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La infancia de Marisol
Der kubanische Dokumentarfilm war nie nur national orientiert, sondern sah seine Aufgabe auch darin, über die Vorgänge in der sogenannten Dritten Welt zu informieren. Bekannte Filme von Santiago Álvarez behandeln die antiimperialistischen Kämpfe in Vietnam und Laos. Ab Ende der 1970er Jahre erweiterte sich der Fokus auf die Bürgerkriege in Nicaragua und El Salvador, was sich im Leipziger Festivalprogramm gut ablesen lässt. In Oberhausen wiederum lief 1980 neben der Retrospektive „Kino in Cuba 1959–1979“ Bernabé Hernández’ „La infancia de Marisol“, einer der ersten kubanischen Filme, der nach dem Sieg der nicaraguanischen Revolution im Juli 1979 gedreht wurde. Grundlage sind die Erzählungen der 14-jährigen Marisol. Sie berichtet, wie sie sich der Sandinistischen Befreiungsfront anschließt, gegen die Diktatur kämpft, gefangen genommen und wie ihr Vater und ihr Bruder bestialisch gefoltert wird. Am Ende steht der Aufbruch in ein neues Leben: Marisols Studium in Kuba.
Florian Wüst
Thematisiert körperliche Gewalt, Folter
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spicher@kurzfilmtage.de
Magic Atlas
Marie Ketzscher
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt, Drogenkonsum, Gewalt an Kindern
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g362005@163.com
Maros Foto
Anfang der 2000er-Jahre macht Maria Nikolaidou auf der Münchner „Panzerwiese“ ein Foto: Ihr Sohn Alexandros und ein anderer kleiner Junge spielen Krieg. Eine Frau mit Engelsflügeln legt schützend die Arme um die beiden. 23 Jahre später kehren Mutter und Sohn an den Entstehungsort der Schwarz-Weiß-Aufnahme zurück. Mit derselben Kamera dreht Alexandros nun einen Fotofilm über das Bild von damals und trifft sich auch mit seinem einstigen Spielkameraden. Aus dem Off bringen ihre Erinnerungen und Assoziationen unterschiedliche Perspektiven und Stimmungen zum Vorschein. Die Geschichte und die Geschichten hinter einer Fotografie werden rekonstruiert: Was wurde damals übersehen? Warum sollte Alexandros keine Waffe von den Großeltern bekommen? Wer ist die Person auf dem Hügel im Hintergrund? Am Ende entsteht ein neues Bild.
Anke Leweke
Trailer
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a.murboeck@posteo.de
Mum’s Hair
Der Verlust der Kopfhaare durch eine Chemotherapie ist für viele Menschen ein schmerzhafter Einschnitt, auch weil die Glatze die neue Verletzlichkeit so ausstellt. Doch Maja Arnekleiv, die Tochter der norwegischen Animationsregisseurin Anita Killi, verwandelt die Schritte der Transformation – die Original-Mama-Haare, die Fast-Glatze, den neuen Haarwuchs, der so anders ist als die Pre-Chemo-Haare – in eine Hommage an Resilienz, Liebe und Familienzusammenhalt, auch in schwierigen Krankheitszeiten. In einem über zwei Jahre entstandenen Pixilation-Dokumentarfilm hält sie in 755 (aus über 3.000 geschossenen) Einzelbildern fest, wie sie und ihre Geschwister die Haare von Anita Killi, die die Betrachter*innen dabei immer fest im Blick hat, frisiert, föhnt, stylt, mit Zöpfen und Haarspray herrichtet. Mal lachend, mal ernst, immer liebevoll. Für ihren zarten, sehr rührenden Film, der die Vierfach-Mama feiert, wie auch immer sie ausschaut, gewann Maja Arnekleiv 2017 die Goldene Taube.
Marie Ketzscher
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claus@trollfilm.no
Nachtcafé
In der alten Franziskanerkirche brennt Licht. Die Gäste treffen ein, zum Aufwärmen und Schlafen. Es gibt Suppe und Berliner. Wenn alle versorgt sind, wird es wieder dunkel. Eine Stimme fragt die Filmemachenden: Kennen Sie Köln gut? Zwischen sehr viel Schwarzbild ein paar Fotografien. Menschen, Orte, Ingo erzählt. Eine alternative Stadtführung aus der Perspektive von Menschen, die auf der Straße leben. Interessant auch dann, vielleicht sogar Kunst, wenn man nicht viel erkennen kann. Am Ende der dokumentarischen Miniatur geht das Licht wieder an. Und der Protagonist tritt hinaus auf die Straße.
Jan Künemund
Thematisiert Drogenkonsum, psychische Erkrankungen
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ute.dilger@khm.de
Nicole Nicole
Alberte und Nicole sind Mutter und Tochter, drei Jahrzehnte trennen sie. Mit 55 und 87 leben sie immer noch zusammen in einer Villa am Genfer See und haben sich in ihrer gegenseitigen Abhängigkeit eingerichtet: Nicole zögert, ihre Mutter zu verlassen, während es Alberte schwer fällt, sie gehen zu lassen; sie fürchtet das Alleinleben. In einem Haus voller Erinnerungsstücke, Katzen und zu vielen Uhren fühlt sich das Vertraute sicher an für das Mutter-Tochter-Duo, das oft gleichzeitig, wie Synchronschwimmerinnen, einnickt. Doch mit der Zeit macht sich die Familie Sorgen über Nicoles Selbstständigkeit. Nicole gilt als neuro-atypisch, „ambivalent“ in Bezug auf ihren vermeintlichen Zustand, und es gibt wenig Einrichtungen, die sie adäquat versorgen können. Dann beschließt Nicoles Schwester Danielle, ihr bei der Suche nach einer Wohnung und einer Arbeit zu helfen. Diese Szenen spielen sich parallel zum Alltag der Familie und den intimen Gesprächen vor der Kamera ab. Außerdem macht sich Nicole mit ihrer filmemachenden Nichte Lauren an eine spielerische kreative Übung, in der sie sich die vielen Szenarien des Lebens ausdenkt.
Sevara Pan
Enthält Darstellungen von psychische Erkrankungen
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Eintritt frei
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The Nights
James Lattimer
Enthält Darstellungen von nudity, explicit sex scenes
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no_mercy_in_Mexico
André Eckardt
Thematisiert Drogenkonsum, Tod, Mord
Enthält Darstellungen von körperliche Gewalt, Folter
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Nonna Lucia
Marie Ketzscher
Thematisiert Tod
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marcelbarelli@bluewin.ch
The Orbit of Minor Satellites
Marie Ketzscher
Thematisiert Tod
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chrissullivanx@gmail.com
Patronymic
„Was für eine Kleinigkeit, sich in Zeiten einer Invasion darüber den Kopf zu zerbrechen. Es ist doch nur ein bürokratischer Eintrag“, spottet der Chor der Kritiker*innen. Aus Mariias internationalen Dokumenten ist ihr Patronym Volodymyrivna verschwunden – ein zweiter Vorname, der auf den Namen ihres Vaters verweist. Für sie ist der Name mehr als eine Formalität: Er verbindet sie mit ihrem Vater und der Ukraine. Der persönliche Film verknüpft auf spielerische Weise dokumentarische Aufnahmen mit Archivmaterial, offiziellen Dokumenten und inszenierten Nachstellungen in einem Nachtzug. Dabei hinterfragt er das patriarchale Konzept des Patronyms und beleuchtet seine postkolonialen Verbindungen. Für Mariia ist dies nach „May 9th“ (2015) und „Three Windows on South West“ (2023) bereits das dritte Werk, in dem sie sich mit ihrer Identität auseinandersetzt.
Seggen Mikael
Thematisiert Kriegsszenen
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shortsfit@gmail.com
René
Helena Třeštíková gewann mit René 2008 in Leipzig die Goldene Taube.
Grit Lemke, DOK Leipzig Katalog 2008