ihrem alten Vater die Rasur. Kann es eine Alternative zur tagtäglichen Aufopferung geben? Isaac Knights-Washbourn lässt, wie beiläufig, Raum für derlei Überlegungen: Beim Zerkleinern der Tomaten öffnet sich die Frau einem Gast aus der Stadt.
Remember How I Used to Ride a White HorseIvana Bošnjak Volda, Thomas Johnson Volda
Geistesabwesend ausgeführte Alltagsroutinen im Café „White Horse“ überlagern sich mit Tagträumen und Klangschleifen, bis der Realität der Boden unter den Füßen wegbricht.
Im Café „White Horse“ gehen Kellnerin und Gäste apathisch ihren Routinen nach. Die Realität um sie herum scheint sich derweil immer weiter zu destabilisieren: zwischen weißem Rauschen und dem Klang von Stimmgabeln, zwischen Tagträumen mit galoppierenden Rittern und ewig wachsenden Bergen aus rieselndem Tütenzucker. Ivana Bošnjak Volda und Thomas Johnson Volda schichten diese Bilder und Töne übereinander, bis sie aufbrechen – und den Weg zum Atmen freigeben.
Für den über achtzigjährigen Vakho ist die von Eis bedeckte Bergregion im georgischen Kaukasus ein selbstgewähltes Exil – aus tief empfundener Schuld am Tod seines Bruders.
An die Felsen des Kasbek, über 5.000 Meter hoch und von Eismasse bedeckt, soll der Mythologie nach schon Prometheus gefesselt worden sein. Für Vakho ist die Bergregion im georgischen Kaukasus ein selbstgewähltes Exil – aus tief empfundener Schuld. Vor 48 Jahren verlor er seinen Bruder unter tragischen Umständen, die ihm zuvor im Traum begegnet waren. „Ich konnte die Vergangenheit nicht loslassen“, erklärt der heute über achtzigjährige Mann in diesem visuell eindrucksvollen Kurzfilmporträt.