Filmarchiv

Land (Film Archive)

Filmstill Au Revoir, Pugs

Au Revoir, Pugs

Au Revoir, Pugs
Brett Allen Smith
Internationaler Wettbewerb Dokumentarfilm 2023
Dokumentarfilm
Italien,
Dänemark
2023
9 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Keine

Leicht entrückt, doch friedlich muten die Erinnerungswelten von Brett Allen Smith zunächst an. Da ist ein kleiner Mops – neugierig, fidel und vor allem lebendig, ein harmloser Auskundschafter von Wiesen und Wohnzimmern. Gleichzeitig treibt den Regisseur eine innere Bruchstelle an, eine Irritation, die es über Telefonate mit Familienmitgliedern auszuleuchten gilt: Wie real sind die Erinnerungen, die so gewaltige Spuren in ihm hinterlassen haben? Vor Smiths innerem Augen etwa türmt sich ein Hügel auf, unter dem zwei Hunde begraben liegen. Und es gibt Sonnenblumen, imposante Gewächse, die für seine fünfjährigen Kinderhände nicht zu pflücken sind, weil sich die Wurzeln so tief in den Boden gebohrt haben.

Heute, da der Regisseur selbst Vater und Hundehalter ist – Aufnahmen zeigen ein Baby samt Mops –, verwischt das gedankliche Gerüst, ja, vielleicht sogar etwas Identitätsstiftendes. Die Telefongespräche mit seinen Schwestern führen ins Leere. „Au Revoir, Pugs“ spielt auf visueller Ebene mit Abbildern, Animationen und nostalgischen Effekten, während Melodien von weither erklingen, süßlich und melancholisch, aber auch etwas unheimlich. Eine Verdichtung von nicht einmal zehn Minuten Länge, eine sich behutsam anschleichende Erschütterung.

Carolin Weidner

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Brett Allen Smith
Kamera
Brett Allen Smith
Schnitt
Brett Allen Smith
Produktion
Andrea Gatopoulos, Brett Allen Smith, Marco Crispano
Animation
Théo Chikhi
Doc Alliance Award 2024
Filmstill Balomania
Balomania Sissel Morell Dargis
Die unglaubliche Geschichte der „Baloeiros", einer Untergrundkultur im Herzen von Brasiliens Favelas. Riesenballons, im Verborgenen hergestellt, lassen aus dem Staunen nicht herauskommen.
Filmstill Balomania

Balomania

Balomania
Sissel Morell Dargis
Doc Alliance Award 2024
Dokumentarfilm
Dänemark,
Spanien
2024
93 Minuten
Portugiesisch (Brasilien),
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Ein riesiges, leuchtendes Gebilde mit dem Antlitz von Rocky Balboa zieht durch die Nacht, rätselhaft und wie aus einer anderen Welt. Erst allmählich offenbart sich die tatsächliche Größe. Sissel Morell Dargis erzählt die unglaubliche Geschichte der „Baloeiros“, einer Untergrundkultur im Herzen von Brasiliens Favelas. Diese losen Gruppen haben sich dem Bauen, Steigenlassen und Jagen von Heißluftballons verschrieben. Das klingt nicht besonders spektakulär? Wer die gigantischen Objekte aus feinem Seidenpapier sieht, die oft populäre Figuren wie Karate Kid oder Superman abbilden, wird aus dem Staunen so schnell nicht herauskommen! Solch ein Ballonstart, dem manchmal Jahre des Schweißens und Klebens in heimlichen Werkstätten vorausgehen, ist nämlich nicht nur ein logistisch komplexes Unterfangen. Es ist auch gefährlich. Denn die „Baloeiros“, die mit ihrer Leidenschaft keinen Centavo verdienen, werden als kriminelle Vereinigung verfolgt.
Es dauert eine ganze Weile, bis Morell Dargis das Vertrauen dieser verborgenen Gemeinschaft gewinnt. Die Ballons dienen ihr dabei auch als Metapher für ein Land, das sich in einer politisch ebenso fragilen wie festgefahrenen Situation befindet, in dem die am Rande der Gesellschaft sich Durchschlagenden kaum auf ihre Rechte pochen können. Ein intimer, vielschichtiger und actiongeladener Film, der gängige Vorstellungen vom Leben in den Favelas auf den Kopf stellt.

Lina Dinkla

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Regie
Sissel Morell Dargis
Kamera
Sissel Morell Dargis, Elisa Barbosa Riva
Schnitt
Biel Andrés, Rikke Selin Als, Isabela Monteiro de Castro, Steen Johannessen, Sissel Morell Dargis
Produktion
Jesper Jack, Marie Schmidt Olesen, Marieke vanden Bersselaar, Carles Brugueras, Marie Schmidt Olesen, Jesper Jack
Sound Design
Carlos E. Garcia
Musik
Aquiles Ghirelli, O Novíssimo Edgar
Filmvertrieb
Eli Kilpatrick
Kids DOK 2025
Filmstill Books Are Made of Trees
Books Are Made of Trees Julianna Jakubowska
In den Wurzeln einer alten Eiche teilt sich der mürrische Dachs seine Höhle mit vielen Büchern. Als sich eines Tages eine Raupe durch das Papier frisst, muss er sich etwas überlegen.
Filmstill Books Are Made of Trees

Books Are Made of Trees

Books Are Made of Trees
Julianna Jakubowska
Kids DOK 2025
Animationsfilm
Dänemark
2025
7 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch (Overvoice)

Die alte Eiche schwankt bedenklich. In ihren Wurzeln hat der mürrische Dachs seine Höhle. Umgeben von unzähligen Büchern verbringt er seine Zeit mit Lesen und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Eines Tages jedoch frisst sich eine Raupe durch seine Bibliothek. Verärgert versucht er, den Eindringling zu vertreiben – ohne Erfolg. Vielleicht ist nun die Zeit gekommen, die Höhle zu verlassen?

Lina Dinkla

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Regie
Julianna Jakubowska
Buch
Julianna Jakubowska
Kamera
Amalia Eiron
Schnitt
Ágúst Elí Ásgeirsson
Produktion
Karen Haldrup
Ton
Magnus Rubink
Sound Design
Mathias Grønkjær Madsen
Musik
August Bager
Animation
Karen Haldrup
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Flee

Flugt
Jonas Poher Rasmussen
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Dänemark,
Frankreich,
Schweden,
Norwegen
2021
86 Minuten
Dänisch,
dari,
Russisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Amin konnte viele Jahre nicht über seine Fluchterfahrung sprechen. Erst jetzt findet er den Mut und öffnet sich seinem Schulfreund, dem Filmemacher Jonas Poher Rasmussen. Seit seiner frühesten Kindheit war Amins Leben geprägt von politischen Unruhen in seinem Geburtsland Afghanistan und bald auch vom Erwachsenwerden ohne ein stetes Zuhause. Seine schmerzhaften Erinnerungen werden in eindrücklichen Animationen dargestellt und mit dokumentarischem Material verwoben.

Dass eine Flucht nicht von Punkt A nach Punkt B verläuft und dann einfach endet, ist keine neue Erkenntnis. Wie steinig und verworren es sich tatsächlich gestaltet, zeigt sich an Amins Geschichte, die von Afghanistan über Russland, Estland und einige andere Stationen nach Dänemark führt. Erst als sein Leben mit bevorstehender Hochzeit und guter Karriere in sicheren Bahnen verläuft, findet er die Kraft zu berichten, was er durchmachen musste, um heute dort zu sein, wo er ist. In einem fast psychoanalytisch anmutenden Setting erzählt der Protagonist – im Liegen – von seiner Vergangenheit. Die Narration bewegt sich spiralförmig zwischen Damals und Heute und ermöglicht immer wieder Atempausen zwischen den traumatischen Eindrücken, die durch ergreifende Animationen fast körperlich spürbar werden. Nicht von ungefähr kommt, dass „Flee“ bereits mehrfach preisgekrönt ist und schon jetzt als ein „instant classic“ gilt.
Kim Busch

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Regie
Jonas Poher Rasmussen
Buch
Jonas Poher Rasmussen, Amin
Schnitt
Janus Billeskov Jansen
Produktion
Monica Hellström, Charlotte De La Gournerie, Signe Byrge Sørensen
Musik
Uno Helmerson
Animation
Kenneth Ladekjær
Filmvertrieb
Shoshi Korman
Extended Reality: DOK Neuland 2021
Media Name: f2ecd361-3a54-4677-81e5-ec1ae0dc2691.jpg
Hush Vibeke Bryld
Eine meditative Reise in die nordische Mythologie: Während sich die irdische Welt auflöst, ziehen uns Stimmen in ein verloren gegangenes Universum unter Wasser.
2020
Media Name: f2ecd361-3a54-4677-81e5-ec1ae0dc2691.jpg

Hush

Havfolket kalder mørknet vand
Vibeke Bryld
Extended Reality 2021
-
Dänemark
2020
12 Minuten
ohne Dialog

In der nordischen Mythologie ranken sich zahlreiche Sagen um Wasserwesen, die Seefahrer hinaus aufs Meer locken. Die VR-Erfahrung nimmt uns mit auf eine meditative Reise in diese mythische Wirklichkeit. Während sich die Welt um uns herum auflöst, ziehen uns Stimmen in ein verloren gegangenes Universum unter Wasser, in dem die Grenzen zwischen Realität, Fantasie, Mensch und Natur verblassen.

Lars Rummel

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Produktion
Maria Kristensen
Ausführende Produktion
Heidi Elise Christensen, Signe Byrge Sørensen
Produktionsfirma
Final Cut for Real
Animation
Lars Hemmingsen Nørgaard
VR Entwicklung
Lars Hemmingsen Nørgaard
Künstlerisches Design
Elin Maria Johansson
Ton
Mads Michelsen, Sune Kaarsberg
Musik
Signe Lykke
Regie
Vibeke Bryld
Kids DOK 2023
Filmstill Into the Blue
Into the Blue Ömer Sami
In Dänemark bietet die Polizei freiwillige Bootcamps für Mädchen an. Die 12-jährige Tatheer aus Kopenhagen nimmt teil. Weit weg von zu Hause ist sie am Ende ein paar Zentimeter gewachsen.
Filmstill Into the Blue

Into the Blue

I det blå
Ömer Sami
Kids DOK 2023
Dokumentarfilm
Dänemark
2022
28 Minuten
Dänisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit

In Dänemark bietet die Polizei regelmäßig sogenannte Bootcamps an, um Nachwuchs zu finden. Vor allem Mädchen aus weniger privilegierten Verhältnissen werden angeworben. Die 12-jährige Tatheer aus Kopenhagen nimmt an solch einem einwöchigen Kurs teil. Weit weg von zu Hause, tief in den Wäldern muss sie sich in dieser neuen Gruppe zurechtfinden, um am Ende ein paar Zentimeter gewachsen zu sein.

Lina Dinkla

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Regie
Ömer Sami
Kamera
Roxana Reiss
Schnitt
Laura Skiöld Østerud
Produktion
Alma Dyekjær Giese
Ton
Nanna Buch
Sound Design
Nanna Buch
Musik
Philip Owusu
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Lift Like a Girl

Ash ya Captain
Mayye Zayed
Deutscher Wettbewerb 2020
Dokumentarfilm
Dänemark,
Ägypten,
Deutschland
2020
95 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

In einem staubigen Wohnviertel nahe des Hafens von Alexandria befindet sich das „Sportstudio“ von Captain Ramadan. Der ehemalige Profiathlet coachte hier über zwanzig Jahre lang junge Frauen im Gewichtheben – unter anderen auch seine Tochter Nahla, die erste ägyptische Weltmeisterin. Ein außerordentlich nahes Porträt dieses Einzelkämpfers, der den sportlichen Nachwuchs Ägyptens selbstfinanziert zur Weltklasse hob, rückt zudem eine zweite Protagonistin in den Fokus: die junge Asmaa.

Mayye Zayed begleitet vier Jahre lang die anfangs 14-jährige Schülerin des Captains. In ihrem roten Popeye-der-Seemann-T-Shirt bahnt sie sich mithilfe ihres Lehrers den Weg zu Wettkämpfen der globalen Oberliga. Behutsam entfaltet sich die Geschichte der inneren Höhen und Tiefen der introvertierten jungen Frau, deren Gefühlslagen die Kamera ohne viele Worte präzise einfängt. Die Dramaturgie der chronologischen Erzählung folgt den Ereignissen in bester Direct-Cinema-Manier und passt sich dem Rhythmus des Lebens – und des Todes – auf bemerkenswerte Weise an. Es entsteht das Porträt einer ungewöhnlichen Beziehung und einer rauen Umgebung, die den Beteiligten nicht nur physische Stärke abverlangt.
Borjana Gaković

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Regie
Mayye Zayed
Buch
Mayye Zayed
Kamera
Mohamad Elhadidi
Schnitt
Sara Abdallah
Produktion
Mayye Zayed
Co-Produktion
Anke Petersen, Anna Bolster
Ton
Samir Nabil, Kristoffer Salting, Brian Dyrby
Musik
Marian Mentrup
Broadcaster
Eva Klöcker, Claudia Tronnier
Funding institution
The Getty Images ARRAY Grant, Arab Fund For Arts & Culture (AFAC), HotDocs - Blue Ice Group Documentary Fund, International Media Support (IMS) , The Danish-Arab Partnership Programme The Danish Egyptian Dialogue Initiative (DEDI)
Ausgezeichnet mit: Goldene Taube (Deutscher Wettbewerb)
Kids DOK 2020
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Long, Live, Love Sine Skibsholt
Rose ist Teenager, kämpft mit ihrer Mutter und schon zum zweiten Mal mit Krebs. In ihrem Tagebuch hält sie alles fest: gute und schlechte Momente, Fotos, Erinnerungen, Zeichnungen.
Media Name: dcebe5d3-f5cb-4e9c-a03a-b03e9e86035a.jpg

Long, Live, Love

Lever Elsker Savner
Sine Skibsholt
Kids DOK 2020
Dokumentarfilm
Dänemark
2020
78 Minuten
Dänisch
Untertitel: 
Englisch

Rosemarie hat als kleines Kind den Krebs besiegt. Nun ist sie vierzehn und die Krankheit ist zurück. Die Mutter steht Rose zur Seite. Doch deren eigene Angst macht es schwer, gut miteinander auszukommen. Die Beziehung ist kompliziert, Teenie mit Krebs sein auch. Rose schaut nach vorn: neue Schule, neuer Haarschnitt, neues Image. Sie will weiterkommen – und sie will, dass auch ihre Mutter das tut.

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sine Skibsholt
Kamera
Sine Skibsholt, Ina Lindgreen
Schnitt
Rebekka Lønqvist
Produktion
Helle Faber
Ton
Thomas Arent
Musik
Martin Juel Dirkov
Filmvertrieb
Kim Christiansen
Wettbewerb Publikumspreis 2021
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Our Memory Belongs to Us Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Inmitten eines grausamen Konflikts setzen syrische Aktivisten ihre Hoffnung in die Produktion von Bildern. Was erzählen ihre Aufnahmen? Welche Rolle spielen sie als Zeugnisse?
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Our Memory Belongs to Us

Frihed, håb og andre synder – Den syriske revolution 10 år senere
Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Dänemark,
Frankreich
2021
90 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch

Das Wertvollste, was Yadan auf seiner Flucht bei sich trägt, ist eine Festplatte. Fast 13.000 Videos befinden sich darauf, aufgenommen 2011 und 2012, von ihm und anderen Aufständischen in Daraa, der „Wiege“ der syrischen Revolution. Acht Jahre später kommen Yadan und zwei seiner Weggefährten in einem Theater in Paris zusammen, um dem Material (erneut) zu begegnen. Im Dialog zwischen den Männern und den Bildern beginnt ein Stück der Geschichte des Landes Gestalt anzunehmen.

Als friedlicher Protest in einen brutalen Krieg mündet, wird eine kleine Gruppe von Zivilisten zur Stimme von Daraa. Wo die offizielle Berichterstattung ausbleibt, filmen sie: zunächst um der Revolution in ihrer medialen Repräsentation zu tatsächlicher Existenz zu verhelfen, dann um in einem dringlichen Hilfsgesuch an die internationale Gemeinschaft Zeugnis abzulegen. Gegen die Menschenrechtsverbrechen der Regierungstruppen, gegen Granatbeschuss und Bomben – die Kamera ist ihre Waffe. Die filmische Anordnung wird zum Ausgangspunkt einer Reflexion über die Bedeutung der Bilder, damals und heute, und gibt zugleich Anstoß, persönliche in kollektive Erinnerung zu überführen. Wie schmerzhaft dieser Prozess ist, offenbaren die Reaktionen der Protagonisten. „Ist die Aufarbeitung der Geschichte all die Gewalt wert, die die Erinnerung wachruft?“, wird aus dem Off gefragt. Der Film gibt eine entschiedene Antwort.
Sarina Lacaf

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Rami Farah, Signe Byrge Sørensen
Buch
Dima Saber, Rami Farah, Lyana Saleh, Signe Byrge Sørensen
Kamera
Henrik Bohn Ipsen
Schnitt
Gladys Joujou
Produktion
Signe Byrge Sørensen, Lyana Saleh, Anne Köhncke
Co-Produktion
Reema Jarrar
Ton
Henrik Garnov
Musik
Kinan Azmeh
Ausgezeichnet mit: Filmpreis Leipziger Ring
Doc Alliance Award 2023
Filmstill Silent Sun of Russia
Silent Sun of Russia Sybilla Tuxen
Der Film begleitet drei junge Russinnen nach dem Angriff auf die Ukraine. Bleiben oder gehen? Ein eindringlicher Blick auf eine Generation im heutigen Russland und ihr Leben auf dem Sprung.
Filmstill Silent Sun of Russia

Silent Sun of Russia

Vi er Rusland
Sybilla Tuxen
Doc Alliance Award 2023
Dokumentarfilm
Dänemark
2023
71 Minuten
Russisch,
Georgisch,
Spanisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Aljona, Alika und Katja gehören zu einer Generation von jungen Russ*innen, die einfordern, was man ihnen nicht zugesteht. Sie sind Teil einer globalen Jugend, die von Selbstbestimmung und Freiheit träumt. Sybilla Tuxen begleitete ihre Protagonistinnen zwischen 2018 und 2022, bis in die Zeit nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine, in der sich die drei jungen Frauen in einer neuen Realität wiederfinden. Jetzt erst recht bäumen sie sich auf gegen Putins Staat und leben seitdem ein Leben auf dem Sprung.

Eine hat es nach Georgien geschafft, eine andere geht nach Spanien, während die dritte in der Heimat bleibt. Über Smartphone und soziale Medien halten sie Kontakt. Aus ihren Gesprächen hört man, dass sie wie viele nicht daran glauben, politisches Engagement könne etwas ändern. Ihr Widerstand besteht vielmehr darin, ein modernes und westliches Leben zu führen, in dem Geschlecht, Sexualität, Popmusik und Identitätsfragen eine wichtige Rolle einnehmen. Tuxens düster-poetischer Debütfilm spielt nachts in Autos, Wohnungen und Hinterhöfen. Der Transit, in dem sich die drei befinden, wird physisch erlebbar. Durch ihre Geschichten bekommen wir einen seltenen Einblick in eine fast unsichtbare Seite des heutigen Russlands und in die Komplexität des gelebten Widerspruchs.

Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Sybilla Tuxen
Kamera
Sybilla Tuxen
Schnitt
Enis Saraçi
Produktion
Rikke Tambo Andersen, Maria Møller Christoffersen
Sound Design
Mathias Dehn Middelhart
Re-Visionen 2020
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Slaves David Aronowitsch, Hanna Heilborn
Zwei südsudanesische Kinder berichten rückblickend von ihren Erlebnissen in der Sklaverei. Die authentische Tonaufnahme von 2003 greift aus in den Kinderwelt-farben animierten Raum.
Media Name: 87a3dd83-b056-4696-97d7-03b3f3c8a63f.png

Slaves

Slavar
David Aronowitsch, Hanna Heilborn
Re-Visionen 2020
Animationsfilm
Schweden,
Norwegen,
Dänemark
2008
16 Minuten
Englisch,
Dinka
Untertitel: 
Englisch

Die neunjährige Abuk und der fünfzehnjährige Machiek haben ein Martyrium überstanden. Wie viele südsudanesische Kinder wurden sie von Milizen geraubt und versklavt. 2003, nach der Befreiung, besuchen sie Schweden und berichten von ihren Erlebnissen. Die authentische Tonaufnahme greift aus in den animierten Raum und legt sich als Voiceover über Kinderwelt-farbene Angst- und Erinnerungsbilder.

Ralph Eue

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
David Aronowitsch, Hanna Heilborn
Produktion
David Aronowitsch, Hanna Heilborn
Co-Produktion
Medieoperatørene, Pausefilm ApS
Ton
Anders Nyström, Peter Albrechtsen
Animation
Mats Johansson, Magnus Östergren
Produktionsfirma
Story AB
Animation Perspectives 2025
Filmstill Solar Walk [excerpt]
Solar Walk [excerpt] Réka Bucsi
Wenn alle Puzzlestücke ihren Platz gefunden haben, öffnet sich ein Multiversum: Erkenntnisse fließen, Erfindungen entstehen. Réka Bucsi lädt uns ein, diesem magischen Glück beizuwohnen.
Filmstill Solar Walk [excerpt]

Solar Walk [excerpt]

Solar Walk [excerpt]
Réka Bucsi
Animation Perspectives 2025
Animationsfilm
Dänemark
2018
4 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

Wenn alle Puzzlestücke – Flächen, Lichter, Formen – ihren einzigartigen, nur für sie bestimmten Platz gefunden haben, beginnt der Zauber: Ein Multiversum öffnet sich, Erkenntnisse fließen und Erfindungen entstehen. Die Magie berührt innere wie äußere Welten, Planeten und Kreaturen jeglicher Beschaffenheit. Réka Bucsi lädt uns ein, diesem verwandelnden Glück und dessen Geheimnissen beizuwohnen.

Irina Rubina

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Réka Bucsi
Buch
Réka Bucsi
Produktion
Morten Harpøth Thorning
Co-Produktion
Claus Toksvig
Ton
Péter Benjámin Lukács
Sound Design
Péter Benjámin Lukács
Musik
Mads Vadsholt
Animation
Nicole Stafford, Jason Reicher, Cyrille Chauvin, Pernille Kjaer
Publikumswettbewerb 2025
Filmstill Take the Money and Run
Take the Money and Run Ole Juncker
Ein Porträt des Künstlers als Schelm: 74.000 Euro hat Jens Haaning von einem Museum geliehen bekommen und nie zurückgegeben. Ein Vertragsbruch als Kunstwerk – kann das gut gehen?
Filmstill Take the Money and Run

Take the Money and Run

Take the Money and Run
Ole Juncker
Publikumswettbewerb 2025
Dokumentarfilm
Dänemark
2025
82 Minuten
Dänisch,
Englisch
Untertitel: 
Englisch

Was als harmloser Produktionsauftrag beginnt, entwickelt sich zu einer der medienwirksamsten Kunstdebatten der letzten Jahre: Der dänische Konzeptkünstler Jens Haaning soll für das Museum Kunsten in Aalborg zwei seiner früheren Werke rekonstruieren – Rahmen, gefüllt mit Geldscheinen, die das durchschnittliche Jahresgehalt in Dänemark und Österreich symbolisieren. Die Banknoten im Wert von einer halben Million Kronen, etwa 74.000 Euro, stellt das Museum zur Verfügung. Doch Haaning ärgert sich einmal mehr über die Arbeitsbedingungen seines Berufsstandes. Er behält das geliehene Geld, liefert leere Leinwände und einen Titel: „Take the Money and Run“.
Der Film von Ole Juncker begleitet den Künstler durch die Zeit nach dieser Aktion – zwischen internationalem Medienrummel, einer Zivilklage der geprellten Institution und persönlichen Krisen. Haaning, der an einer bipolaren Störung leidet, trifft impulsive Entscheidungen, investiert in Immobilien und gerät in Finanznöte, die er durch Ad-hoc-Verkäufe seiner Arbeiten auszugleichen sucht. Der Druck, der auf dem Protagonisten lastet, spiegelt sich in einer rasanten Montage disparater Bilder: Autofahrten, surreale Animationen, Action-Cam-Aufnahmen eines Parkourläufers und TV-Berichte verdichten sich zu einem Porträt des Künstlers als Schelm, der entschlossen ist auszuloten, ob zumindest die Kunst mit einer Straftat davonkommt.

Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Ole Juncker
Kamera
Ole Juncker
Schnitt
Lars Juul
Produktion
Bjarte Mørner Tveit, Mette Heide
Co-Produktion
Bjarte Mørner Tveit
Sound Design
Rune Palvig
Musik
Francois Rousselot
Animation
Rasmus Brink
DOK Neuland 2024
Filmstill Tales of a Nomadic City
Tales of a Nomadic City Med Lemine Rajel, Christian Vium
Nouakchott, Mauretanien: eine Stadt, die sich bewegt. Das Herzstück der Installation ist ein 360°-Film, der durch Archiv- und Privatmaterial aus der Region erlaubt, die Stadt zu erleben. 
Filmstill Tales of a Nomadic City

Tales of a Nomadic City

Tales of a Nomadic City
Med Lemine Rajel, Christian Vium
DOK Neuland 2024
XR
Dänemark,
Mauretanien
2024
15 Minuten
Arabisch
Untertitel: 
Englisch

Die multimediale Vertiefung in ein Paradoxon: eine Stadt, die sich bewegt. Das Herzstück dieser gemeinschaftlich entwickelten Installation ist ein neuer 360°-Film, der uns einen Moment lang mit dem ehemaligen Nomaden Mohamed durch die Außenbezirke der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott streifen lässt. Aus Archiv- und authentischem Alltagsmaterial entsteht das komplexe Bild einer vielgestaltigen Metropole.

Dana Melaver

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Med Lemine Rajel, Christian Vium
Produktion
Kathrine Fremming
Produktionsfirma
Khora VR
Media Name: 27ae30bc-388b-4639-9a0f-12cfd643ec94.jpg

The Cars We Drove into Capitalism

The Cars We Drove into Capitalism
Georgi Bogdanov, Boris Missirkov
Wettbewerb um den Publikumspreis 2021
Dokumentarfilm
Bulgarien,
Kroatien,
Tschechische Republik,
Dänemark,
Deutschland
2021
93 Minuten
Bulgarisch,
Tschechisch,
Englisch,
Deutsch,
Norwegisch,
Russisch
Untertitel: 
Englisch

Ein nostalgischer Trip in die Vergangenheit, als sich der Kauf eines Autos als Lebensaufgabe gestaltete – insbesondere für jene Europäer, denen maximal zwei Handvoll Marken zur Verfügung standen. Die munter montierte Kollektion von Auto-Biografien aus sozialistischer Produktion erinnert an vermeintlich unbeschwerte Zeiten, als das motorisierte Gefährt einfach Statussymbol sein durfte: frei von ideologischen Grabenkämpfen rund um Klimakrise und Mobilitätsdiät.

Von Russland über Bulgarien und Tschechien bis nach Deutschland und Norwegen werden Liebesgeschichten zwischen Mensch und Trabi, Moskwitsch oder Wolga filmisch festgehalten. Wir treffen Charaktere, die damals wie heute an ihrem geliebten Stück Blech hängen – oder es sogar zu einer stattlichen Sammlung gebracht haben. Da gibt es ein Paar, das sich auf einer Retro-Auto-Ausstellung lieben lernte und heute noch das gleiche Modell fährt. Wir begegnen einem Küster, der sein Dienstfahrzeug nach 32 Jahren Nutzung weitervererbt. Wir machen die Bekanntschaft eines Pin-ups, das stets vor Ost-Oldtimern posiert. Sie alle haben ein Faible für diese klapprigen Rostlauben. Denn obwohl die Fabrikate der sozialistischen Autoindustrie in der Regel langsam, klobig, mühsam zu fahren und zu reparieren waren – sie galten als Schauobjekte eines geglückten Lebens. Und in fast jeder Familie gab es eines: heiß begehrt, lang ersehnt, eifrig poliert.
Lina Dinkla

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Georgi Bogdanov, Boris Missirkov
Buch
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Kamera
Boris Missirkov, Georgi Bogdanov
Schnitt
Emil Granicharov, Jacob Thuessen, Georgi Tenev
Produktion
Martichka Bozhilova
Co-Produktion
Tina Leeb, Miljenka Čogelja, Dana Budisavljević, Jiří Konečný, Sigrid Jonsson Dyekjær, Sascha Beier, Simone Baumann
Ton
Veselin Zografov
Filmstill The Gullspång Miracle

The Gullspång Miracle

Miraklet i Gullspång
Maria Fredriksson
Publikumswettbewerb 2023
Dokumentarfilm
Schweden,
Norwegen,
Dänemark
2023
108 Minuten
Norwegisch,
Schwedisch
Untertitel: 
deutsche Untertitel für Menschen mit eingeschränkter Hörfähigkeit, Englisch

Kari und May begegnen im schwedischen Gullspång einer Frau, die ihrer vor mehr als 30 Jahren verstorbenen Schwester Lita täuschend ähnlich sieht. Kein Zufall: Olaug wurde am selben Tag wie Lita im ländlichen Norden von Norwegen geboren; ein DNA-Test bestätigt, dass die beiden als Zwillingsschwestern zur Welt kamen. Die freudige Wiedervereinigung mit Kari, May und dem Rest der Familie bekommt jedoch bald Risse. Mit 80 Jahren ist Olaug in ihrer Identität erschüttert. Warum gaben ihre Eltern sie fort? Passt sie zu ihrer neuen, tiefreligiösen Verwandtschaft? An göttliche Offenbarungen glaubt sie nicht. Stattdessen treibt sie Litas vermeintlicher Selbstmord um – und tatsächlich stellt ihre detektivische Recherche deren Todesumstände zunehmend infrage.

An mindestens einer Stelle ist Regisseurin Maria Fredriksson hinter der Kamera hörbar verblüfft. Was wie ein Feel-good-Film beginnt, wird zur Charakterstudie über Identität, dann zu einer Art True-Crime- und schließlich zur Mystery-Story. Die Inszenierung setzt noch eine Schippe drauf, mal mit dramatischem, mal mit durchaus komischem Effekt: Die perfekt ausgeleuchteten Landhäuser mit Porträtfotos an den Wänden und der ironisch-suggestive Musikeinsatz erinnern an „Twin Peaks“. Manchmal schreibt das Leben die verrückteren Plot-Twists.

Jan-Philipp Kohlmann

Credits DOK Leipzig Logo

Regie
Maria Fredriksson
Buch
Maria Fredriksson
Kamera
Pia Lehto
Schnitt
Mark Bukdahl, Orvar Anklew
Produktion
Ina Holmqvist
Sound Design
Rune Hansen
Musik
Jonas Colstrup
Filmvertrieb
Jenny Bohnhoff